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Die integrative Funktion der Religion im klassischen Athen

Titre: Die integrative Funktion der Religion im klassischen Athen

Dossier / Travail , 2015 , 13 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Tobias Isaak (Auteur)

Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
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Der Einbezug einer fremden Gruppe von Menschen in die eigene Gemeinschaft stellt die heimische Bevölkerung früher wie heute vor eine Herausforderung. Eine gelingende Integration ist ein wichtiger Faktor für eine funktionierende Gesellschaft. Damit Integration gelingt, müssen sowohl Fremde, wie auch Aufnahmegesellschaft ihren Beitrag leisten.

In der exklusiven Gesellschaft des klassischen Athen war der Bürgerstatus ein sehr begehrtes Gut, da die erforderlichen persönlichen Eigenschaften eng definiert wurden. Um das Bürgerrecht zu erlangen, musste man von athenischen Eltern abstammen. Nur als Bürger Athens konnte man aber die Politik der eigenen Polis aktiv mitgestalten. Diese Exklusivität spaltete die Bevölkerung. Die neuere Forschung macht jedoch darauf Aufmerksam, dass besonders die Religion in der Polisgemeinschaft eine identitätsstiftende Funktion hatte, die über die Bürgerrechte hinausging.

Meine Arbeit untersucht diese integrative Funktion am konkreten Fall der Polis, mit der wohl reichhaltigsten Quellenlage in der damaligen Epoche: Athen. Dabei greife ich auf die Untersuchungen folgender Wissenschaftler zurück: Adak, Blok, Funke, Krauter, Wijma und beziehe mich indirekt auf antike Quellen von Homer, Herodothos, Aristoteles und Aristophanes. Um dieses komplexe Thema zu erörtern, erkläre ich zuerst den historischen Kontext und den Status der Metöken. Anschließend stelle ich die griechische Religion dar. Daraufhin untersuche ich zunächst die allgemeine Möglichkeit der Kultteilnahme der Metöken und vergleiche dann dionysische Feste in Athen. Zum Ende folgt eine Einschätzung und eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Metöken, Religion und Dionysien

2.1 Die Metöken

2.2 Religion

2.2.1 Rituale und Feste

2.2.2 Funktion und Bedeutung

2.3 Metöken als Kultteilnehmer

2.3.1 Die Dionysien – Fest des Dionysos

2.3.2 Dionysos

2.3.3 Die Großen Dionysien

2.3.4 Die Lenäen

2.4 Bewertung der Ergebnisse

3 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die integrative Funktion der griechischen Religion im klassischen Athen, mit einem spezifischen Fokus auf die Partizipationsmöglichkeiten der Metöken (zugezogene Fremde) an dionysischen Kulten und Festen.

  • Rechtlicher und sozialer Status der Metöken in der Polis
  • Charakter der antiken griechischen Religion und deren Einbettung in das gesellschaftliche Leben
  • Untersuchung der Kultteilnahme als Integrationsmechanismus für Nicht-Bürger
  • Vergleichende Analyse der Partizipation bei den Großen Dionysien und den Lenäen

Auszug aus dem Buch

2.2 Religion

Um die Bedeutung der Religion für die Athener und deren Präsenz in der klassischen Gesellschaft zu verstehen, sollte man sich vom heutigen Verständnis von Religion unserer christlich orientierten westlichen Gesellschaft lösen. Die antike Religion war in alle Bereiche des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens „eingebettet“. Es gab nicht „die griechische Religion“ als geschlossenes System aller griechischen Poleis, sondern eine Vielzahl lokaler uneinheitlicher Religionen bestehend aus unterschiedlichen Kulten. Ein kompliziertes, dynamisches Netzwerk aus individuellen Kultakten, Kulten im Oikos, Geschlechterkulten, Kulten in Verbänden, Kulten in Vereinen und Poliskulten. Dabei bildeten sich aus dem offenen polytheistischen System mit seinen schier unzählbar vielen Mythen weder eine Institution, wie die Kirche als Träger der Religion, noch eine autoritative Heilige Schrift. Ebenso wenig gab es Liturgie oder eine Theologie. Das Wissen über Rituale und Mythen wurde von Dichtern und Philosophen gesammelt und weitergetragen, die Durchführung von der Polis organisiert und kontrolliert. Das Priesteramt wechselte oft sogar jährlich und wurde per Los oder Ersteigerung vergeben. Auch die Gottesvorstellung unterscheidet „sich stark vom Gottesbegriff der Christen“. Die olympischen Götter waren nicht allmächtig, sondern dem Schicksal unterworfen. Jede Polis hatte ihre eigene Hierarchie unter den Göttern. Einige Städte hatten auch eine Hauptgottheit, die sie im Vergleich zu anderen Göttern der Götterfamilie ganz besonders verehrten und die als Schutzpatron der eigenen Stadt galt. Jede Gottheit hatte eine unbestimmte Anzahl an selbsterklärenden Beinamen (Epiklesen), die sie mit unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen verbanden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie Religion in der exklusiven Gesellschaft des klassischen Athen als integratives Element für die Gruppe der Metöken fungierte.

2 Metöken, Religion und Dionysien: Dieses Hauptkapitel analysiert den rechtlichen Status der Metöken, das Wesen der griechischen Religion sowie die spezifischen Partizipationsmöglichkeiten an dionysischen Festen.

2.1 Die Metöken: Beleuchtung des sozialen und rechtlichen Status der „Mitbewohner“ Athens und deren Abgrenzung zu Vollbürgern, Fremden und Sklaven.

2.2 Religion: Definition der griechischen Religion als nicht-institutionalisiertes, in den Alltag eingebettetes System, das durch lokale Kulte geprägt war.

2.2.1 Rituale und Feste: Untersuchung der rituellen Praxis, die als sakrale Handlungssequenz das Leben der Athener strukturierte.

2.2.2 Funktion und Bedeutung: Analyse der sozialen Funktion religiöser Teilhabe als Identitätsstifter und Indikator für den sozialen Status.

2.3 Metöken als Kultteilnehmer: Erörterung der grundsätzlichen Offenheit der Heiligtümer und der unterschiedlichen Möglichkeiten aktiver Teilhabe für Nicht-Bürger.

2.3.1 Die Dionysien – Fest des Dionysos: Kurze Einführung in den Kontext der Dionysos-Feste als Teil eines winterlichen Festzyklus.

2.3.2 Dionysos: Kurze Darstellung der Gottheit als Gott des Weins und der Ekstase.

2.3.3 Die Großen Dionysien: Analyse der Partizipation von Metöken bei diesem bedeutenden Fest, insbesondere als skaphephoroi.

2.3.4 Die Lenäen: Untersuchung der spezifischen, aktiveren Teilnahmemöglichkeiten für Metöken bei diesem intimeren Fest.

2.4 Bewertung der Ergebnisse: Synthese der Forschungsergebnisse zur Frage, ob die Partizipation als Wertschätzung der Metöken zu deuten ist.

3 Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit über die ambivalente Rolle der Religion, die sowohl integrierend als auch separierend wirken konnte.

Schlüsselwörter

Metöken, Athen, klassische Antike, griechische Religion, Dionysien, Lenäen, Integration, Kultteilnahme, Partizipation, soziale Identität, Bürgerrecht, Polis, Rituale, Soziale Exklusion, Sakrale Mahlgemeinschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern religiöse Teilhabe im klassischen Athen als integratives Element für die Gruppe der Metöken, also der dauerhaft ansässigen Nicht-Bürger, diente.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der sozialen Rolle der Metöken, dem Verständnis der antiken griechischen Religion sowie der vergleichenden Analyse spezifischer dionysischer Feste.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob und wie durch religiöse Aktivitäten eine Integration der rechtlich exkludierten Metöken in die Polis-Gemeinschaft stattfand.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung historischer Quellen, um das Verhältnis von rechtlichem Status und tatsächlicher sozialer Teilhabe zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert neben dem Status der Metöken und der Struktur der griechischen Religion vor allem zwei Fallbeispiele: die Großen Dionysien und die Lenäen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Metöken, Athen, Integration, griechische Religion, Dionysien, Partizipation und soziale Identität.

Wie unterschied sich die Teilhabe der Metöken zwischen den Großen Dionysien und den Lenäen?

Während die Teilhabe bei den Großen Dionysien stärker durch visuelle Ausgrenzung und spezifische Rollen (skaphephoroi) geprägt war, ermöglichten die Lenäen den Metöken eine deutlich aktivere Rolle, etwa durch Mitsingen im Chor oder die Finanzierung von Theaterchören.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit hinsichtlich der Integration durch Religion?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Religion sowohl integrierend wirken konnte, indem sie alle Einwohner an Ritualen teilhaben ließ, als auch separierend, sofern politische oder privilegierte Funktionen ausschließlich Bürgern vorbehalten blieben.

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Résumé des informations

Titre
Die integrative Funktion der Religion im klassischen Athen
Université
University of Münster  (Seminar für Alte Geschichte)
Cours
Seminar: Leben und Sterben in Athen
Note
1,3
Auteur
Tobias Isaak (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
13
N° de catalogue
V450193
ISBN (ebook)
9783668838901
ISBN (Livre)
9783668838918
Langue
allemand
mots-clé
Antike Religion Integration Metöken Athen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tobias Isaak (Auteur), 2015, Die integrative Funktion der Religion im klassischen Athen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450193
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Extrait de  13  pages
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