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Effizienz als Rechtsprinzip vor dem Hintergrund des Wettbewerbs europäischer Gesellschaftsformen am Beispiel der englischen Limited und der deutschen GmbH

Título: Effizienz als Rechtsprinzip vor dem Hintergrund des Wettbewerbs europäischer Gesellschaftsformen am Beispiel der englischen Limited und der deutschen GmbH

Tesis (Bachelor) , 2016 , 42 Páginas , Calificación: 17

Autor:in: Lea Larissa Faltmann (Autor)

Derecho - Derecho Civil - mercantil, de sociedades, comercial, de la competencia y económico
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In dieser Arbeit wird gezeigt, dass die Anwendung des Maßstabes ökonomischer Effizienz auf das Kapitalgesellschaftsrecht nicht nur möglich, sondern, aufgrund der international einheitlichen Strukturen von Kapitalgesellschaften, sogar geboten ist. Ziel ist eine möglichst effiziente Gestaltung des europäischen Gesellschaftsrechts. Dies kann durch den von der Rechtsprechung des EuGH initiierten Wettbewerb der Gesellschaftsformen in Europa erreicht werden.

Es werden daher zunächst grundlegende Annahmen der Ökonomik erläutert (unter II), dann der status quo des europäischen Gesellschaftsrechts anhand der Rechtsprechung des EuGH sowie die sich anschließenden Entwicklungen aufgezeigt (unter III) und zuletzt eine Analyse und Bewertung dieser Entwicklung anhand ökonomischer Maßstäbe durchgeführt (unter IV). Dabei wird argumentiert, dass der Wettbewerb der Gesellschaftsformen aus Sicht der Gesellschafter, Gläubiger und sogar der Arbeitnehmer zu effizienteren Ergebnissen führt als vollständige europäische Harmonisierung. Dennoch wäre eine supranationale europäische Gesellschaftsform, die am Wettbewerb teilnimmt, sinnvoll, um dem Integrationsgedanken des Rechts Rechnung zu tragen.

Die Arbeit beschränkt sich auf private Kapitalgesellschaften. Analyse und Bewertung erfolgen am Beispiel der deutschen GmbH und UG sowie der englischen Limited aus deutscher Sicht. Die Prüfung der umfassenden Anwendbarkeit ökonomischer Maßstäbe auf die gesamte Rechtsordnung sowie die Frage nach der Umsetzung von Effizienz als Rechtsprinzip aus Sicht der nationalen Gerichte ist nicht Gegenstand dieser Arbeit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das Leitbild ökonomischer Effizienz im Gesellschaftsrecht

1. Grundannahmen und Modelle der Ökonomik

2. Methodik: Analyse und Bewertungsmaßstab

a. Pareto-Kriterium

b. Kaldor/Hicks-Kriterium

3. Ökonomischer Maßstab und Recht

a. Kontroverse der umfassenden Anwendbarkeit auf die Rechtsordnung

b. Ökonomischer Maßstab im Gesellschaftsrecht

i. Ökonomische Grundlagen der Unternehmung

ii. Existenz von Kapitalgesellschaften als Ausdruck des Strebens nach Effizienz

iii. Rechtswahl und Wettbewerb der Gesetzgeber

iv. Die ideale Gesellschaftsform durch Wettbewerb oder Harmonisierung?

III. Die Entwicklung des Gesellschaftsrechts in Europa

1. Die Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes

a. Schaffung eines Gemeinsamen Marktes als europäische Idee

b. Mechanismen und Phasen der europäischen Integration im Gesellschaftsrecht

2. EuGH-Rechtsprechung als Motor der Integration

a. Daily Mail (1988)

b. Centros (1999), Überseering (2002) und Inspire Art (2003)

c. Cartesio (2008) und Vale (2012)

d. Aktueller Stand der Rechtsprechung

3. Auswirkungen der Rechtsprechung in Deutschland

a. Wettbewerb zwischen der englischen Ltd. und der deutschen GmbH

b. Reform des GmbHG durch das MoMiG und Schaffung der UG (haftungsbeschränkt)

c. Entwicklung nach der Reform

IV. Analyse und Bewertung anhand des Maßstabes ökonomischer Effizienz

1. Analyse

a. Vom Monopol zum (freieren) Markt

b. Kosten und Nutzen der Ltd. im Vergleich zur GmbH

2. Bewertung

a. Bewertung aus Sicht der Gesellschafter

b. Bewertung aus Sicht der Gläubiger

c. Bewertung aus Sicht der Arbeitnehmer

d. Stellungnahme

V. Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Anwendung ökonomischer Effizienzmaßstäbe auf das Kapitalgesellschaftsrecht sinnvoll und geboten ist, um eine effiziente Gestaltung des europäischen Gesellschaftsrechts zu erreichen. Dabei wird analysiert, ob ein Wettbewerb der Gesellschaftsformen oder eine vollständige europäische Harmonisierung zu effizienteren Ergebnissen führt, wobei insbesondere die deutsche GmbH/UG und die englische Limited gegenübergestellt werden.

  • Analyse der ökonomischen Effizienz als Rechtsprinzip im Gesellschaftsrecht.
  • Untersuchung der EuGH-Rechtsprechung und deren Einfluss auf den Wettbewerb der Rechtsordnungen.
  • Bewertung der Auswirkungen auf Gesellschafter, Gläubiger und Arbeitnehmer.
  • Diskussion über die Notwendigkeit und Gestaltung einer supranationalen europäischen Gesellschaftsform.

Auszug aus dem Buch

i. Ökonomische Grundlagen der Unternehmung

Entscheidend dafür ist zunächst, welche ökonomischen Gründe der Entwicklung von Unternehmungen (firms) zu Grunde liegen. Unter Berücksichtigung der bisherigen Ausführungen wäre es eigentlich nur folgerichtig anzunehmen, dass die Koordination aller wirtschaftlichen Aktivitäten über Märkte effizienter wäre, um im Ergebnis jeweils das perfekte Gleichgewicht und Ressourcenallokation zu erreichen (im Folgenden „Modellannahme“). In Unternehmen wird aber gerade nicht jede Transaktion über den Markt abgewickelt. Demnach stellt sich die Frage, warum es überhaupt Unternehmungen gibt.

Als Grund für die von der Modellannahme abweichende Realität, d.h. die Existenz von Unternehmen, identifizierte Ronald Coase die mit der Nutzung des Marktes und des Preismechanismus verbundenen Transaktionskosten (Coase Theorem). Transaktionskosten sind bei Verträgen die Kosten der Information, der Verhandlung, der Vertragsgestaltung, der Abwicklung, der Kontrolle von Erfüllungspflichten und die Kosten einer Vertragsanpassung, also alle Kosten im Zusammenhang mit der Anbahnung, Abschluss, Überwachung und Durchsetzung von Verträgen. Transaktionen sind jede Art von Veränderungen der Verfügungs-, Verwertungs- und Nutzungsrechte (property rights). Nur wo die Transaktionskosten ausreichend niedrig sind, kommt es zu optimalen Allokation der knappen Ressourcen. Suboptimale Allokation, d.h. verbleibende externe Effekte, sind auf prohibitiv hohe Transaktionskosten zurückzuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung legt dar, dass die Anwendung des Maßstabes ökonomischer Effizienz auf das Gesellschaftsrecht geboten ist und skizziert den Aufbau der Untersuchung entlang ökonomischer und rechtlicher Analysen.

II. Das Leitbild ökonomischer Effizienz im Gesellschaftsrecht: Hier werden ökonomische Grundlagen wie der homo oeconomicus und das Pareto- sowie Kaldor/Hicks-Kriterium eingeführt, um den methodischen Rahmen für die spätere Bewertung von Rechtsnormen zu setzen.

III. Die Entwicklung des Gesellschaftsrechts in Europa: Dieses Kapitel zeichnet die europäische Integration im Gesellschaftsrecht nach, unter besonderer Berücksichtigung der richtungsweisenden EuGH-Rechtsprechung (u.a. Centros, Inspire Art) und deren Auswirkungen auf den deutschen Gesetzgeber.

IV. Analyse und Bewertung anhand des Maßstabes ökonomischer Effizienz: Hier erfolgt die eigentliche ökonomische Analyse des Wettbewerbs der Gesellschaftsformen, differenziert nach den Interessen von Gesellschaftern, Gläubigern und Arbeitnehmern.

V. Ergebnis: Das Fazit bestätigt die Eignung ökonomischer Modelle zur Bewertung des Gesellschaftsrechts und plädiert für eine supranationale europäische Gesellschaftsform im Wettbewerb.

Schlüsselwörter

Ökonomische Effizienz, Gesellschaftsrecht, Wettbewerb der Rechtsordnungen, Kapitalgesellschaft, Transaktionskosten, EuGH-Rechtsprechung, Niederlassungsfreiheit, GmbH, Limited, UG, Harmonisierung, Principal-Agent-Theorie, Arbeitnehmermitbestimmung, Wohlfahrtsökonomik, Kaldor/Hicks-Kriterium.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern der Maßstab ökonomischer Effizienz auf das Kapitalgesellschaftsrecht angewendet werden kann und sollte, um das europäische Gesellschaftsrecht optimal zu gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die ökonomische Analyse des Rechts, die europäische Integration durch EuGH-Urteile, der Wettbewerb zwischen verschiedenen Gesellschaftsformen wie der GmbH und der Ltd. sowie die Interessenabwägung von Stakeholdern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass ein durch den EuGH initiierter Wettbewerb der Gesellschaftsformen effizientere Ergebnisse liefert als eine starre, vollkommene europäische Harmonisierung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die ökonomische Analyse des Rechts (Law and Economics), insbesondere unter Anwendung des Kaldor/Hicks-Kriteriums zur Bewertung von Rechtsnormen und gesellschaftsrechtlichen Entwicklungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Ökonomik im Recht, die Historie der europäischen Integration, die praktische Entwicklung des Wettbewerbs zwischen nationalen Gesellschaftsformen in Deutschland sowie die spezifische Bewertung aus Sicht der Gesellschafter, Gläubiger und Arbeitnehmer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Effizienz, Kapitalgesellschaftsrecht, Wettbewerb, Transaktionskosten und europäische Integration charakterisieren.

Warum wurde die englische Limited für deutsche Gründer attraktiv?

Die Limited ermöglichte Gründungen ohne Mindeststammkapital und mit geringerem administrativen Aufwand im Vergleich zur damaligen deutschen GmbH, was sie für viele Gründer effizienter machte.

Welche Bedeutung kommt der Arbeitnehmermitbestimmung im Wettbewerb zu?

Die Mitbestimmung wird als Kostenfaktor auf der Kosten-Nutzen-Liste eines Unternehmers betrachtet; daher versuchen Unternehmen teilweise durch Rechtsformwahl dieser Verpflichtung zu entgehen, wobei die Arbeit eine Auffangregelung vorschlägt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des EuGH?

Die Autorin sieht den EuGH als essenziellen "Motor der Integration", der durch seine Rechtsprechung erst den Wettbewerb zwischen den nationalen Gesellschaftsformen und damit den Reformdruck auf die Gesetzgeber ermöglicht hat.

Was wird für die Zukunft des europäischen Gesellschaftsrechts empfohlen?

Es wird empfohlen, einen europäischen Wettbewerb unter Beibehaltung nationaler Standards zu fördern und zusätzlich eine supranationale private Kapitalgesellschaftsform zu etablieren, um sowohl Effizienz zu steigern als auch die europäische Identität zu stärken.

Final del extracto de 42 páginas  - subir

Detalles

Título
Effizienz als Rechtsprinzip vor dem Hintergrund des Wettbewerbs europäischer Gesellschaftsformen am Beispiel der englischen Limited und der deutschen GmbH
Universidad
University of Cologne
Calificación
17
Autor
Lea Larissa Faltmann (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
42
No. de catálogo
V448533
ISBN (Ebook)
9783668829770
ISBN (Libro)
9783668829787
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rechtsökonomik; Gesellschaftsrecht; Rechtsvergleichung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lea Larissa Faltmann (Autor), 2016, Effizienz als Rechtsprinzip vor dem Hintergrund des Wettbewerbs europäischer Gesellschaftsformen am Beispiel der englischen Limited und der deutschen GmbH, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448533
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