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Pflege und Migration. Der Umgang des deutschen Wohlfahrtsstaates mit osteuropäischen "Live-In" Pflegekräften in Privathaushalten

Titre: Pflege und Migration. Der Umgang des deutschen Wohlfahrtsstaates mit osteuropäischen "Live-In" Pflegekräften in Privathaushalten

Dossier / Travail de Séminaire , 2017 , 30 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Annika E. (Auteur)

Sciences infirmières - Gestion des soins infirmiers
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Résumé Extrait Résumé des informations

Experten schätzen, dass bis 300.000 osteuropäische Pflegekräfte illegal in deutschen Privathaushalten arbeiten. Der Artikel fragt nach dem Umgang des deutschen Wohlfahrtsstaates mit dieser Problematik. Zunächst wird die häusliche Pflegearbeit in die wissenschaftliche Debatte um Care-Arbeit eingeordnet. Hieran schließt sich die Verortung Deutschlands in die Typologie der Wohlfahrtsstaaten nach Gøsta Esping-Andersen an, bevor die aktuelle nationale und europäische Gesetzeslage zu migrantischen Arbeitskräften im häuslichen Raum innerhalb Deutschlands dargestellt wird. Im Anschluss werden Ursachen für die überwiegend illegale Beschäftigung migrantischer Pflegekräfte beleuchtet. Nach einer Darstellung ausgewählter Aspekte der schwedischen und österreichischen Pflegepolitik sowie der Debatte um soziale Bürgerrechte wird nach dem Potenzial dieser für die deutsche Politik gefragt. Der Artikel will den aktuellen Stand häuslicher Pflegedienstleistungen und Handlungsbedarf auf politischer Ebene aufzeigen

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Pflege – eine Begriffsbestimmung

2.1 Der Begriff der Care-Arbeit

2.2 Der Pflegebegriff im deutschen Gesetz

3 Der Wohlfahrtsstaat und die Regulierung der Pflege

3.1 Der deutsche Wohlfahrtsstaat

3.2 Gesetzliche Regulierungen zur Pflege im privaten Raum

3.2.1 Osteuropäische Live-In Pflegekräfte in deutschen Privathaushalten – aktuelle Gesetzgebung

3.2.2 Die Unsichtbarkeit der Live-In-Kräfte im deutschen System

3.2.3 Die Rolle Europas bei der Beschäftigung migrantischer Pflegekräfte

3.3 Fazit

4 Gesellschaftliche Hintergründe für einen transnationalen Care-Arbeitsmarkt

4.1 Die Erwerbstätigkeit der Frau

4.2 Illegale Pflegekräfte als Antwort auf die Kostenfrage

4.3 Fazit

5 Lösungsansätze im Umgang mit Schwarzarbeit

5.1 Die Zentrale für Auslands- und Fachvermittlung als gescheiterter Versuch

5.2 Was machen andere europäische Länder anders?

5.2.1 Schweden

5.2.2 Österreich

5.3 Chancen für die deutsche Pflegepolitik

5.4 Soziale Bürgerrechte zur Anerkennung und Honorierung von Care-Arbeit

6 Fazit

7 Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Umgang des deutschen Wohlfahrtsstaates mit der illegalen Beschäftigung osteuropäischer Pflegekräfte in Privathaushalten, kontrastiert staatliche Regelungen mit der gelebten Realität und leitet aus internationalen Best-Practice-Beispielen sowie der Debatte um soziale Bürgerrechte Handlungsempfehlungen für die deutsche Pflegepolitik ab.

  • Analyse des deutschen Wohlfahrtsstaates im Kontext von Pflege und Familienbild.
  • Untersuchung der rechtlichen Grauzone von Live-In-Pflegekräften.
  • Bedeutung gesellschaftlicher Veränderungen wie der Erwerbstätigkeit der Frau.
  • Vergleich der Pflegesysteme in Schweden und Österreich als Lernfelder.
  • Diskussion über soziale Bürgerrechte als Instrument der Anerkennung für Care-Arbeit.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Osteuropäische Live-In Pflegekräfte in deutschen Privathaushalten – aktuelle Gesetzgebung

Den aktuellen Sachstand zur Debatte von 24-Stunden Pflegekräften wird in der Arbeit „24-Stunden-Pflege in Privathaushalten durch Pflegekräfte aus Mittel- und Osteuropa. Rechtslage in ausgewählten EU-Mitgliedsstaaten“ vom Deutschen Bundestag (2016) zusammengefasst.

Nach der Schilderung über legale Einstellungsmöglichkeiten über den internationalen Personalservice der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) sowie in- oder ausländische Pflegeagenturen werden entsprechende Beschäftigungsverhältnisse und entsprechende Verpflichtungen für beide Parteien vorgestellt (Deutscher Bundestag 2016, 4ff.). Das Abführen von Sozialabgaben und die Sicherstellung des Versicherungsschutzes ist durch den Arbeitgeber in jedem Fall sicherzustellen (Deutscher Bundestag 2016, 6). Außerdem gelten auch für Beschäftigte aus dem Ausland deutsche Arbeitsrechtsgrundlagen (Deutscher Bundestag 2016, 6f.). Arbeitszeitrechtliche Beschränkungen entfallen jedoch, sofern die Pflegekraft mit den zu Betreuenden in einer häuslichen Gemeinschaft wohnt (Deutscher Bundestag 2016, 7). Die Kosten einer 24-Stunden Pflegekraft werden nur in Teilen von der Pflegekasse getragen, da die Pflegekräfte in den meisten Fällen nicht über einen Vertrag mit den inländischen Pflegekassen verfügen (Deutscher Bundestag 2016, 5). Es wird daher nur der Anteil entsprechend der ermittelten Pflegestufe sowie die finanzielle Unterstützung im Rahmen einer selbst beschafften Pflegehilfe gezahlt (Deutscher Bundestag 2016, 6f.). Weitere anfallende Kosten müssen durch den Pflegebedürftigen selbst getragen werden. Des Weiteren gäbe es keine Kontroll- und Qualitätssicherungssysteme für derartige Beschäftigungsverhältnisse (Deutscher Bundestag 2016, 6).

Im Fazit formuliert die Arbeit, dass es keine klaren rechtlichen Regelungen für diese Art der Beschäftigung gibt und daher in der Praxis „viele dieser Pflegekräfte ohne Rechtsgrundlage und somit ohne Arbeitsschutz, Kranken- oder Sozialversicherung [arbeiten]“ (Deutscher Bundestag 2016, 7). Die Beschäftigung der Pflegekraft als selbstständige Arbeitnehmerin ist eine rechtliche Grauzone, da die grundlegenden Anforderungen einer Selbstständigkeit zumeist nicht erfüllt sind, dieses jedoch von staatlicher Seite nicht kontrolliert wird (Deutscher Bundestag 2016, 7).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der illegalen Beschäftigung osteuropäischer Pflegekräfte ein und verortet das Thema im gesellschaftlichen Kontext des demographischen Wandels.

2 Pflege – eine Begriffsbestimmung: Hier wird der theoretische Rahmen durch die Definition von Care-Arbeit und die gesetzliche Einordnung des Pflegebegriffs in Deutschland geschaffen.

3 Der Wohlfahrtsstaat und die Regulierung der Pflege: Das Kapitel analysiert das deutsche Wohlfahrtsmodell und beleuchtet kritisch die rechtliche Situation sowie die Unsichtbarkeit von Live-In-Pflegekräften.

4 Gesellschaftliche Hintergründe für einen transnationalen Care-Arbeitsmarkt: Es werden die Ursachen für den Bedarf an ausländischen Pflegekräften, insbesondere die steigende Erwerbstätigkeit der Frau und Kostenaspekte, untersucht.

5 Lösungsansätze im Umgang mit Schwarzarbeit: Dieses Kapitel prüft gescheiterte Ansätze der ZAV und vergleicht sie mit den Modellen in Schweden und Österreich, um Handlungsspielräume für Deutschland aufzuzeigen.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf zur Anerkennung und Legalisierung von Care-Arbeit.

7 Literatur: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Care-Arbeit, Wohlfahrtsstaat, Pflegepolitik, Pflegenotstand, Erwerbstätigkeit der Frau, demographischer Wandel, transnationale Migration, osteuropäische Pflegekräfte, Schwarzarbeit, soziale Bürgerrechte, 24-Stunden-Pflege, Legalisierung, Haushaltshilfen, internationale Versorgungsketten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik, dass eine hohe Anzahl osteuropäischer Pflegekräfte illegal in deutschen Privathaushalten tätig ist, und analysiert den Umgang des deutschen Wohlfahrtsstaates mit dieser Situation.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Care-Debatte, die Typologie des deutschen Wohlfahrtsstaates, die Auswirkungen des demographischen Wandels, Erwerbsstrukturen von Frauen sowie der Vergleich zu anderen europäischen Pflegesystemen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die staatlichen Regelungen zur Pflege in Deutschland zu untersuchen, mit der Realität der Schwarzarbeit zu kontrastieren und auf Basis internationaler Beispiele politisches Umdenken anzuregen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf der Rezeption empirischer Studien, offizieller Berichte des Bundestages und sozialwissenschaftlicher Theorien, wie denen von Gøsta Esping-Andersen, basiert.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse der Gesetzgebung zur privaten Pflege, die soziologischen Hintergründe des transnationalen Arbeitsmarktes und die Evaluierung potenzieller Lösungsansätze.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Kern der Arbeit zusammenfassen?

Die wesentlichen Begriffe sind Care-Arbeit, Wohlfahrtsstaat, illegale Migration, Pflegenotstand, soziale Bürgerrechte und internationale Versorgungsketten.

Warum wird das österreichische Modell als Ideengeber betrachtet?

Österreich hat durch das Hausbetreuungsgesetz und spezielle Förderungsmodelle einen legalen und qualitätsgesicherten Rahmen für die 24-Stunden-Betreuung geschaffen, der als Best-Practice-Beispiel dienen kann.

Welche Rolle spielen soziale Bürgerrechte in der Argumentation?

Soziale Bürgerrechte sollen Care-Arbeit aufwerten und ihr einen neuen gesellschaftlichen Status verleihen, um die Gleichwertigkeit von Erwerbs- und Fürsorgearbeit zu etablieren und damit die Grundlage für ein politisches Umdenken zu bilden.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)?

Die ZAV wird als gescheiterter Versuch eingestuft, da geringe Vermittlungsquoten sowie bürokratische Hürden und Nachteile für die Pflegekräfte die formelle Anstellung in der Praxis unattraktiv machten.

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Résumé des informations

Titre
Pflege und Migration. Der Umgang des deutschen Wohlfahrtsstaates mit osteuropäischen "Live-In" Pflegekräften in Privathaushalten
Université
Bielefeld University  (Fakultät für Soziologie)
Note
1,3
Auteur
Annika E. (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
30
N° de catalogue
V449813
ISBN (ebook)
9783668835818
ISBN (Livre)
9783668835825
Langue
allemand
mots-clé
Migration Pflege Live-In Osteuropa Osteuropäische Pflegekräfte Pflegemangel Wohlfahrtsstaat Politik Arbeitsmarkt Ausbeutung empirisch qualitativ Gøsta Esping-Andersen illegal sozialpolitik carearbeit frauen demographischer Wandel transnationale Migration schweden österreich deutschland privathaushalt unsichtbar unsichtbare pflegearbeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Annika E. (Auteur), 2017, Pflege und Migration. Der Umgang des deutschen Wohlfahrtsstaates mit osteuropäischen "Live-In" Pflegekräften in Privathaushalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/449813
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Extrait de  30  pages
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