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Die Luhmann’sche Theorie beobachtender Systeme und die Konsequenzen für die soziologische Betrachtung von Gesellschaft

Título: Die Luhmann’sche Theorie beobachtender Systeme und die Konsequenzen für die soziologische Betrachtung von Gesellschaft

Trabajo de Seminario , 2016 , 24 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Nico Schmock (Autor)

Sociología - Individuo, grupos, sociedad
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Niklas Luhmanns Soziologie kann zweifellos als einer der innovativsten und zugleich „fremdesten“ Beiträge zur neueren soziologischen Theoriediskussion betrachtet werden. Noch heute gilt seine Systemtheorie als unkonventionell, da sie sich in radikaler Weise den grundsätzlichen Prämissen für das soziologische Erkenntnisprogramm entzieht. In der Sichtweise des Bielefelder Soziologen müsse sich die soziologische Forschung endgültig von den Theorieansätzen subjektphilosophischer Tradition lösen, wonach „daß erkennende Subjekt und das erkannte Objekt sich unterscheiden und trennen lassen“. Die soziologische Forschung hätte daraus die Konsequenz zu ziehen, dass sie das Subjekt nicht als konstituierendes Element der Gesellschaft betrachtet, sondern als ihr Produkt. Daran schließt sich die Frage an, wie eine Beschreibung der modernen Gesellschaft möglich ist und wie sich soziale Gegenwartzusammenhänge überhaupt betrachten lassen, wenn dem Soziologen nicht die Möglichkeit objektiver Erkenntnis eingeräumt werden kann.

Genau an dieser Grundproblematik möchte diese Hausarbeit anknüpfen. Ziel ist es, die erkenntnistheoretische Position des systemtheoretischen Paradigmas Luhmanns zu beleuchten und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Soziologie aufzuzeigen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenschaftstheoretische Wurzeln und konstruktivistische Aspekte der Systemtheorie Luhmanns

2.1. Die Grundideen des Radikalen Konstruktivismus

2.2 Die Theorie lebendiger Systeme

2.3 Die Erkenntnistheorie Maturanas

3. Niklas Luhmann und der Konstruktivismus

4. Theorie erkennender Systeme

4.1 Das Beobachterkonzept der Systemtheorie Luhmanns

4.2 Der „Operative Konstruktivismus“

4.3 Beobachten, Unterscheiden, Bezeichnen und der „blinde Fleck“

4.4 Die Beobachtungsabhängigkeit von Realität

4.5 Bewusstsein oder gesellschaftliche Kommunikation?

5. Wie ist eine soziologische Betrachtung der Gesellschaft im Sinne Luhmanns möglich?

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die erkenntnistheoretische Position des systemtheoretischen Paradigmas von Niklas Luhmann zu analysieren und die Konsequenzen zu erörtern, die sich aus dieser Perspektive für die soziologische Forschung ergeben. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich das Verständnis von Gesellschaft verändert, wenn diese nicht mehr durch handelnde Subjekte, sondern durch operative soziale Systeme erklärt wird.

  • Wissenschaftstheoretische Fundierung des Konstruktivismus
  • Die Theorie lebendiger Systeme nach Maturana
  • Luhmanns Beobachterkonzept und der Operative Konstruktivismus
  • Die Rolle der sozialen Kommunikation für gesellschaftliches Wissen
  • Neuausrichtung der Soziologie durch den Übergang von Was- zu Wie-Fragen

Auszug aus dem Buch

4.2 Der „Operative Konstruktivismus“

Luhmann stellt eine synthetische Verbindung zwischen Konstruktivismus und Systemtheorie her. Dabei nimmt er die Grundannahmen des radikalen Konstruktivismus auf, formt jedoch einen eigenen, den sogenannten operativen bzw. systemtheoretischen Konstruktivismus, indem er die Unterscheidung von Erkenntnis und Gegenstand zugunsten der Unterscheidung System und Umwelt auswechselt. Somit ist es nicht das erkennende Subjekt, welches beobachtet, sondern eben ein System: „Aus dem Subjekt im traditionellen Sinne wird [...] ein empirisch beobachtbares, operativ geschlossenes selbstreferentielles System, und aus dem Objekt im traditionellen Sinne wird die vom System selbst ausgegrenzte bzw. konstituierte Umwelt des Systems.“

Wie der radikale will auch der operative Konstruktivismus nicht bestreiten, dass es eine Außenwelt im ontologischen Sinne gibt, auch eine Realität und eine Umwelt des Systems existiert, aber diese sind eben im systemtheoretischen Sinne unerreichbar und daher nicht direkt dem erkennenden System zugänglich. Hierzu Luhmann: „Das heißt nicht, daß die Realität geleugnet würde, denn sonst gäbe es nichts, was operieren, nichts, was beobachten, und nichts was man mit Unterscheidungen greifen könnte. Bestritten wird nur die erkenntnistheoretische Relevanz einer ontologischen Darstellung der Realität. Wenn ein erkennendes System keinerlei Zugang zu seiner Außenwelt gewinnen kann, können wir deren Existenz bestreiten, aber ebensogut und mit mehr Plausibilität daran festhalten, daß die Außenwelt so ist, wie sie ist.“ Die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis wird demnach substituiert durch die Operation des Beobachtens, die im Anlegen von Unterscheidungen besteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein, Luhmanns Systemtheorie kritisch von der traditionellen Subjektphilosophie abzugrenzen und die erkenntnistheoretischen Konsequenzen für die Soziologie zu skizzieren.

2. Wissenschaftstheoretische Wurzeln und konstruktivistische Aspekte der Systemtheorie Luhmanns: Dieses Kapitel verortet Luhmanns theoretische Arbeit in einem interdisziplinären Kontext und führt in die konstruktivistischen Grundannahmen ein, die seine Systemtheorie präformiert haben.

2.1. Die Grundideen des Radikalen Konstruktivismus: Hier werden die Kernthesen des radikalen Konstruktivismus erläutert, insbesondere die Abkehr von der Vorstellung eines objektiven Realitätszugangs und der Fokus auf die Konstruktion von Wirklichkeit.

2.2 Die Theorie lebendiger Systeme: Dieser Abschnitt behandelt die Bedeutung der Biologie der Kognition nach Maturana, speziell den zentralen Begriff der Autopoiesis lebender Systeme.

2.3 Die Erkenntnistheorie Maturanas: Hier wird der biologische Unterbau der Erkenntnistheorie diskutiert, insbesondere die Autonomie lebender Systeme in ihrer internen Operation und Informationsverarbeitung.

3. Niklas Luhmann und der Konstruktivismus: Dieses Kapitel analysiert das ambivalente Verhältnis Luhmanns zum konstruktivistischen Mainstream und seine Integration dieser Ansätze in seine eigene systemtheoretische Architektur.

4. Theorie erkennender Systeme: Hier wird das Kernstück der Luhmannschen Erkenntnistheorie entfaltet, das sich primär auf das Beobachterkonzept stützt.

4.1 Das Beobachterkonzept der Systemtheorie Luhmanns: Es wird dargestellt, warum Luhmann an den Erkenntnissen der Kognitionswissenschaften anknüpft und diese für soziale Systeme weiterentwickelt.

4.2 Der „Operative Konstruktivismus“: Das Kapitel erläutert, wie Luhmann die Unterscheidung von Erkenntnis und Gegenstand durch die System-Umwelt-Differenz ersetzt und so das erkennende Subjekt durch das System ablöst.

4.3 Beobachten, Unterscheiden, Bezeichnen und der „blinde Fleck“: Dieser Abschnitt präzisiert Luhmanns Beobachtungstheorie anhand der triadischen Struktur von Beobachten, Unterscheiden und Bezeichnen sowie der Paradoxie des blinden Flecks.

4.4 Die Beobachtungsabhängigkeit von Realität: Hier wird die Abkehr von einer objektiven Realität hin zu einer beobachterabhängigen Realität unter Einbeziehung der sozialen Komponente dargelegt.

4.5 Bewusstsein oder gesellschaftliche Kommunikation? Das Kapitel diskutiert die systemtheoretische Position, wonach Erkenntnis primär als Produkt des gesellschaftlichen Kommunikationssystems und nicht des individuellen Bewusstseins zu verstehen ist.

5. Wie ist eine soziologische Betrachtung der Gesellschaft im Sinne Luhmanns möglich?: Hier werden die Konsequenzen für die empirische Sozialforschung diskutiert, insbesondere die methodische Umstellung von Was-Fragen auf Wie-Fragen.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Argumente der Arbeit zusammen und verdeutlicht, dass eine systemtheoretische Soziologie Kommunikation als primären Gegenstand beobachten muss, statt soziale Tatsachen ontologisch vorauszusetzen.

Schlüsselwörter

Niklas Luhmann, Systemtheorie, Konstruktivismus, Radikaler Konstruktivismus, Autopoiesis, Humberto Maturana, Beobachterkonzept, Beobachtung zweiter Ordnung, Soziale Kommunikation, Realitätskonstruktion, Erkenntnistheorie, System-Umwelt-Differenz, Soziologische Theorie, Operativer Konstruktivismus, Selbstreferenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der erkenntnistheoretischen Fundierung der Systemtheorie von Niklas Luhmann und deren konstruktivistischen Wurzeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören der Radikale Konstruktivismus, die Theorie autopoietischer Systeme nach Maturana, das systemtheoretische Beobachterkonzept sowie die Rolle gesellschaftlicher Kommunikation bei der Wissensbildung.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, die erkenntnistheoretische Position Luhmanns zu beleuchten und aufzuzeigen, wie sich dadurch das Verständnis soziologischer Forschung und der Beschreibung moderner Gesellschaft verändert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretisch-analytischen Ansatz, der Luhmanns Systemtheorie mittels einer differenztheoretischen Perspektive untersucht und von klassischen essentialistischen Ansätzen abgrenzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die wissenschaftstheoretischen Grundlagen, das Beobachterkonzept, den operativen Konstruktivismus sowie die Differenz zwischen Bewusstsein und gesellschaftlicher Kommunikation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Systemtheorie, Autopoiesis, Konstruktivismus, Beobachtung zweiter Ordnung und soziale Kommunikation.

Warum lehnt Luhmann die klassische Erkenntnistheorie ab?

Luhmann lehnt sie ab, da sie auf einem als veraltet angesehenen 'Realismus' basiert, der ein erkennendes Subjekt und ein erkennbares Objekt trennt, was seiner systemtheoretischen Sichtweise widerspricht.

Was bedeutet der Wechsel von „Was-Fragen“ zu „Wie-Fragen“?

Es bedeutet, dass die Soziologie nicht mehr nach dem "Was" (dem sozialen Sinn einer Handlung) fragen soll, sondern untersuchen muss, "wie" in der Kommunikation Beobachtungen und Unterscheidungen vorgenommen werden.

Was ist mit dem „blinden Fleck“ gemeint?

Jede Beobachtung nutzt eine spezifische Unterscheidung und kann daher ihre eigene Identität oder die Voraussetzungen dieser Unterscheidung nicht selbst reflektieren; dieser Bereich, der unsichtbar bleibt, ist der blinde Fleck.

Warum ist Bewusstsein für Luhmann kein Subjekt der Gesellschaft?

Weil Erkenntnis für Luhmann ein Produkt des Kommunikationssystems ist, in dem Bewusstsein lediglich als notwendige Umweltbedingung teilhat, aber nicht als organisierendes Element der Gesellschaft fungiert.

Final del extracto de 24 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Luhmann’sche Theorie beobachtender Systeme und die Konsequenzen für die soziologische Betrachtung von Gesellschaft
Universidad
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaften)
Curso
Soziologische Theorie
Calificación
1,0
Autor
Nico Schmock (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
24
No. de catálogo
V448787
ISBN (Ebook)
9783668847484
ISBN (Libro)
9783668847491
Idioma
Alemán
Etiqueta
luhmann’sche theorie systeme konsequenzen betrachtung gesellschaft Luhmann Systemtheorie Konstruktivismus Niklas Luhmann Erkenntnistheorie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nico Schmock (Autor), 2016, Die Luhmann’sche Theorie beobachtender Systeme und die Konsequenzen für die soziologische Betrachtung von Gesellschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448787
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