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Michael Walzer und John Rawls als Vertreter des Kommunitarismus bzw. des Politischen Liberalismus

Title: Michael Walzer und John Rawls als Vertreter des Kommunitarismus bzw. des Politischen Liberalismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Monika Faerber (Author)

Theology - Systematic Theology
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Mittlerweile sind es die Bundesbürger gewöhnt, mit Schlagzeilen wie „Sozialausgaben klettern auf Rekordhöhe“ umzugehen. Doch was ist passiert, dass das wohlfahrtsstaatliche Prinzip, das Hand in Hand mit der europäischen Moderne ging, allmählich nicht mehr funktioniert?
Als durch die Industrialisierung und der liberal-kapitalistischen Markwirtschaft eine immer stärker werdende Form von Existenzunsicherheit expandierte, wurden auf diese Entwicklungen mit dem System des modernen Wohlfahrtsstaats geantwortet. Die sozialpolitischen Maßnahmen waren der „Versuch, die soziale Existenz der von diesem umfassenden Wandel betroffenen Menschen zu sichern und so gleichzeitig die bestehende Ordnung von Gesellschaft, Wirtschaft und Staat gegen revolutionäre Umbrüche zu schützen“. Daraus ergibt sich die institutionelle Übernahme einer legalen und damit einer formalen Verantwortung einer Gesellschaft für das Wohlergehen ihrer Mitglieder in grundlegenden Belangen. So viel positive Effekte diese Definitionen auch versprechen wollen, so werden dennoch an dieser Stelle die Probleme der heutigen Zeit deutlich: Denn was besagt der Ausdruck der „grundlegenden Belange“ und wer hat diese Verantwortung zu übernehmen. Anscheinend bedarf es eines immer höher dotierten Transferbetrags pro Einwohner, um die Marktergebnisse zu. Durch einen solchen Eingriff untergräbt man aber auch das ökonomische System, dessen Effizienz geschwächt wird.
Zunächst aber noch zur Frage, wer diese Verantwortung übernehmen soll. (Neo-)Liberale fordern zunehmend vehement eine verstärkte Eigenverantwortung. Aus rein ökonomischen Gedankengut heraus, stellt diese Variante eine plausible Lösung dar: Wenn der Markt mit seinen gewinnmaximierenden Individuen die beste Lösung ökonomischer Probleme ist, so könnte dieses Schema auch für den sozialpolitischen Bereich gelten.
An diesen beiden Fragestellungen wird schon sichtbar, dass das Verhältnis von Wirtschafts- und Sozialpolitik ein spannungsgeladenes darstellt. Welche Ansätze liefert die Philosophie, um die Kluft zwischen Markt und Moral abzuschwächen bzw. dass sich beide Elemente sogar gegenseitig etwas bringen können. Als nächstes möchte ich in meiner Arbeit, die Grundlagen des Kommunitarismus aufzeigen, diese mit der Philosophie von Walzer noch präzisieren. Demgegenüber stelle ich den politischen Liberalismus vor, der mitunter von John Rawls geprägt wurde und somit sollen auch dessen Gedanken in dieser Arbeit vorgestellt werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Moral und Markt – zwei unüberbrückbare Gegensätze

2. Kommunitarismus und Politischer Liberalismus

2.1 Definition und Grundlagen des Kommunitarismus

2.2 Michael Walzers „Wiederholender Universalismus“

2.3 Der politische Liberalismus

2.4 John Rawls und die Versöhnung Freiheit und Gleichheit

3. Die praktischen Aufgaben der vorgestellten philosophischen Strömungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das spannungsgeladene Verhältnis zwischen Wirtschafts- und Sozialpolitik unter Rückgriff auf die philosophischen Strömungen des Kommunitarismus und des Politischen Liberalismus. Ziel ist es, Ansätze zu finden, um die Kluft zwischen marktwirtschaftlichen Anforderungen und moralisch-sozialen Grundlagen moderner Gesellschaften durch die Theorien von Michael Walzer und John Rawls zu überbrücken.

  • Analyse der Wohlfahrtsstaatlichkeit und ihrer aktuellen Problematiken.
  • Grundlagen und zentrale Forderungen des Kommunitarismus.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Michael Walzers „wiederholendem Universalismus“.
  • Einführung in den Politischen Liberalismus und John Rawls' „Theorie der Gerechtigkeit“.
  • Übertragbarkeit philosophischer Konzepte auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen.

Auszug aus dem Buch

1. Markt und Moral – zwei unüberbrückbare Gegensätze?

Mittlerweile sind es die Bundesbürger gewöhnt, mit Schlagzeilen wie „Sozialausgaben klettern auf Rekordhöhe“ umzugehen. Auf lieb gewonnene Sicherheiten ist kein Verlaß mehr und die von vielen Teilen der Bevölkerung kritisierten Hartz-Vorstöße werden zur Senkung der Sozialausgaben eingeführt. Doch was ist passiert, dass das wohlfahrtsstaatliche Prinzip, das Hand in Hand mit der europäischen Moderne ging, allmählich nicht mehr funktioniert?

Als durch die Industrialisierung und der liberal-kapitalistischen Markwirtschaft eine immer stärker werdende Form von Existenzunsicherheit expandierte, wurden auf diese Entwicklungen mit dem System des modernen Wohlfahrtsstaats geantwortet, der wichtige Teile der Arbeits- und Lebensbedingungen breiter Bevölkerungskreise regulierte. Die sozialpolitischen Maßnahmen waren der „Versuch, die soziale Existenz der von diesem umfassenden Wandel betroffenen Menschen zu sichern und so gleichzeitig die bestehende Ordnung von Gesellschaft, Wirtschaft und Staat gegen revolutionäre Umbrüche zu schützen“.

Daraus ergibt sich die institutionelle Übernahme einer legalen und damit einer formalen Verantwortung einer Gesellschaft für das Wohlergehen ihrer Mitglieder in grundlegenden Belangen. So viel positive Effekte diese Definitionen auch versprechen wollen, so werden dennoch an dieser Stelle die Probleme der heutigen Zeit deutlich: Denn was besagt der Ausdruck der „grundlegenden Belange“ und wer hat diese Verantwortung zu übernehmen. Anscheinend bedarf es eines immer höher dotierten Transferbetrags pro Einwohner, um die Marktergebnisse zu korrigieren und damit dem Wirtschaftswachstum einen sozialen Ausgleich gegenüber zu stellen. Durch einen solchen Eingriff untergräbt man aber auch das ökonomische System, da so die Lohnnebenkosten steigen. Die ökonomische Effizienz wird geschwächt und damit unmittelbar verbunden reduziert sich auch der Spielraum, sozialen Frieden zu stiften.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Moral und Markt – zwei unüberbrückbare Gegensätze: Das Kapitel beleuchtet die Krise des wohlfahrtsstaatlichen Prinzips angesichts ökonomischer Herausforderungen und hinterfragt die Verantwortung der Gesellschaft für das Wohlergehen ihrer Mitglieder.

2. Kommunitarismus und Politischer Liberalismus: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Kommunitarismus und des Politischen Liberalismus eingeführt sowie die Positionen von Michael Walzer und John Rawls einander gegenübergestellt.

2.1 Definition und Grundlagen des Kommunitarismus: Dieser Abschnitt definiert den Kommunitarismus als heterogene Strömung, die sich vom methodologischen Individualismus distanziert und die Bedeutung der Gemeinschaft für die Moralfähigkeit des Individuums hervorhebt.

2.2 Michael Walzers „Wiederholender Universalismus“: Das Kapitel erörtert Walzers Kritik an abstrakt-rationalen Gerechtigkeitstheorien und führt sein Konzept eines Universalismus ein, der aus lokalen Traditionen und partikularen Lebensformen heraus entsteht.

2.3 Der politische Liberalismus: Dieser Teil beschreibt die intellektuelle Tradition des Liberalismus als Reaktion auf historische Krisen und skizziert den Fokus auf eine rationale Begründung des Politischen unter gesellschaftlichen Bedingungen.

2.4 John Rawls und die Versöhnung Freiheit und Gleichheit: Das Kapitel analysiert Rawls' „Theory of Justice“ als Gegenentwurf zum Utilitarismus und erläutert seine Gerechtigkeitsprinzipien sowie das Gedankenexperiment des „Schleiers des Nichtwissens“.

3. Die praktischen Aufgaben der vorgestellten philosophischen Strömungen: Der Autor reflektiert über die Anwendbarkeit der diskutierten Gerechtigkeitstheorien auf die praktische Politik und den deutschen Sozialstaat, etwa durch Bürgerengagement und gemeinschaftliche Eigeninitiativen.

Schlüsselwörter

Kommunitarismus, Politischer Liberalismus, John Rawls, Michael Walzer, Gerechtigkeit, Sozialstaat, Moral, Gemeinschaft, Gesellschaftsvertrag, Subsidiarität, Primärgüter, Solidarität, Gerechtigkeit als Fairness, Bürgerengagement, Wertgrundlagen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen ökonomischer Effizienz in der Marktwirtschaft und moralisch-sozialen Verpflichtungen des Wohlfahrtsstaates aus der Perspektive kommunitaristischer und liberaler Theorien.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Gerechtigkeit, der Rolle der Gemeinschaft gegenüber dem Individuum und der praktischen Reformierbarkeit des Sozialstaates.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, welche philosophischen Ansätze (insb. von Walzer und Rawls) dazu beitragen können, die Kluft zwischen Markt und Moral zu verringern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine philosophisch-theoretische Analyse und vergleicht die Ansätze von Michael Walzer (Kommunitarismus) und John Rawls (Politischer Liberalismus), um diese auf ihre praktische Anwendbarkeit in der Politik zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen beider Strömungen dargelegt, kritisch diskutiert und schließlich im Kontext konkreter gesellschaftlicher Herausforderungen in Deutschland evaluiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe Gerechtigkeitstheorie, Kommunitarismus, Liberalismus, Sozialstaat, Moral und Gemeinschaft definieren.

Wie unterscheidet Walzer seine Form des Universalismus von anderen?

Walzer entwickelt den „wiederholenden Universalismus“, der sich nicht von außen oktroyiert, sondern aus dem Inneren der lokalen Traditionen und Kulturen speist, um die Gefahr eines naiv-idealistischen Universalismus zu vermeiden.

Welche Rolle spielt der „Schleier des Nichtwissens“ bei John Rawls?

Der „Schleier des Nichtwissens“ ist ein Gedankenexperiment, bei dem Individuen in einem Urzustand keine Kenntnis über ihre eigene soziale Position oder Identität haben, um eine gerechte Verteilung von Grundgütern sicherzustellen.

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Details

Title
Michael Walzer und John Rawls als Vertreter des Kommunitarismus bzw. des Politischen Liberalismus
College
University of Regensburg  (Theologische Anthropologie und Wertevermittlung)
Course
Hauptseminar
Grade
1,3
Author
Monika Faerber (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V45055
ISBN (eBook)
9783638425285
ISBN (Book)
9783640203550
Language
German
Tags
Michael Walzer John Rawls Vertreter Kommunitarismus Politischen Liberalismus Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Monika Faerber (Author), 2004, Michael Walzer und John Rawls als Vertreter des Kommunitarismus bzw. des Politischen Liberalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45055
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