In dieser Arbeit sollen überblicksartig die wichtigsten drei Städte des Achämenidenreiches, Susa, Pasargadae und Persepolis, besprochen werden, sowie die wichtigsten Baudenkmäler in diesen. Zuvor soll nun aber ein kurzer Überblick über die persische Geschichte dem besseren Verständnis zu Gute kommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Abriss der geschichtlichen Entwicklung des Perserreiches
3. Persepolis
3.1 Die Terrasse von Persepolis
3.2 Das Tor aller Länder
3.3 Der Apadana
3.4 Der Dareios-Palast
3.5 Das Schatzhaus
3.6 Der Hundert-Säulen-Saal
3.7 Naqsh-e Rustam und das Grab des Dareios
4. Parsagadae
4.1 Das Grab von Kyros dem Großen
4.2 Der heilige Bezirk
5. Susa
6. Glyptik
7. Numismatik
8. Schlussbetrachtung
9. Anhang
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, einen überblicksartigen Einblick in die architektonischen und kulturellen Zentren des Achämenidenreiches zu geben. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, welche architektonischen Charakteristika die wichtigsten Städte – Persepolis, Parsagadae und Susa – sowie deren zentrale Baudenkmäler auszeichnen, und wie diese im Kontext der persischen Geschichte und Kunst zu interpretieren sind.
- Historischer Abriss der Entwicklung des Perserreiches unter den Achämeniden.
- Architektonische Analyse der Terrassenanlagen und Palastbauten in Persepolis.
- Untersuchung der repräsentativen Denkmäler und Kultstätten in Parsagadae.
- Darstellung der Bautätigkeiten in Susa unter Dareios und Artaxerxes II.
- Betrachtung der Glyptik und Numismatik als künstlerische und verwaltungstechnische Ausdrucksformen.
Auszug aus dem Buch
3.3 Der Apadana
Der Apadana ist eines der prächtigsten Gebäude auf der gesamten Terrasse und wurde bereits unter Dareios errichtet, aber erst unter Xerxes fertiggestellt. Im Westen sowie auch im Osten standen Portiken mit 12 etwa 20m hohen Säulen in jeweils zwei Reihen (Abb.14). Auf Grund des Säulenabstandes von 8,65m lässt sich eine Länge für die Balken, die den gesamten Portikus überdachten, von rund 20m rekonstruieren. An allen Ecken des Gebäudes waren Türme angebracht, die aus Lehmziegeln errichtet und mit glasierten Ziegeln geschmückt worden waren. In den beiden Türmen der östlichen Portikus wurden die Gründungsinschriften von Dareios dem Großen gefunden. Das Gebäude an sich wurde auf einem sockelartigen Unterbau errichtet. Die Wände bestanden aus luftgetrockneten Ziegeln, ca. 5,3m dick und von großen Fenstern durchbrochen. Der Eingang zur Empfangshalle befand sich ursprünglich an der östlichen Seite. Der Empfangssaal war quadratisch mit einer Seitenlänge von 60,50m. In ihm standen sechs mal sechs Säulen, die vermutlich wie die der Portiken rund 20m hoch waren und mit Stierkapitellen geschmückt waren.
Die Nordportikus wurde wohl erst von Xerxes hinzugefügt, als er den Eingang auf die Terrasse in den Norden verlagerte. Von dort aus führen zwei Türen, welches die Einzigen mit steinernen Türschwellen sind, in den Empfangssaal. An der Südseite werden, auf Grund der Struktur der einzelnen Abschnitte, Lagerräume vermutet. Höchstwahrscheinlich wurden hier hölzerne Gegenstände aufbewahrt, was aus zahlreichen Funden von Holzkohle zu erschließen wäre.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Achämenidenreich ein, beleuchtet die Forschungsgeschichte und erläutert die religiösen Grundlagen sowie das Ziel der Arbeit, die drei wichtigsten Städte zu untersuchen.
2. Abriss der geschichtlichen Entwicklung des Perserreiches: Dieses Kapitel skizziert den Aufstieg der Perser von indogermanischen Einwanderern zu einer Weltmacht unter Kyros II. bis hin zum Fall des Reiches unter Alexander dem Großen.
3. Persepolis: Hier erfolgt eine detaillierte architektonische Analyse der Terrassenanlagen und Gebäude, einschließlich des Schatzhauses, des Hundert-Säulen-Saals und der Königsgräber bei Naqsh-e Rustam.
4. Parsagadae: Dieser Abschnitt widmet sich den Denkmälern in Parsagadae, insbesondere dem Grab von Kyros dem Großen und dem als Kultplatz identifizierten heiligen Bezirk.
5. Susa: Das Kapitel behandelt die Bautätigkeiten in Susa, die durch großflächige Palastanlagen und die archäologische Entdeckung bedeutender Statuen und glasierter Backsteine gekennzeichnet sind.
6. Glyptik: Es werden die verschiedenen Siegelarten der Zeit betrachtet, wobei der Fokus auf Zylindersiegeln und deren Rolle bei der Dokumentenverwaltung und als Ausdruck königlicher Macht liegt.
7. Numismatik: Dieses Kapitel erläutert die Einführung der silbernen Sigloi und goldenen Dareikoi unter Dareios und deren Bedeutung als Zahlungsmittel im achämenidischen Reich.
8. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, wobei betont wird, dass das Perserreich trotz seiner architektonischen Pracht weiterhin viele archäologische Geheimnisse birgt.
9. Anhang: Dieser Teil umfasst das Quellen- und Literaturverzeichnis sowie das ausführliche Abbildungsverzeichnis der Arbeit.
Schlüsselwörter
Achämenidenreich, Perserreich, Persepolis, Dareios, Xerxes, Apadana, Kyros der Große, Susa, Parsagadae, Naqsh-e Rustam, Glyptik, Numismatik, Ahuramazda, Reliefkunst, Architekturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Architektur und den kulturellen Hinterlassenschaften des Achämenidenreiches, mit einem besonderen Fokus auf die archäologische Untersuchung der Städte Persepolis, Parsagadae und Susa.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die geschichtliche Entwicklung des Perserreiches, die Analyse spezifischer Bauwerke, die Untersuchung der achämenidischen Religion sowie künstlerische Ausdrucksformen wie Glyptik und Numismatik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über die wichtigsten Baudenkmäler der drei Hauptstädte zu geben und deren Bedeutung im Kontext der achämenidischen Geschichte und Kunst zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer archäologisch-historischen Auswertung existierender Grabungsberichte, antiker Quellen wie Herodot und architektonischer Analysen der erhaltenen Bau- und Reliefstrukturen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die baulichen Strukturen in Persepolis, Parsagadae und Susa sowie die Entwicklungen in der Münzprägung und Siegelkunst detailliert beschrieben und analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Achämenidenreich, Persepolis, Apadana, Dareios und archäologische Denkmäler maßgeblich charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Religion der Achämeniden für das Bauverständnis?
Die monotheistische Ausrichtung auf den Gott Ahuramazda wird als Erklärung dafür angeführt, warum die Achämeniden im Vergleich zu anderen Kulturen weniger eine klassische, aufwendige Kultarchitektur entwickelten.
Was lässt sich aus den Reliefs der Apadana-Treppe über die achämenidische Macht ableiten?
Die Reliefs illustrieren die Unterordnung verschiedener Völkerschaften unter den König, wobei die Tributbringer als symbolische Stützpfeiler der Regierung dargestellt werden.
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- Martin Richter (Author), 2011, Der Vordere Orient zur Zeit der Achämeniden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451396