Der Klimawandel, insbesondere der menschengemachte Klimawandel, ist ein Thema, welches in unserer Gesellschaft bereits seit Jahren präsent ist und vor allem seit Mitte der 2000er Jahre immer wieder heftig diskutiert wird. Nicht nur an Stammtischen wird das Thema in ganz Deutschland gerne zur Sprache gebracht und über Maßnahmen, sowie Konsequenzen gestritten. Immer häufiger werden große Klimagipfel auf der politischen Weltbühne abgehalten und Abkommen ausgehandelt. Mit der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ sitzt eine politische Gruppe im deutschen Bundestag, die den Umweltschutz und den Kampf gegen den Klimawandel, als eines ihrer Hauptziele angeben, während beispielsweise die Bundestagsabgeordneten der „Alternative für Deutschland“ eine strikte Gegenposition vertreten, was die Uneinigkeit in diesem Themenkomplex nicht nur in der Politik, sondern auch in der Gesellschaft deutlich macht.
Allen voran ist das Klima und der Klimawandel aber ein Thema der Wissenschaft und ein wichtige Rolle in der Wissenschaftskommunikation, welche wissenschaftliche Erkenntnisse der Allgemeinheit näherbringen und zum Diskurs anregen soll und somit die Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft darstellt, spielen Medien in unterschiedlichen Bereichen. Sowohl alteingesessene Medienformen, wie Print und TV, aber auch neuere Vertreter wie beispielsweise YouTube tragen zur Berichterstattung über den Klimawandel bei. Vor allem subjektive Beiträge, wie Kommentare und Leserbriefe in Zeitungen, Talkshows im Fernsehen oder eigene Stellungnahmen auf YouTube spiegeln persönliche Meinungen wider und beeinflussen somit auch in gewissem Maße die Meinung ihrer Leser, beziehungsweise Zuschauer.
Da ich das Thema Klimawandel an sich sehr bedeutsam und die Darstellung und Kommunikation darüber interessant finde und zudem der Bereich Wissenschaftskommunikation einen wichtigen Teilaspekt von Wissenschaftsverständnis darstellt, möchte ich nun im Folgenden die Unterschiede und Merkmale der Berichterstattung über diesen Themenkomplex in verschiedenen Medien untersuchen, sowie die vorherrschenden Meinungen in der Gesellschaft darstellen und analysieren.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Präsenz des Themas „Klimawandel“ in den Medien
3.1 Allgemeiner Einfluss von Medien bei der Meinungsbildung
3.2 Print-Medien
3.3 Fernsehen
3.4 Internetmedien am Beispiel YouTube
4. Vorherrschende Meinungen in der Gesellschaft
4.1 „Alarmisten“ gegen „Leugner“
4.2 Stärkerer Persönlichkeitsbezug durch „Näherkommen“ des Klimawandels
4.3 Abwägung der Konsequenzen
4.4 Übersättigung des Themas
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Medienformen auf die öffentliche Meinungsbildung zum Klimawandel. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie Printmedien, Fernsehen und YouTube wissenschaftliche Erkenntnisse vermitteln und welche Rolle diese Medien bei der Konstruktion gesellschaftlicher Debatten und Meinungen spielen.
- Vergleich der medialen Berichterstattung zwischen klassischen und modernen Medien.
- Analyse der Rolle von „Meinungsführern“ und gesellschaftlichen Debatten (Alarmisten vs. Leugner).
- Untersuchung des Persönlichkeitsbezugs und dessen Einfluss auf die Handlungsbereitschaft.
- Diskussion über Themenverdrossenheit und Übersättigungseffekte in der öffentlichen Wahrnehmung.
- Evaluation des Beitrags der Wissenschaftskommunikation zum gesellschaftlichen Wissenschaftsverständnis.
Auszug aus dem Buch
3.4 Internetmedien am Beispiel YouTube
Das Medium YouTube, als Vertreter der modernen Internetmedien, hebt sich von den zuvor besprochenen klassischen Medien Print und Fernsehen besonders dadurch ab, dass es einen weitaus geringeren Gate-Keeping-Effekt gibt, also das Filtern und Aussortieren von Informationen, die die Öffentlichkeit letztlich erreichen, durch die Medien. Diese geringere Kontrolle durch die Videoplattform selbst hat zur Folge, dass auf YouTube, im Gegensatz zum TV und in Zeitschriften, häufig Extrempositionen zu finden sind, die zum Thema Klimawandel vertreten werden, wobei Anti-Mainstream Positionen einen vergleichsweise großen Raum einnehmen (Tereick, 2016).
Eine weitere Besonderheit, die YouTube als Internetmedium von den klassischen Medien abgrenzt, ist der hohe Grad an Partizipation, der durch die Möglichkeit, Kommentare unter jedem Video zu verfassen, gegeben wird. Dadurch können die Mediennutzer aktiv am Diskurs teilnehmen und auf die Inhalte des jeweiligen Videos eingehen. Die Kommunikation auf dieser Plattform läuft also weniger einseitig vom Produzenten zum Konsumenten ab, so wie es im Fernsehen und in Print-Medien der Fall ist, sondern es kann sich eine ausgeglichene Diskussion etablieren (Tereick, 2016). Dies in Kombination mit der Möglichkeit, auch unpopuläre Positionen zu veröffentlichen, führt dazu, dass diese Ansichten nicht einfach getrennt voneinander hochgeladen werden, sondern dass die Vertreter der jeweiligen Positionen aktiv versuchen, ihre Meinung durchzusetzen (Tereick, 2011).
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz des Klimawandels in der gesellschaftlichen Debatte und definiert die Rolle der Medien bei der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse.
3. Präsenz des Themas „Klimawandel“ in den Medien: Dieses Kapitel analysiert den Einfluss von Printmedien, Fernsehen und YouTube auf die Meinungsbildung und deren spezifische mediale Eigenschaften.
4. Vorherrschende Meinungen in der Gesellschaft: Hier werden die gegensätzlichen Positionen, wie Klimaschützer und Klimaskeptiker, sowie Phänomene wie Themenverdrossenheit und die Politisierung des Klimawandels beleuchtet.
5. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die meinungsbeeinflussende Macht der Medien sowie die Bedeutung der Kommunikation für das Wissenschaftsverständnis.
Schlüsselwörter
Klimawandel, Wissenschaftskommunikation, Massenmedien, Meinungsbildung, Printmedien, Fernsehen, YouTube, Klimaskeptiker, Klimaschützer, Themenverdrossenheit, Gate-Keeping, Partizipation, Umweltbewusstsein, öffentliche Debatte, anthropogener Klimawandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie unterschiedliche Medienformen wie Zeitungen, Fernsehen und YouTube das öffentliche Meinungsbild zum Klimawandel beeinflussen und prägen.
Welche Medien werden als zentrale Untersuchungsobjekte herangezogen?
Untersucht werden klassische Printmedien, das Fernsehen als Leitmedium sowie die Internetplattform YouTube als modernes, partizipatorisches Medium.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Unterschiede in der Berichterstattung dieser Medien aufzuzeigen und zu verstehen, wie sie zur Meinungsbildung und zum gesellschaftlichen Diskurs beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturrecherche zu den Themen Medienwirkung, Wissenschaftskommunikation und Diskurslinguistik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit dem Einfluss von Medien, den auftretenden Positionen wie „Alarmisten“ und „Leugnern“, dem Persönlichkeitsbezug des Themas sowie Phänomenen wie der Themenübersättigung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Klimawandel, Wissenschaftskommunikation, Massenmedien, Diskurs und Meinungsbildung aus.
Welche Rolle spielt die YouTube-Kommentarfunktion für den Diskurs?
Die Kommentarfunktion ermöglicht eine aktive Partizipation der Nutzer, was den Diskurs auf YouTube deutlich aggressiver und vielseitiger gestaltet als in klassischen, einseitig gerichteten Medien.
Wie unterscheiden sich Fernsehen und YouTube bei der Darstellung von Verantwortung?
Während das Fernsehen oft Politik und Industrie in die Pflicht nimmt und mit Katastrophenbildern arbeitet, adressieren manche Beiträge auf YouTube oder NGOs stärker die individuelle Verantwortung der Konsumenten.
- Citation du texte
- Gabriel Ratschmann (Auteur), 2018, Wie beeinflussen Medien die Meinung der Allgemeinheit über den Klimawandel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448555