Lernen ist eine Aufgabe, die sich Menschen ihr ganzes Leben lang in unterschiedlichen Ausprägungen stellt. Dabei geht es nicht nur um das aneignen von faktischem Wissen, wie mathematische Formeln oder Vokabeln, welches beispielsweise intentional in der Schule oder in anderen Institutionen und Bildungseinrichtungen vermittelt wird, sondern ebenso um die Dinge, denen inzidentell oder implizit im Alltag begegnet wird und das Verhalten wie auch die inneren kognitiven Prozesse beeinflussen. Als Säugling lernt er sich zu bewegen und später als Kleinkind, motorische Fertigkeiten wie Sprechen, Laufen und Schreiben. Ebenso lernt er Regeln beim Spielen und Regeln, die allgemeingeltend in der Gesellschaft vorhanden sind. Als Erwachsener schließlich lernt er Dinge die wichtig sind, sich sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag zurechtzufinden und auch im fortgeschrittenen Alter lernt er noch Dinge, welche sich aus der immerwährenden Entwicklung der Technik ergeben und das Leben beeinflussen. Doch wie funktioniert nun eigentlich Lernen und ist es möglich, bestimmte Grundformen des Lernens zu unterscheiden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff Lernen
2.1 Was ist Lernen
2.2 Die Abgrenzung von Mensch zu Tier
2.3 Kategorisierungsmodelle zum Begriff Lernen
2.3.1 Formales Lernen
2.3.2 Nicht-formales Lernen
2.3.3 Informelles Lernen
3. Die Lernformen
3.1 Reiz-Reaktions-Lernen
3.2 Instrumentelles Lernen
3.3 Begriffsbildung und Wissenserwerb
3.4 Handeln und Problemlösen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu Lerntheorien zu geben und eine analytische Einordnung in verschiedene Grundformen des Lernens vorzunehmen, um die Komplexität menschlicher Lernprozesse zu verdeutlichen.
- Definition des Lernbegriffs aus psychologischer Sicht
- Abgrenzung zwischen menschlichen und tierischen Lernprozessen
- Kategorisierung von Lernsettings (formal, nicht-formal, informell)
- Analyse der behavioristischen und kognitivistischen Lerntheorien
- Differenzierung in vier Grundformen: Reiz-Reaktions-Lernen, instrumentelles Lernen, Begriffsbildung, Problemlösen
Auszug aus dem Buch
3.2 Instrumentelles Lernen
Die Lernform instrumentelles Lernen konzentriert sich auf die Konsequenzen, welche einem Verhalten nachfolgen und darüber bestimmen, ob ein Verhalten zukünftig nochmals auftritt. Durch häufig wiederkehrende gleichartige Konsequenzen erlernt man allmählich ein stabiles instrumentelles Verhalten (vgl. Edelmann 2000, S.68). Um die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines bestimmten Verhaltens zu erhöhen werden vier Arten unterschiedlicher Konsequenzen genutzt, welche sich in jeweils zwei Formen der Verstärkung und zwei der Bestrafung teilen. Zum einen die positive Verstärkung durch einen angenehmen Stimulus und die negative Verstärkung durch die Entfernung eines negativen Stimulus. Zum anderen die positive Bestrafung durch das Geben eines negativen Stimulus und die negative Bestrafung durch die Entfernung eines angenehmen Stimulus (vgl. Zimbardo/Gerrig 2004, S.266).Durch häufig wiederkehrende, gleichförmige Konsequenzen, von Burrhus Frederic Skinner operantes Konditionieren genannt, wird allmählich ein stabiles instrumentelles Verhalten gelernt (vgl. Edelmann 2000, S.68). Eine fünfte Art von Konsequenz ist die Löschung, also die nicht-Verstärkung eines Verhaltens. Diese Art tritt dann auf, sobald die Verstärkung ausbleibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Lernens als lebenslange Aufgabe und Vorstellung des theoretischen Rahmens nach Walter Edelmann.
2. Der Begriff Lernen: Auseinandersetzung mit verschiedenen psychologischen Lerndefinitionen und Kategorisierungsmodellen der Lernorte.
3. Die Lernformen: Detaillierte analytische Betrachtung der vier grundlegenden Lernformen unter Berücksichtigung behavioristischer und kognitiver Ansätze.
4. Fazit: Zusammenfassende Einordnung der behandelten Lerntheorien und Beantwortung der Ausgangsfrage zur Differenzierbarkeit von Lernformen.
Schlüsselwörter
Lernen, Lerntheorien, Psychologie, Behaviorismus, Kognitivismus, Reiz-Reaktions-Lernen, Instrumentelles Lernen, Operantes Konditionieren, Modelllernen, Wissenserwerb, Begriffsbildung, Problemlösen, Lebenslanges Lernen, Pädagogik, Lernpsychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Lernen aus psychologischer Sicht definiert werden kann und welche grundlegenden Formen des Lernens existieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Abgrenzung des Lernbegriffs, die Unterscheidung von Lernorten sowie die Gegenüberstellung von Behaviorismus und Kognitivismus anhand spezifischer Lerntheorien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines analytischen Umrisses über den Forschungsstand zu Lernformen, basierend auf der Systematik von Walter Edelmann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende psychologische Theorien sichtet, ordnet und vergleichend analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden vier Hauptformen des Lernens detailliert erläutert: Reiz-Reaktions-Lernen, instrumentelles Lernen, Begriffsbildung/Wissenserwerb sowie Handeln und Problemlösen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Lerntheorien, Behaviorismus, Kognitivismus, operante Konditionierung, Modelllernen und die Einteilung in formale, nicht-formale und informelle Lernkontexte.
Wie unterscheiden sich formales, nicht-formales und informelles Lernen?
Die Unterscheidung erfolgt über den Grad der Strukturierung und Lernzielorientierung, wobei formales Lernen in Bildungseinrichtungen stattfindet, nicht-formales Lernen freiwillig in organisierten Kontexten und informelles Lernen beiläufig im Alltag.
Was besagt die Kritik an der behavioristischen Sichtweise im Buch?
Die Kritik fokussiert sich darauf, dass behavioristische Versuche oft an Tieren durchgeführt wurden und durch die Reduktion auf beobachtbares Verhalten die komplexen kognitiven inneren Prozesse des Menschen ausgeklammert werden.
Was versteht die Arbeit unter dem Modelllernen?
Modelllernen, auch soziales Lernen genannt, bezeichnet den Prozess, bei dem ein Großteil des Lernens durch das Beobachten und Imitieren der Erfahrungen anderer erfolgt.
- Citation du texte
- Christian Schmitt (Auteur), 2017, Techniken wissenschaftlichen Arbeitens. Die Grundformen des Lernens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451208