Laut der Bundesagentur für Arbeit wurden im April 2014 rund 2,94 Millionen Menschen als arbeitslos registriert, wobei über die Hälfte als Langzeitarbeitslose gelten. Dies erfordert demnach starke Maßnahmen und Programme, welche als Unterstützung und Hilfe für Arbeitslose dienen sollen. Die Bundesagentur für Arbeit bietet beispielsweise Programme für Berufsrückkehrer, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Umschulungen, oder berufliche Weiterbildungen, auf Grund der stetig wachsenden Entwicklungen hinsichtlich der Technik und Forschung an, wobei auch Zertifikate und Diplome erworben werden können.
Die Gründe warum eine Person arbeitslos ist, können unterschiedlich sein, genauso wie der Grund für die Dauer. In jedem Fall sind bei der Betreuung, der Begleitung und bei der Unterrichtung, unabhängig wobei, viele verschiedenen Faktoren zu berücksichtigen. Dies gilt unter anderem auch für ein Bewerbungscoaching, beziehungsweise für ein Bewerbungstraining, welches den Erwerbslosen verdeutlichen soll, worauf sie bei einer Bewerbung zu achten haben und zielgerichtet darauf hinarbeitet, ihnen wichtige Informationen rund um das Thema Bewerbung zu vermitteln.
Im folgenden soll genau darauf eingegangen werden. Es wird hierbei eine Seminareinheit, um genau zu sein die erste Seminareinheit eines solchen Bewerbungstraining dargestellt. Hierbei werden insbesondere die Zielgruppe analysiert und deren Merkmale und Voraussetzungen im Ansatz herausgearbeitet. Auch auf die Lehrperson, deren Ziele, sowie auf die Inhalte wird, in Anbetracht des Themas, Bezug genommen, bevor ein genaues Planungskonzept für die erste Einheit erstellt wird, welches die Unterrichtsprinzipien, die Unterrichtstechniken, die Sozialformen, sowie die eingesetzten Materialien in den unterschiedlichsten Phasen aufzeigt, und erläutert, welche Begründungen für deren Auswahl vorliegen. Zum Schluss erfolgt ein Resümee, welches noch einmal die Bedeutung eines solchen Planungskonzeptes aufzeigt, sowie eventuell auftretende Probleme oder Fragen darstellt und erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Lehrkraft
3. Die Teilnehmer
4. Die Organisation und ihre Maßnahmen
5. Das Planungskonzept
5.1 Die Vorüberlegungen
5.2 Die Phase der Begrüßung und der Vorstellung
5.3 Die Einstiegsphase
5.4 Die Hauptphase
5.5 Die Abschlussphase
5.6 Die Nachbereitungsphase
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines fundierten und strukturierten Planungskonzepts für die erste Seminareinheit eines Bewerbungstrainings, das speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zugeschnitten ist. Die Arbeit untersucht dabei methodische Ansätze zur Aktivierung der Lernenden sowie die notwendigen organisatorischen Rahmenbedingungen.
- Analyse der Zielgruppe: Merkmale und Voraussetzungen von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.
- Anforderungen an die Lehrkraft: Kompetenzdimensionen in der Erwachsenenbildung.
- Didaktische Strukturierung: Phasenmodell der Seminarplanung (Vorstellung, Einstieg, Hauptphase, Abschluss).
- Methodenwahl: Einsatz von Präsentationsmedien, Gruppenarbeit und Feedbackverfahren.
- Integration in den Arbeitsmarkt: Bedeutung von Qualifikationsmaßnahmen und deren Vermittlung.
Auszug aus dem Buch
5.2 Die Phase der Begrüßung und der Vorstellung
Die Phase der Begrüßung spielt in der ersten Seminarsitzung eine entscheidende Rolle, da gerade hier die ersten Eindrücke, sowohl von den Lernenden, als auch von der Lehrkraft gewonnen werden.
Im Vorfeld besuchten die Teilnehmer des Seminars schon das Angebot der Maßnahme zur Orientierung und Eignungsabklärung, womit der erste Schritt für eine Integration in den Arbeitsmarkt getan wäre. Dennoch ist dies ein neuer Schritt und erfordert neue Kenntnisse. Aus diesem Grund besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Teilnehmer eine gewisse neue Art von Angst oder Aufgeregtheit aufgrund der neuen Situation verspüren, welche es erst einmal abzubauen gilt. Daher ist es wichtig eine Atmosphäre aufzubauen, welche sowohl den Teilnehmern, als auch dem Lehrer die Angst nimmt. „Die Teilnehmer sollten früh das Gefühl haben, dass sie nicht einen autoritären Lehrer vor sich haben, sondern einen kooperativen Dozenten, dem ein partnerschaftlicher Umgang wichtig ist“ (Meier, 2003, S.15). Der erste Schritt dies angemessen zu tun, ist die Begrüßung. Diese sollte zwanglos und natürlich zu Beginn des Trainings mit ein paar netten Worten erfolgen.
Nach der Begrüßung erfolgt die Vorstellung. Dabei ist es wichtig mit gutem Beispiel voran zu gehen, da dies als Vorbild wahrgenommen und von den Teilnehmern ähnlich imitiert wird. Demnach kann die Lehrkraft auch entscheiden, was in eine Vorstellung hinein soll und wie weit sie in das Private gehen möchte (vgl. Meier, 2003, S.19). Auch die Art und Weise, wie die Vorstellung erfolgen soll, ist variabel. In diesem Fall erfolgt die Vorstellung durch einen Steckbrief, beziehungsweise durch eine Variante, welche als Gruppenspiegel bezeichnet wird. Dafür wird ein großes Plakat genutzt, welches später im Raum aufgehangen wird, und zum einen zur Gestaltung und zum anderen zum Nachlesen der Angaben dient (vgl. Meier, 2003, S.21). Die Informationen die darauf festgehalten werden sollen, beziehen sich auf den Namen, das Alter, den Wohnort, den Werdegang,
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Arbeitslosigkeit ein und begründet die Notwendigkeit von speziellen Bewerbungstrainings für benachteiligte Gruppen.
2. Die Lehrkraft: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Kompetenzdimensionen (soziale, personale, fachliche, didaktische, organisatorische Professionalität), die eine Lehrkraft in der Erwachsenenbildung erfüllen sollte.
3. Die Teilnehmer: Hier werden die Merkmale, Ängste und Lernvoraussetzungen von langzeitarbeitslosen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen analysiert.
4. Die Organisation und ihre Maßnahmen: Das Kapitel beschreibt das fiktive Einsatzszenario beim Berufsförderungswerk (BFW) und die Zielsetzungen der dort angebotenen beruflichen Trainingsmaßnahmen.
5. Das Planungskonzept: Dieser zentrale Teil gliedert sich in methodische Phasen, von der Vorbereitung bis hin zur Nachbereitung, inklusive konkreter didaktischer Hinweise.
6. Resümee: Das Resümee reflektiert die Komplexität der Seminarplanung und betont, dass Planung lediglich als flexible Hilfestellung für den individuellen Lernprozess dienen kann.
Schlüsselwörter
Bewerbungstraining, Erwachsenenbildung, Planungskonzept, Psychische Beeinträchtigung, Arbeitsmarktintegration, Didaktik, Methodik, Lehrkraft, Gruppenspiegel, Arbeitslosigkeit, Berufsförderungswerk, Seminarplanung, Sozialkompetenz, Motivationshilfe, Lernprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeptionierung der ersten Seminareinheit eines Bewerbungstrainings, das gezielt auf die Anforderungen und Bedürfnisse von langzeitarbeitslosen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen abgestimmt ist.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit adressiert?
Die Schwerpunkte liegen auf den Kompetenzen der Lehrkraft, der Analyse der Zielgruppenmerkmale, dem institutionellen Rahmen von Fördermaßnahmen sowie der praktischen didaktischen Gestaltung der Seminareinheit.
Was ist das primäre Ziel des beschriebenen Planungskonzepts?
Das Ziel ist es, durch eine strukturierte Vorbereitung den Teilnehmenden Ängste zu nehmen, realistische berufliche Perspektiven aufzuzeigen und sie für eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu motivieren.
Welche methodischen Ansätze werden für die Seminargestaltung verwendet?
Die Arbeit schlägt einen Methodenmix vor, der von schülerzentrierten Diskussionen über PowerPoint-Präsentationen bis hin zur kooperativen Gruppenarbeit reicht, um Wissen effektiv zu vermitteln und Ängste abzubauen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Begrüßung, Vorstellung, Einstiegsphase, Hauptphase und Abschlussphase, wobei für jeden Schritt die Ziele, Inhalte, Arbeitsformen und benötigten Materialien detailliert aufbereitet werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Neben dem zentralen Begriff Bewerbungstraining sind die Begriffe Arbeitsmarktintegration, didaktische Professionalität und die spezifische Ausrichtung auf Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen die prägenden Charakteristika.
Warum spielt die Phase der Begrüßung und Vorstellung eine so große Rolle für die Zielgruppe?
Da die Teilnehmenden häufig durch Ängste oder Gefühle der Inkompetenz vorbelastet sind, dient dieser erste Schritt dazu, eine vertrauensvolle, kooperative Lernatmosphäre zu schaffen, in der sich die Lernenden sicher fühlen.
Wie wird in der Arbeit mit der Herausforderung der unterschiedlichen Vorwissensstände der Teilnehmenden umgegangen?
Die Arbeit schlägt Methoden wie den "Gruppenspiegel" und handlungsorientierte Gruppenarbeiten vor, um individuelles Wissen zu vertiefen und einen konstruktiven Austausch zu fördern, der die Stärken der Gruppe einbindet.
- Citation du texte
- Adeline Halbing (Auteur), 2014, Das Bewerbungstraining. Die Darstellung eines Planungskonzeptes der ersten Seminareinheit für Personen mit psychischen Beeinträchtigungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450218