Gesellschaftliche Debatten setzen sich noch immer mit den Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Work-Family-Balance auseinander. Allerdings konzentrieren sich diese Diskussionen weitgehend auf die Perspektive der Mütter.
Ob und wie junge Väter ihre Erwerbsarbeit mit dem Familienleben vereinbaren können, bleibt in der Regel unberücksichtigt. Miriam Walchshäusl untersucht in ihrer Publikation deshalb, wie das Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit bei berufstätigen Vätern aussieht und welche Faktoren es beeinflussen.
Walchshäusl zeigt, wie sich die Rolle des Vaters in der Vergangenheit verändert hat und wie Väter sich heutzutage in der Familie engagieren. Auch immer mehr Väter müssen Lösungen finden, um ihre Arbeitszeiten mit dem angestrebten Familienleben zu vereinbaren. Miriam Walchshäusl spricht mit ihrer Publikation ein Thema an, das längst im Zentrum der Gesellschaft angekommen ist und nun auch öffentlich diskutiert werden sollte.
Aus dem Inhalt.
- Gender;
- Gleichstellung;
- Work-Life-Balance;
- Stress;
- Erziehung
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas und Problemstellung der Arbeit
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Teil: Work-Family-Balance von berufstätigen Vätern
2.1 Work-Family-Balance
2.2 Der berufstätige Vater
2.3 Zwischenfazit
3 Methode: Quantitatives Forschungsdesign
3.1 Online-Fragebogen als Methode
3.2 Beschreibung des Vorgehens
3.3 Präzisierung der Variablen und Operationalisierung
4 Ergebnisse der Untersuchung
4.1 Deskriptive Statistik
4.2 Prüfung der Hypothesen und Beantwortung der Forschungsfrage
5 Diskussion
5.1 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Qualität des eigenen Vorgehens und des Datenmaterials
5.3 Praxisrelevanz und Ausblick
5.4 Fazit
6 Anlagen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Spillover- und Crossovereffekte der Work-Family-Balance von Vätern unter Berücksichtigung ihrer wöchentlichen Arbeitszeit, um ein tieferes Verständnis für die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und familiären Fürsorgeaufgaben aus männlicher Perspektive zu gewinnen.
- Integratives Work-Family-Balance Modell nach Hill
- Einfluss der Wochenarbeitszeit als Stressor
- Quantitative Online-Befragung berufstätiger Väter
- Analyse beruflicher, familiärer und individueller Effekte
Auszug aus dem Buch
1.1 Relevanz des Themas und Problemstellung der Arbeit
Der Datenreport des Mikrozensus Deutschland aus dem Jahr 2016 zeigt, dass in es in Deutschland 6,7 Millionen Mütter und 5,6 Millionen Väter im erwerbsfähigen Alter gibt, die mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren in einem gemeinsamen Haushalt leben. Ca. 58% der Mütter und 84% der Väter sind dabei aktiv berufstätig. Während bei Müttern eine Abhängigkeit der Erwerbstätigkeit vom Kindesalter zu beobachten ist, zeigt sich hingegen bei den Vätern die Beteiligung am Erwerbsleben davon unabhängig und liegt konstant zwischen 82% und 85%. Dabei sind Väter nicht nur häufiger erwerbstätig, sie arbeiten auch mehr in Vollzeit als Mütter: 95% der erwerbstätigen Ehemänner, 92% der Lebenspartner und 86% der alleinerziehenden Väter sind vollzeittätig.
Studien zeigen, dass die Belastung erwerbstätiger Väter vergleichbar groß ist, wie die von berufstätigen Müttern und dass sich Vereinbarungsprobleme durch die Vernetzung männlicher und weiblicher Lebensläufe potenzieren. Eine deterministische Trennung der Bereiche Beruf und Familie bei erwerbstätigen Eltern ist kaum mehr möglich, da es zu vielen Schnittpunkteffekten der einzelnen Domänen kommt.
Vor allem Väter, die sich durch den Wandel der Vaterrolle stärker als Erzieher und weniger als alleiniger Ernährer verstehen, stehen heute vor dem Problem der Work-Family-Balance. Sie möchten sich verstärkt um die Erziehung ihrer Kinder kümmern und erweiterte Betreuungsaufgaben übernehmen. Dabei sind sie mit dem Problem konfrontiert, dass diesem Wunsch erhöhte berufliche Anforderungen an Mobilität, Flexibilität und Leistungsbereitschaft gegenüberstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Erläutert die Problemstellung, Relevanz und Zielsetzung der Arbeit sowie den Aufbau der Bachelorthesis.
2 Theoretischer Teil: Work-Family-Balance von berufstätigen Vätern: Definiert das Konstrukt Work-Family-Balance und stellt theoretische Rahmenmodelle wie die ökologische Systemtheorie und das integrative Work-Family-Balance Modell vor.
3 Methode: Quantitatives Forschungsdesign: Beschreibt das methodische Vorgehen, insbesondere die Online-Befragung, sowie die Operationalisierung der Variablen.
4 Ergebnisse der Untersuchung: Präsentiert die deskriptiven Statistiken und prüft die aufgestellten Hypothesen mittels statistischer Analysen.
5 Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse, bewertet kritisch die Qualität der Untersuchung und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsperspektiven sowie Implikationen für die Praxis.
6 Anlagen: Enthält detaillierte Tabellen zur deskriptiven Statistik und den verwendeten Fragebogen.
Schlüsselwörter
Work-Family-Balance, Vaterschaft, Wochenarbeitszeit, Work-Family-Conflict, Work-Family-Enrichment, Spillover-Effekt, Crossover-Effekt, Online-Befragung, berufstätige Väter, Jobzufriedenheit, organisationale Bindung, Familienzufriedenheit, Partnerschaftszufriedenheit, Stresserleben, Lebenszufriedenheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Work-Family-Balance) aus der Perspektive berufstätiger Väter und deren wöchentlicher Arbeitszeit.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Themenfelder sind die Work-Family-Balance, die Rolle des modernen Vaters, sowie berufliche, familiäre und individuelle Effekte der Vereinbarkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Identifikation und Messung von Spillover- und Crossovereffekten der Work-Family-Balance bei Vätern im Kontext ihrer Wochenarbeitszeit.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein quantitatives Forschungsdesign in Form einer Online-Webbefragung mit n=100 Probanden verwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Work-Family-Balance, eine detaillierte Methodenbeschreibung und eine statistische Ergebnisanalyse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Kernbegriffe sind Work-Family-Balance, Vaterschaft, Wochenarbeitszeit, Spillover-Effekt, Crossover-Effekt und verschiedene Zufriedenheitsindikatoren.
Wie wirkt sich die Wochenarbeitszeit auf die Work-Family-Balance aus?
Die Untersuchung belegt einen negativen Zusammenhang: Je höher die Wochenarbeitszeit, desto geringer schätzen Väter ihre individuelle Work-Family-Balance ein.
Was bedeutet der in der Arbeit erwähnte Double-Squeeze-Effekt?
Der Begriff beschreibt die steigenden Anforderungen der Unternehmen an Quantität und Qualität der Arbeit bei gleichzeitig wachsenden Erwartungen der Familie an die Vater- und Partnerrolle.
- Quote paper
- Miriam Walchshäusl (Author), 2019, Die Work-Family-Balance von berufstätigen Vätern. Wie junge Väter Arbeit und Familienleben vereinbaren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451390