Die korinthische Keramik, in der Zeit des ausgehenden 8. Jh. v. Chr. bis zur Mitte des 6. Jh. v. Chr., ist für einzelne Datierungen in der Archäologie von großer Bedeutung, da sie relativ fix datiert werden kann. Diese Bedeutung entwickelte sich in der Zeit der großen Kolonisation, da häufig die früheste Keramik in den Kolonien die korinthische war. Dieser Fakt in Kombination mit uns überlieferten Gründungsdaten der jeweiligen Kolonien führt dazu, dass wir heute für die archaische und geometrische Zeit wenigstens ein grobes chronologisches Gefüge haben, welches einigermaßen zuverlässig ist. Die weite Verbreitung der korinthischen Keramik könnte damit begründet zu sein, dass es entweder einen regen Handel mit den Stücken an sich gab oder mit den Inhalten der entsprechenden Stücken.
In dieser Arbeit soll nun versucht werden zu klären, ob und, wenn ja, in welchem Umfang es Keramikhandel gab. Des Weiteren werden wir uns der Frage zuwenden, in welche Gebiete dabei die Keramik gelangte. Gab es Landstriche, die bevorzugt beliefert wurden oder haben wir im gesamten Mittelmeer eine relativ gleiche Verteilung? Falls ein Gebiet bevorzugt beliefert wurde, was könnten die etwaigen Gründe dafür sein? Wie groß war überhaupt, wenn man das sagen kann, die Bedeutung korinthischer Händler am Keramikhandel dieser Zeit? Übernahmen sie vor allem die „Umverteilung“ der Güter oder waren es doch eher Händler aus anderen Landstrichen, die mit korinthischer Keramik handelten? Außerdem stellt sich natürlich noch die Frage nach der zeitlichen Verteilung der Handelstätigkeit. Zwar wissen wir, dass der Handel wenn dann während der Großen Kolonisation am größten und bedeutendsten war, aber gab es innerhalb dieser Zeit noch verschiedene Phasen zu denen ein erhöhtes oder auch verringertes Handelsaufkommen von statten ging?
Der Aufbau der Arbeit soll sich wie folgt gestalten. Zuerst werde ich kurz die zu behandelnde Keramik vorstellen in ihren einzelnen Phasen. Darauf soll eine historischer Abriss folgen zu Korinth während der großen Kolonisation. Daran anschließend werde ich zum Hauptteil der Arbeit, nämlich der Verbreitung der korinthischen Keramik in den einzelnen Gebieten des Mittelmeerraumes, kommen. Final soll in einem Fazit auf die eingangs gestellten Fragen eingegangen und eine Lösung vorgestellt werden. Einleitend kommen wir jedoch zunächst kurz zur Forschungsgeschichte und dem Vorgang der Keramikproduktion.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragen und Ziele
1.2 Forschungsgeschichte
1.3 Herstellungsvorgang
2. Die Entwicklung der korinthischen Keramik
2.1 Die geometrische Zeit
2.2 Die orientalisierende bzw. protokorinthische Phase
2.3 Die korinthische Phase
3. Korinth
3.1 Abriss zur Geschichte Korinths während der großen Kolonisation
3.2 Das Töpferviertel Korinths
4. Korinthische Keramik in den einzelnen Mittelmeerregionen
4.1 „lokaler Markt“ – Griechenland
4.2 Schwarzes Meer
4.3 Ägypten und Syrien
4.3.1 Al Mina
4.3.2 Naukratis
4.4 Sizilien
4.5 Unteritalien
4.6 Etrurien
4.7 Spanien und Frankreich
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Umfang und die Wege des Handels mit korinthischer Keramik im Zeitraum vom 8. bis zum 6. Jahrhundert v. Chr. Dabei wird analysiert, ob die Verbreitung der Keramik auf gezielten Handel, den Export von Inhalten oder auf Zufallsfunde zurückzuführen ist und welche Rolle die wirtschaftliche Entwicklung Korinths in diesem Kontext spielte.
- Chronologische Entwicklung und Phasen der korinthischen Vasenmalerei
- Geschichte von Korinth während der großen Kolonisation
- Produktionsbedingungen im „Potters' Quarter“ von Korinth
- Regionale Handelsstrukturen im Mittelmeerraum (Sizilien, Italien, Ägypten, Schwarzes Meer)
- Wirtschaftliche Bedeutung des Keramik- und Parfumhandels
Auszug aus dem Buch
1.1 Fragen und Ziele
Die korinthische Keramik, in der Zeit des ausgehenden 8. Jh. v. Chr. bis zur Mitte des 6. Jh. v. Chr., ist für einzelne Datierungen in der Archäologie von großer Bedeutung, da sie relativ fix datiert werden kann. Diese Bedeutung entwickelte sich in der Zeit der großen Kolonisation, da häufig die früheste Keramik in den Kolonien die korinthische war. Dieser Fakt in Kombination mit uns überlieferten Gründungsdaten der jeweiligen Kolonien führt dazu, dass wir heute für die archaische und geometrische Zeit wenigstens ein grobes chronologisches Gefüge haben, welches einigermaßen zuverlässig ist. Die weite Verbreitung der korinthischen Keramik könnte damit begründet zu sein, dass es entweder einen regen Handel mit den Stücken an sich gab oder mit den Inhalten der entsprechenden Stücken.
In dieser Arbeit soll nun versucht werden zu klären ob und wenn ja in welchem Umfang es Keramikhandel gab. Des Weiteren werden wir uns der Frage zuwenden in welche Gebiete dabei die Keramik gelangte. Gab es Landstriche die bevorzugt beliefert wurden oder haben wir im gesamten Mittelmeer eine relativ gleiche Verteilung? Falls ein Gebiet bevorzugt beliefert wurde, was könnten die etwaigen Gründe dafür sein? Wie groß war überhaupt, wenn man das sagen kann, die Bedeutung korinthischer Händler am Keramikhandel dieser Zeit? Übernahmen sie vor allem die „Umverteilung“ der Güter oder waren es doch eher Händler aus anderen Landstrichen, die mit korinthischer Keramik handelten? Außerdem stellt sich natürlich noch die Frage nach der zeitlichen Verteilung der Handelstätigkeit. Zwar wissen wir, dass der Handel wenn dann während der Großen Kolonisation am größten und bedeutendsten war, aber gab es innerhalb dieser Zeit noch verschiedene Phasen zu denen ein erhöhtes oder auch verringertes Handelsaufkommen von statten ging?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die zeitliche Einordnung korinthischer Keramik, Definition der Forschungsfragen und Darlegung des methodischen Aufbaus.
2. Die Entwicklung der korinthischen Keramik: Darstellung der stilistischen und technologischen Entwicklung vom geometrischen Stil bis zur korinthischen Phase.
3. Korinth: Historischer Abriss der Entwicklung Korinths während der Kolonisation und Untersuchung des Produktionsstandortes „Potters' Quarter“.
4. Korinthische Keramik in den einzelnen Mittelmeerregionen: Detaillierte Analyse der Verbreitung und Handelswege in spezifischen Regionen wie Griechenland, Sizilien, Italien und Ägypten.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen bezüglich Umfang, Akteuren und zeitlicher Dynamik des Handels mit korinthischer Keramik.
Schlüsselwörter
Korinthische Keramik, Kolonisation, Handel, Archäologie, Potters' Quarter, Vasenmalerei, Aryballoi, Mittelmeerraum, Keramikproduktion, Feinkeramik, Handelswege, Archaische Zeit, Exporte, Wirtschaftsgeschichte, Antike
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Handel mit korinthischer Keramik zwischen dem 8. und 6. Jahrhundert v. Chr. und untersucht die Verbreitung dieser Waren im antiken Mittelmeerraum.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben der kunsthistorischen Entwicklung der Keramik stehen die Produktionsbedingungen in Korinth und die ökonomischen Hintergründe des Handels, insbesondere im Zusammenhang mit der großen Kolonisation, im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Umfang des Keramikhandels zu bestimmen, die wichtigsten Handelsregionen zu identifizieren und zu klären, wer als Akteur (korinthische vs. ausländische Händler) den Vertrieb übernahm.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer archäologischen Analyse der Fundverteilung in Siedlungen und Gräbern sowie einer Auswertung antiker literarischer Quellen und chronologischer Gefüge.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse Korinths, die Untersuchung des Töpferviertels sowie eine detaillierte regionale Analyse der Fundorte im gesamten Mittelmeerraum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie korinthische Keramik, Kolonisation, Handelswege, archaische Vasenmalerei und Wirtschaftsgeschichte definieren.
Welche Rolle spielte das "Potters' Quarter" in Korinth?
Das Töpferviertel war das vermutliche Zentrum der Keramikproduktion, in dem sowohl Waren für den lokalen Bedarf als auch für den überregionalen Export gefertigt wurden.
Warum war der Export von Aryballoi so bedeutend?
Diese kleinen Gefäße dienten vermutlich als Transportbehältnisse für hochwertige Öle und Parfums, was ihre weite Verbreitung im gesamten Mittelmeerraum erklärt.
Wie beeinflusste der Aufstieg der attischen Keramik den korinthischen Markt?
Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. verdrängte die attische Keramik aufgrund des wachsenden Marktes und stilistischer Innovationen zunehmend die korinthischen Produkte, was zum Niedergang der korinthischen Exportaktivitäten führte.
- Citation du texte
- Martin Richter (Auteur), 2013, Der Handel mit korinthischer Keramik vom 8.–6. Jh. v. Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451395