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Ereškigal, Herrscherin der Unterwelt. Eine Untersuchung über ihr Auftreten in der mesopotamischen Mythenwelt

Titel: Ereškigal, Herrscherin der Unterwelt. Eine Untersuchung über ihr Auftreten in der mesopotamischen Mythenwelt

Hausarbeit , 2011 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Martin Richter (Autor:in)

Weltgeschichte - Altertum
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll das Auftreten Ereškigals in den Mythen „Nergal und Ereškigal“, „Inannas/Ištars Gang in die Unterwelt“ und dem „Gilgameš-Epos“ untersucht werden, mit der vordergründigen Frage ob sie als abscheuliches Monster oder doch als ganz ‚normale‘ Göttin dargestellt wird. Hinzu kommt die Frage, wie es den Akteuren der Mythen gelang aus der Unterwelt wieder zu entkommen und der Macht der Ereškigal zu entrinnen. Des Weiteren soll die Unterwelt an sich auch kurze Beachtung finden, vor allem in Bezug auf ihre wichtigsten Bewohner, ihre Topographie und ihrem Aussehen, sowie dem Leben ihrer Bewohner.

Im mesopotamischen Glauben war die Unterwelt keinesfalls ein Ort des Chaos, in den die Verstorbenen nach ihrem Tod gegangen sind. Sie war vielmehr eine geordnete ‚Welt‘, in der aber kein vergleichbarer Lebensstandard vorherrschte wie in der oberirdischen Welt. Ihr konnte im Grunde keiner entkommen. Selbst unsterbliche Götter konnten ihr eigentlich nicht entrinnen, wodurch sie immer über ihre Boten, für die dies nicht galt, zur Kommunikation mit der Unterwelt benutzten. Für Ereškigal war die Situation nicht viel anders. Sie konnte nicht die oberirdische Welt betreten, weshalb sie mit Hilfe ihres Boten Namtar, mit den oberirdischen Göttern in Verbindung trat.

Die jenseitige Welt ist ein „Haus der Finsternis“, „ein Haus, dessen Bewohner des Lichtes entbehren“. Da es, wie bereits erwähnt, von diesem Ort kein Entrinnen gab, nannte man ihn auch kurnugi „das Land ohne Wiederkehr“. Andere Namen waren aber auch „das Haus des Geschickes“ eines jeden Menschen, „das große Haus“, „die Totenstadt“ oder auch „das Haus des Staubes“. Gelegentlich ist auch der Name Kutha zu finden, welches die Nekropole der Stadt Babylon war. Hier befand sich auch der Tempel der Ereškigal é.eri.gal, das „Haus der großen Stadt“.

Ereškigal nun war die Herrin der Unterwelt oder wie ihr sumerischer Name, Ereš-ki-gal bereits sagt, die „Herrin des großen Landes“. Ihr Auftreten in mesopotamischen Mythen und Epen ist zahlreich, aber vor allem im Zusammenhang mit dem Unterweltsgang einer bestimmten Person oder eines Gottes. Andere Namen für sie waren im Laufe der Zeit Al-la-tum, Ama-áb-zi-kur-ra, Gašan-ki-gal, Gù-a-nu-si und Kù-an-ni-si. Sie ist die Gemahlin des Nergal und des Nin-azu. Der Sohn, den sie mit Enlil hat, ist Namtar, welcher gleichzeitig ihr Bote und Wesir ist. Außerdem hat sie eine Tochter Nungalla.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Betrachtungen zur Unterwelt

2.1 Topographie und Aussehen der Unterwelt

2.2 Das Leben in der Unterwelt

2.3 Die wichtigsten Götter der Unterwelt

3. Der Gang in die Unterwelt

3.1 „Nergal und Ereškigal“

3.2 „Ištars Höllenfahrt“ bzw. „Inannas Gang in die Unterwelt“

3.3 „Der Gilgameš-Epos“ bzw. „Gilgameš, Enkidus und die Unterwelt“

4. Schlussbemerkungen

5. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Auftreten und die Charakterisierung der Göttin Ereškigal innerhalb bedeutender mesopotamischer Mythen, um die Forschungsfrage zu beantworten, ob sie primär als monströse Schreckgestalt oder als vielschichtige Gottheit dargestellt wird.

  • Analyse der topographischen und sozialen Strukturen der mesopotamischen Unterwelt
  • Untersuchung der mythologischen Rolle Ereškigals in zentralen Erzählungen
  • Vergleichende Betrachtung verschiedener Versionen von Unterweltsmythen
  • Darstellung der Rolle des Gottes Ea als Gegenspieler und Helfer
  • Erörterung des Umgangs mit dem Tod und der Unentrinnbarkeit des Schicksals

Auszug aus dem Buch

3.1 „Nergal und Ereškigal“

Der Mythos beginnt damit, dass Namtar den Vorhof des Anu, Enlil und Ea betritt. Da es die Sitte so will verbeugten sich alle Götter vor ihm mit Ausnahme von Nergal, welcher sich damit eines Verstoßes gegenüber der Unterwelt strafbar gemacht hat. Hier gibt es nun die ersten Diskrepanzen der beiden vollständigen Versionen. In der Armana-Version (zukünftig A abgekürzt) fordert Ereškigal seine Auslieferung. Hingegen in der Sultanteppe-Version (zukünftig mit S abgekürzt) rät Ea ihm in die Unterwelt hinabzusteigen um sich zu entschuldigen. Da Nergal aber sicher aus der Unterwelt zurückkommen soll, gibt ihm Ea nützliche Ratschläge, die er beachten muss, wie z.B. dass er nichts aus der Unterwelt entgegennehmen darf. Des Weiteren soll er in den Zürgelbaumwald gehen und drei Bäume fällen. Aus diesen soll er drei Gegenstände fertigen. Aus S geht hervor, dass er aus einem Baum einen hölzernen Thron fertigt, den er Ereškigal als Gastgeschenk und wohl auch als Versöhnungsgeschenk mitbringen soll.

So macht er sich auf in die Unterwelt. Der erste Torwächter jedoch versperrt bereits den Weg. So muss Nergal warten bis der Pförtner seine Ankunft an Ereškigal gemeldet hat. An dieser Stelle des Mythos zeigt sich ein eher negativer Zug der Ereškigal. Sie lässt noch bevor sie weiß wer am Tor ist, den Befehl ergehen, diesen Eindringling sofort festzunehmen. Als Nergal nun vor Ereškigal steht verkündet er die Botschaft des Anu, dass sie sich auf den hölzernen Thron setzen soll um die Rechtentscheide der großen Götter zu richten. Jedoch wird nicht über Nergal gerichtet. Ganz im Gegenteil ihm werden verschiedene verlockende Angebote gemacht, denen er anfangs widerstehen kann. Am Ende schafft Ereškigal es aber ihn mit ihrer leidenschaftlichen Art zu Verführen und somit zum ständigen Bewohner der Unterwelt zu machen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das mesopotamische Unterweltsverständnis und die Rolle der Ereškigal als Göttin sowie Darlegung der Forschungsfragen.

2. Allgemeine Betrachtungen zur Unterwelt: Untersuchung der geographischen Vorstellung, der Lebensbedingungen nach dem Tod und der beteiligten Gottheiten.

3. Der Gang in die Unterwelt: Detaillierte Analyse der Mythen "Nergal und Ereškigal", "Ištars Höllenfahrt/Inannas Gang" sowie des "Gilgameš-Epos" hinsichtlich der Darstellung der Unterweltkönigin.

4. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Betrachtung der verschiedenen Facetten Ereškigals und der zentralen Funktion des Gottes Enki/Ea als weiser Gegenspieler.

5. Anhang: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen zur Untersuchung.

Schlüsselwörter

Ereškigal, Unterwelt, Mesopotamien, Mythen, Nergal, Inanna, Ištar, Gilgameš, Namtar, Ea, Totenreich, Jenseitsvorstellung, sumerische Mythologie, akkadische Mythologie, Götterepitheta

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Darstellung der Göttin Ereškigal innerhalb der mesopotamischen Mythologie, insbesondere in Mythen, die den Gang von Göttern oder Helden in die Unterwelt thematisieren.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Felder sind die Topographie der Unterwelt, das Leben nach dem Tod, die Hierarchie der Unterweltsgötter und die verschiedenen narrativen Facetten der Herrscherin Ereškigal.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob Ereškigal in den Mythen als abstoßendes Monster oder als vielschichtige, menschliche Züge aufweisende Göttin dargestellt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine textanalytische Untersuchung von Primärquellen (mesopotamische Mythen) durch und vergleicht dabei unterschiedliche Überlieferungsversionen (z. B. sumerisch vs. akkadisch).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert drei zentrale Mythen: "Nergal und Ereškigal", die "Ištar/Inanna-Höllenfahrt" sowie Episoden aus dem "Gilgameš-Epos".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Ereškigal, Unterwelt, Mesopotamien, Nergal, Inanna, Ea, Totenreich und das göttliche Schicksal.

Warum spielt der Gott Ea eine so wichtige Rolle in den Mythen?

Ea fungiert als "Herr der Weisheit" und ständiger Gegenspieler der Ereškigal, da er als Freund der Menschen und Helden auftritt und diese mit Ratschlägen vor der totalen Macht der Unterwelt bewahrt.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Ereškigal in den verschiedenen Mythen?

Während sie im Nergal-Mythos als verletzliche Liebende oder leidenschaftliche Verführerin auftritt, wird sie im Gilgameš-Epos eher als verbitterte, grimmige Verwalterin des Todes dargestellt.

Was bedeutet das "Land ohne Wiederkehr" im mesopotamischen Kontext?

Es bezeichnet die endgültige Natur des Todes, aus dem es für Sterbliche, wie im Gilgameš-Epos beschrieben, im Regelfall kein Entrinnen gibt, da die Unterwelt ein streng geordnetes System ist.

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Details

Titel
Ereškigal, Herrscherin der Unterwelt. Eine Untersuchung über ihr Auftreten in der mesopotamischen Mythenwelt
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
2,0
Autor
Martin Richter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V451401
ISBN (eBook)
9783668842694
ISBN (Buch)
9783668842700
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ereskigal Akkdisch Sumerisch Sumerer Akkader Uruk Ur Asyrien Babylon Mesopotamien Iran Irak Syrien Elam Mythos Geschichte Archäologie Buch Legende Erzählung Gott Religion Kult Kultur Unterwelt Jenseits Nergal Behemoth Gilgamesh
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Richter (Autor:in), 2011, Ereškigal, Herrscherin der Unterwelt. Eine Untersuchung über ihr Auftreten in der mesopotamischen Mythenwelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451401
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Leseprobe aus  14  Seiten
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