Einleitung
Gegenstand der vorliegenden Seminararbeit sind die Übersetzungen der nachfolgend aufgeführten Texte von George Bernard Shaw1 (1856-1950). Diese sind dem Werk “Shaw’s Music – The complete musical criticism of Bernard Shaw” (Max Reinhardt, The Bodley Head Ltd., London 1981). entnommen. Diese Sammlung von Schriften wurde in drei Bänden veröffentlicht. Die Schriften des ersten Bandes stammen aus den Jahren 1876-1890, George Bernard Shaw die des zweiten Bandes aus den Jahren 1890-1893 und die des dritten Bandes aus den Jahren 1893-1950. Es folgt eine Übersicht über die Fundstellen der Texte innerhalb der drei Bände des Werkes von Shaw:
Text I Hans Richter Band II Seite 102-107
Text II Hermann Levi Band III Seite 346-351
Text III Wagner’s Birthday Band II Seite 358-361
Text IV The Manchester Orchestra Band II Seite 221-223
Text V The Manchester Orchestra Band II Seite 231-233
Text VI Mischievous Patti Band II Seite 208-213
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Übersetzung Text I „Hans Richter“
Übersetzung Text II „Hermann Levi“
Übersetzung Text III „Wagner’s Birthday“
Übersetzung Text IV „The Manchester Orchestra“
Übersetzung Text V „The Manchester Orchestra“
Übersetzung Text VI „Mischievous Patti“
Persönlicher Schlusskommentar
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, ausgewählte Musikkritiken von George Bernard Shaw aus dem Werk „Shaw’s Music“ ins Deutsche zu übertragen, um dessen Perspektiven auf die zeitgenössische Dirigierkunst und Konzertpraxis des späten 19. Jahrhunderts zu erschließen. Die Arbeit untersucht dabei kritisch die Differenzen zwischen dem hohen Anspruch des Autors und der praktizierten musikalischen Qualität in Londoner Konzertsälen.
- Analyse von Shaws fachlicher Bewertung bedeutender Dirigenten seiner Zeit wie Hans Richter und Hermann Levi.
- Untersuchung der strukturellen Mängel der damaligen Konzertpraxis in England.
- Gegenüberstellung der musikalischen Ausbildungssysteme in Deutschland und Großbritannien.
- Diskussion über die Rolle der Programmgestaltung und das Verhältnis von kommerziellem Erfolg zu künstlerischem Anspruch.
- Kritische Reflexion der Rolle Shaws als zeitgenössischer Musikkritiker und Polemiker.
Auszug aus dem Buch
Hans Richter - Ein moderner Mann
Dr. Richter kam 1877 zusammen mit Wagner nach London. Nun gut, London hatte zu dieser Zeit viele Dirigenten. Es gab Mr. Cusins beim Philharmonischen Orchester, das sich jedoch am Rande des Untergangs bewegte. Dann gab es noch Sir Michael Costa, Autokrat Ihrer Majestät, dessen Orchester metallisch-hart, kalt und korrekt war. Von solch einem Orchester erwartet man nicht unbedingt, dass es alle Werke mit Begeisterung spielt, außer vielleicht einer Partitur von Rossini.
An Covent Garden gab es Vianesi, der als Pariser auf eine köstliche und geschmackvolle Weise ordinär und albern sein konnte - d. h. so war seine Vorstellung von Kunst - , wogegen ein einfaches Brixton-Orchester das Ideal der Pariser nach Aufgeblasenheit und Getöse befriedigt. Vianesi, der gut für Paris ist, wäre hier [in London] eine künstlerische Fehlbesetzung.
Arditi war ein opernhafter Dirigent, sauber und einfach. Ihm genügte, Il Bacio zu komponieren und sich durch das altitalienische Repertoire zu dirigieren. Er überließ es Costa, das Händel-Festival zu dirigieren und Eli und andere geistliche Beiträge für eine Oratorienschule zu komponieren, in der Inspiration als Sünde galt. Arthur Sullivan war sehr geschickt und tolerierte kein Bedürfnis nach Verfeinerung. Er nahm alle Tempi sehr schnell, damit Beethoven nicht langweilig und Mozart nicht gehaltlos klingen sollte. Aber er schaffte es niemals, dass ein Orchester schnell genug spielte, obwohl bei ihm schon jedes Allegro derart schnell war, dass Mozart es Prestissimo genannt hätte.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Gegenstand der Arbeit ein, die aus der Übersetzung von sechs Texten Shaws aus seinem dreibändigen Werk „Shaw’s Music“ besteht.
Übersetzung Text I „Hans Richter“: Dieser Teil befasst sich mit der Analyse von Hans Richters Wirken in London und setzt ihn in Kontext zu anderen zeitgenössischen Dirigenten.
Übersetzung Text II „Hermann Levi“: Hier wird der Erfolg des Münchner Dirigenten Levi in London thematisiert sowie dessen Arbeitsweise und das Verhältnis zum Orchester analysiert.
Übersetzung Text III „Wagner’s Birthday“: Dieses Kapitel kritisiert die Programmgestaltung von Konzerten und die künstlerische Qualität der Aufführung von Wagner-Stücken unter Richter.
Übersetzung Text IV „The Manchester Orchestra“: Die Analyse des Manchester Orchestra als Kontrast zu Londoner Ensembles steht hier im Mittelpunkt, insbesondere in Bezug auf die Dirigentenleistung von Sir Charles Hallé.
Übersetzung Text V „The Manchester Orchestra“: Dieser Abschnitt setzt die Diskussion über Orchesterleistungen fort und geht zudem auf vokale Darbietungen und die Kritik an der Ausbildung im Royal College ein.
Übersetzung Text VI „Mischievous Patti“: Im Fokus steht hier die Kritik an den „gemischten“ Konzertprogrammen am Beispiel der Sängerin Adelina Patti.
Persönlicher Schlusskommentar: Der Autor fasst die Ergebnisse seiner Arbeit zusammen und reflektiert kritisch Shaws Rolle als Musikkritiker, der als „Besserwisser“ auftritt.
Schlüsselwörter
George Bernard Shaw, Musikkritik, Hans Richter, Hermann Levi, Orchesterleistung, Dirigierkunst, Wagner-Interpretation, Konzertpraxis, Adelina Patti, Musikalisches Umfeld, England, Deutschland, Programmgestaltung, Musikalische Ausbildung, Aufführungsqualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Übersetzung und Analyse von sechs Musikkritiken des irischen Schriftstellers George Bernard Shaw, die in seinem Werk „Shaw’s Music“ veröffentlicht wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Kritik an der damaligen englischen Dirigier- und Konzertlandschaft, die Bedeutung der richtigen musikalischen Ausbildung sowie das Porträt prominenter Dirigenten des späten 19. Jahrhunderts.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Shaws kritische Perspektive auf die musikalische Praxis in London im Vergleich zu europäischen Standards darzustellen und seine Rolle als scharfsinniger, wenn auch polemischer Musikbeobachter zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Seminararbeit, die auf der Übersetzung von Primärquellen aus dem Englischen ins Deutsche basiert, ergänzt durch eine inhaltliche Analyse und Kontextualisierung durch den Autor.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Übersetzungen der sechs ausgewählten Texte präsentiert, die Aspekte wie das Dirigieren von Beethoven und Wagner, die Arbeit spezifischer Orchester sowie die Rolle von Starsängern wie Patti beleuchten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Musikkritik, Dirigierkunst, Aufführungsqualität, Hans Richter, Wagner-Interpretation und Konzertpraxis charakterisiert.
Warum hält Shaw deutsche oder jüdische Dirigenten für überlegen?
Shaw führt dies weniger auf mangelnde Begabung der Engländer zurück, sondern auf eine tief verwurzelte, professionellere musikalische Tradition und Ausbildung im deutschsprachigen Raum.
Wie bewertet der Autor der Seminararbeit den Stil von Shaw?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Shaw zwar fachlich fundiert urteilt, aber durch seine oft abschweifende und arrogante Art in seinen Texten als unsympathischer „Besserwisser“ erscheint.
- Quote paper
- Thomas Frank (Author), 2005, George Bernard Shaw als Musikkritiker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45141