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Tourismus und kulturelle Identität - Diskussion über den Einfluss des Tourismus auf die kulturelle Identität der Maori, Taíno und Schweizer

Title: Tourismus und kulturelle Identität - Diskussion über den Einfluss des Tourismus auf die kulturelle Identität der Maori, Taíno und Schweizer

Seminar Paper , 2005 , 38 Pages , Grade: 5.75

Autor:in: Carmen Koch (Author), Martina Trütsch (Author), Maura Zerboni (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Diese Seminararbeit entstand im Rahmen des Seminars ‹Staaten und Ethnien› bei Eva Keller im Wintersemester 2004/2005. Durch die Diskussion um die Herausbildung und Veränderung von kultureller Identität, ergab sich für uns die Fragestellung, wie der Tourismus diesen Prozess beeinflusst.
Ob in Indien oder Peru, ob in Bali oder im Wallis, der Tourismus verändert das Leben und die Menschen in den Tourismusdestinationen. Er verformt die Kultur und das Brauchtum und aus gelebter Volkskultur entsteht durch kommerzielle Vermarktung ‹Folklorismus›. Kein Tourismus bleibt also ohne kulturelle Folgen in der Zielregion und je intensiver der Kontakt, desto stärker werden traditionelle Wertsysteme verformt. Die zunehmende Globalisierung fördert den Tourismus und dadurch rücken die Eigenarten der Regionen und ihre kulturellen Identitäten vermehrt in den Blickpunkt des Interessens. Im Hinblick auf die kulturelle Identität gibt es gegenwärtig zwei Tendenzen: Die eine geht in die Richtung einer Homogenisierung (also einer Vereinheitlichung und Angleichung der Kulturen) und die andere weist gegenläufig in eine Heterogenisierung (neue Betonung nationaler und regionaler Eigenart). Mit der Stärkung der letzteren Tendenz steigt in vielen Ländern die Besorgnis, durch verschiedene international geprägte Erscheinungen von der Einheitskultur auch gegen ihren Willen überrollt zu werden. Dies vor allem im Bereich der weltweit operierenden Wirtschaftskonzerne, durch vereinheitlichte Erziehungssysteme, durch die Medien unddurch den internationalen Tourismus.Letzterem kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu, da er erstens inzwischen einer der weltweit bedeutendsten Wirtschaftszweige ist und da er zweitens durch die persönliche Anwesenheit der Träger einer anderen Kultur für die Kultur der Tourismusgebiete als besonders gewichtiger Einflussfaktor gilt. Dieser Aspekt interessiert uns auch insbesondere in dieser Arbeit. Die folgenden Ausführungen dazu sind in zwei Teile gegliedert, wobei in einem ersten Teil das Thema theoretisch diskutiert wird. Es werden zuerst zentrale Arbeitsbegriffe vorgestellt und definiert, woraufhin kurz auf den Forschungsstand der Tourismusforschung eingegangen wird. Des Weiteren werden im Kapitel fünf die Hypothesen genauer erklärt, welche im Folgenden theoretisch beantwortet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

3. Einleitung

4. Arbeitsbegriffe

4.1 Tourismus

4.2 Kultur

4.3 Das «Vier-Kulturen-Schema»

4.4 Kulturelle Identität und Ethnizität

4.5 Tourismus und Authentizität

4.6 Globalisierung

5. Forschungsstand

5.1 Der Tourist

5.2 Beziehung Tourist-locals

5.3 Sozioökonomische und soziokulturelle Auswirkungen des Tourismus

6. Hypothesen

7. Methoden und Vorgehen

8. Theoretische Beantwortung

8.1 Authentizität

8.2 Sozioökonomische Auswirkungen

8.3 Soziokulturelle Auswirkungen

8.4 Homogenisierung vs. Heterogenisierung

8.5 Fazit über Hypothesen

9. Fallbeispiele

9.1 Maoris

9.2 Taíno

9.3 Schweiz

10. Vergleich und Hypothesentest

10.1 Anzeichen für Veränderung von kultureller Identität

10.2 Instrumentalisierung

10.3 Authentizität

11. Abschliessende Bemerkungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Tourismus auf die kulturelle Identität in verschiedenen Zielregionen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie Tourismus als globales Phänomen Prozesse der kulturellen Identitätsbildung, -veränderung und -instrumentalisierung in den Gemeinschaften der Maori, der Taíno und der Schweizer beeinflusst.

  • Theoretische Fundierung von Tourismus, Kultur und Identität
  • Analyse sozioökonomischer und soziokultureller Tourismuseffekte
  • Vergleichende Untersuchung der Fallbeispiele Neuseeland, Dominikanische Republik und Schweiz
  • Kritische Diskussion von Authentizitätsversprechen und Instrumentalisierung
  • Evaluation von Globalisierungsprozessen (Homogenisierung vs. Heterogenisierung)

Auszug aus dem Buch

4.3 Das «Vier-Kulturen-Schema»

Das «Vier-Kulturen-Schema», das Marion Thiem (1994:35-48) unter Bezugnahme auf Jafaris systemfunktionalem Ansatz entworfen hat (Jafari 1982), basiert auf dem interkulturellen Forschungsansatz und geht von der Interaktion zwischen der Kultur der Quellregion, der Ferienkultur, der Dienstleistungskultur und der Kultur der Zielregion aus. Während in der Literatur üblicherweise nur zwischen der Kultur von Reisenden und Bereisten unterschieden wird, strebt der Ansatz von Thiem nach einer stärkeren Differenzierung. Diese beruht vor allem darauf, dass der Tourismus weitere eigenständige Kulturen begründet.

Das «Vier-Kulturen-Schema» basiert demnach auf folgenden vier Elementen (Thiem 1994:40):

1. Die Kultur der Quellregion: Die Kultur der Quellregion umfasst das, was für alle Einwohner einer touristischen Entsenderegion typisch ist. ‹Idealtypisch› wird hier die moderne Industriegesellschaft angenommen mit den Merkmalen extremer Rationalisierung, Arbeitsteilung und Atomisierung des Lebenszusammenhanges.

2. Die Ferienkultur: Die Ferienkultur ist das, was für die Gesamtheit der direkt vom Tourismus Betroffenen aus einer industriegesellschaftlichen Entsenderegion typisch ist. Sie umfasst unter anderem den Lebensstil, den Touristen auf Reisen pflegen, sowie Reiseveranstalter, Reisebüros, touristische Werbung usw.

3. Die Dienstleistungskultur: Die Dienstleistungskultur ist das, was für die vom Tourismus Betroffenen in einer bestimmten Region (in ihrer Eigenschaft als Wirtschafts- und Erholungsraum) typisch ist. Sie umfasst den Lebensstil, den Einheimische in ihrer Rolle als Gastgeber praktizieren, sowie die in einer Region geschaffenen Einrichtungen für den Tourismus.

4. Die Kultur der Zielregion: Die Kultur der Zielregion ist das, was für alle Bewohner einer touristischen Empfangsregion (in ihrer Rolle als Lebens- und Wirtschaftsraum) typisch ist.

Zusammenfassung der Kapitel

3. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie der Tourismus als globaler Wirtschaftsfaktor die kulturelle Identität und die Lebensweise in verschiedenen Destinationen beeinflusst.

4. Arbeitsbegriffe: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen wie Tourismus, Kultur, kulturelle Identität, Authentizität und Globalisierung für den theoretischen Rahmen der Arbeit festgelegt.

5. Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über bestehende Studien zur Tourismusforschung, unterteilt in touristische Motivation, Interaktion zwischen Touristen und Einheimischen sowie Auswirkungen des Tourismus.

6. Hypothesen: Hier werden die zentralen Annahmen über den Einfluss des Tourismus auf Identität, Instrumentalisierung und das Bedürfnis nach Authentizität formuliert, die anschließend geprüft werden.

7. Methoden und Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert das deduktive Vorgehen der Arbeit, bei dem zentrale Begriffe, der Forschungsstand und die Hypothesen anhand der Fachliteratur diskutiert werden.

8. Theoretische Beantwortung: Hier erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit den sozioökonomischen und soziokulturellen Auswirkungen des Tourismus sowie der Diskussion über Homogenisierung und Authentizität.

9. Fallbeispiele: Dieses Kapitel präsentiert die drei gewählten Fallbeispiele der Maori, der Taíno und der Schweizer als spezifische Kontexte für die Auswirkungen des Tourismus.

10. Vergleich und Hypothesentest: Die Ergebnisse aus den Fallbeispielen werden hier zusammengeführt, um die anfänglichen Hypothesen zu prüfen und die Auswirkungen auf Identität, Instrumentalisierung und Authentizität zu vergleichen.

11. Abschliessende Bemerkungen und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Tourismus stets als Teil eines komplexen Globalisierungsprozesses zu verstehen.

Schlüsselwörter

Tourismus, Kulturelle Identität, Globalisierung, Authentizität, Instrumentalisierung, Maori, Taíno, Schweiz, Soziokulturelle Auswirkungen, Sozioökonomische Faktoren, Kultur, Volksgemeinschaft, Reisende, Gastgeber, Akkulturation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Einfluss des internationalen Tourismus auf die kulturelle Identität von Gemeinschaften in verschiedenen Teilen der Welt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Tourismusforschung, kulturelle Identitätsbildung, die Instrumentalisierung von Traditionen, die Suche nach Authentizität und die Auswirkungen der Globalisierung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie Tourismus die Identität und das Leben der Einheimischen beeinflusst und ob dabei eine passive Opferrolle oder eine aktive Gestaltung durch die Akteure vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Autoren haben ein deduktives Vorgehen gewählt, bei dem zentrale Begriffe und Hypothesen zunächst theoretisch diskutiert und anschließend anhand von drei Fallbeispielen in der Praxis geprüft wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Diskussion der Forschungsstände, eine detaillierte Auseinandersetzung mit drei Fallbeispielen (Maori, Taíno, Schweiz) sowie einen abschließenden Hypothesentest.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Tourismus, kulturelle Identität, Authentizität, Instrumentalisierung sowie das „Vier-Kulturen-Schema“.

Wie unterscheiden sich die Fallbeispiele in ihrer Wirkung auf die lokale Identität?

Während bei den Maori eine starke Rückbesinnung auf die Kultur durch den Tourismus zu beobachten ist, zeigen sich bei den Taíno eher Verdrängungs- und Stigmatisierungsprozesse, und bei den Schweizern eine langfristige Adaption des Tourismus an bestehende Strukturen.

Inwiefern spielt das „Vier-Kulturen-Schema“ eine Rolle für die Analyse?

Es dient als theoretisches Modell, um die komplexen Interaktionen zwischen der Kultur der Quellregion, der Ferienkultur, der Dienstleistungskultur und der Kultur der Zielregion differenziert abzubilden.

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Details

Title
Tourismus und kulturelle Identität - Diskussion über den Einfluss des Tourismus auf die kulturelle Identität der Maori, Taíno und Schweizer
College
University of Zurich  (Ethnologisches Seminar Zürich)
Grade
5.75
Authors
Carmen Koch (Author), Martina Trütsch (Author), Maura Zerboni (Author)
Publication Year
2005
Pages
38
Catalog Number
V44883
ISBN (eBook)
9783638423922
Language
German
Tags
Tourismus Identität Diskussion Einfluss Tourismus Identität Maori Taíno Schweizer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carmen Koch (Author), Martina Trütsch (Author), Maura Zerboni (Author), 2005, Tourismus und kulturelle Identität - Diskussion über den Einfluss des Tourismus auf die kulturelle Identität der Maori, Taíno und Schweizer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44883
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