In dieser Arbeit wird zuerst das Thema Führung erläutert, indem verschiedene Definitionen ein Bild von Führung vermitteln sollen, um dann auf jene Konzepte und Führungsstile einzugehen, die für das laterale Führen von Bedeutung sind. Daran anschließend wird im dritten Kapitel die laterale Führung definiert und von dem klassischen Führungsverständnis abgegrenzt. Vertiefend dazu werden die Grundmuster lateraler Beziehungen und mögliche laterale Einflussmechanismen sowie Instrumente beschrieben. Im vierten Kapitel wird die Theorie zur lateralen Führung anhand eines lateralen Vorhabens zwischen selbstständigen Einzelunternehmern exemplarisch angewandt. Den Abschluss bildet der Schlussgedanke, der die einzelnen Konzepte hinsichtlich einer möglichen Weiterentwicklung reflektiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Führung
3. Laterale Führung
3.1 Definition von lateraler Führung
3.2 Abgrenzung von dem klassischen Führungsverständnis
3.3 Relevante Konzepte und Führungsstile
3.3.1 Relevante Konzepte
3.3.2 Führungsstile
3.4 Grundmuster lateraler Beziehungen
3.5 Einflussmechanismen lateraler Führung
3.6 Instrumente der lateralen Führung
4. Laterale Führung in der Zusammenarbeit mit Selbstständigen
5. Schlussgedanke
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept der lateralen Führung als Instrument zur Koordination und Beeinflussung ohne direkte Weisungsbefugnis. Das primäre Ziel ist es, theoretische Grundlagen der lateralen Führung darzustellen und diese praxisnah auf die Zusammenarbeit mit selbstständigen Versicherungsmaklern anzuwenden.
- Grundlagen und Definition der lateralen Führung
- Abgrenzung zur klassischen, hierarchischen Führung
- Einflussmechanismen (Verständigung, Vertrauen, Macht)
- Praktische Anwendung bei der Zusammenarbeit mit Selbstständigen
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition von lateraler Führung
Wird Führung nicht durch die formale Hierarchie begründet, sondern zielt auf die Beeinflussung „seitlich nebengeordneter Kooperationspartner" ab, so wird von lateraler Führung gesprochen (Roehl & Asselmeyer, 2017, S. 222). Der Begriff lässt sich aus dem lateinischen Wort „latus" für „Seite" ableiten und verrät bereits die Stoßrichtung des Führungsstils: gleichberechtigt, netzwerkartig und quer zur Hierarchiestruktur (Haufe Akademie). Wunderer (2011) verwendet den Begriff laterale Kooperation statt laterale Führung und definiert eine solche als „wert-, ziel- und konsensorientierte, arbeitsteilige Erfüllung von Aufgaben in und mit einer strukturierten Arbeitssituation durch hierarchisch etwa gleichgestellte Personen" (S.26). Eine ähnliche Auffassung wie Röhl und Asselmeyer vertreten auch Hofbauer und Kauer mit ihrem Verständnis von lateraler Führung, die als eine „zielorientierte Beeinflussung von in etwa Gleichgestellten" verstanden wird (Hofbauer & Kauer, 2018, S. 215). Kühl, Schnelle & Schnelle (2004) haben ein Konzept zur lateralen Führung entwickelt und verstehen diese als „eine Strategie, um sich ohne klare Machtstrukturen zu verständigen" (S.72). Es stelle „eine Alternative dar, weil es nicht vorrangig auf der Ebene persönlicher Führungsfertigkeiten ansetzt, sondern systematisch an die Organisation und ihre Strukturen rückgebunden ist" (Kühl, Nahrholdt & Schnelle, 2007, S. 4). Fürstenberg & Ineichen (2016) definieren laterale Führung als „... immer dann zugegen, wenn nicht aufgrund von Positionsautorität geführt wird, sondern wenn Organisationsteilnehmer versuchen, das Commitment anderer für ihr Vorhaben zu gewinnen" (S. 18). Den aufgeführten Definitionen liegen die Annahmen zugrunde, dass in einem Unternehmen zum einen eine hierarchische Organisationsstruktur vorliegt und zum anderen diese per se zu Problemen in der lateralen Zusammenarbeit – was heutzutage durch z.B. Projektarbeit unumgänglich ist – führt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die zunehmende Bedeutung lateraler Führung in einer globalisierten und digitalisierten Arbeitswelt und legt den Fokus auf die Anwendung bei selbstständigen Versicherungsmaklern.
2. Führung: Es werden verschiedene Definitionen von Führung vorgestellt, um ein Verständnis für die komplexen Prozesse der Einflussnahme auf Individuen und Teams zu schaffen.
3. Laterale Führung: Dieses Kernkapitel definiert den Begriff, grenzt ihn von klassischer Führung ab, analysiert Einflussmechanismen und stellt konkrete Instrumente für die Praxis vor.
4. Laterale Führung in der Zusammenarbeit mit Selbstständigen: Die theoretischen Ansätze werden exemplarisch auf die Situation von Versicherungsmaklern übertragen, um Herausforderungen der Führung ohne Weisungsbefugnis in einem geschäftlichen Umfeld zu meistern.
5. Schlussgedanke: Das Kapitel reflektiert die Anwendbarkeit der vorgestellten Konzepte und zeigt auf, dass für moderne, nicht-hierarchische Strukturen eine Anpassung der traditionellen Führungsinstrumente erforderlich ist.
Schlüsselwörter
Laterale Führung, Führung ohne Weisungsbefugnis, Kooperation, Selbststeuerung, Machtmechanismen, Verständigung, Vertrauen, Versicherungsmakler, Management, Organisation, Commitment, Einflussnahme, Führungskompetenz, Unternehmensführung, Zielkonflikte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Konzept der lateralen Führung, also das Führen von Personen ohne direkte Weisungsbefugnis innerhalb und zwischen Organisationen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Definitionen und Abgrenzungen zu klassischer Führung, Einflussmechanismen wie Macht, Vertrauen und Verständigung sowie die praktische Anwendung dieser Methoden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, theoretische Konzepte der lateralen Führung aufzuarbeiten und Überlegungen anzustellen, wie diese spezifisch auf die Zusammenarbeit mit selbstständigen Versicherungsmaklern angewendet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, um bestehende Definitionen und Konzepte zur lateralen Führung zusammenzuführen, und ergänzt diese durch ein praxisnahes Beispiel aus der Versicherungsbranche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der lateralen Führung, die Analyse von Einflussfaktoren und deren Anwendung auf ein konkretes Szenario, wie einen Softwarewechsel bei Versicherungsmaklern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind laterale Führung, Kooperation, Selbststeuerung, Macht, Vertrauen und Versicherungsmakler.
Wie unterscheiden sich laterale und klassische Führung?
Während klassische Führung auf Positionsmacht, Weisungsbefugnis und hierarchischer Struktur basiert, setzt laterale Führung auf Freiwilligkeit, Konsens und Einflussnahme auf Augenhöhe.
Warum ist das Thema für Versicherungsmakler besonders relevant?
Da Versicherungsmakler rechtlich und wirtschaftlich selbstständig sind, haben Führungskräfte in Maklerpools oder Vertriebsstrukturen keine disziplinarische Weisungsbefugnis und müssen daher auf laterale Führungsinstrumente zurückgreifen.
Was sind die drei Säulen der lateralen Führung laut Kühl et al.?
Die drei Säulen sind Verständigung, Vertrauen und Macht, die in einem wechselseitigen Spannungsverhältnis stehen und als laterale Kommunikationsprozesse fungieren.
Welche Rolle spielt die "Commitment Spielplatte" in der Praxis?
Sie dient als Instrument, um die Position von Mitwirkenden hinsichtlich ihres Vertrauens in die Führungskraft und ihrer Überzeugung vom Vorhaben einzuschätzen und gezielte Maßnahmen abzuleiten.
- Citar trabajo
- Tanja Strobel (Autor), 2018, Laterale Führung. Grundmuster und Einflussmechanismen hierarchieloser Führung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451449