Ursprung und Motive von Serienpopularität


Ausarbeitung, 2017
11 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Forschungsstelle Populäre Kulturen

3. Einführungsveranstaltung – Der homo serialis

4. Der Feuilletonroman als Ursprung der Serienpopularität

5. Ausblick und Fazit

6. Quellen

1. Einleitung

Das 21. Jahrhundert ist ein Medienzeitalter, welches sich besonders durch populäre Kommunikation und Serialität auszeichnet. Allgemeinbildung erhält man aus Quiz-Shows, Wissen über das Mittelalter aus Computerspielen, sexuelle Aufklärung über Fernsehwerbung und die Arbeit amerikanischer Geheimdienste aus Fernsehserien. Diese Ausarbeitung fragt nach dem Ursprung der populären Serialität und stellt im nachfolgenden zweiten Kapitel zunächst die Forschungsstelle Populäre Kulturen der Universität Siegen vor. Ihr Hauptinteresse liegt in der Erforschung von allem was populär ist. Als Thema für ihre jährlich stattfindende Ringvorlesung wurde das weite Feld der Serien gewählt. Im Fokus des dritten Kapitels steht die Vorstellung der Einführungsveranstaltung, da diese die Macht der Serie sowie dessen Ursprünge thematisiert. Prof. Dr. Daniel Stein referierte allerdings hauptsächlich über Erfolgsrezepte von Serien und charakterisierte die modernen Zuschauer. Der Blick in die Vergangenheit zum Ausgangspunkt der Serienpopularität erfolgt im vierten Kapitel.

Eine Serie ist eine Aneinanderreihung oder Fortsetzung mehrerer Glieder. In Bezug auf den Ursprung der Serienpopularität setzt sich diese Arbeit auch mit dem französischen Feuilletonroman des 19. Jahrhunderts auseinander. Jene Fortsetzungsromane erfüllen wesentliche Kriterien der kleinen literarischen Form, die Thema des Seminars „Zur Historizität und Aktualität kleiner Formen“ ist. Historizität und Aktualität, Ursprung und Adaptionen seriellen Erzählens lassen sich anhand des Feuilletonromans im Vergleich mit modernen Serienformaten äußerst prägnant darstellen. Deshalb stellt das vierte Kapitel den Zeitungsroman als erstes populäres Massenphänomen vor und erläutert seine Wesensmerkmale sowie die Strategien der Verantwortlichen hinter den Populärromanen. Dabei wird stets auch der Vergleich mit modernen Serienformaten und deren Zuschauern angestrebt, um die These, der Feuilletonroman des 19. Jahrhunderts sei die Wiege der Serienpopularität, zu bestätigen. Im letzten Kapitel werden die wesentlichen Ergebnisse der Ausarbeitung zusammengefasst und mit einem Ausblick und Fazit versehen.

2. Die Forschungsstelle Populäre Kulturen

„Wer auf die Frage, wie unsere Gesellschaft sich selbst beschreibt, nach Antworten sucht, kommt am Populären nicht vorbei.“ So lautet der erste Satz des knappen Vorstellungstextes auf der Homepage der Forschungsstelle Populäre Kulturen der Universität Siegen. Er fasst sehr gelungen den Forschungskern des Wissenschaftskollektivs zusammen. Die über 30 Mitglieder befassen sich mit dem Phänomen des Populären in unserer Kultur. Dabei interessieren sie sich vor allen Dingen für die Entstehungsgründe von modernen Trends und die Auswirkungen populärer Erscheinungen auf unsere Gesellschaft. Zu ihren Forschungsaufgaben zählen sie außerdem die Bestimmung des Populären sowie seiner Funktionen, Formen, Medien und Verfahren.

Das Team arbeitet stets interdisziplinär, denn die Mitglieder der Forschungsstelle setzen sich aus Professoren und Dozenten der verschiedensten Fachrichtungen zusammen. Das Populäre in unserer Kultur, kurz der Popkultur, wird demnach äußerst weitläufig erforscht. Germanisten, Anglisten, Historiker, Soziologen und sogar Theologen vereinen ihre Kompetenzen und sorgen dafür, dass das Thema von allen Seiten und mit wechselnden Schwerpunkten beleuchtet wird. So ist über die Jahre ein fruchtbares und produktives interdisziplinäres Netzwerk entstanden, welches regelmäßig in Fachzeitschriften und Magazinen publiziert. Darüber hinaus organisiert die Forschungsstelle Tagungen und jedes Jahr eine Ringvorlesung mit wechselndem thematischen Schwerpunkt.

Die Vorlesungsreihe des Wintersemesters 2017/18 befasst sich mit Serien und seriellem Erzählen. Die insgesamt zwölf Veranstaltung mit wechselnden Dozenten der Forschungsstelle liefern ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Angebot zum Thema. Neben aktuellen Phänomenen oder Trends der Serienpopularität nehmen sich einige Dozenten in ihrer Vorlesung auch nur einer gefragten Fernsehserien an, um diese vorzustellen oder in Hinblick auf ein besonderes Wesensmerkmal hin zu analysieren. So entstanden dieses Jahr interessante Veranstaltungen wie „Das Mittelalter in Game of Thrones“ von Hans Velten oder „Ausnahmezustand in Serie. Politische Experimente in The Walking Dead“ von Niels Werber. Die Auftaktveranstaltung mit dem Thema „Homo Serialis, oder die Macht der Serie“ eröffneten die beiden Schirmherren der Ringvorlesung Prof. Dr. Niels Werber aus dem Fachbereich Germanistik und Prof. Dr. Daniel Stein aus dem Fachbereich Anglistik, welche im folgenden Kapitel vorgestellt und weitergedacht wird.

3. Einführungsveranstaltung – Der homo serialis

Die erste Sitzung der Ringvorlesung Serien eröffnete Prof. Dr. Niels Werber mit einigen einleitenden Worten über die Veranstaltung sowie organisatorischer und formeller Hinweise für die Studierenden. Den thematischen Großteil der Vorlesung erfüllte Prof. Dr. Daniel Stein. Der Universitätsprofessor für amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften legte in seinem aufschlussreichen Vortrag mehrere Gründe dar, die die Wahl des Themenschwerpunkts der Ringvorlesung rechtfertigten und gab erste Eindrücke warum das Phänomen des seriellen Erzählens einen so hohen Stellenwert in der Popkultur und damit auch in der Siegener Forschungsstelle genießt.

Die großen Fragen, die Prof. Dr. Stein erläutert, sind solche, weshalb Serien Macht und Einfluss auf unsere Gesellschaft haben. Wie erzählen Serien und warum sind sie seit über 150 Jahren so populär? Die letztere Frage nach dem Ursprung der Serienpopularität, der in den französischen Zeitungsromanen des 19. Jahrhunderts liegt, thematisiert das nachfolgende Kapitel in allen Details. Laut Stein üben moderne Fernsehserien wie „Game of Thrones“, „The Sopranos“ oder „House of Cards“ eine außergewöhnliche Macht über die Zuschauer aus. Serienrezipienten, die Unterhaltungsserien in hohem Maße konsumieren, bezeichnet Stein in Anlehnung an die Menschengattungen als homo serialis.

Fernsehserien erfüllen allerdings längst nicht mehr nur eine reine Entertainmentfunktion. Denn der außerordentliche Profit und die immensen Zuschauerzahlen, die erfolgreiche Serienformate erwirtschaften können, führten unweigerlich dazu, dass sich zum Unterhaltungsfaktor wirtschaftliche Interessen gesellten. Schleichwerbung im Fernsehen ist heutzutage Normalität, doch populäre Serien gehen noch einen Schritt weiter, indem sie dem Zuschauer gezielt Kaufentscheidungen nahelegen und ihre Aufmerksamkeit in eine gewünschte Richtung lenken können.

Des Weiteren nimmt das regelmäßige Konsumieren von populären Serienformaten in vielen Peergroups einen großen Stellenwert ein. In bestimmten sozialen Umfeldern ist es unbedingt erforderlich sich den Serienerzählungen zu widmen, um nicht als out abgestempelt zu werden, sondern zum Mainstream zu gehören. Alltägliche Gespräche auf dem Pausenhof oder im Büro drehen sich heutzutage immer häufiger, um die neueste Folge einer Serie oder der Bekanntwerdung einer schockierenden Neuigkeit eines Seriencharakters oder Schauspielers. Serien zu schauen ist auch deshalb nicht mehr nur Vergnügen, sondern teils mit hohem Zeitaufwand, emotionaler Belastung und sogar ernstzunehmender Suchtgefahr verbunden. Beim so genannten „Binge-Watching“, dem suchtartigen Schauen einer oder mehrerer Staffeln hintereinander, verbringt der Zuschauer mitunter ganze Tage nur mit dem Schauen von Serien zu. Die populäre Methode der „full-drop season“, wo die neue Staffel einer Serie auf einen Schlag bei Video-on-Demand Anbietern wie Netflix und Amazon oder auf DVD erhältlich ist, führen die Serienfans häufig in Versuchung die veröffentlichten Folgen ohne Rücksicht auf persönliche Verluste zu verschlingen.

Das Serienschauen kann heutzutage zum Problem werden, wenn die zeitlichen, emotionalen und intellektuellen Herausforderungen komplexer Serienerzählungen zur Sucht werden, was nicht selten der Fall ist. Der Rezipient findet häufig einfach keinen befriedigenden Abschluss. Tückenreiche Cliffhanger beherrschen das Ende nahezu jeder Folge und erschweren so den Abbruch des Serienkonsums. Früher, wo Fernsehserien tatsächlich nur im Fernsehprogramm liefen und zumeist nur eine Folge pro Tag oder Woche ausgestrahlt wurde, waren solche Verstrickungen undenkbar. Doch in Zeiten von kostengünstigen Video-on-Demand Plattformen und Web-Mediatheken ist der grenzenlose Serienkonsum einfach und vor allen Dingen normal geworden.

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Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Ursprung und Motive von Serienpopularität
Hochschule
Universität Siegen  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Zur Historizität und Aktualität kleiner Formen
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V449061
ISBN (eBook)
9783668833715
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Serien, Popkultur, Serialität, Feuiletonroman, Mediengeschichte
Arbeit zitieren
Manuel Freudenstein (Autor), 2017, Ursprung und Motive von Serienpopularität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/449061

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