Potentielle natürliche Vegetation in der BRD


Ausarbeitung, 2017
9 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmung
2.1 Reale Vegetation
2.2 Ursprüngliche natürliche Vegetation
2.3 Potentielle natürliche Vegetation

3 Einflussfaktoren auf die Verbreitung von Waldgesellschaften
3.1 Höhenstufen
3.2 Ökologische Bereiche von Waldgesellschaften

4 Verbreitung der pnV in der BRD

5 Bedeutung von Kenntnissen über die pnV

6 Schluss

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Landschaftsbild von Deutschland ist geprägt durch eine nahezu flächendeckende Nutzung. Es gibt kaum mehr Gebiete, die nicht durch menschliche Eingriffe geformt oder verändert wurden. Große Flächen werden beispielsweise für die Landwirtschaft in Anspruch genommen. Sogar Waldflächen sind zum größten Teil durch forstwirtschaftliche Maßnahmen geprägt. Die vielfältigen menschlichen Eingriffe in die Natur haben zur Folge, dass sich die heutige Vegetation stark von der ursprünglichen natürlichen Vegetation, die ohne menschliche Einflüsse existieren würde, unterscheidet. Die heutige Vegetation setzt sich aus unterschiedlichen Pflanzengesellschaften zusammen. Auf vergleichbaren Standorten etablieren sich je nach Nutzung unterschiedliche Pflanzengesellschaften. Die Art der vorherrschenden Wald- und Pflanzengesellschaften ist also abhängig von den unterschiedlichen menschlichen Einflüssen an den jeweiligen Standorten. Der Pflanzensoziologe Reinhold Tüxen hat sich mit der Fragestellung beschäftigt, wie sich die Vegetation entwickeln würde, wenn plötzlich kein menschlicher Einfluss mehr vorhanden wäre. Er hat dabei den Begriff der „potentiellen natürlichen Vegetation“ geprägt.

Für die potenzielle natürliche Vegetation wurde sogar eine Karte erstellt, die die Verbreitung verschiedener Waldgesellschaften in der BRD zeigt. Im Verlauf dieser Arbeit soll auf die Frage eingegangen werden, welchen möglichen Nutzen man aus dem Wissen über die pnV ziehen kann.

Im Folgenden soll zunächst der Begriff der potentiellen natürlichen Vegetation erläutert werden. Im weiteren Verlauf werden verschiedene Einflüsse für die Entwicklung der pnV genannt und es wird auf die potentielle Verbreitung verschiedener Waldgesellschaften in der BRD eingegangen.

2 Begriffsbestimmung

2.1 Reale Vegetation

Die reale Vegetation ist die Vegetation, die in einem Gebiet tatsächlich vorkommt. Diese ist häufig stark durch den Menschen beeinflusst. Als Beispiel sind hier Einflüsse durch Land- und Forstwirtschaft zu nennen. (Willmanns 1993: 56)

2.2 Ursprüngliche natürliche Vegetation

Die ursprüngliche natürliche Vegetation bezeichnet die Vegetation, die vor dem Eingriff des Menschen bestanden hat. Sie bezeichnet also, die mögliche Vegetation, die vor Erscheinen menschlicher Kultur in einem Gebiet ausgebildet gewesen sein könnte (ebd.: 56f).

2.3 Potentielle natürliche Vegetation

Als Antwort auf die Frage, welche Waldvegetation an einem bestimmten Standort von Natur aus möglich ist, wurde 1956 von Reinhold Tüxen der Begriff der „potentiellen natürlichen Vegetation“ (pnV) geprägt (Bohn & Weiß 2003: 84f).

Das Konzept der potentiellen natürlichen Vegetation beschreibt diejenige höchst entwickelte Vegetation, die sich unter den aktuellen Umweltbedingungen schlagartig einstellen würde, wenn jegliche menschlichen Einflüsse ausbleiben würden. Die Zeit, welche für die Entwicklung einer solchen Vegetation nötig wäre, wird dabei vernachlässigt. Das Konzept berücksichtigt also nicht nur die natürlichen Ausgangsbedingungen, sondern auch anthropogene Standortveränderungen. Zudem werden langfristig wirkende Einflüsse, wie beispielsweise Klimawechsel ausgeschlossen (ebd.).

Die potentielle natürliche Vegetation stellt einen gedachten Zustand dar, bei dem die abiotische Qualität eines Standortes zu der jeweils höchstentwickelbar zu denkenden Vegetation in Beziehung gesetzt wird. Dabei wird der direkte Einfluss des Menschen, auf die Entwicklung der Vegetation ausgeblendet. Betrachtet wird dabei nur das Beziehungsgefüge zwischen der Vegetation und der Summe der Standortfaktoren. Die ursprünglichen Standortfaktoren können durch Einflüsse des Menschen stark abgewandelt sein (Suck & Bushart 2012: 6).

3 Einflussfaktoren auf die Verbreitung von Waldgesellschaften

Jede Pflanzenart stellt bestimmte Ansprüche an ihren Standort in Bezug auf Lichteinfall, Wärme und Bodeneigenschaften. Unterschiedliche Pflanzenarten können innerhalb einer mehr oder weniger großen Bandbreite dieser Standortfaktoren gedeihen, wobei es aber auch ein Optimum an Standortfaktoren für die jeweilige Pflanzengesellschaft gibt. Allerdings spielt auch die Konkurrenz durch andere Pflanzengesellschaften eine wichtige Rolle. So kann es vorkommen, dass eine konkurrenzschwache Pflanze auf Flächen mit weniger günstigen Standortbedingungen ausweichen muss, um dem Konkurrenzdruck anderer dominierender Pflanzenarten gerecht zu werden (Willmanns 1993: 10f).

Dies gilt natürlich auch für die mögliche potentielle natürliche Vegetation. Im Folgenden sollen einige dieser Faktoren dargestellt werden.

3.1 Höhenstufen

Wie oben bereits beschrieben, hat jede Wald- und Pflanzengesellschaft, in Bezug auf ihre Verbreitung, unterschiedliche Ansprüche an bestimmte Standortfaktoren. Ein wichtiger Faktor stellt hierbei das Klima dar, das entscheidend durch Höhenlage und Relief beeinflusst wird. Aufgrund abnehmender Temperatur und steigendem Niederschlag mit zunehmender Höhe bilden sich in Gebirgen Höhenstufen aus, die durch die unterschiedlichen vorherrschenden klimatischen Bedingungen einen wichtigen Einfluss auf die Verbreitung unterschiedlicher Wald- und Pflanzengesellschaften haben (Forkel). Die Grenzen der unterschiedlichen Lebensräume sind teilweise klar zu erkennen. Beispielsweise durch die Baumgrenze.

Die oberste Stufe wird als nivale Stufe bezeichnet. Die hier vorherrschenden ganzjährigen eisigen Temperaturen und die damit einhergehende Schneebedeckung lassen keine Vegetation zu. Die nivale Stufe geht nach unten in die alpine Stufe über. Die alpine Stufe ist noch über der Waldgrenze angesiedelt. Aufgrund der höheren Temperaturen kommen hier Moose, Flechten und Gräser vor. Der alpinen Stufe folgt die montane Stufe, die nach oben mit der Baumgrenze abschließt. Hier verbreiten sich vor allem Nadelwälder und Misch- und Laubwälder. Die darauf folgende kolline Stufe wird häufig auch als Hügellandstufe bezeichnet. Sie stellt das typische Verbreitungsgebiet der Eichen- und Buchenmischwälder dar. Die unterste Stufe, die planare Stufe wird auch als Flachlandstufe bezeichnet. Die kolline und planare Stufe ist aufgrund der hohen Durchschnittstemperaturen durch das Vorkommen einer Vielzahl unterschiedlichster Vegetationsgesellschaften gekennzeichnet (ebd.).

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Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Potentielle natürliche Vegetation in der BRD
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
9
Katalognummer
V448461
ISBN (eBook)
9783668848702
Sprache
Deutsch
Schlagworte
potentielle natürliche Vegetation Deutschland BDR PnV, Natürliche Vegetation, PnV, Vegetation, Tüxen, Natürliche Vegetation BRD
Arbeit zitieren
Markus Steineck (Autor), 2017, Potentielle natürliche Vegetation in der BRD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448461

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