Diese Arbeit behandelt die wissenschaftliche Kontroverse zwischen Margaret Mead und Derek Freeman, die zu einer art Krise der Ethnologie führte. Mead zeichnet in Ihrem Bestseller „Coming of Age in Samoa“ das Bild einer Südseeromantik. Sie setzt den zum Teil schweren Identitätskrisen amerikanischer Jugendlicher eine angeblich unbeschwerte Pubertät der SamoanerInnen gegenüber und trägt hiermit zur Begründung des Kulturdeterminismus durch Franz Boas bei. Vierzig Jahre später führt der Australier Derek Freeman eine „restudy“ auf Samoa durch und wirft Mead maßlose Übertreibungen und Heuchelei vor. Er revidiert nahezu alle ihrer Darstellungen und versucht so den Kulturdeterminismus zu widerlegen. Anhand dieser Debatte zeigt die Arbeit, wie wichtig es ist quellenkritisch zu arbeiten und welche Einflussfaktoren wir als Ethnologen besonders berücksichtigen müssen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Margaret Mead unter dem Einfluss von Franz Boas
- Coming of Age in Samoa
- Margaret Meads Schlussfolgerungen
- Die Resonanz auf ihr Buch
- Derek Freemans Kritik an Margaret Mead
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die wissenschaftliche Kontroverse zwischen Margaret Mead und Derek Freeman, die zu einer Krise der Ethnologie führte. Der Fokus liegt auf Meads Werk "Coming of Age in Samoa", in dem sie das Bild einer unbeschwerten Pubertät in Samoa zeichnet und damit den Kulturdeterminismus nach Franz Boas untermauert. Freeman widerlegt diese Darstellung in seiner "Restudy" und stellt die Glaubwürdigkeit von Meads Forschung in Frage.
- Die Kontroverse zwischen Margaret Mead und Derek Freeman
- Der Kulturdeterminismus und seine Kritik
- Die Darstellung der Samoaner in "Coming of Age in Samoa"
- Die Auswirkungen der Kontroverse auf die Ethnologie
- Die Bedeutung der Feldforschung in der Ethnologie
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet eine Einleitung in die wissenschaftliche Kontroverse zwischen Margaret Mead und Derek Freeman und stellt den historischen Kontext der Forschung dar. Es beleuchtet Meads Werk "Coming of Age in Samoa" und seine Bedeutung für die Entwicklung des Kulturdeterminismus. Das zweite Kapitel untersucht den Einfluss Franz Boas auf Margaret Meads Arbeit und ihre frühen Forschungen. Das dritte Kapitel behandelt Meads Werk "Coming of Age in Samoa" im Detail, einschließlich der Darstellung der Erziehung und des Sexualverhaltens der Samoaner.
Schlüsselwörter
Kulturdeterminismus, Ethnologie, Feldforschung, Margaret Mead, Derek Freeman, Samoa, "Coming of Age in Samoa", Pubertät, Sexualität, Erziehung, Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was war der Kern der Mead-Freeman-Kontroverse?
Es ging um die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit von Margaret Meads Werk über Samoa. Derek Freeman warf ihr vor, die Realität verzerrt und die Unbeschwertheit der samoanischen Jugend erfunden zu haben.
Welches Bild zeichnete Margaret Mead in "Coming of Age in Samoa"?
Mead beschrieb die Pubertät in Samoa als eine Zeit ohne Identitätskrisen und sexuelle Beschränkungen, im Gegensatz zur problematischen Jugend im damaligen Amerika.
Was ist Kulturdeterminismus?
Es ist die Theorie, dass das Verhalten und die Persönlichkeit des Menschen primär durch seine Kultur und Erziehung geprägt werden, nicht durch biologische Faktoren.
Warum ist quellenkritisches Arbeiten in der Ethnologie so wichtig?
Die Kontroverse zeigt, dass Forscher durch ihre eigenen Theorien oder Erwartungen (wie die von Franz Boas) beeinflusst werden können, was die Ergebnisse der Feldforschung verfälschen kann.
Welche Auswirkungen hatte die Debatte auf die Wissenschaft?
Sie führte zu einer Krise der Ethnologie und einer intensiven Diskussion über die Methoden der Feldforschung und die Objektivität wissenschaftlicher Beobachtungen.
- Arbeit zitieren
- Lotte von Lignau (Autor:in), 2005, Die Instrumentalisierung von Kindern und Jugendlichen in der Mead-Freeman Kontroverse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45058