In einer zunehmend komplexen, schnelllebigen und globalisierten Wirtschaftswelt ist es für Unternehmen heute mit großen Herausforderungen verbunden, Schritt zu halten. Wachsender Wettbewerb, sich wandelnde Konsummuster, kürzere Produktlebenszyklen, die fortschreitende technologische Entwicklung und sich verändernde politische Rahmenbedingungen weltweit tragen zu großen Teilen zu diesen Herausforderungen bei. Die Flexibilität hat sich im Rahmen dieser Entwicklungen zu einem entscheidenen Wettbewerbsfaktor entwickelt. Sie verlangt veränderte Organisationsstrukturen, eine Hürde, die häufig als hoch empfunden wird, weshalb oberflächliche Änderungen häufig favorisiert werden. Eine tiefergehende Strukturveränderung, die horizontal, also prozessorientiert, gestaltet ist, kann jedoch den eben genannten externen Einflüssen erfolgreich entgegenwirken und so zu einer hohen Flexibilität verhelfen. Als Hilfestellung für die Integration von prozessorientiertem Denken wurden mittlerweile verschiedene Referenzmodelle entwickelt, die sich an bestimmten Normen orientieren. Sie können darüber hinaus dazu dienen, Leistungen im Rahmen dieser Standards zu bewerten und zu vergleichen. In diesem Aufsatz soll die Bedeutung der Referenzmodelle der European Foundation for Quality Management (EFQM) und das Capability Maturity Model Integration (CMMI) für das Prozessmanagement in Unternehmen untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Aufbau der Arbeit
2. Definition Prozessmanagement
3. Referenzmodelle EFQM und CMMI
3.1. European Foundation for Quality Management-Modell
3.2. Capability Maturity Model Integration
4. Eignung der Modelle für Prozessmanagement
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der beiden Referenzmodelle European Foundation for Quality Management (EFQM) und Capability Maturity Model Integration (CMMI) für das Prozessmanagement in Unternehmen, um deren Eignung zur Optimierung prozessorientierter Strukturen zu bewerten.
- Grundlagen und Definition des Prozessmanagements
- Struktur und Funktionsweise des EFQM-Modells
- Methodik und Reifegradkonzept des CMMI-Modells
- Vergleichende Einschätzung der Modelle hinsichtlich der Prozesssteuerung
- Potenziale zur Steigerung von Qualität und Effizienz durch Referenzmodelle
Auszug aus dem Buch
3.2. Capability Maturity Model Integration
Die Entwicklung des CMMI wurde angesichts der zunehmenden Bedeutung von Software und Systementwicklung im Militärsektor initiiert, ist in seiner heutigen, integrierten Form aber als Referenzmodell für unterschiedliche Anwendungsgebiete nützlich. Es setzt sich aus der Produktenwicklung (CMMI-DEV), dem Produkteinkauf (CMMI-ACQ), der Serviceerbringung (CMMI-SVC) und dem Mitarbeiterumgang (People CMM) zusammen (vgl. CMMI 2010, 6). Grundsätzlich soll es der kontinuierlichen Prozess- und Softwareverbesserung dienen, die wiederum zu einer Produktverbesserung führt. Für das Prozessmanagement ist vor alle das Anwendungsgebiet Produktentwicklung interessant, weshalb darauf im folgenden näher eingegangen wird.
Das CMMI verfügt über zwei Darstellungsformen, die jeweils einem anderen Zweck dienen. Die kontinuierliche Darstellungsform ermöglicht die Einschätzung des Leistungsstandes von einzelnen Prozessbereichen, von denen vier unterschieden werden; Prozessmanagement, Projektmanagement, Engineering und unterstützende Prozessbereiche (vgl. CMMI 2013, 27). Sie sind durch die Zusammenfassung ähnlicher Praktiken zu einem Thema charakterisiert (vgl. Broy & Kuhrmann 2013, 349). Die Leistung innerhalb dieser Prozessbereiche kann mithilfe von Fähigkeitsgraden gemessen werden (ebd.), zu deren Erreichen das Verfolgen spezifischer und generischer Ziele und das Umsetzen spezifischer und generischer Praktiken erforderlich ist. Generische Ziele und Praktiken können mehrere Prozessbereiche gleichzeitig betreffen, sie schaffen die Voraussetzungen, um spezifische Ziele definieren zu können (vgl. CMMI 2010, 12)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen in einem komplexen Wirtschaftsumfeld und stellt die Relevanz der Referenzmodelle EFQM und CMMI für eine prozessorientierte Unternehmensgestaltung dar.
2. Definition Prozessmanagement: Dieses Kapitel erläutert den Begriff Prozessmanagement auf Basis theoretischer Definitionen und beschreibt dessen Nutzen für die Steigerung von Effizienz und Wettbewerbsvorteilen.
3. Referenzmodelle EFQM und CMMI: Hier werden die beiden Modelle detailliert analysiert, wobei der Fokus insbesondere auf den spezifischen Prozesskomponenten und Anforderungen der Modelle liegt.
4. Eignung der Modelle für Prozessmanagement: Das Kapitel vergleicht die Anwendungsbereiche und die Flexibilität beider Modelle hinsichtlich ihrer Eignung als Instrument zur Prozessoptimierung in der Praxis.
5. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Eignung beider Modelle zusammen und gibt eine Empfehlung, welches Modell für unterschiedliche Unternehmenstypen wertvollere Unterstützung bietet.
Schlüsselwörter
Prozessmanagement, EFQM, CMMI, Referenzmodell, Geschäftsprozessmanagement, Qualitätsmanagement, Prozessoptimierung, Reifegradmodell, Unternehmensexzellenz, Standardprozesse, Prozessleistung, Prozessverbesserung, Digitalisierung, Effizienz, Wettbewerbsvorteil
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und Eignung der Referenzmodelle EFQM und CMMI als Hilfsmittel zur Implementierung und Optimierung von Prozessmanagement in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Prozessmanagements, die detaillierte Darstellung der Funktionsweise von EFQM und CMMI sowie der Vergleich ihrer Anwendungsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, wie die Modelle EFQM und CMMI Unternehmen dabei unterstützen können, prozessorientiertes Denken zu integrieren und die Prozessleistung nachhaltig zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Standards und einschlägigen Referenzmodellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Begriff Prozessmanagement definiert, die Modelle EFQM und CMMI detailliert beschrieben und ihre Eignung zur Prozessgestaltung kritisch gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Prozessmanagement, Referenzmodelle, EFQM, CMMI, Qualitätsmanagement und Prozessoptimierung.
Wie unterscheidet sich die Bewertung bei EFQM und CMMI?
EFQM nutzt eine Selbstbewertung mit Fokus auf ganzheitliche Unternehmensbereiche, während CMMI auf formalisierbare Reifegrade setzt, die oft durch externe Zertifizierungen überprüft werden.
Warum könnte CMMI für IT-Unternehmen besonders relevant sein?
Da CMMI ursprünglich aus dem Bereich der Softwareentwicklung stammt, ist es für Branchen mit hohem Automatisierungsgrad oder komplexen IT-Prozessen besonders als Leitfaden geeignet.
Welche Rolle spielt die Flexibilität in den Modellen?
EFQM bietet einen holistischen, freieren Rahmen für die Selbstentwicklung, während CMMI durch das kontinuierliche Modell eine flexiblere Auswahl spezifischer Prozessbereiche ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Christoph Donner (Autor:in), 2018, Bedeutung des EFQM-Modells und des CMMI-Modells für das Prozessmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450616