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Eine Untersuchung anhand der Beispielprozesse der Anna Maria Schwägelin und der Maria Holl, sowie Entwicklungen der Hexenverfolgung heute in Kenia

Title: Eine Untersuchung anhand der Beispielprozesse der Anna Maria Schwägelin und der Maria Holl, sowie Entwicklungen der Hexenverfolgung heute in Kenia

Pre-University Paper , 2018 , 22 Pages , Grade: 10

Autor:in: Antonia Zenker (Author)

History - Africa
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Diese Arbeit soll versuchen die Faktoren herauszufiltern, die den Ausgang eines Hexenprozesses in der europäischen Verfolgungsperiode zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert beeinflussten und eventuell zu einem Freispruch verhelfen konnten. Um dies zu erkennen, sollen zwei ausgewählte Hexenprozesse verglichen werden: Der Prozess der Maria Holl im Jahr 1593 mit dem Prozess der Anna Maria Schwägelin im Jahr 1775. Eine dieser beiden Frauen wurde verurteilt, die andere freigesprochen, weswegen sich diese Fälle ideal für die Untersuchung dieser Fragestellung eignen. Abschließend soll noch ein Bezug zur heutigen Hexenverfolgung in Kenia hergestellt werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vergleich zweier Prozesse aus dem 16. und 18. Jahrhundert

2.1 Biographien der Angeklagten

2.2 Untersuchung der historischen Grundvoraussetzungen

2.3 Analyse und Vergleich der beiden Prozesse

2.4. Schlussfolgerung

3. Allgemeiner Vergleich zur Hexenverfolgung heute

3.1 Grundvoraussetzungen - der allgemeine Hexenbegriff in Kenia heute sowie politische, wirtschaftliche und religiöse Faktoren

3.2 Ablauf eines „typischen“ Prozesses in Kenia heute

4. Allgemeines Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Faktoren, die in der frühen Neuzeit den Ausgang von Hexenprozessen beeinflussten, und setzt diese in Bezug zur heutigen Hexenverfolgung in Kenia, um zu analysieren, ob einer Anklage entkommen werden konnte.

  • Vergleich historischer Hexenprozesse (Maria Holl vs. Anna Maria Schwägelin)
  • Einfluss gesellschaftlicher Stellung und psychischer Stabilität auf Prozessausgänge
  • Analyse der Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit in Europa
  • Untersuchung der aktuellen Situation der Hexenverfolgung in Kenia

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Strafrechtliche Grundlagen

Das 1486 in Speyer erschienene Buch der „Hexenhammer“ oder auch „Malleus Maleficarum“ genannt, das von dem Dominikanermönch Heinrich Kramer geschrieben wurde, systematisiert die Hexenlehre, erklärt die Notwendigkeit der Verfolgung und schlägt Handlungsweisen für Amtspersonen im Sinne der Hexenausrottung vor. Darauf aufbauend erschien 1532 die von Kaiser Karl V. und seinen Grafen und Fürsten erlassene Strafgerichtsordung „Constitutio criminalis Carolina“, die bis ins 19. Jahrhundert einen sehr großen Einfluss auf das Strafrecht hatte. Hierbei wird angeordnet bei der Verurteilung zwischen Schadenszauber, auf den die klare Todesstrafe durch verbrennen zu vergeben sei, und unschädlichen Praktiken zu unterscheiden und suggestive Fragen seitens der Behörden zu vermeiden. Außerdem solle die Folterung nur bei Vorliegen schwerwiegender Indizien angewendet werden. Dies galt zwar für das ganze Kaiserreich, jedoch galt eine Art Subsidiaritätsprinzip, nachdem das örtliche Recht und Territorialrecht vorgingen. Einige Jahrzehnte nach Erscheinen dieser Strafrechtskodifikation, wurden ab 1574 auch zahlreiche Neuauflagen des Hexenhammers verbreitet.

Darin kam auch das Prinzip des „peinlichen Verhörs“, also der Folter um Angeklagte zum Geständnis zu zwingen, wieder auf. Diese Praxis im Zusammenspiel mit der neuen Vorstellung des Hexensabbats führte dazu, dass Angeklagte durch Folter dazu gezwungen wurden Namen von Mitverschwörern bzw. anderen Hexen zu nennen. Dies und auch das Instrument des Inquisitionsprozesses waren wichtige Ursachen für das Zustandekommen der Massenverfolgungen. Bei einem Inquisitionsprozess wird die Anklage auf Amtswegen betrieben und die alleinige Zuständigkeit lag damit bei einem Territorialherrn oder Richter, der sowohl für Verdacht, Zeugen Vernehmungen, Folter, Urteilssprechung und Vollstreckung verantwortlich war. Dies führte schnell zu Jagdeifer bei der alleinverantwortlichen Person und entzog dem Angeklagten jegliche Rechte. Benedikt Carpzov, ein sächsischer Rechtsgelehrter, der heute als Begründer des modernen Strafrechts gilt, tritt stark für eine Rückberufung auf Grundlagen der Carolina ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Themas durch persönliche Erfahrungen in Kenia und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Einflussfaktoren auf den Ausgang historischer Hexenprozesse.

2. Vergleich zweier Prozesse aus dem 16. und 18. Jahrhundert: Dieses Kapitel vergleicht die Prozesse von Maria Holl (1593) und Anna Maria Schwägelin (1775) anhand ihrer Biographien, der historischen Bedingungen und der juristischen Abläufe.

2.1 Biographien der Angeklagten: Darstellung der Lebensumstände und Hintergründe der beiden betroffenen Frauen, die zu einer Anklage führten.

2.2 Untersuchung der historischen Grundvoraussetzungen: Analyse der gesellschaftlichen, religiösen und politischen Rahmenbedingungen in Nördlingen (16. Jh.) und Kempten (18. Jh.).

2.3 Analyse und Vergleich der beiden Prozesse: Detaillierte Betrachtung der Anklagegründe, der strafrechtlichen Grundlagen und des Verlaufs der Verhöre und Hauptverhandlungen.

2.4. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse, wobei besonders der soziale Stand und die psychische Resilienz als entscheidende Faktoren für das Überleben der Anklage herausgearbeitet werden.

3. Allgemeiner Vergleich zur Hexenverfolgung heute: Untersuchung des Phänomens der Hexenverfolgung in Kenia unter Berücksichtigung moderner soziokultureller und wirtschaftlicher Faktoren.

3.1 Grundvoraussetzungen - der allgemeine Hexenbegriff in Kenia heute sowie politische, wirtschaftliche und religiöse Faktoren: Beschreibung der heutigen Ausprägung von Hexenglauben in der multikulturellen Gesellschaft Kenias.

3.2 Ablauf eines „typischen“ Prozesses in Kenia heute: Erläuterung der Lynchjustiz-Praktiken und der sozialen Dynamiken bei Hexenbeschuldigungen im modernen Kenia.

4. Allgemeines Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Schwierigkeit, Prozessausgänge historisch zu determinieren, und die Bedeutung der historischen Auseinandersetzung für moderne gesellschaftliche Werte.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Maria Holl, Anna Maria Schwägelin, Hexenprozesse, Hexenhammer, Frühe Neuzeit, Kenia, Hexenglaube, Inquisition, peinliches Verhör, soziale Schicht, Resilienz, Lynchjustiz, Aberglaube, Rechtsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Faktoren, die in der europäischen Frühen Neuzeit über den Ausgang eines Hexenprozesses entschieden, und setzt diese in einen komparativen Kontext zur aktuellen Hexenverfolgung in Kenia.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die historische Rechtsgeschichte der Hexenverfolgung, der Vergleich individueller Schicksale anhand von Fallbeispielen sowie soziologische Aspekte von Hexenglauben in der modernen Welt.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die einem Angeklagten im 16. bis 18. Jahrhundert eventuell zu einem Freispruch verhalfen, um zu verstehen, ob eine Anklage zwangsläufig in einer Verurteilung enden musste.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Verfasserin nutzt eine vergleichende Analyse (Prozessvergleich) von zwei ausgewählten Fallbeispielen sowie eine theoretische Herleitung basierend auf Sekundärliteratur und Quellenstudien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Prozesse von Maria Holl und Anna Maria Schwägelin sowie eine Untersuchung der heutigen Hexenverfolgung in Kenia inklusive einer Einschätzung der polizeilichen und gesellschaftlichen Reaktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hexenverfolgung, Hexenprozesse, historische Rechtsgrundlagen wie der Hexenhammer, soziale Resilienz und der Vergleich zwischen europäischer Geschichte und afrikanischer Gegenwart.

Warum endete der Prozess gegen Maria Holl mit einem Freispruch, während Anna Maria Schwägelin verurteilt wurde?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass Faktoren wie der gesellschaftliche Stand, einflussreiche soziale Kontakte sowie die psychische Stabilität und Resilienz der Frauen eine tragende Rolle bei der Urteilsfindung spielten.

Wie unterscheidet sich die Hexenverfolgung in Kenia von den historischen europäischen Prozessen?

Während in Europa staatliche und rechtliche Strukturen (Inquisitionsprozess) dominierten, handelt es sich in Kenia heute primär um informelle Lynchjustiz, bei der staatliche Behörden oft kaum eingreifen.

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Details

Title
Eine Untersuchung anhand der Beispielprozesse der Anna Maria Schwägelin und der Maria Holl, sowie Entwicklungen der Hexenverfolgung heute in Kenia
Grade
10
Author
Antonia Zenker (Author)
Publication Year
2018
Pages
22
Catalog Number
V451249
ISBN (eBook)
9783668866904
ISBN (Book)
9783668866911
Language
German
Tags
Hexenverfolgung Kenia Vergleich Seminararbeit geschichte frühe neuzeit hexe witch persecution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antonia Zenker (Author), 2018, Eine Untersuchung anhand der Beispielprozesse der Anna Maria Schwägelin und der Maria Holl, sowie Entwicklungen der Hexenverfolgung heute in Kenia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451249
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