Auf Grund meiner praktischen Tätigkeit als Ausbilderin in einem Berufsbildungswerk habe ich häufig mit jungen Erwachsenen zu tun, die bereits einige Jahre Mobbing erleben mussten. Dies geschah zum Beispiel während der Schulzeit, eines Ausbildungsversuchs oder einer früheren Berufstätigkeit. Einige dieser Mobbingopfer haben seitdem psychische Beeinträchtigungen, manche wurden auch vom Opfer zum Täter. Zudem stellte ich während meiner beruflichen Laufbahn in verschieden Wirtschaftsunternehmen fest, dass Arbeitgeber oft nicht wissen, wie sie mit Mobbingopfern bzw. -tätern umgehen und intervenieren sollen. Ziel dieser Arbeit ist es, Ursachen von Mobbing aufzuzeigen, Verhaltensweisen zu analysieren und die daraus entstehenden Folgen zu untersuchen. Im Anschluss daran werden verschiedene Interventionsmöglichkeiten für Arbeitgeber herausgearbeitet, um diesen eine Hilfestellung zu bieten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Mobbing
2.1 Definition
2.2 Ursachen von Mobbing in der Berufswelt
2.3 Täter
2.3.1 Ursachen und Auslöser, Mobbingtäter zu werden
2.3.2 Handlungen der Täter
2.4 Opfer
2.4.1 Gründe, warum jemand zum Mobbingopfer wird
2.4.2 Erste Reaktionen der Mobbingopfer
3 Auswirkungen von Mobbing
4 Interventionsmöglichkeiten des Arbeitgebers
5 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Ursachen von Mobbing in der Berufswelt zu analysieren, die Auswirkungen auf die Betroffenen und das Unternehmen zu untersuchen sowie präventive und intervenierende Handlungsoptionen für Arbeitgeber aufzuzeigen, um Mobbingprozesse effektiv zu unterbinden.
- Definition und psychologische Hintergründe von Mobbing
- Ursachenforschung für Täter- und Opferverhalten
- Analyse der gesundheitlichen, betriebswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen
- Rechtliche Grundlagen und Pflichten des Arbeitgebers
- Strategien zur Prävention und zum aktiven Konfliktmanagement
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition
Zunächst sollte festgehalten werden, woher der Begriff Mobbing stammt und welche Bedeutung dieser hat, um diesen richtig abgrenzen und untersuchen zu können.
Der Begriff Mobbing wird vom englischen Verb „to mob“ abgeleitet, was übersetzt „über jemanden herfallen“ bedeutet (vgl. Duden, 2017). Damit assoziiert man das absichtlich ständige schikanieren, quälen und verletzen von Arbeitskollegen, um sie oder ihn aus dem Unternehmen zu vertreiben (vgl. ebd.).
Nachfolgend wird dieser Begriff von weiteren Autoren beschrieben und zugeordnet. „Unter Mobbing am Arbeitsplatz werden Handlungen einer Gruppe oder eines Individuums verstanden, denen von einer Person, die diese Handlungen als gegen sie gerichtet wahrnimmt, ein feindseliger, demütigender oder einschüchternder Charakter zugeschrieben wird. Die Handlungen müssen häufig auftreten und über einen längeren Zeitraum andauern. Die betroffene Person muss sich zudem aufgrund wahrgenommener sozialer, ökonomischer, physischer oder psychischer Charakteristika außerstande sehen, sich zu wehren oder dieser Situation zu entkommen.“ (vgl. Niedl,1995: S. 23).
Meschkutat et al. (vgl. 2002: S. 19) verstehen unter Mobbing ebenfalls, dass das Mobbingopfer über einen längeren Zeitraum drangsaliert, schikaniert, benachteiligt und ausgegrenzt wird. Da Mobbinghandlungen über einen längeren Zeitraum stattfinden, wird dies wird von den jeweiligen Betroffenen als sehr belastend bis unerträglich wahrgenommen (vgl. ebd.: S. 22).
Zusammenfassend ergeben sich folgende Aspekte: Bei Mobbing handelt es sich um Anfeindungen, Ausgrenzungen, Demütigungen sowie Schikanen, die zielgerichtet gegen eine einzelne Person und über einen längeren Zeitraum bestehen. Dabei muss sich die angegriffene Person außerstande fühlen, sich zu wehren, damit man von Mobbing sprechen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Motivation der Autorin dar, beleuchtet die psychischen Folgen von Mobbing und definiert das Ziel, Arbeitgebern Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen.
2 Mobbing: Dieses Kapitel definiert den Begriff Mobbing und analysiert die Ursachen sowie spezifische Merkmale von Tätern und Opfern in der Arbeitswelt.
3 Auswirkungen von Mobbing: Es werden die individuellen, betriebswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen von Mobbing aufgeführt und deren Belastungspotenzial erläutert.
4 Interventionsmöglichkeiten des Arbeitgebers: Das Kapitel behandelt rechtliche Pflichten sowie praktische Führungsstrategien und Schlichtungsmodelle zur Prävention und Bewältigung von Mobbing.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit betont die Notwendigkeit eines kooperativen Führungsstils und regelmäßiger Fortbildungen zur Schaffung eines positiven Betriebsklimas.
Schlüsselwörter
Mobbing, Arbeitsplatz, Arbeitgeber, Fürsorgepflicht, Konfliktmanagement, Führungskräfte, Prävention, Betriebsklima, Psychische Belastung, Intervention, Mobbingopfer, Mobbingtäter, Leistungsdruck, Unternehmenskultur, Mitarbeiterführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz, seinen Ursachen, den Auswirkungen auf Betroffene und Unternehmen sowie den Möglichkeiten, wie Arbeitgeber präventiv und intervenierend darauf reagieren können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Mobbing, die Analyse der Rollen von Tätern und Opfern, die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen sowie die rechtliche Verantwortung des Arbeitgebers.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Ursachen und Folgen zu durchleuchten und Arbeitgebern konkrete Hilfestellungen und Strategien an die Hand zu geben, um Mobbing zu verhindern oder im Ernstfall korrekt zu intervenieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf bestehenden Studien, Definitionen und Praxisleitfäden renommierter Autoren und Institutionen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Mobbing-Begriffs, eine Ursachenanalyse, eine Betrachtung der Täter- und Opferperspektive, eine Auswirkungsanalyse sowie eine Darstellung von Handlungsoptionen für Arbeitgeber.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Mobbing, Prävention, Fürsorgepflicht, Betriebsklima, Führungskompetenz und Konfliktbewältigung.
Welche Rolle spielt die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bei Mobbing?
Der Arbeitgeber ist rechtlich dazu verpflichtet, für das Wohl seiner Arbeitnehmer zu sorgen. Dies beinhaltet die aktive Intervention bei bekanntem Mobbing, um die Rechte der Betroffenen zu schützen.
Wie kann ein Betriebsrat laut der Arbeit zur Problemlösung beitragen?
Der Betriebsrat fungiert als vertrauensbildende Mittlerinstanz, die durch Beratung, Schlichtungsgespräche und bei der Analyse von Konfliktursachen unterstützen kann.
- Citation du texte
- Tanja Ederer (Auteur), 2017, Welche Ursachen sind für Mobbing in der Berufswelt verantwortlich und welche Interventionen des Arbeitgebers können Mobbing verhindern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/449739