Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filosofía - Filosofía del siglo XX

Jean-Paul Sartres existenzialistische Positionierungen im Kontext der Migrationsbewegungen des 21. Jahrhunderts

Título: Jean-Paul Sartres existenzialistische Positionierungen im Kontext der Migrationsbewegungen des 21. Jahrhunderts

Trabajo Escrito , 2018 , 25 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Silvia Schiffgen (Autor)

Filosofía - Filosofía del siglo XX
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Entlang der philosophischen Positionierungen Jean-Paul Sartres, dessen existenzialistischer Standpunkt auf dem Recht der Freiheit des Einzelnen fusst, lassen sich basale Grundstrukturen herauslesen, deren Aktualität ungebrochen scheint, und deren Strukturmodelle eine Hinterfragung grundsätzlicher Relationen impliziert. So ist es die Relation des einzelnen Individuums zu seiner Existenz, welches die relevante Konstellation zu Gruppen, Gemeinschaften, Solidarität und Engagement (mit-)bestimmt, so, wie die Reflexionsfähigkeit des einzelnen Individuums als Parameter für die Handlungskompetenz gesehen werden kann und in direkter Linie auch zur Hinterfragung des Informationsflusses führt, welcher das Einzelindividuum anspricht, um es mit dem kollektivem Geschehen zu vernetzen.

Die Rolle des Flüchtenden umfasst im zeitgenössischen Kontext eine Art Potenzial zur Initialzündung von konfliktgeladenen Disputen, und sie wird paradigmatisch verkörpert von dem nicht zwangsläufig ausgehungerten Afrikaner, der vielleicht sogar Englisch versteht, vielleicht ein Handy besitzt, und nicht unbedingt dem tradierten Vorstellungsgebäude jener klassischen Figur entspricht. So sind es dann auch die Begegnungen auf hoher See, oder an den Randzonen und Inseln des Mittelmeeres, die exemplarisch stehen für die Begegnung zwischen gespaltenen und differenten Lebenswelten, deren Ungleichartigkeit eben gerade eine Hinterfragung der Strukturen und Positionen in Gang setzen muss.

Ausgehend von Sartres Engagementbegriff, seinem Appell zu strikter Selbstverantwortung (welcher auch Flüchtende/Migranten einbezieht), und seiner kritischen Analyse des (Neo-)Kolonialismus, ist es der zentrale Moment der Hinterfragung des Fremden, bzw. der Andersheit, oder der Fremdheit des Fremden, innerhalb dessen sich das bewusste Selbst durch Ab- bzw. Eingrenzung gegenüber einem sog. Fremden konstituiert. Sartre bestimmte die Erfahrung der Selbstkonstituierung und Selbstobjektivierung als Vorgang, der durch den Blick des Anderen, quasi initiiert durch das Angeblickt-werden, erst ausgelöst wird, wobei er diese Analyse auf der Hegelschen Dialektik des An-sich, Für-sich und An-sich-Für-sich aufbaut. Der originär intersubjektiv gedachte Ansatz der Theorie des Blicks erfährt im Kontext virtueller Strukturen und globaler Vernetzung Inkonsistenzen, während zugleich die konkrete soziale Situation (pluraler Freiheitsbegriffe) immer mehr einer gemeinsamen Lebenswelt und ihrer kommunikativen Ressourcen entbehrt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Historische Faktizität und moralische Reflexionsfähigkeit

III. Historische Faktizität und perspektivische Einschränkung

IV. Aufeinandertreffende Konstituierungen

V. Komplikationen und Resultate

VI. Wissensstände getrennter Ebenen

VII. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophischen Positionen Jean-Paul Sartres, insbesondere seine Existenzphilosophie, und setzt diese in Bezug zu den Herausforderungen der Migrationsbewegungen des 21. Jahrhunderts. Ziel ist es, basale Grundstrukturen der menschlichen Existenz, wie Freiheit und Verantwortung, zur Analyse heutiger gesellschaftspolitischer Konfliktfelder heranzuziehen.

  • Existenzialistische Freiheitskonzeption und Verantwortung des Einzelnen
  • Phänomenologie des Fremden und die Konstituierung durch den Blick des Anderen
  • Kritik an kolonialistischen Strukturen und ökonomischer Abhängigkeit
  • Die Rolle digitaler Medien und Identitätsbildung im zeitgenössischen Diskurs
  • Solidarität und emanzipatorisches Handeln in einer global vernetzten Welt

Auszug aus dem Buch

III. Historische Faktizität und perspektivische Einschränkung

Für Sartre, dessen Erfahrungen innerhalb des europäischen Faschismus ihn notwendigerweise eine unbeugsame Widerstandshaltung und ein entsprechendes Engagement innerhalb der Résistance wählen ließen, waren mit die größten Gefahren, die für die Freiheit des Einzelnen ausgehen konnten, begründet in staatlicher Gewalt und kolonialistischer Ausbeutung in jedweiger Form. Seine Analyse des Kolonialismus entlarvte dessen System mit ebenso eindringlicher wie erschreckender Klarheit, und knapp 60 Jahre nach dieser vor dem „Aktionskomitee der Intellektuellen gegen die Fortsetzung des Krieges in Nordafrika“ gehaltenen Rede, lässt sich deren Strukturanalyse mühelos auf die aktuell gegenwärtige Situation internationaler Beziehungen übertragen, nur mit dem Unterschied, dass manche Stelle aufgrund von „Understatement“ in der Form nicht mehr publikationsfähig wäre, bzw. dass es dieser spezifischen Mischung von Klarstellungen, Polemik und Konfrontationsdynamik gerade an Vertretern und Zuhörerschaft mangelt.

Dagegen ist es auch heute Gang und Gäbe Absatzmärkte für Exportartikel in ökonomisch instabilen Gebieten strategisch zu nutzen um weitere Abhängigkeiten zu erzeugen, um in weiterer Folge die ökonomische Vorherrschaft mit der politischen Einflussnahme zu koppeln, was derzeit auf dem afrikanischen Kontinent vor allem das klar konturierte Planziel Chinas sein dürfte.

Sartre schildert das kalkulierte Vorgehen der französischen Kolonialherren, deren vorrangiges Ziel die Übernahme des bereits kultivierten fruchtbaren Ackerlandes aus algerischem Besitz war. Zu diesem Zweck waren konfiszieren, sequestrieren oder das aufzwängen des französischen Bürgerlichen Gesetzbuches ebenso recht, wie es - in Folge der Enteignungen und Zerrüttungen der Strukturen - recht willkommen kam, dass ein „riesiges Landproletariat“ entstand, welches nun - am Rande von fortschreitender Verelendung und mit zunehmender Perspektivlosigkeit - zu Niedriglöhnen die Böden bewirtschaftete.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Verunsicherung des modernen Diskurses über Migration ein und legt den theoretischen Rahmen anhand Sartres Existenzphilosophie fest.

II. Historische Faktizität und moralische Reflexionsfähigkeit: Dieses Kapitel thematisiert Sartres Appell zur Freiheit und Verantwortung in konkreten, oft schwierigen Lebenssituationen unter Berücksichtigung historischer und politischer Kontexte.

III. Historische Faktizität und perspektivische Einschränkung: Hier wird Sartres Analyse des Kolonialismus kritisch auf aktuelle internationale Machtstrukturen und ökonomische Ausbeutung übertragen.

IV. Aufeinandertreffende Konstituierungen: Der Abschnitt befasst sich mit der phänomenologischen Begegnung mit dem Fremden und wie sich das Selbst durch den Blick des Anderen konstituiert.

V. Komplikationen und Resultate: Dieses Kapitel reflektiert die Möglichkeiten emanzipatorischen Handelns innerhalb eines durch Grenzen und Hierarchien geprägten globalen Raumes.

VI. Wissensstände getrennter Ebenen: Hier wird untersucht, wie das Subjekt in einer konfliktgeprägten Welt als Objekt erscheinen kann und welche Konsequenzen dies für die Selbstkonstituierung hat.

VII. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Relevanz von Sartres Denken für das Verständnis aktueller Migrationsphänomene zusammen und fordert eine Rückbesinnung auf das verantwortliche Subjekt.

Schlüsselwörter

Existenzialismus, Jean-Paul Sartre, Migration, Freiheit, Verantwortung, Fremdheit, Kolonialismus, Intersubjektivität, Machtstrukturen, Authentizität, Soziale Ontologie, Engagement, Identität, Phänomenologie, Globalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Relevanz der existenzialistischen Philosophie von Jean-Paul Sartre für die Analyse aktueller gesellschaftspolitischer Themen, insbesondere im Kontext von Migration, Flucht und der Begegnung mit dem kulturell Fremden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören Freiheit und Verantwortung des Einzelnen, die phänomenologische Konstituierung des Subjekts durch den Blick des Anderen, die Analyse kolonialer Machtstrukturen sowie Fragen der sozialen Gerechtigkeit und Identität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die philosophischen Positionen Sartres aus dem 20. Jahrhundert zu konturieren, um damit die Herausforderungen und Konflikte der Gegenwart und Zukunft besser erfassen und gliedern zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit folgt einem philosophisch-analytischen Ansatz. Sie stützt sich primär auf die Existenzphilosophie Sartres und setzt diese in Dialog mit phänomenologischen und sozialwissenschaftlichen Theorien sowie aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen und faktischen Bedingungen von Freiheit, die Mechanik des Rassismus und Kolonialismus, die Bedeutung der Interaktion zwischen Subjekten und die Rolle von Medien bei der Konstruktion von Identitäten und Feindbildern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Existenzialismus, Freiheit, Verantwortung, Entfremdung, Kolonialismus, der Blick des Anderen, Identität und Authentizität charakterisiert.

Wie bewertet der Autor Sartres Besuch in Stuttgart Stammheim?

Die Autorin ordnet den Besuch als eine historisch zunehmend fragwürdig erscheinende Geste ein, die zwar als Zeichen der Solidarität gedacht war, aber die problematische Affinität zur Gewalt beinhaltet.

Welche Rolle spielt die "Schlüssellochszene" im Kontext der Arbeit?

Die Schlüssellochszene wird als Beispiel für die Allgegenwärtigkeit einer erweiterten Selbstkonstituierung genutzt, um zu zeigen, wie das Subjekt sich selbst unter der (hypothetischen) Beobachtung anderer erfährt.

Wie verhält sich die im Text erwähnte Technik zur sozialen Spaltung?

Die Arbeit thematisiert den "Digital Divide" als einen antidemokratischen Aspekt, der im 21. Jahrhundert eine neue, tiefgreifende Spaltung zwischen den Menschen und ihren Lebenswelten einfügt.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Jean-Paul Sartres existenzialistische Positionierungen im Kontext der Migrationsbewegungen des 21. Jahrhunderts
Universidad
University of Vienna  (Philosophie)
Calificación
1,0
Autor
Silvia Schiffgen (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
25
No. de catálogo
V450277
ISBN (Ebook)
9783668855380
ISBN (Libro)
9783668855397
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kolonialismus Plurale Freiheitsbegriffe Der Blick des Anderen Das/Der Fremde Xenophobie Frantz Fanon Georg Wilhelm Friedrich Hegel Existenzialismus Migration Kommunitarismus/Liberalismus Colonialism and Neocolonialism Black Skin White Masks Racism and Dehumanization Jean-Paul Sartre Antikolonialismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Silvia Schiffgen (Autor), 2018, Jean-Paul Sartres existenzialistische Positionierungen im Kontext der Migrationsbewegungen des 21. Jahrhunderts, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450277
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  25  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint