Die Arbeit liefert ein Stundenprotokll, das sich mit der Aufklärung im Sinne des "Zeitalters der Kritik" auseinandersetzt. Zudem wird Lessings Nachlassschrift "Der Recensent darf nicht besser wissen, was er tadelt" analysiert.
Gegenstand der Sitzung war die Auseinandersetzung mit dem Textfragment "Der Recensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt" aus dem Nachlass Gotthold Ephraim Lessings, welches vermutlich um 1767/68 im Zuge eines seiner dramentheoretischen Hauptwerke, der Hamburgischen Dramaturgie (1767-1769) , jener theaterkritischen Schrift, die in Auseinandersetzung mit dem französischen Klassizismus ein wirkungsästhetisches Tragödien- und Komödienmodell entwickelt, entstanden ist.
Inhaltsverzeichnis
- Zur Literaturkritik im Zeitalter der Aufklärung
- Klassizistische Regelpoetik vs. sensualistische Wirkungsästhetik
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Das Ergebnisprotokoll der Sitzung am 03.11.2015 befasst sich mit dem Textfragment „Der Recensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt“ von Gotthold Ephraim Lessing. Es untersucht die Entwicklung der Literaturkritik in der Aufklärung und die Ambivalenzen, die mit dieser Entwicklung einhergehen.
- Die Entstehung der bürgerlichen Kritik in der Aufklärung
- Der Wandel von einer Kritikkultur der Positivität zu einer Streitkultur der Negativität
- Die Rolle der Literaturkritik in der Konstituierung einer bürgerlichen Öffentlichkeit
- Der Einfluss von Johann Christoph Gottsched auf die literarische Publizistik
- Die Auseinandersetzung mit der klassischen Regelpoetik und der Entwicklung einer wirkungsästhetischen Auffassung von Literaturkritik
Zusammenfassung der Kapitel
Zur Literaturkritik im Zeitalter der Aufklärung
Dieses Kapitel analysiert die Entwicklung der Literaturkritik im 18. Jahrhundert. Es beleuchtet den Wandel von einer Kritikkultur der Positivität zu einer Streitkultur der Negativität und zeigt auf, wie die Literaturkritik zur Konstituierung einer bürgerlichen Öffentlichkeit beitrug. Der Abschnitt beleuchtet auch die Rolle von Johann Christoph Gottsched und seinen Einfluss auf die literarische Publizistik.
Klassizistische Regelpoetik vs. sensualistische Wirkungsästhetik
Dieses Kapitel konzentriert sich auf die Auseinandersetzung zwischen der klassischen Regelpoetik und der sensualistischen Wirkungsästhetik, die Lessing in seinen Schriften vorantrieb. Es analysiert Lessings Kritik an Gottscheds klassischer Regelpoetik und seinen Fokus auf die Wirkungsästhetik und die Bedeutung des Publikums für die Literaturkritik.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter und Themen des Textfragments sind: Literaturkritik, Aufklärung, bürgerliche Öffentlichkeit, Regelpoetik, Wirkungsästhetik, Gotthold Ephraim Lessing, Johann Christoph Gottsched, Klassizismus, Sensualismus, Theater, Rezeption, Wirkung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Lessings Fragment „Der Recensent braucht nicht besser machen zu können...“?
Lessing setzt sich darin mit der Rolle des Kritikers auseinander und argumentiert, dass ein Rezensent Mängel aufzeigen darf, ohne selbst ein besseres Werk schaffen zu müssen.
Wie veränderte sich die Literaturkritik im Zeitalter der Aufklärung?
Es fand ein Wandel von einer Kritikkultur der Positivität hin zu einer Streitkultur der Negativität statt, die zur Bildung einer bürgerlichen Öffentlichkeit beitrug.
Was ist der Unterschied zwischen Regelpoetik und Wirkungsästhetik?
Die klassizistische Regelpoetik (z.B. Gottsched) folgt festen Regeln, während Lessings Wirkungsästhetik die emotionale Reaktion des Publikums ins Zentrum stellt.
Welchen Einfluss hatte Johann Christoph Gottsched?
Gottsched prägte die literarische Publizistik durch seine Forderung nach Vernunft und festen Regeln, gegen die Lessing später seine wirkungsästhetischen Modelle entwickelte.
In welchem Werk steht das besprochene Fragment vermutlich im Zusammenhang?
Es wird vermutet, dass das Fragment im Kontext der „Hamburgischen Dramaturgie“ (1767-1769) entstanden ist.
- Quote paper
- Jane Hübinger (Author), 2016, Die Aufklärung im Sinne des Zeitalters der Kritik. "Der Recensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt" von Gotthold Ephraim Lessing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450753