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Die Kindsmordproblematik und die Strafrechtsreform im 18. Jhd. im Kontext der "Kindermörderin"

Title: Die Kindsmordproblematik und die Strafrechtsreform im 18. Jhd. im Kontext der "Kindermörderin"

Presentation (Elaboration) , 2003 , 13 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Nadine Merten (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Anhand des Werkes "Die Kindermörderin" von Wagner wird die damals aktuelle Problematik des Kindsmordes entfaltet, die sich in zahlreichen anderen Werken dieser Zeit wiederfindet (so auch bei Goethe, Schiller, Lenz...).

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Inhaltsverzeichnis

1. Die Kindsmordproblematik und die Strafrechtsreform im 18. Jhd.

2. Wie genau wurde der Kindmord bestraft? Was waren seine Ursachen?

3. Bewegung für eine mildere Strafe von Verbrechern im Allgemeinen

4. Bewegung für eine mildere Bestrafung der Kindesmörderinnen

5. Wagner und die Kindsmordfrage

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die historische und literarische Relevanz des Kindsmordmotivs in der Epoche des Sturm und Drang, wobei ein besonderer Fokus auf dem Drama „Die Kindermörderin“ von H. L. Wagner sowie den zeitgenössischen strafrechtlichen Rahmenbedingungen liegt.

  • Analyse der sozioökonomischen Hintergründe und Ursachen von Kindstötungen im 18. Jahrhundert.
  • Untersuchung der strafrechtlichen Praxis und der beginnenden Reformbewegung in Europa.
  • Darstellung der literarischen Verarbeitung des Kindsmords als Paradigma der Tragödie.
  • Betrachtung des Spannungsfeldes zwischen individueller menschlicher Not und staatlicher Norm.

Auszug aus dem Buch

Wagner und die Kindsmordfrage

Wie schon angedeutet, rücken die Stürmer und Dränger die Unzurechnungsfähigkeit der Mörderinnen in den Fordergrund, sowie das Problem der Ehelosigkeit der Soldaten, aber auch die Erziehungsprobleme der Eltern. Auffallend ist, dass der Verführer nahezu immer höher steht als die Verführte: Oftmals wird er durch Charakterzüge wie Genusssucht, Gefühllosigkeit, Materialismus, Untreue und Schwurliebigkeit gekennzeichnet. Das eventuelle reumütige Zurückkehren der Verführer erfolgt meist zu spät. Die Verführte ist immer gekennzeichnet durch starke Naivität: Sie, die Bürgerstochter fühlt sich geschmeichelt durch die „Liebe“ eines Höhergestellten. Sie ist ein Geschöpf im Rousseauschen Sinne: Natürlich, gefühlvoll, unberührt. Der Vorgang der Verführung wird oft am breitesten ausgemalt, ohne jegliche Zurückhaltung des Autors. Ist es dann einmal zur Schwangerschaft gekommen, verschwindet der Verführer in der Regel oder sagt offen, dass er nicht heiraten will. Auf Seiten der Frau ist die Schwangerschaft gekennzeichnet durch fortwährendes Weinen und der großen Angst vor Schande.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Kindsmordproblematik und die Strafrechtsreform im 18. Jhd.: Einführung in die historische Relevanz des Kindsmordmotivs und dessen Bedeutung für die Dichter des Sturm und Drang.

Wie genau wurde der Kindmord bestraft? Was waren seine Ursachen?: Darstellung der damaligen Rechtslage, der Grausamkeit der Strafen und der sozioökonomischen Zwangslagen der Frauen.

Bewegung für eine mildere Strafe von Verbrechern im Allgemeinen: Überblick über die europäischen Reformbestrebungen, maßgeblich geprägt durch Denker wie Voltaire und Rousseau.

Bewegung für eine mildere Bestrafung der Kindesmörderinnen: Spezifische Betrachtung der juristischen und philosophischen Ansätze zur Humanisierung des Strafrechts im Kontext der Kindstötung.

Wagner und die Kindsmordfrage: Analyse der Umsetzung des Motivs in H. L. Wagners Drama unter besonderer Berücksichtigung der Figurenkonstellation und der zeitgenössischen Kritik.

Schlüsselwörter

Kindsmord, Sturm und Drang, Strafrechtsreform, Heinrich Leopold Wagner, Kindermörderin, Aufklärung, Todesstrafe, Determinismus, soziale Not, Tragödie, Literaturgeschichte, 18. Jahrhundert, Schuld, Strafrecht, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen und historischen Bedeutung des Kindsmordmotivs im 18. Jahrhundert, insbesondere im Werk von H. L. Wagner.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die zeitgenössische Rechtsprechung, die Lebensumstände bürgerlicher Frauen, die Rolle des Militärs und die philosophischen Debatten der Aufklärung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für die Popularität des Kindsmordmotivs in der Epoche des Sturm und Drang aufzuzeigen und das Werk „Die Kindermörderin“ historisch einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturhistorische Analyse, die primäre literarische Quellen mit historischen Dokumenten und strafrechtlichen Abhandlungen verknüpft.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Der Hauptteil analysiert detailliert die juristischen Rahmenbedingungen, die Reformbewegungen sowie die spezifische dramaturgische Ausgestaltung des Themas durch Wagner.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kindsmord, Sturm und Drang, Strafrechtsreform, soziale Zwangslage und die literarische Darstellung der Tragik.

Wie wurde das Kindsmordmotiv in den Werken des Sturm und Drang literarisch genutzt?

Das Motiv diente den Autoren dazu, die Diskrepanz zwischen bürgerlicher Moral und der bedrückenden Lebensrealität der Zeit aufzuzeigen und den Fokus auf die soziale Mitverantwortung zu legen.

Welche Rolle spielt der Begriff des „Determinismus“ in diesem Kontext?

Der Determinismus erklärt das Verbrechen als eine Tat, zu der das Individuum durch gesellschaftliche Umstände von innen und außen gedrängt wurde, was die moralische Schuld relativiert.

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Details

Title
Die Kindsmordproblematik und die Strafrechtsreform im 18. Jhd. im Kontext der "Kindermörderin"
College
University of Marburg
Grade
1,2
Author
Nadine Merten (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V45128
ISBN (eBook)
9783638425865
ISBN (Book)
9783638929875
Language
German
Tags
Kindsmordproblematik Strafrechtsreform Kontext Kindermörderin Kindsmord Sturm und Drang Wagner
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Merten (Author), 2003, Die Kindsmordproblematik und die Strafrechtsreform im 18. Jhd. im Kontext der "Kindermörderin", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45128
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