Motivation als Faktor selbstregulierten Lernens. Motivationsprobleme und Motivationsüberprüfung


Ausarbeitung, 2016
8 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

1. Einleitung

Motivation gilt als entscheidender Aspekt für das selbstregulierte Lernen. Dieses ist wiederrum wichtig, um sich weiterentwickeln zu können, sich zu verwirklichen und seinem eigenen, wie auch dem äußeren Anspruch gerecht zu werden. In dieser Ausarbeitung wurde sich auf die verschiedenen Definitionen von Motivation, intrinsisch- und extrinsische Motivationen, die Phasen, die Rahmenbedingungen, die Gründe und Motive, wie auch auf die Motivationsprobleme und Motivationsüberprüfung konzentriert.

2. Definition von Motivation

Im Wort Motivation liegt das Wort Motiv eingebaut, dahinter verbirgt sich der Grund, aus dem man etwas tut.

Im Lexikon der Psychologie liest man, dass unter einem Motiv ein Faktor zu verstehen ist, der in die Aktivierung und Steuerung von Verhaltensweisen eingreift. Dabei kann dieser Faktor von außen wirken und die innere Bereitschaft des Individuums wecken oder die Bereitschaft aus dem Individuum selbst (Hunger oder Ehrgeiz nach...). Die Motivation bestimmt den Aktivierungsgrad, dessen Intensität und Beständigkeit sowie dessen allgemeine Richtung. (W. Arnold, 1993)

Laut Duden ist die Motivation die Gesamtheit der Beweggründe, Einflüsse, die eine Entscheidung, Handlung oder Ähnliches beeinflussen, zu einer Handlungsweise anregen. (Duden Online, 2015)

Im Wirtschaftslexikon finden wir:

Motivation ist der „Zustand einer Person, der sie dazu veranlasst, eine bestimmte Handlungsalternative auszuwählen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen und der dafür sorgt, dass diese Person ihr Verhalten hinsichtlich Richtung und Intensität beibehält“ – (W. Arnold, 1993)

Neurobiologisch betrachtet, basiert die Motivation auf den Motivationssystemen, die drei Botenstoffe ausschütten, die bei optimaler "Mixtur" den Menschen veranlassen, mit Neugierde auf das Leben, gemeinsam mit anderen etwas zu lernen und den Erfolg dieser Arbeit zu genießen. Dopamin befähigt uns, was zu tun, sich anzustrengen Leistung zu zeigen. Opioide sorgen dafür, dass man sich seelisch und körperlich gut fühlt und Oxytocin veranlasst uns, dass wir uns bestimmten Menschen besonders verbunden fühlen und uns für sie einsetzen. (Bauer, 2008)

Entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung der Motivationssysteme ist das Interesse, die soziale Anerkennung und persönliche Wertschätzung, die einem von anderen Menschen entgegengebracht werden.

Motivation ist immer eng an persönliche Kontakte, sogenannte Bezugspersonen gebunden. Kinder brauchen verbindliche Beziehungen, um Motivation aufzubauen und weiterzuentwickeln, Handlungsalternativen zu kennen und sich zu entscheiden und letztendlich bei der Zielorientierung zu bleiben, ein bestimmtes Ergebnis zu erlangen.

3. Intrinsische und Extrinsische Motivation

Ist die Basis für diese Grundmotivation stabil, dann lassen sich die intrinsische Motivation und die extrinsische Motivation während des Entwicklungsprozesses eines Kindes und Jugendlichen gut weiterentwickeln und beobachten. Im Wirtschaftslexikon von Gabler liest man, dass sich die intrinsische Motivation auf einen Zustand bezieht bei dem wegen eines inneren Anreizes, der in der Tätigkeit selbst liegt, z.B. im Empfinden des Flow-Erlebens gehandelt wird. Eine hohe intrinsische Motivation wird oft als Voraussetzung für kreative Leistung angesehen.

Nach der Definition von John Barbuto und Scholl lässt sich die intrinsische Motivation in zwei Kategorien einteilen: die interne Prozessmotivation, bei der eine Tätigkeit aus eigenem Willen, aus eigenem Interesse ausgeführt wird und das interne Selbstverständnis, bei dem sich der Lernenden während einer Tätigkeit an internen Maßstäben orientiert. Dies erfordert ein Maß an Kompetenz, der Einschätzung wie bedeutsam das Tun für einen selbst ist und die daraus resultierende Selbstbestimmung und nicht zuletzt die soziale Einbindung, denn niemand tut etwas ohne die Rückmeldung der sozialen Gruppe oder Bezugsperson. Ist die Tätigkeit aus genannten Komponenten zum Erfolg gelangt, so weckt dies ein positives Erlebnis, welches auch im Gehirn gespeichert zur Ausschüttung besagter Hormone führt und die Tür für weitere Prozesse öffnet.

Die extrinsische Motivation besteht aus der instrumentellen Motivation, die Motivation des Lernenden ergibt sich aus der Annahme für die Tätigkeit belohnt zu werden und dem externen Selbstverständnis, die Motivation des Lernenden entsteht aus dem Wunsch seiner Rolle und den Erwartungen des Umfeldes gerecht zu werden. Während im Kindergarten und Grundschulalter häufig die extrinsische Motivation zu beobachten ist, weil ein Kind viel für Lob und Anerkennung und weil die Eltern stolz sind tut, was auch die Bedeutsamkeit der Bezugspersonen nochmal hervorhebt, entwickeln die Kinder und Jugendlichen der Sekundarschule vermehrt die intrinsische Motivation. Das Erlernte, das Wiedergespiegelte kann hier auf eine andere Stufe gehoben werden und zu einer bedeutsameren individuellen Form von Selbstmotivation kommen. Dinge aus eigenem Antrieb zu tun, steigert das Lernvermögen und den Erfolg. (Hertel, 2015) (Wikipedia, 2015) (Elearning2.uni-heidelberg, 2015)

Beide Formen der Motivation sind im Lernprozess wichtig, weder kann die Motivation nur aus eigenem inneren Antrieb, noch aus ständig von außen fordernder Notwendigkeit bestehen. Ein gutes Maß an intrinsischer und extrinsischer Motivation je nach Alter und Aufgabe ist wichtig und auch hier das Bewusstsein der Bezugsperson, wann ist was wichtig zu lernen und wo bringt mich das Erlernte hin.

Ein hoher Grad an intrinsischer Motivation im Lernprozess zeigt sich in der Kompetenz im Umgang mit klarem, gut strukturiertem Lernstoff, Rückmeldungen, sozialer Unterstützung und der Förderung praktischer Anwendung. Die persönliche Bedeutung besteht aus den Faktoren: persönliches Ziel, emotionaler Gehalt, praktische Anwendungsmöglichkeit, Verknüpfung von Lernstoff mit persönlichem Interesse und der Fähigkeit das Interesse am Lernstoff zum Ausdruck zu bringen. Selbstbestimmung ist eng mit der Selbstbewertung, Mitbestimmung, wie auch mit der Möglichkeit von Handlungsspielräumen verbunden. Letztlich spielt auch die soziale Einbindung, das heißt Teamarbeit und das Verhältnis zur Lehrperson eine wichtige Rolle.

4. Die Phasen der Motivation im Lernprozess

Die Motivation wird in drei Phasen eingeteilt:

Die erste Phase heißt „ Vor dem Lernen “, dabei gilt die Motivation als Voraussetzung und Grundlage für den Beginn des Lernprozesses. Die zweite Phase wird „ Während des Lernprozesses “ genannt. In ihr muss darauf geachtet werden, dass ein gewisses Niveau der Motivation erhalten wird, letztlich die dritte Phase „N ach dem Lernen “, in der man auch nach Beendigung eines Lernprozesses in der Lage sein muss, sich für den nächsten Lernprozess motivieren zu können und sein Lernverhalten zu reflektieren. Die Phasen verlaufen zyklisch.

Die Motivation wird durch vier Elemente gekennzeichnet: Die Aktivierung, die Richtung, die Intensität und die Ausdauer.

Bei der Aktivierung wird das Verhalten mobilisiert, sich mit der Aufgabe zu befassen. Motivation gilt in diesem Fall als Prozesssteuerer.

Die Richtung der Motivation gibt den Weg zu einem bestimmten Ziel an und endet dort, wo das Ziel erreicht ist. Die Intensität gibt die Stärke der Aktivität an, je nachdem ob sie weniger oder stärker wirkt, ist auch das Lernergebnis angepasst. Zuletzt die Ausdauer, diese ist notwendig, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und es am Ende auch zu erreichen, egal wie kompliziert oder langwierig die Strecke bis zum Ziel ist. (Stangl-Taller, 2015)

5. Die Rahmenbedingungen

Wichtig sind auch die Rahmenbedingungen für die Motivation. Um erfolgreich lernen zu können, braucht der Lernende eine positive Bezugsebene. Die Eltern und Erzieher und Lehrer müssen für eine dem Lernen zugewandte Atmosphäre sorgen. In einem Lernumfeld, indem gelobt wird und das Lernen als wichtiger Prozess der Entwicklung anerkannt und unterstützt wird, kann die Motivation wachsen. An dieser Stelle möchte ich allerdings auch erwähnen, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen eine wesentliche Rolle spielen, da nur in einer friedlichen Atmosphäre gutes Lernen möglich ist. Eine Person, die diese guten Bedingungen erfährt, beherrscht zunehmend die intrinsischen Motivationswege und kann um methodisch bedacht zu lernen, äußere Einflüsse bewusst für sich einsetzen und nutzen und somit die Einflüsse, die einen am Lernen behindern können weitgehend verhindern. Sich mit dem Themengebiet zu beschäftigen, ausreichend Informationen sammeln, sich klar machen welchen Vorteil man aus der Beschäftigung mit diesem Thema ziehen kann und sich frei von negativen Assoziationen gegenüber dem Thema machen um es mit neuen Augen betrachten zu können, kann ein großer Vorteil hinsichtlich des Lernprozesses sein. Die Motivation während des Lernens aufrecht zu erhalten fordert allerdings auch methodisches Handeln. Beispielsweise sollte man sich im Voraus kleine Zwischenziele einbauen, für die man sich bei erfolgreichem Erreichen belohnen kann.

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Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Motivation als Faktor selbstregulierten Lernens. Motivationsprobleme und Motivationsüberprüfung
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
8
Katalognummer
V448261
ISBN (eBook)
9783668829541
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motivation, selbstreguliertes Lernen
Arbeit zitieren
Lilly Lehmann (Autor), 2016, Motivation als Faktor selbstregulierten Lernens. Motivationsprobleme und Motivationsüberprüfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448261

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