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Zwischen Markt und Moral. Ethik und ökonomische Theorie bei Adam Smith

Title: Zwischen Markt und Moral. Ethik und ökonomische Theorie bei Adam Smith

Seminar Paper , 2005 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Benjamin Baum (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Moralphilosoph, Logiker, politischer Ökonom, Soziologe: Das Arbeits- und Interessenspektrum des schottischen Denkers Adam Smith (1723-1790) ist so breit, dass ein einziges Leben kaum ausreicht, es zu füllen. Smith war einer der letzten großen Universalgelehrten vom Schlage eines Gottfried Wilhelm Leibniz oder René Descartes: global denkend, interdisziplinär dozierend.

Die vorliegende Arbeit stellt mit den Themen Ethik, Individuum und Ökonomie die drei Grundpfeiler seines Denkens und ihr oft missverstandenes Zusammenspiel vor und versucht zu zeigen, dass Smith trotz seiner berühmt-berüchtigten Egoismus-Affirmation unter dem Schlagwort der "invisible hand" moralische Prinzipien keineswegs außer Acht lässt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Person

1.1 Biografisches

1.2 Denken

1.3 Werk

2. Zur Historie

2.1 Ein Problem - zwei Lösungen: Merkantilismus vs. Physiokratismus

2.2 Eigennutz und homo oeconomicus: zum Menschenbild des Adam Smith

2.3 Ethik, Markt und Staat: zur Konstruktion des Wealth of Nations

3. Zum Werk

3.1 Grundlage des Smithschen Systems: die Arbeitsteilung

3.2 Neigung zum Tausch und Theorie von Preis und Wert

3.3 Eigeninteresse und invisible hand

3.4 Natürliche Freiheit des Menschen

3.5 Zur Rolle des Staates

3.6 Markt oder Moral: zum ethischen Gehalt der Smithschen Lehre

4. Zur Wirkung

4.1 250 Jahre später: eine kurze Bemerkung zum Adam-Smith-Problem

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die tiefgreifende Verschränkung von ökonomischer Theorie und moralphilosophischen Grundsätzen im Denken von Adam Smith zu analysieren und das verbreitete Bild des rein materialistischen Ökonomen kritisch zu hinterfragen.

  • Die historische Einordnung Smiths zwischen Merkantilismus und Physiokratismus.
  • Die anthropologische Fundierung durch das Konzept des homo oeconomicus.
  • Die Analyse der Arbeitsteilung als zentrales Element seines Wirtschaftssystems.
  • Die Rolle der unsichtbaren Hand und deren ethische Implikationen.
  • Die staatliche Verantwortung im Kontext von Sicherheit, Gerechtigkeit und Infrastruktur.

Auszug aus dem Buch

3.3 Eigeninteresse und invisible hand

Da Smith den Menschen als kalkulierbare Größe begreifen muss, um sein System zum Laufen zu bringen, begründet er die Moral aus dem Egoismus des Einzelnen. „Alle guten Dienste, auf die wir angewiesen sind [...]“, sagt er, „[...] entsprechen letztlich der Eigenliebe und dem Selbstinteresse.“ Das im Wealth of Nations skizzierte System sieht Smith daher konsequenterweise als Kontinuum vieler Egoisten, deren je eigenes Selbstinteresse die Marktgesetze in eine gesellschaftsverträgliche und produktive Form gebracht haben. Deshalb ist der Begriff des Eigennutzes bei Smith keineswegs negativ konnotiert. Eigennutz ist kein Hindernis eines funktionierenden Gemeinwesens, sondern dessen wichtigste Grundlage.

„Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers und Bäckers erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern davon, daß sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Wir wenden uns nicht an ihre Menschen-, sondern an ihre Eigenliebe, und wir erwähnen nicht die eigenen Bedürfnisse, sondern sprechen von ihrem Vorteil.“

Smith macht deutlich, dass sich im Sinne der Arbeitsteilung jeder Produzierende sein Gewerbe nicht aus Nächstenliebe, sondern ob der Aussicht auf größtmöglichen Gewinn ausgesucht und sich damit letztlich nicht aus persönlicher Neigung, sondern qua Gesetz des Marktes auf eine ganz bestimmte Tätigkeit spezialisiert habe. Eine nutzenorientierte Einstellung sei daher keineswegs selbstsüchtig, sondern völlig legitim und wirke in der modernen Tauschgesellschaft als Motor von Fortschritt und Wohlstand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Person: Dieses Kapitel gibt einen biographischen Überblick über das Leben von Adam Smith, seine akademische Prägung und seine Rolle als Universalgelehrter.

2. Zur Historie: Hier wird der historische Kontext beleuchtet, insbesondere die Abgrenzung Smiths zum Merkantilismus und Physiokratismus sowie die Konzeption des homo oeconomicus.

3. Zum Werk: Dieses Kapitel analysiert das theoretische Hauptwerk von Smith, von der Arbeitsteilung über die unsichtbare Hand bis hin zur ethischen Rechtfertigung staatlichen Handelns.

4. Zur Wirkung: Abschließend wird die langjährige Debatte um das sogenannte „Adam-Smith-Problem“ thematisiert, welches die vermeintliche Diskrepanz zwischen Ökonomie und Moral diskutiert.

Schlüsselwörter

Adam Smith, Wohlstand der Nationen, Theorie der moralischen Gefühle, homo oeconomicus, Arbeitsteilung, unsichtbare Hand, Liberalismus, Merkantilismus, Physiokratismus, Markt, Moral, Eigeninteresse, Staatsrolle, Wirtschaftstheorie, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophischen und ökonomischen Fundamente von Adam Smiths Denken und wie er Marktmechanismen mit moralethischen Vorstellungen verbindet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kerngebieten zählen die historische Einordnung der Ökonomie, das Menschenbild des homo oeconomicus und die ethische Rechtfertigung von Marktwirtschaft und Staat.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, dass Adam Smith kein einseitiger Materialist war, sondern seine ökonomischen Theorien fest in einem moralphilosophischen System verankert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine textbasierte, hermeneutische Analyse von Smiths Hauptwerken, um durch den Vergleich mit historischen und zeitgenössischen Diskursen ein differenziertes Bild zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Konzepte der Arbeitsteilung, Preis- und Werttheorie, die Funktion der unsichtbaren Hand sowie die Aufgaben des Staates in der liberalen Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Arbeitsteilung, invisible hand, Eigeninteresse, Liberalismus, Wirtschaftsethik und das Adam-Smith-Problem.

Warum ist das Konzept der Arbeitsteilung für Smith so entscheidend?

Smith sieht in der Spezialisierung den zentralen Motor für die Steigerung der Produktivität und damit den Wohlstand einer Nation, da sie Effizienzgewinne durch Konzentration ermöglicht.

Was bedeutet die „unsichtbare Hand“ in diesem Kontext?

Es beschreibt das Phänomen, dass das individuelle Streben nach Eigeninteresse unbeabsichtigt und automatisch zum gesamtgesellschaftlichen Wohl beiträgt.

Gibt es laut Smith einen Widerspruch zwischen Markt und Moral?

Nein, die Arbeit legt dar, dass Smith Markt und Moral nicht als Gegensatz, sondern als sich wechselseitig bedingende Faktoren eines funktionierenden sozialen Systems betrachtet.

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Details

Title
Zwischen Markt und Moral. Ethik und ökonomische Theorie bei Adam Smith
College
Saarland University  (Philosophisches Insitut)
Course
Proseminar: Traditionen der internationalen Ethik
Grade
1,0
Author
Benjamin Baum (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V45042
ISBN (eBook)
9783638425162
ISBN (Book)
9783638657792
Language
German
Tags
Zwischen Markt Moral Ethik Theorie Adam Smith Proseminar Traditionen Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Baum (Author), 2005, Zwischen Markt und Moral. Ethik und ökonomische Theorie bei Adam Smith, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45042
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