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Die Referenzen von Cindy Shermans "Untitled Film Stills" #14 und #16 auf Michelangelo Antonionis Film "La Notte"

Ein kunstgeschichtlicher Blick auf Bildausschnitte

Title: Die Referenzen von Cindy Shermans  "Untitled Film Stills" #14 und #16 auf Michelangelo Antonionis Film "La Notte"

Term Paper (Advanced seminar) , 2018 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jennifer Münster (Author)

Art - History of Art
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern Parallelen zwischen Cindy Shermans „Untitled Film Stills" #14 und #16 und Michelangelo Antonionis Film „La Notte“ gezogen werden können. Darüber hinaus fragt die Arbeit, wo diese Parallelen liegen und wo sie brüchig werden.

Die Unstimmigkeit über Referenzen und Referenzlosigkeit der „Untitled Film Stills“ treibt die Forschung seit ihrer ersten Ausstellung um und ist auch heute noch, im Zeitalter der unaufhaltsamen Bilderzeugung, der andauernden Reproduktion und Re-Inszenierungen im Internet, aktuell. Mehrere Künstler haben die „Untitled Film Stills“ von Sherman in ihrer Kunst zitiert, wobei Aneta Grzeszykowska und Yasumasa Morimura die berühmtesten Beispiele sind. Bei jedem Wiederaufgreifen von Shermans Fotografien stellt sich jedoch erneut die Frage: Gibt es einen Ausgangspunkt für die „Untitled Film Stills“?

Der Film „La Notte“ von Antonioni wird häufig mit den „Film Stills" #14 und #16 in Verbindung gebracht, ohne detailliert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Stills mit dem Film herauszuarbeiten.
Dafür wird zunächst geklärt, welche in den Film Stills generell angelegten, formellen Strukturen dazu führen, dass sie überhaupt konkreten Filmen zugeordnet werden (können). Da es sich des Weiteren um zwei Stills als Referenzen für einen Film handelt, wird auch betrachtet, inwiefern diese Film Stills generell und im Speziellen zueinander in einen Kontext gestellt werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Suche nach einem Vor-Bild

2. Der formale Aufbau der Untitled Film Stills

2.1 Einbettung in einen narrativen Zusammenhang

2.2 Entschleierung der Inszenierung

2.3 Zusammenwirken in der Montage

3. Die Referenz der Untitled Film Stills auf Antonionis La Notte

3.1 Optische Gemeinsamkeiten

3.2 Atmosphärische Gemeinsamkeiten

3.3 Leerstellen und Brüche

3.4 Untitled Film Still # 14 und # 16 als Montage-Bilder

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die intertextuellen und formalen Bezüge der "Untitled Film Stills" # 14 und # 16 von Cindy Sherman zu Michelangelo Antonionis Film "La Notte". Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sherman filmische Konventionen und Stereotype in ihre Inszenierungen integriert, um den Betrachter zur reflexiven Auseinandersetzung mit filmischen Narrationen und der Konstruktion von Identität zu bewegen.

  • Analyse der formale Struktur und Inszenierungsmethodik der "Untitled Film Stills".
  • Untersuchung der Referenzen und optischen wie atmosphärischen Gemeinsamkeiten zu "La Notte".
  • Deutung der "Untitled Film Stills" als Montagestruktur und deren Wirkung auf den Betrachter.
  • Kritische Reflexion über die Zuschreibbarkeit von Filmzitaten in Shermans Werk.

Auszug aus dem Buch

2.2 Entschleierung der Inszenierung

In jeder einzelnen Fotografie bedient sich Sherman dem Repertoire der filmischen Darstellungsmittel, zu denen neben Belichtung, Kameratechnik und Requisite auch ihre schauspielerische Gestik, Mimik und Maske gehören. Sie versetzt sich in einen Szenenmoment eines imaginären Films hinein und legt damit zugleich die Inszenierungsmethoden des Filmmediums offen. Kostümiert begibt sie sich in ein Mise-en-scène, dessen Arrangement teilweise nicht einmal verschleiert wird. Die Verwendung sehr heller Scheinwerfer, die hervorstechende Glanzlichter und harte Schatten entstehen lässt, hebt den konstruierten Charakter des Film Stills # 35 hervor (s. Abb. 10). In Untitled Film Still # 6 (s. Abb. 11) ist deutlich links am Bildrand das Kabel des Selbstauslösers der Fotokamera zu erkennen. Zudem wirken Haltung und Gesichtsausdruck der Frau in # 6 seltsam und unnatürlich: Sie posiert offensichtlich für das Foto und stellt die Künstlichkeit dieser Pin-up-Girl Inszenierung aus.

Mauer hält fest: »Her poses draw on the familiar store of connotations, but in such a way that we become aware of them as codes.« Ihre Fotografien schwanken zwischen offensichtlich bewusst posierenden Frauen und scheinbaren Schnappschüssen. Doch nie sind andere Menschen in ihren Fotografien offen zu erkennen, wodurch auch diese ›Schnappschüsse‹ ihres inszenierten Charakters enttarnt werden. Dieses Bewusstsein über die Inszeniertheit tritt in Anbetracht des indexikalischen Bezugs des Titels ›Untitled Film Stills‹ allerdings zunächst in den Hintergrund. Fällt der Inszenierungscharakter jedoch einmal auf, ist er schwer zu ignorieren und erschüttert die Assoziationen des Betrachters. Vinken sieht daher das Scheitern der Darstellung als Quintessenz der Untitled Film Stills an: »Nichtidentität, Verfehlen, nicht ganz treffen, ein Verkörpern, das das Verkörperte verfehlt, wird produziert. In dieser antiidealischen Ästhetik zeigt das Bild die Bildwerdung […].« Statt Gemeinsamkeit mit verschiedenen Filmen zu forcieren, rücken so Ungereimtheiten ins Zentrum der Bilder.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Suche nach einem Vor-Bild: Einleitung in das Thema der Referenzlosigkeit versus Referenzialität in Cindy Shermans "Untitled Film Stills" und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich "La Notte".

2. Der formale Aufbau der Untitled Film Stills: Analyse der grundlegenden Bildkomposition, der narrativen Inszenierung und der seriellen Montagetechnik innerhalb der Fotoserie.

3. Die Referenz der Untitled Film Stills auf Antonionis La Notte: Detaillierte Untersuchung der optischen und atmosphärischen Parallelen zwischen ausgewählten Stills und der Figur Valentina aus "La Notte" unter Berücksichtigung von Leerstellen und Brüchen.

4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse, die feststellt, dass die Stills keine direkten Remakes, sondern Wiederaufnahmen von Ästhetiken und Spannungsfeldern des Films darstellen.

Schlüsselwörter

Cindy Sherman, Untitled Film Stills, La Notte, Michelangelo Antonioni, Filmstandbild, Inszenierung, Montage, Referenz, Film Noir, Identität, Bildrepertoire, Stereotyp, Fotografie, Filmgeschichte, Bildanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die Beziehung zwischen der berühmten Fotoserie "Untitled Film Stills" der Künstlerin Cindy Sherman und dem Spielfilm "La Notte" von Michelangelo Antonioni, wobei der Fokus auf der Frage liegt, wie Sherman filmische Referenzen verwendet.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der formalen Struktur der Fotografien, der Rolle von Klischees und Stereotypen, der Technik der Bildmontage sowie der kritischen Analyse von filmischen Zitaten in der zeitgenössischen Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu zeigen, dass die "Untitled Film Stills" # 14 und # 16 zwar deutliche Anleihen an "La Notte" nehmen, diese jedoch nicht bloß nachstellen, sondern die Ästhetik des Films in eine neue künstlerische Form überführen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Analyse formaler Strukturen sowie eine vergleichende Bildbetrachtung, um die stilistischen Übereinstimmungen und Brüche zwischen Shermans Fotografien und den entsprechenden Filmszenen herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse der Bildsprache Shermans, eine detaillierte Gegenüberstellung mit Motiven aus Antonionis Film sowie eine Untersuchung der atmosphärischen und inhaltlichen Referenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind Cindy Sherman, "Untitled Film Stills", "La Notte", Inszenierung, Montage, Film Noir und die Dekonstruktion von Frauenrollen.

Inwieweit spielt die Montage eine Rolle für die Interpretation der Stills?

Die Autorin argumentiert, dass die serielle Betrachtung der Bilder wie eine filmische Montage funktioniert, die beim Betrachter eine mentale Bewegung auslöst und ihn dazu anregt, eigene narrative Zusammenhänge zwischen den Bildern zu konstruieren.

Was bedeutet das "Scheitern der Darstellung" im Kontext der Arbeit?

Damit ist die Beobachtung gemeint, dass Sherman durch die Offenlegung der Inszenierung – wie sichtbares Studio-Equipment oder unnatürliche Posen – die Illusion einer perfekten filmischen Realität bricht und so den Fokus auf den Konstruktionscharakter ihrer Werke lenkt.

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Details

Title
Die Referenzen von Cindy Shermans "Untitled Film Stills" #14 und #16 auf Michelangelo Antonionis Film "La Notte"
Subtitle
Ein kunstgeschichtlicher Blick auf Bildausschnitte
College
LMU Munich  (Kunstgeschichte)
Course
„Re-Inszenierungen: Remakes, Re-enactments, Reste“
Grade
1,3
Author
Jennifer Münster (Author)
Publication Year
2018
Pages
29
Catalog Number
V451388
ISBN (eBook)
9783668862593
ISBN (Book)
9783668862609
Language
German
Tags
Cindy Sherman La Notte Antonioni Sherman Cindy Film Stills Filmstandbilder Pauleit Pictures Appropriation Art Untitled Film Still Montage Vorbild Filmfotografie Frauenrollen Frauenfiguren Frauenklischees Inszenierung Kuleshov
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Münster (Author), 2018, Die Referenzen von Cindy Shermans "Untitled Film Stills" #14 und #16 auf Michelangelo Antonionis Film "La Notte", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451388
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