In dieser Arbeit setze ich mich mit den Kommunikationsmedien in der Kirche im Mittelalter auseinander und schenke dabei dem Kirchenraum besondere Beachtung. Aufgezeigt werden nicht nur die in der mittelalterlichen Kirche allgegenwärtigen Bildmedien, sondern auch sogenannte Menschmedien, bei denen der Mensch die Rolle des zentralen Trägers der Information einnimmt. In meinen Ausführungen zu den Bildmedien kommen zunächst die seinerzeit vorherrschenden Malereitechniken zur Sprache. Anschließend werden Deutungsversuche zu spezifischen Bildkomponenten und -werken unternommen und summarisch die Funktionen des Mediums Bild erörtert. Nach der Auseinandersetzung mit Bildmedien im mittelalterlichen Kirchenraum konzentriere ich mich letztlich auf das hiesige Medium Mensch und stelle seine wesentlichen Vertreter vor.
Inhaltsverzeichnis
1. Eine definitorische Einführung
2. Kommunikationsmedien in der Kirche im Mittelalter
2.1. Bildmedien im mittelalterlichen Kirchenraum
2.1.1. Malereitechniken
2.1.1.1. Glasmalerei und Wandmalerei
2.1.1.2. Tafelmalerei
2.1.2. Deutungsversuche
2.1.2.1. Deutung einzelner Bildkomponenten
2.1.2.1.1. Tiere
2.1.2.1.2. Pflanzen
2.1.2.1.3. Farben
2.1.2.1.4. Personen
2.1.2.1.5. Gegenstände
2.1.2.2. Deutung mittelalterlicher Bildwerke
2.1.3. Funktionen des Mediums Bild
2.2. Menschmedien im mittelalterlichen Kirchenraum
2.2.1. Der Prediger
2.2.2. Das Kirchenspiel
3. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Kommunikationsmedien innerhalb der mittelalterlichen Kirche, mit einem besonderen Fokus auf den Kirchenraum als Medium. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Art und Weise, wie Bild- und Menschmedien dazu dienten, kirchliches Wissen zu vermitteln, soziale Normen zu festigen und die Autorität der Kirche gegenüber einer mehrheitlich analphabetischen Bevölkerung zu legitimieren.
- Analyse der Bedeutung und Symbolik von Bildmedien wie Glas- und Tafelmalerei.
- Untersuchung von Menschmedien durch die Rolle des Predigers und des Kirchenspiels.
- Erörterung der verschiedenen Funktionen kirchlicher Medien, von der Wissensvermittlung bis zur Propaganda.
- Darstellung der christlichen Symbolsprache (Tiere, Pflanzen, Farben, Gegenstände) zur Interpretation mittelalterlicher Kunst.
- Reflektion über die Machtfunktion der Kirche im mittelalterlichen Medienverbund.
Auszug aus dem Buch
2.1.2. Deutungsversuche
Nachdem nun die wesentlichen Techniken der Malerei bekannt sind, stellt sich die überaus interessante Frage, was die Erschaffer mit ihren Bildwerken zum Ausdruck bringen wollten. Natürlich erscheint diese Fragestellung nicht unproblematisch – schließlich ist nicht gewährleistet, dass wir Heutigen die Bilddarstellungen auch so verstehen, wie es die Maler einst beabsichtigt hatten. Beispielsweise enthalten viele Illustrationen jener Zeit eine Fülle von Zeichen und Symbolen, die in unseren Tagen nicht mehr gebräuchlich sind. Deswegen sollte man sich stets vergegenwärtigen, dass das Leben im Mittelalter durchweg von Glauben und Religiosität bestimmt und geprägt war. Obwohl die Majorität der Bevölkerung im Mittelalter weder lesen noch schreiben konnte, hatte sie kirchliches Hintergrundwissen und wusste, die in den bildlichen Darstellungen verwendete religiöse Symbolik zu deuten.
In jedem mittelalterlichen Bildwerk ist die Allgegenwart der Kirche spürbar. Szenisch narrative Bildzyklen illustrieren zum Beispiel Heiligengeschichten aus der Bibel und stellen häufig einen zeitgemäßen Bezug zum Alltag sowie zum Rezipienten dar:
„Das neue Medium Glasfenster ‚bearbeitet’ also die biblische Botschaft zeitgemäß (Abenteuer- und Ritter-Image), alltagsbezogen (Bordell, Wirtshaus) und zielgruppenspezifisch (Handwerker, Kaufmannschicht) und funktionalisiert das Moment der Unterhaltung für die christliche Message: Kehre heim in den Schoß der Kirche.“
Welcher symbolischen Mittel sich die Maler damals im Einzelnen bedienten und wie diese zu deuten sind, möchte ich im Folgenden an Hand einiger typisch mittelalterlicher Bildkomponenten aufzeigen:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Eine definitorische Einführung: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Kirche, Mittelalter und Kommunikation definiert, um ein gemeinsames Verständnis für die weitere Untersuchung zu schaffen.
2. Kommunikationsmedien in der Kirche im Mittelalter: Das Hauptkapitel analysiert Bildmedien (Malereitechniken, Symbolik, Funktionen) und Menschmedien (Prediger, Kirchenspiel) als zentrale Instrumente kirchlicher Machtausübung.
3. Schlusswort: Das Schlusswort fasst zusammen, dass Bild- und Menschmedien im Mittelalter nicht isoliert, sondern als kombinierter Medienverbund mit Informations- und Machtfunktion zu verstehen sind.
Schlüsselwörter
Mittelalter, Kirche, Kommunikationsmedien, Bildmedien, Menschmedien, Glasmalerei, Symbolik, Ikonografie, Klerus, Predigt, Kirchenspiel, Machtfunktion, Wissensvermittlung, Glaubenslehre, Mediengeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Kommunikationsmedien der mittelalterlichen Kirche und deren Rolle bei der Wissensvermittlung und Machtausübung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Einsatz von Bildmedien wie Glas- und Tafelmalerei sowie der Gebrauch von Menschmedien, insbesondere durch Prediger und kirchliche Spiele.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Kirche durch den gezielten Einsatz medialer Symbole und menschlicher Vermittler ihre Glaubenslehre verbreitete und ihre Machtposition im Alltag der Menschen festigte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine historisch-theoretische Analyse, bei der er Fachlexika und medienhistorische Standardliteratur heranzieht, um die Funktion und Deutung mittelalterlicher Medien zu erklären.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Bildmedien, ihrer Malereitechniken und ihrer komplexen Symbolsprache sowie in eine Untersuchung der Menschmedien durch den Prediger und das Kirchenspiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mittelalter, Bildmedien, Symbolik, Menschmedien, Kirchenspiel, Klerus und Machtfunktion.
Wie deuteten die Menschen im Mittelalter die Symbolik der Tiere auf Bildern?
Die Symbolik war mannigfaltig: Tiere konnten den Menschen selbst, den Teufel, Christus oder verschiedene menschliche Eigenschaften wie Weisheit oder Klugheit symbolisieren.
Warum spielt die Farbe in der mittelalterlichen Bildkunst eine so große Rolle?
Farben hatten im Mittelalter eine spezifische, fest definierte symbolische Bedeutung, durch die mit präzisem Wissen nahezu jedes Bildwerk interpretierbar wurde, etwa zur Darstellung von Gott, Trauer oder Reinheit.
Wie wandelte sich das Kirchenspiel im Laufe der Zeit?
Ursprünglich als kurze prosaische Musik- und Texteinschübe in der Messe entstanden, entwickelte sich das Kirchenspiel zu einer eigenständigen, weltlicheren Theaterform auf dem Kirchenvorplatz, die auch komische Elemente enthielt.
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- Michael Möllmann (Author), 2004, Bild- und Menschmedien: Kommunikationsmedien in der Kirche im Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44922