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Jungen als Bildungsverlierer des deutschen Schulsystems?

Title: Jungen als Bildungsverlierer des deutschen Schulsystems?

Diploma Thesis , 2015 , 85 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Hüseyin Kuru (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Jungen sind in den letzten Jahren verstärkt ins Blickfeld der pädagogischen Aufmerksamkeit gerückt. Sie werden im Durchschnitt eine ganze Schulnote schlechter als Mädchen aufgezeichnet. Nach den aktuellen Diskussionen in den Medien und der Politik gilt das männliche Geschlecht in der Bildung als benachteiligt. Jungen werden zu ‚Katastrophenjungen’ degradiert und seit einigen Jahren, insbesondere nach den erschreckenden Ergebnissen von PISA im Jahr 2000, ist die Rede davon, dass das siegreiche Geschlecht die Mädchen sind, währenddessen das männliche Geschlecht zunehmend ins Abseits geraten.

Welche unterschiedlichen Verhaltensweisen von Mädchen und Jungen treten in den pädagogischen Institutionen auf, die eventuell mit dem Sinken der männlichen Schulleistung zusammenhängen? Werden tatsächlich die Jungen in der Schule immer schlechter oder rücken die Mädchen so weit auf und überholen die Jungen in den Leistungen, sodass das weibliche Geschlecht ins Vordertreffen geraten und kleine Männer dabei arm dastehen lassen? Nach vielen Berichten und Befragungen verschlechtert sich die Situation von immer mehr Jungen. Von welchen Faktoren hängt das ab? Was kann man dafür tun, sodass die Jungen sich wieder in den Schulen verbessern können? Ist das Schulsystem dafür verantwortlich, werden Jungen in der Schule benachteiligt oder gibt es verschiedene Faktoren, die man präventiveren oder sogar intervenieren kann? Was für Leistungsunterschiede gibt es zwischen den Mädchen und Jungen? Brauchen die Jungen eine andere Erziehung als Mädchen? Diese Fragen zu beantworten, hat sich diese Arbeit zum Ziel gesetzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Charakteristische Differenzen der Geschlechter

Hormonelle und gehirnbiologische Perspektive

Die psychosoziale Perspektive

Jungen spielen anders

Werden Jungen anders erzogen als Mädchen?

3. Geschlechterdifferenzen bei Erziehung und Bildung

Jungen in pädagogischen Institutionen

Jungen in Kindergärten

Jungen in den Schulen

Schulsystem und Geschlechtsverhältnisse in der Schule

4. Jungen als Bildungsverlierer

Jungen - Das in der Schule benachteiligte Geschlecht?

Bildungsdaten im Zeitvergleich

Geschlechtsspezifische Leistungsdifferenzen

Lesekompetenz

Mathematische Kompetenz

Naturwissenschaftliche Kompetenz

Berufs- und Studienwahl

5. Wie Jungen sich selbst sehen

6. Die Bedeutung von Identifikationsfigur für Jungen

7. Jungen und Gewalt

8. Jungen – Sorgenkinder oder Sieger?

9. Brauchen Jungen eine andere Erziehung als Mädchen

10. Jungen sind keine Mädchen

11. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Bildungssituation von Jungen im deutschen Schulsystem. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum Jungen in verschiedenen Kompetenzbereichen zunehmend als Bildungsverlierer wahrgenommen werden und welche pädagogischen sowie strukturellen Faktoren – insbesondere die Feminisierung des Lehrkörpers und Unterschiede in der Sozialisation – zu dieser Entwicklung beitragen.

  • Analyse geschlechtsspezifischer Differenzen in der Entwicklung und Sozialisation
  • Untersuchung der Rolle männlicher Identifikationsfiguren in Bildungseinrichtungen
  • Evaluation schulischer Leistungsdaten in Kernfächern wie Lesen und Mathematik
  • Kritische Betrachtung der Feminisierung des Schulsystems
  • Zusammenhang zwischen individueller Selbstwahrnehmung und schulischem Erfolg

Auszug aus dem Buch

Jungen spielen anders

Nach Nickel und Schmidt-Denter (1988) beschäftigen sich Kinder, wenn man die Spielwelten von Jungen im Basis von Instrumenten, ab dem dritten Lebensjahr zunehmend mit geschlechtstypischem Spielmaterial. (vgl. Blossfeld /Bos 2009, S. 57) Während Jungen Baukasten, Werkzeuge und technisches Spielmaterial favorisieren, bevorzugen die Mädchen Puppen und Spielhaushaltsgerate. (vgl. Einsiedler 1999; siehe Abbildung 20).

Bei dem gemeinsamen Spiel von Mädchen und Jungen Scheu werden meist geschlechtsneutrale Spielzeuge verwendet. Scheu (1995) betrachtet ausdrücklich, dass die geschlechtsneutralen Spielzeuge die Interaktion zwischen Mädchen und Jungen scheint anzuregen, während die geschlechtstypischen Spielzeuge eher zu getrenntgeschlechtlichem Spiel führen. Geschlechtstypisches Spielmaterial hat außerdem geschlechtstypische Spielformen und Interessen zur Folge. ( vgl. vbw 2009. S. 57)

Außerdem Viele Gemeinsamkeiten verfügen bei den spontanen Spielinteressen von Jungen und Mädchen und sie spielen selten allein. Zum Beispiel treffen Jungen und Mädchen am ehesten beim Malen und Basteln, bei Rollenspielen und bei Regelspielen aufeinander. Beobachtungen in der Schule zeigen, dass dies auch bei den geleiteten Angeboten vorkommt und dass sie oft harmonisch zusammen spielen. (vgl. Kaiser 2005, S. 26)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der historischen Verschiebung des Diskurses von der Mädchen- zur Jungenbenachteiligung und Definition des Zieles der Arbeit.

2. Charakteristische Differenzen der Geschlechter: Analyse biologischer, hormoneller und psychosozialer Faktoren, die zur unterschiedlichen Entwicklung von Jungen und Mädchen beitragen.

3. Geschlechterdifferenzen bei Erziehung und Bildung: Untersuchung des Einflusses pädagogischer Institutionen, insbesondere Kindergärten und Schulen, auf die Geschlechtsidentität.

4. Jungen als Bildungsverlierer: Statistische Analyse der schulischen Leistungsdaten und der Problematik der Schulwahl für Jungen.

5. Wie Jungen sich selbst sehen: Reflexion über das Selbstbild und die Selbsteinschätzung von Schülern im Vergleich zu ihren Wünschen.

6. Die Bedeutung von Identifikationsfigur für Jungen: Diskussion über den Mangel an männlichen Bezugspersonen und dessen Folgen für die Identitätsbildung.

7. Jungen und Gewalt: Untersuchung der Korrelation zwischen sozialem Hintergrund, Schulform und gewalttätigem Verhalten bei Jungen.

8. Jungen – Sorgenkinder oder Sieger?: Kritische Hinterfragung des Pauschalurteils über Jungen als Bildungsverlierer anhand aktuellerer Studienergebnisse.

9. Brauchen Jungen eine andere Erziehung als Mädchen: Debatte über notwendige Anpassungen in der Pädagogik und Schulstruktur zur Förderung von Jungen.

10. Jungen sind keine Mädchen: Plädoyer für einen bewussteren Umgang mit geschlechtsspezifischen Eigenschaften im Erziehungskontext.

11. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Resümee über die Notwendigkeit geschlechtssensibler Förderung zur Sicherung der Chancengleichheit.

Schlüsselwörter

Jungenpädagogik, Bildungsverlierer, Geschlechterdifferenzen, Schulerfolg, PISA-Studie, Feminisierung der Schule, Identitätsbildung, Sozialisation, Jungenförderung, geschlechtsspezifische Leistung, Erziehung, Identifikationsfiguren, Schulleistung, Bildungsbenachteiligung, Geschlechterrolle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Situation von Jungen im deutschen Bildungssystem, die zunehmend als benachteiligt gelten, und untersucht die Hintergründe dieser Entwicklung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Kernbereichen gehören die geschlechtsspezifische Sozialisation, der Mangel an männlichen Vorbildern in pädagogischen Institutionen sowie die Analyse von PISA-Daten zu schulischen Leistungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Ursachen für die Stagnation männlicher Schulleistungen zu erklären und Wege für eine zielgerichtetere Förderung von Jungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgreifende Literaturanalyse, die Auswertung empirischer Studien (wie PISA und IGLU) sowie aktuelle bildungspolitische und psychologische Diskurse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu biologischen und psychosozialen Differenzen, die Situation in pädagogischen Einrichtungen, Leistungsvergleiche in verschiedenen Fächern sowie die Bedeutung des Selbstbildes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jungenpädagogik, geschlechtsspezifische Sozialisation, schulische Leistungsdifferenzen und Bildungsgerechtigkeit.

Welche Rolle spielt die Feminisierung des Lehrkörpers für den Jungen?

Der Autor argumentiert, dass der hohe Frauenanteil in Grundschulen und Kitas zu einer stärker an Mädchenbedürfnissen orientierten Gestaltung des Unterrichts führen kann, was Jungen im Lernprozess benachteiligen könnte.

Warum schneiden Jungen in naturwissenschaftlichen Fächern oft besser ab?

Laut den zitierten Studien hängen fachspezifische Interessen eng mit der Geschlechtsidentität und den gesellschaftlichen Erwartungen zusammen, die Jungen eher in technische Domänen drängen.

Wie gehen Jungen mit Misserfolgen in der Schule um?

Die Arbeit zeigt, dass Jungen sich zwar kritischer einschätzen, jedoch häufiger externalisierende Verhaltensweisen wie Unruhe oder Störungen zeigen, wenn sie sich im System nicht angemessen gefördert fühlen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Vaterlosigkeit und Schulleistung?

Der Autor weist darauf hin, dass das Fehlen männlicher Identifikationsfiguren sowohl zu Hause als auch in der Schule die Identitätsbildung von Jungen erschweren und somit indirekt Auswirkungen auf ihre Lernmotivation haben kann.

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Details

Title
Jungen als Bildungsverlierer des deutschen Schulsystems?
Grade
2,3
Author
Hüseyin Kuru (Author)
Publication Year
2015
Pages
85
Catalog Number
V449125
ISBN (eBook)
9783346151469
ISBN (Book)
9783346151476
Language
German
Tags
bildungsverlierer jungen schulsystems
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hüseyin Kuru (Author), 2015, Jungen als Bildungsverlierer des deutschen Schulsystems?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/449125
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