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Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit. Verteilungswirkungen von marktorientierten umweltpolitischen Instrumenten

Titre: Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit. Verteilungswirkungen von marktorientierten umweltpolitischen Instrumenten

Thèse de Bachelor , 2018 , 52 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Janik Horstmann (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit sind eng miteinander verknüpft. Umweltfragen bedingen zumeist auch Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Hier vor allem die Frage nach der Ungleichverteilung. Dabei geht es zum einen um die Ungleichverteilung von Environmental Bads (Umweltbelastungen), welches das klassische Thema in der Debatte um Environmental Justice (Umweltgerechtigkeit) ist. Zum anderen geht es um die Frage nach dem Schutz der Umwelt selbst, denn auch hier wird kontrovers diskutiert, wie die mit Umweltschutzmaßnahmen einhergehenden Einschnitte und Belastungen für die Bevölkerung verteilt werden sollten.

Deshalb bedarf es nicht nur eines Diskurses über die Verteilung der, aus der Umweltnutzung entstehenden Umweltbelastungen und dem daraus resultierenden Umweltverbrauch, sondern auch über umweltpolitische Maßnahmen. Über jene Maßnahmen also, die dem Schutz der Umwelt dienen sollen, denn sie haben auch Rückwirkungen auf den Menschen zur Folge, die nicht nur zu Nutzen, sondern auch zu Kosten führen.

Verteilungskonflikte sind daher unvermeidliche Begleiterscheinungen aller umweltpolitischen Programme.
Aus diesem Grund sollten umweltpolitische Instrumente nicht nur anhand von Kriterien wie „ökonomische Effizienz“ oder „ökologische Effektivität“ bewertet werden, sondern immer auch auf ihre soziale Verträglichkeit hin geprüft werden. Im Fokus dieser Arbeit stehen die umverteilenden Effekte von marktorientierten umweltpolitischen Instrumenten.

Denn gerade das marktorientierte Instrumentarium ist es, das bewusst eingesetzt wird, um eine effiziente Umsetzung umweltpolitischer Ziele zu erreichen. Es gilt als effizient bei der Internalisierung von Umweltnutzen und -kosten und findet deshalb in der Umweltpolitik häufig Anwendung. Steuerpolitiken und Verhandlungslösungen stehen dabei jedoch im Verdacht ungerecht zu sein, da diese regressive Wirkungen entfalten.

Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, herauszufinden, ob der Einsatz von marktorientierten umweltpolitischen Instrumenten dennoch gerecht sein kann. Dazu folgende These: Die ungleichen Verteilungswirkungen von marktorientierten umweltpolitischen Instrumenten sind gerecht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Umweltgerechtigkeit (Environmental Justice)

3. Soziale Gerechtigkeit

4. Relevanz sozialer Gerechtigkeit für die Umweltpolitik

5. John Rawls` Theorie der Gerechtigkeit

5.1 Der Urzustand als faire Ausgangssituation

5.1.1 Der Urzustand und seine Bedingungen

5.1.2 Entscheidung unter Ungewissheit – Das Maximin-Kriterium

5.2 Das Prinzip der gleichen Freiheit (Freiheitsprinzip)

5.3 Das Differenzprinzip (Unterschiedsprinzip)

5.3.1 Demokratische Gleichheit

5.4 Die Gerechtigkeit zwischen den Generationen

6. Konflikt: Gerechtigkeit – Effizienz

7. Marktorientierte Umweltschutzpolitik

8. Verteilungswirkungen

9. Theoretische Konzepte zur Internalisierung externer Effekte

9.1 Steuerlösung nach Pigou

9.2 Private Verhandlungen nach Coase

9.3 Effiziente und gerechte Verteilung von Nutzen und Lasten

10. Analyse der Internalisierungsstrategien und ihrer Verteilungswirkungen

10.1 Die Umwelt – Lebensgrundlage für alle Generationen

10.2 Das Differenzprinzip als Kriterium für eine gerechte intragenerative Verteilung

10.2.1 Steuerlösung nach Pigou

10.2.2 Wäre eine progressive Besteuerung gerecht?

10.2.3 Private Verhandlungen nach Coase

10.3 Das Prinzip des Sparens als Kriterium für eine gerechte intergenerative Verteilung

10.3.1 Steuerlösung nach Pigou

10.3.2 Private Verhandlungen nach Coase

11. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob marktorientierte umweltpolitische Instrumente, die primär auf ökonomische Effizienz ausgerichtet sind, im Einklang mit Kriterien der sozialen und generationengerechten Gerechtigkeit stehen. Dabei wird insbesondere geprüft, ob die Verteilungswirkungen dieser Instrumente – basierend auf der Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls – als gerecht bewertet werden können.

  • Analyse der Gerechtigkeitskonzeption von John Rawls (Differenzprinzip).
  • Untersuchung der theoretischen Internalisierungsstrategien nach Pigou (Steuern) und Coase (Verhandlungen).
  • Bewertung der intragenerativen Verteilungswirkungen im Kontext sozialer Gerechtigkeit.
  • Evaluation der intergenerativen Gerechtigkeit durch das Prinzip des Sparens.
  • Diskussion des Zielkonflikts zwischen ökonomischer Effizienz und Verteilungsgerechtigkeit.

Auszug aus dem Buch

5.1.1 Der Urzustand und seine Bedingungen

Die Eigenschaften des Urzustandes, wie Rawls sie beschreibt, sind für die Wahl der Grundsätze ausschlaggebend. Dabei muss der Urzustand so gestaltet sein, dass eine faire Einigung möglich ist, denn die rational beschlossenen Grundsätze können nur fair sein, wenn auch faire Bedingungen vorherrschen. (Funk 2003: 3) Die Fairness wird durch den „Schleier des Nichtwissens“ gewährleistet, unter den Rawls die Individuen im Urzustand stellt. Das heißt, ihnen werden jegliche Informationen über ihre spätere Stellung, Klasse oder ihren Status in der Gesellschaft vorenthalten, damit keiner die Möglichkeit hat, die Gerechtigkeitsprinzipien entsprechend seiner persönlichen Situation zu gestalten. Der „Schleier des Nichtwissens“ sorgt dafür, dass niemand bevorzugt oder benachteiligt werden kann. Darüber hinaus verleiht er den Individuen in Unkenntnis von Einzeltatsachen die Fähigkeit zu einem Gerechtigkeitsgefühl, da sich alle in der exakt gleichen Lage befinden. (Rawls 1979: 159 f.)

Hinzu kommt, dass Ihnen im Urzustand auch die Kenntnis darüber fehlt, welcher Generation sie angehören. Diese Einschränkung der Kenntnis über die Generationszugehörigkeit hält Rawls deshalb für sinnvoll, weil Fragen der sozialen Gerechtigkeit auch zwischen den Generationen bestehen. Dieses können auch Fragen sein, die mit dem Erhalt der Umwelt zu tun haben. Das ist insofern wichtig, da die Beteiligten aufgrund ihrer Unkenntnis Grundsätze wählen, die sie unabhängig davon, welcher Generation sie angehören werden, hinzunehmen bereit sind. (Rawls 1979: 160) Rawls Überlegungen zur intergenerativen Gerechtigkeit werden zum Ende des Theorieteils ausführlicher besprochen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Verknüpfung von Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit sowie Darlegung der Forschungsfrage und These.

2. Umweltgerechtigkeit (Environmental Justice): Definition und historische Herleitung des Begriffs sowie dessen Bedeutung in der aktuellen politischen und wissenschaftlichen Debatte.

3. Soziale Gerechtigkeit: Diskussion des stark normativen und umstrittenen Begriffs der sozialen Gerechtigkeit als Basis für die normativen Bewertungen der Arbeit.

4. Relevanz sozialer Gerechtigkeit für die Umweltpolitik: Analyse der Wechselwirkung zwischen umweltpolitischen Maßnahmen und sozialer Gerechtigkeit zur Sicherung gesellschaftlicher Akzeptanz.

5. John Rawls` Theorie der Gerechtigkeit: Darstellung der Gerechtigkeitstheorie von Rawls, einschließlich Urzustand, Maximin-Kriterium, Freiheits- und Differenzprinzip sowie der intergenerativen Gerechtigkeit.

6. Konflikt: Gerechtigkeit – Effizienz: Erörterung des theoretischen Spannungsfeldes zwischen ökonomischer Effizienz und verteilungspolitischen Zielen in der Umweltökonomie.

7. Marktorientierte Umweltschutzpolitik: Einordnung marktorientierter Instrumente als Strategien zur Internalisierung externer Effekte.

8. Verteilungswirkungen: Untersuchung der ökonomischen Verteilungsproblematik, die aus der Internalisierung von Umweltkosten resultiert.

9. Theoretische Konzepte zur Internalisierung externer Effekte: Detaillierte Darstellung der Pigou-Steuer, des Coase-Theorems und der Ansätze zu einer effizienten Verteilung.

10. Analyse der Internalisierungsstrategien und ihrer Verteilungswirkungen: Normative Bewertung der vorgestellten Konzepte anhand des Differenzprinzips und des Sparprinzips.

11. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ableitung von Empfehlungen für eine gerechte Ausgestaltung umweltpolitischer Instrumente.

Schlüsselwörter

Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit, John Rawls, Differenzprinzip, Umwelteffizienz, Pigou-Steuer, Coase-Theorem, intergenerative Gerechtigkeit, Verteilungswirkungen, marktorientierte Instrumente, externe Effekte, Umweltgerechtigkeit, Nachhaltigkeit, ökonomische Theorie, Gerechtigkeit als Fairness.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit untersucht das Verhältnis zwischen Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit unter dem Aspekt der Verteilungswirkungen marktorientierter umweltpolitischer Instrumente.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Begründung von Gerechtigkeit (John Rawls), die Umweltökonomie und die Problematik externer Effekte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob marktorientierte Instrumente wie Steuern oder private Verhandlungen unter Berücksichtigung gerechter Verteilungsprinzipien legitimiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen normativ-theoretischen Ansatz, der die Internalisierungsstrategien von Pigou und Coase anhand der Gerechtigkeitskonzeption von John Rawls bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Rawls, Pigou, Coase) dargelegt und anschließend deren Verteilungswirkungen sowohl intragenerativ als auch intergenerativ analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Differenzprinzip, Pigou-Steuer, Coase-Theorem, Umweltgerechtigkeit, Verteilungswirkungen und Generationengerechtigkeit.

Wie bewertet die Arbeit die Pigou-Steuer aus Sicht von Rawls?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Pigou-Steuer in ihrer üblichen Form als ungerecht einzustufen ist, da sie regressive Verteilungswirkungen aufweist und die Bessergestellten bevorzugt.

Können marktorientierte Ansätze nach Coase gerecht gestaltet werden?

Ja, laut der Arbeit ist dies möglich, wenn die Haftungsrechte und Verfügungsrechte gezielt zugunsten der sozial schwächer Gestellten zugeteilt werden.

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Résumé des informations

Titre
Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit. Verteilungswirkungen von marktorientierten umweltpolitischen Instrumenten
Université
University of Bamberg  (Politische Theorie)
Note
2,0
Auteur
Janik Horstmann (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
52
N° de catalogue
V451329
ISBN (ebook)
9783668845442
ISBN (Livre)
9783668845459
Langue
allemand
mots-clé
Umweltpolitik Umweltschutz soziale Gerechtigkeit umweltpolitische Instrumente Umweltgerechtigkeit John Rawls Theorie der Gerechtigkeit Differenzprinzip Generationengerechtigkeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Janik Horstmann (Auteur), 2018, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit. Verteilungswirkungen von marktorientierten umweltpolitischen Instrumenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451329
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Extrait de  52  pages
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