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Die Bildungspolitik in der deutschen "Musterkolonie" Togo. Nachhaltige Entwicklung oder Optimierung der Ausbeutung?

Título: Die Bildungspolitik in der deutschen "Musterkolonie" Togo. Nachhaltige Entwicklung oder Optimierung der Ausbeutung?

Presentación (Redacción) , 2018 , 10 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Michael Ehret (Autor)

Historia de Alemania - 1848, Imperio alemán, Imperialismo
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Togo wurde 1884 durch einen Protektoratsvertrag zum deutschen Schutzgebiet erklärt. Die Landesgrenzen wurden in den darauffolgenden Jahren bis 1899 willkürlich, ungeachtet der verschiedenen Ethnien und deren unterschiedlichsten Sprachen, durch militärische Eroberungen, Schutzverträge mit einheimischen Stammesführern und Vereinbarungen zwischen dem Deutschen Reich und den angrenzenden Kolonialmächten Großbritannien bzw. Frankreich festgelegt. Im Deutschen Reich galt Deutsch-Togo als Musterkolonie.

Die vorliegende Ausarbeitung beschränkt sich auf die in der damaligen Zeit so gelobte Bildungspolitik. Hierbei soll allerdings nicht geklärt werden, ob das Bildungswesen im Sinne des Kolonialherrn mustergültig war, sondern welchen Zweck die gewollten Fortschritte erfüllten und welche Auswirkungen sie letztendlich auf die Einheimischen gehabt haben. Versuchten die Kolonialisten tatsächlich ein „niedriger entwickeltes“ Volk zu einer nachhaltigen Entwicklung zu verhelfen? Oder galten sämtliche Maßnahmen einzig dem Vorteil des Deutschen Reiches, einer Optimierung der Ausbeutung? Konnten die Togolesen profitieren oder war es nur Leid, welches sie ertragen mussten?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bildungspolitik

2.1. Der Bau von Schulen

2.2. Die Lehrinhalte der Schulen

2.3. Die Sprachenfrage

2.4. Auswirkungen

3. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die deutsche Bildungspolitik in der Kolonie Togo zwischen 1884 und 1914, um zu analysieren, ob die Bemühungen im Bildungswesen einer tatsächlichen Förderung der indigenen Bevölkerung dienten oder primär der wirtschaftlichen Ausbeutung und Stabilisierung der kolonialen Herrschaft untergeordnet waren.

  • Analyse des Schulaufbaus und der quantitativen Verteilung von Bildungseinrichtungen.
  • Untersuchung der vermittelten Lehrinhalte unter dem Aspekt der Missionierung und disziplinarischen Erziehung.
  • Diskussion der Sprachenpolitik und deren Auswirkungen auf die koloniale Verwaltung.
  • Bewertung der sozioökonomischen Folgen für die togolesische Bevölkerung und die Entstehung einer neuen Mittelschicht.

Auszug aus dem Buch

2.3. Die Sprachenfrage

Aus Sicht der Kolonialverwaltung sollte „Deutsch lernen und sprechen […] die Garantie für die kulturelle Einverleibung des Afrikaners sein.“ Doch das Küstengebiet war englisch geprägt. An der benachbarten britischen Goldküste fanden „Eingeborene“ Arbeit, die erste Schule auf togolesischem Gebiet war eine 1850 gegründete britische Missionsschule und selbst die englische Währung war als Zahlungsmittel weit verbreitet. Die Missionsgesellschaften passten sich diesem Umstand an und vermittelten den christlichen Glauben zunächst allein in Englisch und der jeweiligen Landessprache. Als Togo 1884 zum Schutzgebiet erklärt wurde, brachte die Kolonialadministration fürs Erste nur den afrikanischen Söldnern, welche 1885 als Polizeitruppe eingestellt wurden, Deutsch als Kommandosprache bei. Mit den Togolesen verständigte man sich mittels Dolmetschern in englischer Sprache. Somit blieb Deutsch anfangs eine Art „Geheimsprache“ unter den Kolonialisten.

Weil es allerdings nur wenige Deutsche in die westafrikanische Kolonie zog – 1893 gab es nur 17 (!) weiße Beamte auf etwa 900`000 Togolesen – benötigte man immer mehr deutschsprechende Afrikaner für die anfallenden Verwaltungsaufgaben (z.B. als Dolmetscher, Schreiber, Zollaufseher, allgemeine Arbeitshilfe). Doch es gab Bedenken vor einer flächendeckenden Lehre der deutschen Sprache. Es könnte eine zuvor aufgrund der vielen verschiedenen Ethnien und Sprachen nie dagewesene gemeinsame Identität durch eine einheitliche Sprache aller Togolesen gestiftet werden; durch eine gemeinsame Sprache könnten sie Gespräche unter Deutschen verstehen, antikolonial geprägte deutsche Zeitungen lesen (beispielsweise sozialdemokratische Zeitungen), sich miteinander verständigen und landesweit lesbare Schriften verfassen. Um es zusammenfassend zu formulieren: Man hatte Angst vor einem geeinten Widerstand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Geschichte Togos als deutsches Schutzgebiet und Darstellung der Forschungsfrage hinsichtlich des Zwecks der Bildungspolitik im Kontext der „Musterkolonie“.

2. Bildungspolitik: Analyse der strukturellen und inhaltlichen Gestaltung des togolesischen Schulwesens unter deutscher Verwaltung.

2.1. Der Bau von Schulen: Darstellung der quantitativen Entwicklung und der ungleichen Verteilung von Bildungseinrichtungen zwischen Küste und Hinterland.

2.2. Die Lehrinhalte der Schulen: Untersuchung der Zielsetzung der Wissensvermittlung, die primär auf die Erziehung zu untergebenen Staatsdienern abzielte.

2.3. Die Sprachenfrage: Erörterung der sprachpolitischen Maßnahmen zur kulturellen Assimilation und der Ängste vor einem daraus resultierenden Widerstand.

2.4. Auswirkungen: Bewertung der langfristigen Folgen für die einheimische Bevölkerung, einschließlich sozialer Mobilität und kultureller Entwurzelung.

3. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass die Bildungspolitik trotz ihrer repressiven Ausrichtung unbeabsichtigt zur Entstehung einer neuen afrikanischen Intelligenz beitrug.

Schlüsselwörter

Togo, Deutsche Kolonialgeschichte, Bildungspolitik, Missionsschulen, Koloniale Herrschaft, Musterkolonie, Sprachenfrage, Indigene Bevölkerung, Assimilation, Missionierung, Schulwesen, Kolonialverwaltung, Afrikanische Intelligenz, Kultur, Ausbeutung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Zielsetzungen und Auswirkungen der deutschen Bildungspolitik in der Kolonie Togo im Zeitraum von 1884 bis 1914.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Aufbau des Schulwesens, die inhaltliche Gestaltung der Lehrpläne, die Rolle der deutschen Sprache sowie die sozioökonomischen Auswirkungen der Bildung auf die togolesische Bevölkerung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, ob die Bildungsmaßnahmen zur „nachhaltigen Entwicklung“ der Bevölkerung beitrugen oder lediglich Instrumente zur Optimierung der kolonialen Ausbeutung waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Berichten und statistischen Daten zum kolonialen Schulwesen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des quantitativen Schulbaus, der ideologischen Ausrichtung der Unterrichtsinhalte, der Sprachenpolitik und der gesellschaftlichen Konsequenzen, wie der Entstehung einer neuen Mittelschicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem „Musterkolonie“, „Missionierung“, „Sprachenfrage“, „Kolonialadministration“ und „Afrikanische Intelligenz“.

Warum war der Bau von Schulen so ungleich verteilt?

Die ungleiche Verteilung zwischen dem besser erschlossenen Süden und dem vernachlässigten Hinterland lag primär an der schwierigen militärischen Eroberung des Nordens und der Kostenersparnis der Kolonialregierung.

Welche Rolle spielten die Missionsgesellschaften bei der Bildung?

Da die Kolonialverwaltung aus Sparsamkeitsgründen kaum eigene Schulen errichtete, wurden weite Teile des Bildungswesens an Missionsgesellschaften ausgelagert, die Unterricht und religiöse Indoktrination miteinander verknüpften.

Warum lehnte die Kolonialverwaltung eine breite Bildung der Bevölkerung ab?

Man befürchtete, dass eine gebildete Bevölkerung durch das gewonnene Wissen die koloniale Herrschaft in Frage stellen oder sich organisierter gegen diese auflehnen könnte.

Final del extracto de 10 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Bildungspolitik in der deutschen "Musterkolonie" Togo. Nachhaltige Entwicklung oder Optimierung der Ausbeutung?
Universidad
University of Bonn  (Institut für Geschichtswissenschaft)
Curso
Kein Platz an der Sonne – Die Geschichte des deutschen Kolonialismus
Calificación
2,0
Autor
Michael Ehret (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
10
No. de catálogo
V450150
ISBN (Ebook)
9783668843790
ISBN (Libro)
9783668843806
Idioma
Alemán
Etiqueta
Togo Deutsch-Togo Kolonialismus Deutsche Kolonie Deutsches Reich Deutsches Kaiserreich Musterkolonie Afrika Imperialismus Nationalismus Rassismus Bildungspolitik Entwicklungshilfe Schutzgebiet Handelskolonie Sprache Sprachenfrage Julius von Zech Zech Erziehung Prügelstrafe Unterdrückung Ausbeutung Herrschaft Verwaltung Kolonialverwaltung Aufstand Goldküste Missionierung Missionsgesellschaften Kolonialmächte Kolonialmacht
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Michael Ehret (Autor), 2018, Die Bildungspolitik in der deutschen "Musterkolonie" Togo. Nachhaltige Entwicklung oder Optimierung der Ausbeutung?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450150
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