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UN-Friedenstruppen und das Geschäft mit der Zwangsprostitution. Der Frauenhandel während eines internationalen Mandats und die Wahrnehmung in Deutschland

Title: UN-Friedenstruppen und das Geschäft mit der Zwangsprostitution. Der Frauenhandel während eines internationalen Mandats und die Wahrnehmung in Deutschland

Textbook , 2019 , 56 Pages

Autor:in: Adina Zahelda (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Laut einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation waren 2016 über 40 Millionen Menschen Opfer moderner Sklaverei. Davon wurden 4,8 Millionen auch sexuell ausgebeutet. Es sind beinahe nur Frauen und Mädchen.

Hierbei handelt es sich nicht etwa um ein weit entferntes Randphänomen. Denn die größte Plattform für den Frauenhandel ist Westeuropa und auch die Anwesenheit von UN-Friedenstruppen ändert hieran nichts. Wie Adina Zahelda in ihrer Publikation zeigt, ist sogar das Gegenteil der Fall.

Nicht selten sind die sogenannten Blauhelme in das Geschäft mit der Zwangsprostitution verwickelt. Trotzdem nimmt die deutsche Öffentlichkeit sie als Sicherheitsgaranten wahr. Zahelda erklärt, wie es dazu kommen kann.

Aus dem Inhalt:
- Peacekeeper;
- Versicherheitlichung;
- Friedenseinsatz;
- Kosovo;
- Humanitärer Einsatz;
- Menschenhandel

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Terminologie

2.1 Frauenhandel

2.2 Peacekeeper

3 Der Schutz der Frauen unter einem internationalen Mandat

3.1 Prinzip und Durchführung eines Friedenseinsatzes mit exekutivem Mandat

3.2 Der widersprüchliche Befund für Frauen unter einem Friedeneinsatz mit exekutiven Mandat

4 Vom Recht zur Sicherheit

4.1 Internationale Sicherheitskonzepte in Bezug auf Frauen

4.2 Sicherheit als Sprechakt: Die Versicherheitlichung

5 Der Friedensaufbaus als Sicherheit geframed : Überleben durch Versicherheitlichung

5.1 Der liberale Internationalismus: Friedenseinsatz oder Konfliktförderung?

5.2 Gegensätzliche interne und externe Wahrnehmungen der Sicherheit

5.3 Versicherheitlichung durch Medien: Die Sicherheitsfolgen der Berichterstattung

6 Methodisches Vorgehen und Operationalisierung der Hypothesen

6.1 Methodologisches Vorgehen

6.2 Operationalisierung und Fallauswahl

7 Analyse

8 Schlussbemerkung:

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Präsenz internationaler Friedenstruppen (Peacekeeper) in Postkonfliktgebieten und dem Anstieg von Menschenhandel sowie Zwangsprostitution. Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie es zu erklären ist, dass Friedenswächter als Sicherheitsbringer wahrgenommen werden, während gleichzeitig Frauenhandel während ihrer Anwesenheit wächst, und wie dies in deutschen Medien dargestellt wird.

  • Analyse der Dynamik von Menschenhandel und Zwangsprostitution in Friedensmissionen.
  • Untersuchung der theoretischen Konzepte von Sicherheit und "Versicherheitlichung".
  • Medienanalyse der Darstellung von Blauhelmen und Gewalt gegen Frauen in deutschen Tageszeitungen.
  • Kritische Reflexion der Rolle internationaler Interventionen und deren tatsächlicher Schutzwirkung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Prinzip und Durchführung eines Friedenseinsatzes mit exekutivem Mandat

In den 1990er Jahren bildeten sich erste Ansätze von Übernahme internationaler Verantwortung heraus um, so die Worte Kofi Annans, „ein neues Rwanda oder neues Srebrenica“ zu verhindern (vgl. in Evans, 2006: o.S.) Mit den NATO-Interventionen im Kosovo 1991 und 1999 und der ICISS (International Comission on Intervention and State Sovereignty) von 2001 wurden wichtige Grundlagen für den internationalen Menschenrechtsschutz geschaffen. Diese Vorgänge ermöglichten den rechtlichen Übergang von einer absoluten zu einer bedingten Souveränität der betroffenen Staaten und mündeten in eine formelle Einigung der UN Mitgliedsstaaten, auf deren Grundlage bei dem Weltgipfel 2005 die Norm der Responsability to Protect verabschiedet wurde. Diese R2P-Norm macht jede Regierung verantwortlich für die Prävention und/oder Ahndung von Menschenrechtsverletzungen sowie für den (Wieder-)Aufbau eines Rechtsstaates. Nur im Falle eines Versagens (willentlich oder nicht) ist es die Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, die Bevölkerung vor Menschenrechtsverletzungen oder einem Genozid zu schützen (vgl. in Evans, 2006: o.S.).

Bei Friedenseinsätzen mit exekutivem Mandat werden dann souveräne Entscheidungen übernommen mit dem Ziel, lokale Strukturen zu sichern und/oder wieder aufzubauen. Bislang erfolgten weltweit drei internationale Missionen als Antwort auf den völligen Zusammenbruch des jeweils verbliebenen Reststaats: Die erste Friedensmission UNTAES (UN Transitional Administration in Eastern Slavonia, Baranja and Western Sirmium) wurde nach dem Krieg von 1996 bis 1999 in Kroatien durchgeführt. Die zweite Friedensmission UNTAET (UN Transitional Administration in East Timor) erfolgte von 1999 bis 2002 in Osttimor. Eine dritte Friedensmission UNMIK findet seit 1999 im Kosovo statt. Dort wurde die UNMIK nach der Unabhängigkeitserklärung 2008 durch die erste und bislang einzige Rechtsstaatlichkeitsmission der Europäischen Union -die EULEX- ersetzt. (ZIF, 2014: 10-11)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt die Problematik des Anstiegs von Menschenhandel und Zwangsprostitution im Kontext internationaler Friedenseinsätze vor und formuliert die Forschungsfrage zur Wahrnehmung dieser Dynamik in Deutschland.

2 Terminologie: Definiert die zentralen Begriffe Frauenhandel, Zwangsprostitution und Peacekeeper, um eine gemeinsame Grundlage für die weitere Untersuchung zu schaffen.

3 Der Schutz der Frauen unter einem internationalen Mandat: Beleuchtet die Entstehung und Entwicklung von Friedenseinsätzen mit exekutivem Mandat und analysiert Faktoren, die den Anstieg von Zwangsprostitution in solchen Gebieten begünstigen.

4 Vom Recht zur Sicherheit: Untersucht internationale Sicherheitskonzepte und das Konzept der "Versicherheitlichung" im Kontext der Bekämpfung von Menschenhandel.

5 Der Friedensaufbaus als Sicherheit geframed : Überleben durch Versicherheitlichung: Analysiert, wie der liberale Internationalismus als Leitbild für den Friedensaufbau dient und wie Medien durch ihr Framing Sicherheit und Gefahr konstruieren.

6 Methodisches Vorgehen und Operationalisierung der Hypothesen: Erläutert die angewendete Mixed-Method-Vorgehensweise sowie die Auswahl der Zeitungen für die Medienanalyse und die operationalisierten Hypothesen.

7 Analyse: Überprüft die aufgestellten Hypothesen anhand der erhobenen Mediendaten und politischer Dokumente zur Kosovo-Mission.

8 Schlussbemerkung:: Fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle von Medien und internationaler Politik im Hinblick auf den Schutz vulnerabler Gruppen in Postkonfliktgebieten.

Schlüsselwörter

Menschenhandel, Zwangsprostitution, Friedenseinsätze, Peacekeeper, Kosovo, Versicherheitlichung, Medienanalyse, Menschenrechte, Sicherheit, Internationale Beziehungen, R2P-Norm, UNMIK, Gender, Friedensaufbau, Humanitäre Intervention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Anwesenheit von UN-Friedenstruppen auf die Zwangsprostitution in Postkonfliktgebieten auswirkt und wie dieser Widerspruch in der deutschen Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Menschenhandel, Sicherheitsforschung, die Rolle von Blauhelmen, die Macht von Medien bei der Konstruktion von Sicherheit sowie die Wirksamkeit internationaler Mandate.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem offiziellen Auftrag der Friedenssicherung und der Realität des Anstiegs von Frauenhandel aufzuzeigen und durch eine Medienanalyse zu verstehen, wie Deutschland diesen Widerspruch thematisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein "Mixed Method"-Ansatz verfolgt, der quantitative Medienanalysen (Datenbank Factiva) mit qualitativen Interpretationen politischer Dokumente kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Konzepte der Sicherheit (Versicherheitlichung), die Strukturen von Friedensmissionen, die spezifische Situation im Kosovo und die Ergebnisse der Medienauswertung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Menschenhandel, Zwangsprostitution, Friedenstruppen, Kosovo, Versicherheitlichung und Medienanalyse.

Warum spielt die Rolle der Korruption eine so wichtige Rolle in der Analyse der Autorin?

Die Autorin argumentiert, dass Korruption die Entfaltung von Menschenhandelsmärkten in Krisengebieten ermöglicht und dass auch der Missbrauch von Autorität durch Friedenspersonal als eine Form von systemischer Korruption zu verstehen ist.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin über die mediale Berichterstattung?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Medien oft lediglich als Auslöser für Thematisierungen dienen, aber selten einen direkten Einfluss auf rechtliche Reformen haben, da diese eher durch bürokratische UN-Anfragen initiiert werden.

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Details

Title
UN-Friedenstruppen und das Geschäft mit der Zwangsprostitution. Der Frauenhandel während eines internationalen Mandats und die Wahrnehmung in Deutschland
Author
Adina Zahelda (Author)
Publication Year
2019
Pages
56
Catalog Number
V448169
ISBN (eBook)
9783960954880
ISBN (Book)
9783960954897
Language
German
Tags
Peacekeeper Versicherheitlichung Friedenseinsatz Kosovo Humanitärer Einsatz Menschenhandel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Adina Zahelda (Author), 2019, UN-Friedenstruppen und das Geschäft mit der Zwangsprostitution. Der Frauenhandel während eines internationalen Mandats und die Wahrnehmung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448169
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