Diese Arbeit beschäftigt sich mit den geschichtlichen Ereignissen, die seit der Verkündung der Unabhängigkeit 1945 stattfanden. Der Anspruch der Arbeit liegt darin, einen Überblick zu vermitteln und aufgrund der Fülle der Ereignisse können viele nur sehr verkürzt dargestellt bzw. genannt werden. Trotz allem soll hier versucht werden, die komplexen Zusammenhänge verständlich darzustellen. Die Gliederung folgt einer Dreiteilung. Die Ära Sukarno ist geprägt von den Bemühungen, aus einem heterogenen Vielvölker Archipel eine nationale Identität zu schaffen und vor allem seit 1959 von einer Hinwendung zu einer verstärkten Autoritätsherrschaft („guided Democracy“), gepaart mit kommunistischem Machtzuwachs. Die Ära Suharto (1966) beginnt mit blutigen Massakern. Die Demokratie leidet unter der starken politischen Repression, während die Wirtschaft durch ausländisches Kapital angeheizt wird. Es lässt sich eine politische Instrumentalisierung der Kultur beobachten. Der jahrzehntelange Boom endet, gegen Ende seiner Herrschaft, im Kollaps, der ihn schließlich auch zu Fall bringt. Die Zeit danach ist von verschiedenen Personen geprägt. Bemühungen um Reformen und mehr Demokratie haben eingesetzt. Um die Probleme des heutigen Indonesiens zu verstehen, muss man die Geschichte als einen wichtigen Faktor heranziehen. Politischer und kultureller Wandel hängen zum Großteil vom Verlauf dieser Geschichte ab. Im Schluss werden einige der anstehenden Aufgaben für die indonesische Republik aufgezählt (kein Anspruch auf Vollständigkeit) und Erklärungen zur Literatur gegeben. Für Abkürzungen von z.B. Partei- oder Organisationsnamen wurden, je nach Verständlichkeit für deutsche Leser, die deutschen, englischen oder indonesischen Bezeichnungen gewählt.
Inhaltsverzeichnis
I: Einleitung
II: Die Ära Sukarno
a.) Die Geburt der Republik - Der Kampf um die Unabhängigkeit (1945-1949)
b.) Entwicklung seit der offiziellen Unabhängigkeit (1949), Parteienvielfalt, „guided democracy“, wirtschaftlicher Niedergang und Unruhen
c.) Das Ende Sukarnos, Massaker und der Aufstieg Suhartos
III: Die Ära Suharto (1966-1998)
a.) Wirtschaftlicher Aufschwung und politische Unterdrückung
b.) Politik und Kultur
c.) Der Fall Suhartos
IV: Die neue Zeit (1998-20XX)
V: Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über die komplexe geschichtliche Entwicklung Indonesiens seit der Proklamation der Unabhängigkeit im Jahr 1945 zu geben. Dabei wird untersucht, wie politischer und kultureller Wandel durch die Herrschaftsepochen von Sukarno und Suharto sowie den anschließenden Reformprozess geprägt wurden, um die Herausforderungen des heutigen Indonesiens besser verstehen zu können.
- Analyse der Ära Sukarno und des Konzepts der „guided democracy“.
- Untersuchung der Ära Suharto, geprägt durch wirtschaftlichen Aufschwung und politische Unterdrückung.
- Betrachtung der Rolle von Kultur, Sprache und Staatsideologie im „nation building“-Prozess.
- Analyse der politischen Transformation und der Krisenbewältigung nach 1998.
- Diskussion über regionale Autonomiebestrebungen und die Herausforderungen der indonesischen Einheit.
Auszug aus dem Buch
a.) Die Geburt der Republik - Der Kampf um die Unabhängigkeit (1945-1949)
Kurz vor Ende des II Weltkrieges hatte die japanische Besatzungsmacht, die die nationalistische Bewegung förderte, ein Komitee eingesetzt, das sich mit Fragen einer möglichen Unabhängigkeit Indonesiens auseinandersetzen sollte. Dabei ging es um das zukünftige Territorium, ethnische Minderheiten, Religion, sowie wirtschafts- und finanzpolitische Themen. Mit der Einrichtung des Komitees wollten die Japaner die neu aufflammenden Nationalbewegungen beruhigen.
Dieses Komitee einigte sich sehr schnell auf die grundlegenden Eckpfeiler des Indonesischen Nationalstaates. Es wurde eine Präsidialdemokratie gewählt und sich schließlich für die Übernahme des Gebietes von „Niederländisch – Indien“ entschieden.
Die Frage der Religion spielt eine wichtige Rolle in Indonesien. Forderungen, die Verfassung an der Scharia (islamisches Gesetz) zu orientieren (der Anteil der islamischen Bevölkerung lag damals bei ca.: 87 %), wurden vehement von Christen, der weltlichen Elite und modernisierungswilligen Muslimen abgelehnt. Sukarno gelang es den Streit beizulegen, indem er die Staatsphilosophie „Pancasila“ verkündete. Diese bildet das ideologische Fundament des Indonesischen Staates bis heute. Die fünf Prinzipien (fünf Säulen) sollen hier nur kurz vorgestellt werden. Sie sind alle miteinander verknüpft und sollten nicht getrennt voneinander betrachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
I: Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Gliederung der Arbeit und erläutert den Anspruch, die komplexe indonesische Geschichte seit 1945 trotz der Fülle an Ereignissen verständlich darzustellen.
II: Die Ära Sukarno: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der Republik, den Unabhängigkeitskampf sowie die Hinwendung Sukarnos zu einer autoritären „guided democracy“ bis zu seinem Sturz.
III: Die Ära Suharto (1966-1998): Hier wird die Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs unter dem „New Order“-Regime analysiert, die gleichzeitig von massiver politischer Unterdrückung, Korruption und der Instrumentalisierung der Kultur begleitet war.
IV: Die neue Zeit (1998-20XX): Dieses Kapitel beschreibt die politische Neuordnung Indonesiens nach dem Fall Suhartos, inklusive der Präsidentschaftswechsel und der Herausforderungen durch regionale Konflikte.
V: Schluss: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass die historische Prägung durch die langen Herrschaftszeiten bis heute nachwirkt und identifiziert zentrale Aufgaben für die Zukunft des Landes.
Schlüsselwörter
Indonesien, Sukarno, Suharto, Unabhängigkeit, Pancasila, guided democracy, New Order, Nation Building, politische Unterdrückung, wirtschaftlicher Aufschwung, Reformasi, Westpapua, Osttimor, Islam, kultureller Wandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der geschichtlichen Entwicklung Indonesiens von der Unabhängigkeitserklärung 1945 bis in die Gegenwart.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Herrschaftsperioden von Sukarno und Suharto, die Rolle der indonesischen Staatsideologie Pancasila sowie die politische und kulturelle Transformation des Archipels.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über die komplexen historischen Prozesse zu vermitteln, um die heutigen politischen und gesellschaftlichen Probleme Indonesiens besser einordnen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die durch Informationen aus Fachpublikationen und offizielle Internetquellen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert und behandelt die Ära Sukarno, das Regime Suhartos sowie die Reformzeit nach 1998.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Indonesien, Unabhängigkeit, Pancasila, Nation Building und politische Transformation.
Welche Bedeutung hat das Konzept der „Pancasila“ für den indonesischen Staat?
Die Pancasila bildet das ideologische Fundament des Staates und soll die fünf Säulen der nationalen Identität in einem heterogenen Vielvölkerstaat vereinen.
Wie hat sich die Rolle des Islams unter Suharto verändert?
Der Islam wurde zunächst stark entpolitisiert, erlangte jedoch im späteren Verlauf der Herrschaft Suhartos, der sich um neue Unterstützung bemühte, wieder Bedeutung als politische und intellektuelle Kraft.
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- Dominque Buchmann (Author), 2004, Indonesien - Geschichtliche Entwicklung Indonesiens seit der Verkündung der Unabhängigkeit (1945), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45064