Die Rolle des Geschlechtes und dessen Merkmalszuordnungen, sowie Charakteristik spielt in vielen Bereichen und Lebenslagen eine essentielle Rolle, welches sich auch verschiedene Wissenschaften zu Nutze gemacht haben. Dazu gehört unter anderem die Psychologie, die Soziologie oder die Wirtschaftswissenschaft, welche die verschiedenen Merkmale und Eigenschaften bezogen auf die unterschiedlichen Gegenstandsbereiche thematisieren. Auch für die Pädagogik ist die Rolle des Geschlechtes ein interessanter Untersuchungsgegenstand. So gehört zum Beispiel die Veränderung der Rolle zwischen Männern und Frauen im Bezug auf die Arbeitsteilung zu den am meisten diskutierten Themen, sowohl in den vergangenen Jahren, als auch heute noch. So vollzog sich die Berufswahl in der vergangenen Jahrhunderten aufgrund einer überschaubaren Arbeitswelt und einer Beständigkeit eher auf eine natürliche Weise, welches sich mit dem Hineinwachsen in dessen der Jugendlichen in die Erwachsenenwelt erklärte. Durch einen stetigen Wandel ist dies in der heutigen Zeit jedoch nicht mehr so. Die Untersuchungen gegenwärtig umschließen daher die Erwerbsarbeit, als auch die Hausarbeit, wobei analysiert wird, ob geschlechtstypische Unterschiede bezüglich der Arbeit zu vernehmen sind, oder ob bestimmte Unterschiede nur gewisse Ausnahmefälle darstellen. Dadurch stellen sich ebenso die Fragen, welche Eigenschaften dem jeweiligen Geschlecht zugeordnet werden können, oder inwieweit sich die Bilder, welche die Menschen von den beiden Geschlechtern haben, in den letzten Jahren verändert haben, beziehungsweise ob überhaupt noch ein traditionelles Bild der Geschlechterrolle besteht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Geschlechterrolle
2.1 Die Geschlechterrolle des Mannes
2.2 Die Geschlechterrolle der Frau
3. Faktoren für die Berufs- und Studiengangswahl
3.1 Die Geschlechterrolle im Zusammenhang mit der Berufs-, beziehungsweise Studiengangswahl
4. Berufswahlmodelle
4.1 Das Berufswahlmodell nach John L. Holland
4.2 Das Modell der Laufbahnentwicklung nach Donald Super
5. Die Darstellung der Zusammenhänge an der Studie von Karoline Hentrich
5.1 Die Methode
5.2 Die Operationalisierung der Variablen
5.3 Die Beschreibung der Stichprobe
5.4 Die Ergebnisse der Berufswahlmotive
5.5 Die Zusammenhänge der Vorüberlegungen und der Studie
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Geschlechterrollen und damit verbundenen Stereotypen auf die Berufs- und Studiengangswahl von jungen Erwachsenen. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit geschlechtsspezifische Zuschreibungen die Präferenzen bei der Wahl eines Ausbildungsberufs oder eines Studiums beeinflussen und ob sich diese theoretischen Annahmen in empirischen Daten widerspiegeln.
- Analyse der historischen und sozialen Konstruktion der Geschlechterrollen.
- Untersuchung zentraler Einflussfaktoren auf den individuellen Berufswahlprozess.
- Vorstellung und kritische Betrachtung der Berufswahlmodelle von John L. Holland und Donald Super.
- Empirische Überprüfung von Berufswahlmotiven anhand der Studie von Karoline Hentrich.
- Gegenüberstellung von stereotypen Zuschreibungen und der tatsächlichen Wahlentscheidung.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Geschlechterrolle im Zusammenhang mit der Berufs-, beziehungsweise Studiengangswahl
Im Ansatz wurden im Vorfeld schon vereinzelte Gründe für die Berufswahl auch im Hinblick auf Geschlechterdifferenzen aufgezeigt, jedoch bezog sich dies nur auf die Gründe für die Wahl eines Berufes. Im nachfolgenden soll nun darauf Bezug genommen werden, welche Berufe, Ausbildungsplätze oder Studiengänge von Männern und Frauen am häufigsten gewählt werden, wodurch sich eventuelle Rückschlüsse auf die Motive der Wahl erfassen lassen.
Zahlreiche Statistiken weisen unterschiedliche Analysen hinsichtlich des Arbeitsmarktes auf, so auch im Bezug auf die geschlechtsspezifische Berufswahl. Das statistische Bundesamt veröffentlichte zum Beispiel 2013 eine Statistik mit Informationen darüber, welche Ausbildungsberufe in Deutschland am häufigsten gewählt wurden, wobei auch hier eine Einteilung nach Geschlechtern erfolgte. Die Ergebnisse lassen erkennen, dass Kaufmann, beziehungsweise Kauffrau im Einzelhandel zu dem beliebtesten Ausbildungsberuf zählt, wobei unter den 20 beliebtesten Ausbildungen der Elektroniker, beziehungsweise die Elektronikerin für Betriebstechnik zu den am wenigsten gemochten Berufen gehört (vgl. Statistisches Bundesamt, 2013, S. 29). Die Popularität der Ausbildungsberufe lässt sich an der Anzahl der Auszubildenden und ihrer Wahl ableiten, wobei starke Unterschiede hinsichtlich des Geschlechtes zu erkennen sind. Starke Differenzen sind so zum Beispiel bei dem Ausbildungsberuf des Kraftfahrzeugmechatronikers zu vernehmen, wobei sich schon vermuten lässt, in welche Richtung diese Differenz geht. Mit 60921 Männern und nur 2034 Frauen wird diese Ausbildung von Männern dominiert. Weitere Ausbildungen, welche ein ähnliches Bild zeigen, sind unter anderem Industriemechaniker/in, Elektroniker/in, Anlagemechaniker/in für Sanitär-, Heizungs-, und Klimatechnik, Fachinformatiker/in, Mechatroniker/in und Fachkraft für Lagerlogistik (vgl. Statistisches Bundesamt, 2013, S. 29).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Geschlechterrollen in der Berufswahl ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung sowie das Ziel der Arbeit.
2. Die Geschlechterrolle: In diesem Kapitel wird das Konzept der Geschlechterrolle als soziale Konstruktion definiert und die unterschiedlichen Zuschreibungen für Mann und Frau erläutert.
3. Faktoren für die Berufs- und Studiengangswahl: Dieses Kapitel behandelt die Vielzahl an einflussnehmenden Merkmalen auf die Wahlentscheidung, von persönlichen Kompetenzen bis hin zu externen Bedingungen.
4. Berufswahlmodelle: Hier werden die theoretischen Ansätze von John L. Holland und Donald Super vorgestellt, die als Erklärungsmodelle für berufliche Präferenzen dienen.
5. Die Darstellung der Zusammenhänge an der Studie von Karoline Hentrich: Dieses Kapitel stellt eine quantitative Untersuchung vor, die den Zusammenhang zwischen geschlechtsspezifischen Motiven und der tatsächlichen Berufsentscheidung analysiert.
6. Resümee: Das Resümee fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und diskutiert kritisch, inwieweit die theoretischen Rollenbilder durch die empirischen Befunde bestätigt werden.
Schlüsselwörter
Berufswahl, Studiengangswahl, Geschlechterrolle, Geschlechterstereotypen, Berufswahlmotive, Arbeitsmarkt, Sozialisation, Karoline Hentrich, Berufswahlmodell, John L. Holland, Donald Super, geschlechtsspezifische Differenzen, Ausbildungsberufe, Identitätsentwicklung, Berufswahlprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von Geschlechterrollen auf die Berufs- und Studiengangswahl junger Erwachsener und untersucht, ob geschlechtsspezifische Stereotype die Wahlentscheidungen beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die soziale Konstruktion von Geschlecht, verschiedene psychologische Berufswahltheorien sowie eine empirische Analyse von Berufsmotiven.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu erforschen, ob und inwieweit geschlechtsspezifische Unterschiede in den Vorstellungen und Werten bei der Berufs- und Studienwahl tatsächlich existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Modelle und Theorien sowie auf die Auswertung einer quantitativen Studie von Karoline Hentrich.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Geschlechterrollen, die Darstellung von Berufswahlmodellen und die Analyse der empirischen Studie zu Berufsmotiven.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Berufswahl, Geschlechterstereotypen, Sozialisation und Berufswahlmodellen charakterisieren.
Wie unterscheiden sich die Berufswahlmotive von Männern und Frauen laut der zitierten Studie?
Die Studie zeigt, dass Frauen häufiger soziale Motive wie den Kontakt mit anderen Menschen angeben, während Männer häufiger praktische Tätigkeiten und fachliche Aufgaben in den Vordergrund stellen.
Welche Rolle spielt das Modell von John L. Holland für diese Analyse?
Das Modell von Holland hilft dabei, individuelle Interessen mit spezifischen beruflichen Umwelten abzugleichen, wobei die Arbeit kritisch prüft, ob diese Typisierungen unabhängig vom Geschlecht funktionieren.
- Citar trabajo
- Adeline Halbing (Autor), 2017, Wahrnehmungen geschlechtsspezifischer Differenzen bezüglich der Berufs- und der Studiengangswahl, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450452