Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss des Massenmediums Internet auf die Religiosität. Bei der Interaktion mit der Generation Y wird dargestellt, warum das Internet die Digital Natives und Digital Immigrants in Bezug auf ihre Religiosität unterschiedlich beeinflusst und wie sich die ausgeübten Folgen der Religiosität entwickeln. Die interdisziplinäre theoretische Basis fußt dabei unter anderem auf der religionssoziologischen Säkularisierungstheorie, die mit einer Variable zur traditionellen Ausrichtung in ihren Annahmen überprüft wird. Bei zunehmender Internetnutzung kann neben einer abnehmenden Religiosität, ebenfalls eine sinkende Ausübung der religiösen Folgen, anhand des Beispiels der Demut, bilanziert werden. Unterschiede zwischen den Digital Immigrants und den Digital Natives sind erkennbar, jedoch zeichnen sich im zentralen Bereich der Beziehung zwischen dem Internet und der Religiosität keine signifikanten Tendenzen ab. Fragen rund um die sozialwissenschaftlichen Untersuchungen des Themenfeldes werden kritisch diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Säkularisierungstheorie und Uses-and-Gratifications-Ansatz
2.2 Religiöse Medientheorie
2.3 Generation Y und das Massenmedium Internet
3. Datenbeschreibung
3.1 Datenquelle
3.2 Operationalisierung
3.3 Methoden
4. Ergebnisse
4.1 Deskriptive Ergebnisse
4.2 Multivariate Ergebnisse
5. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss des Massenmediums Internet auf die Religiosität, insbesondere bei der Generation Y. Das zentrale Ziel besteht darin, zu klären, ob die Internetnutzung zu einer Säkularisierung führt oder religiöse Praktiken und Folgen der Religion durch digitale Angebote differenziert und transformiert werden.
- Zusammenhang zwischen Internetnutzung und individueller Religiosität
- Vergleich zwischen Digital Natives (Generation Y) und Digital Immigrants
- Einfluss von Medien auf die Ausübung religiöser Folgen am Beispiel der Demut
- Überprüfung der Säkularisierungstheorie gegenüber dem Uses-and-Gratifications-Ansatz
- Analyse auf Makroebene unter Verwendung des European Social Survey (ESS)
Auszug aus dem Buch
2.3 Generation Y und das Massenmedium Internet
„Für euch bedeuten digitale Medien Arbeit. Für uns bedeuten sie Leben.“ (Riederle 2013: 95)
Nach vielen kontroversen Diskussionen in der Populärliteratur hat der Begriff der Generation Y auch in wissenschaftlichen Untersuchungen Einzug erhalten. Definiert wird diese Kohorte oftmals anhand der Geburtsjahrgänge 1980 bis 1995, welche jedoch noch nicht einheitlich über alle Autoren hinweg festgelegt wurden. Ein Synonym ist der Begriff der Digital Natives (z.B. Prensky 2001), da diese in der Zeit des Umbruchs durch die Digitale Revolution aufgewachsen sind und ihnen deshalb ein intuitiver Umgang mit technologischen Geräten nachgesagt wird. Dieser Begriff wird auch im Folgenden als Abgrenzung gebraucht. Allgemein erfolgt die in der Einleitung erwähnte Orientierung bei der Generationen-Einteilung an der des HICM (Hamburg Institute of Change Management), welches bereits diverse Forschungsbeiträge zu dem Thema Generationen-Management publiziert hat (vgl. HICM 2013: 5).
Durch die Digitale Revolution stieg die Bedeutung des Internets. Auch in der vorliegenden Arbeit soll das Internet aufgrund der hohen Wichtigkeit in der Generation Y als beispielhaftes Massenmedium den Untersuchungsgegenstand darstellen. Außerdem erfolgte die Entscheidung für das Social Web aus zwei weiteren Gründen: Zunächst deckt es eine größere Relevanz als die anderen Massenmedien ab, da quantitativ über diesen Kanal ein Vielfaches an Informationen im Vergleich zu den sehr beschränkten Ressourcen anderer Medien bereitgestellt wird. Hjarvard (2006) spricht in diesem Zusammenhang von einem „globalere[n] […] und multidimensionale[n] Kommunikationsmuster“ (Hjarvard 2006: 4). Außerdem zeigen die Nutzer einen aktiven Handlungsvorgang, der sie vergleichsweise gezielt an für sie interessante Informationen bringen kann. Schließlich bietet das World Wide Web mit seiner kommunikativen Ausrichtung die Möglichkeit, mit anderen Nutzern, durch beispielsweise soziale Netzwerke oder Diskussionsforen, in Interaktion zu treten. Dies stellt eine Möglichkeit dar, der Gemeinschaft als soziale Dimensionen der Religion, nachzugehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Massenmedien wie das Internet Religiosität verstärken oder reduzieren, und begründet die Relevanz der Untersuchung für die Generation Y.
2. Theorie: Dieses Kapitel verknüpft die Säkularisierungstheorie, den Uses-and-Gratifications-Ansatz und die Religiöse Medientheorie, um theoretische Hypothesen für die empirische Analyse abzuleiten.
3. Datenbeschreibung: Hier werden die Datenquelle (European Social Survey), die Operationalisierung der Variablen sowie die gewählte Methode der multiplen linearen Regression dargelegt.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert sowohl die deskriptiven Häufigkeitsverteilungen als auch die multivariaten Regressionsmodelle, welche den Zusammenhang zwischen Internetnutzung und Religiosität prüfen.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch eingeordnet, mit der bestehenden Forschung abgeglichen und Implikationen für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen diskutiert.
Schlüsselwörter
Generation Y, Digital Natives, Digital Immigrants, Religiosität, Internetnutzung, Säkularisierungstheorie, Massenmedien, Uses-and-Gratifications-Ansatz, Demut, Religiöse Medientheorie, Social Web, European Social Survey, multivariate Regression, soziale Interaktion, Religionssoziologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Internets als Massenmedium auf die Religiosität und insbesondere die Frage, ob eine hohe Internetnutzung zu einer Abnahme religiöser Einstellungen führt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit befasst sich mit der Religionssoziologie, der Medienwirkung, der Technikaffinität der Generation Y sowie der empirischen Überprüfung klassischer Säkularisierungsthesen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu klären, ob Massenmedien die Religiosität reduzieren oder durch neue digitale Kommunikationsmuster eine Ausdifferenzierung und Transformation religiöser Lebensweisen vorantreiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird eine quantitative Analyse auf Basis des European Social Survey (ESS) durchgeführt, wobei multiple lineare Regressionsmodelle zur Auswertung der Zusammenhänge genutzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Zusammenhänge, eine detaillierte Beschreibung der verwendeten Datensätze und Variablen sowie die statistische Auswertung und Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Generation Y, Digital Natives, Religiosität, Säkularisierung und Internetnutzung.
Bestätigen die Daten die Säkularisierungstheorie?
Die Ergebnisse zeigen tendenziell eine sinkende Religiosität bei steigender Internetnutzung, was die Annahmen der Säkularisierungstheorie untermauert, während der Uses-and-Gratifications-Ansatz weniger bestätigt wird.
Gibt es signifikante Unterschiede zwischen Digital Natives und Digital Immigrants?
Die Studie identifiziert Unterschiede zwischen den Kohorten, wobei Digital Natives im Durchschnitt eine geringere Religiosität als Digital Immigrants aufweisen, jedoch die spezifischen Interaktionseffekte komplex ausfallen.
- Citation du texte
- Markus Deuschle (Auteur), 2015, Religion in Zeiten der Generation Y. Fortschreitende Säkularisierung oder Ausdifferenzierung durch das Social Web?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448607