Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject German - German as a Foreign Language

Literatur im Fremdsprachenunterricht

Title: Literatur im Fremdsprachenunterricht

Term Paper , 2001 , 19 Pages , Grade: 13 Punkte

Autor:in: Natalia Schlichter (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die erste Frage im Seminar "Einführung in die interkulturelle Literaturwissenschaft", mit der man sich auseinandersetzen musste: "Was ist Literatur?" und "Wozu Literatur im Fremdsprachenunterricht?", erwies sich für mich damals als eine Frage, bei der ich Schwierigkeiten hatte, eine Antwort zu finden. Sie löste auch viele Diskussionen in der DaF - Welt aus. Nicht nur in DaF - Zeitschriften kann man solchen Diskussionen begegnen, sie sind auch in Seminaren, wie im SS 2001 bei uns, und auch im eigenem Lernweg zu beobachten:
"Ein Argument für Literatur im Fremdsprachenunterricht wäre die Möglichkeit, die Kultur des Landes durch literarische Texte kennen zu lernen: z. B. bekannte Schriftsteller, dessen Werke die Epoche wiederspiegeln. Dadurch könnte man ansatzweise die Geschichte "lernen". Man erfährt die Ereignisse nicht durch "trockene" Geschichtenbücher, sondern aus der Perspektive einer Person, die in der Mitte dieser Ereignisse stand, versetzt sich in die Lage dieser Person und lernt dadurch möglicherweise, Toleranz-Gefühle gegenüber anderen Menschen zu entwickeln.
Eine Meinung ist mir bekannt. Durch literarische Texte lernt man besser, ausdruckreicher zu sprechen. Diesem würde ich nicht widersprechen, denn die Sprache der Literatur, eine viel schönere als die der Nachrichten z. B., sollte den Lernern mindestens vorgestellt werden. Zum Arbeiten am Leseverstehen könnten literarische Texte auch genutzt werden, dabei würde die Besprechung des Gelesenen beim Thema "Personenbeschreibung" gut passen.
Ein Grund für Literatur ist sicherlich auch das entsprechende Interesse der Lerner."
Diese Pro-Argumente findet man in meinem ersten Seminarprotokoll vom 05./12.04.2001. Nun erkennt man, dass meine erste Einsicht auf Literatur schon vor dem Seminar ziemlich eindeutig war, was aber nicht daran lag, dass ich mit Hilfe von literarischen Texten einen Unterricht besser zu gestalten wusste, sondern weil mir persönlich das Lesen und so mit Literatur insgesamt Freude bereitet. Bis zur dritten Sitzung konnte ich keine eindeutige Meinung hinsichtlich dieses Thema formulieren, deswegen möchte ich als Aufgabe dieser Arbeit Folgendes ansehen: ich werde versuchen, diese Frage zu beantworten. Dabei sollten als Erstes die Meinungen von einigen Autoren hinsichtlich dieser Frage vorgestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die erste Auseinandersetzung um Literatur

2. Die ewige Diskussion um Literatur im Fremdsprachenunterricht

2.1. Kein Sonderstatus für Literatur

2.2. Literatur als Helfer im FSU

3. Fremdsprachendidaktik

3.1. Die traditionelle Methode

3.2. Rezeptionsästhetik

3.3. Interkulturelles Lernen

3.4. Methoden des modernen Literaturunterrichts

4. Schlussfolgerungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung von Literatur im modernen Fremdsprachenunterricht (FSU). Dabei geht es primär um die Beantwortung der Forschungsfrage, inwiefern literarische Texte dazu beitragen können, interkulturelle Kompetenzen zu fördern und Lernende auf Begegnungen mit dem Fremden vorzubereiten, anstatt Literatur lediglich als ein beliebiges Unterrichtsmittel zu betrachten.

  • Die Kontroverse um den Stellenwert von Literatur im FSU.
  • Die Funktion von Literatur im Rahmen des interkulturellen Lernens.
  • Grundlagen der Rezeptionsästhetik und deren Bedeutung für den Unterricht.
  • Methodische Ansätze eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts.
  • Die Förderung der Lernerperspektive und der Fehlertoleranz.

Auszug aus dem Buch

3.2. Rezeptionsästhetik

Die Rezeptionsästhetik behandelt einen besonderen Teil der Ästhetik und beschäftigt sich mit der Wirkung, die ein Kunstwerk auf seinen Rezipienten ausübt.

In der klassischen Ästhetik lag das Hauptaugenmerk auf dem Autor und die seinem Werk geltende Betrachtungsweise (Produktions- und Darstellungsästhetik). Der Rezipient und die Wirkung, die ein literarisches Werk auf diesen ausübte, wurden dabei außer acht gelassen. Seit 1967 werden Forderungen aufgestellt, die die Geschichte der Künste und der Literatur als Prozess ästhetischer Kommunikation begreifen wollen, an dem die drei Instanzen von Autor, Werk und Rezipient gleichermaßen beteiligt werden. (vgl. Müller-Michaels 1991, 584-594) Zentraler Begriff im Zusammenhang mit der Rezeptionsästhetik ist das „Verstehen“, welches sich immer vor dem Hintergrund des geschichtlich vermittelten Lebenszusammenhanges eines Individuums ereignet und Voraussetzung für eine angemessene Deutung einer literarischen Vorlage ist. Ein Text gewinnt seine volle Realität erst durch die Rezeption des Betrachters oder Lesers. Diese Behauptung setzt natürlich voraus, dass es bei literarischen Texten nicht nur eine richtige Interpretation gibt. Genau aus diesem Grund muss der traditionelle Literaturunterricht eine Niederlage erdulden, denn er erfüllt nicht die Grundvoraussetzung für das Verstehen von literarischen Texten, er akzeptiert nicht die Einzigartigkeit des Lerners, nicht sein Weltbild, seine Erfahrungen oder Einstellungen. Während des Lesens füllt der Rezipient in seinem Bewusstsein das Gelesene mit seinen eigenen Vorstellungen aus. Er macht sich Bilder von Personen und Geschehnissen, die auch

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die erste Auseinandersetzung um Literatur: Das Kapitel reflektiert die anfängliche persönliche Suche nach der Berechtigung von Literatur im Fremdsprachenunterricht und stellt erste Argumente für deren Einsatz dar.

2. Die ewige Diskussion um Literatur im Fremdsprachenunterricht: Es werden gegensätzliche Positionen gegenübergestellt, wobei insbesondere Willis Edmondsons skeptische Haltung gegenüber Literatur als Sonderform im Unterricht kritisch hinterfragt wird.

3. Fremdsprachendidaktik: Dieser Abschnitt analysiert den Wandel von traditionellen, analytischen Methoden hin zu modernen Ansätzen wie der Rezeptionsästhetik, dem interkulturellen Lernen und handlungs- sowie produktionsorientierten Unterrichtsformen.

4. Schlussfolgerungen: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Literatur ein wesentliches Instrument zur Förderung interkultureller Kompetenz, Toleranz und Persönlichkeitsbildung ist.

Schlüsselwörter

Literatur im Fremdsprachenunterricht, Interkulturelles Lernen, Rezeptionsästhetik, Fremdsprachendidaktik, Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht, Lernerorientierung, Kommunikation, Sprachgemeinschaft, Fehlertoleranz, interkulturelle Kommunikation, Persönlichkeitsbildung, Literaturwissenschaft, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Notwendigkeit und der spezifischen Funktion von literarischen Texten innerhalb eines zeitgemäßen Fremdsprachenunterrichts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die interkulturelle Didaktik, die Rezeptionsästhetik, der handlungs- und produktionsorientierte Literaturunterricht sowie die Rolle der Lernerperspektive.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu erörtern, warum Literatur eine unverzichtbare Funktion besitzt, um Lernende auf die Begegnung mit dem Fremden vorzubereiten und interkulturelle Kompetenzen zu stärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit fachdidaktischen Konzepten und Literaturtheorien sowie deren kritische Würdigung im Kontext moderner pädagogischer Anforderungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die didaktischen Entwicklungslinien, vergleicht verschiedene Expertenmeinungen zur Literatur im FSU und stellt moderne Unterrichtsverfahren wie kreatives Schreiben und prozessorientiertes Lernen vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Interkulturalität", "Rezeptionsästhetik", "Lernerorientierung" und "handlungs- und produktionsorientierte Literaturdidaktik" geprägt.

Warum lehnt Edmondson laut dem Autor einen "Sonderstatus" für Literatur ab?

Er argumentiert, dass Sprachlernen nicht zwingend auf Literatur angewiesen ist und jeder Lernbereich theoretisch ohne sie erreichbar wäre, was der Autor in der Arbeit kritisch beleuchtet.

Inwiefern spielt das Konzept der "Leerstellen" bei der Rezeption eine Rolle?

Das Ausfüllen von Leerstellen durch den Leser ermöglicht es, dass jeder Lerner den Text individuell mit seinen eigenen Erfahrungen und seinem Sinnsystem verknüpft, was die kreative Auseinandersetzung fördert.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Literatur im Fremdsprachenunterricht
College
Saarland University  (Pädagogik)
Course
Einführung in die Interkuturelle Literaturwissenschaft
Grade
13 Punkte
Author
Natalia Schlichter (Author)
Publication Year
2001
Pages
19
Catalog Number
V4498
ISBN (eBook)
9783638127738
ISBN (Book)
9783638770866
Language
German
Tags
Literatur Fremdsprachenunterricht Einführung Interkuturelle Literaturwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalia Schlichter (Author), 2001, Literatur im Fremdsprachenunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4498
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint