Das deutsche System zur Sicherung der Altersvorsorge basiert auf einer Dreiteilung der Vorsorgebausteine, den sogenannten „3 Eckpfeilern der Vorsorge“, welche in Kombination dazu verhelfen sollen im Alter den erreichten Status der Vorjahre zu sichern. Diese 3 Säulen der Altersvorsorge sollen im folgenden Abschnitt kurz erläutert werden.
Die erste Säule und in Deutschland zugleich bedeutendste stellt die gesetzliche Rentenversicherung dar. Sie basiert auf einem Umlageprinzip. Dies bedeutet, dass die heutigen Arbeitnehmer mit ihren Beiträgen die Bezüge der heutigen Rentner begleichen. Die zweite Säule stellt die betriebliche Vorsorge dar. Diese Form der Vorsorge spielt in vielen europäischen Ländern eine wichtige Rolle, in Deutschland ist sie jedoch nur von sehr untergeordneter Bedeutung, da sie meist nur von großen Unternehmen und dort auch nur für bestimmte Arbeitnehmerkreise gewährt wird. Hierfür kann z.B. eine langjährige Betriebszugehörigkeit, oder das Besetzen einer Schlüsselposition im Unternehmen, wie z.B. Vorstand oder Prokurist eines Unternehmens, maßgeblich sein. Auf Grund von zunehmender Flexibilität und Mobilität im Beruf, sowie Entlassungswellen dürfte diese 2. Säule auch weiterhin in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Die dritte und zugleich immer bedeutsamere Säule ist schließlich die private Vorsorge. Da wie bereits zuvor erwähnt die „Früchte“ der ersten beiden Säulen künftig eher magerer ausfallen dürften, sollte diese verstärkt forciert werden, um eine stabile und ausreichende Versorgung für das Alter sicher zu stellen. Im internationalen Vergleich ist Deutschland im Hinblick auf die Gewichtung der privaten Vorsorge mit das Schlusslicht, wohingegen z.B. in den USA eine annähernde “Pari-Situation“ herrscht zwischen staatlichen und privater Vorsorge
Inhaltsverzeichnis
1. Das Rentensystem in Deutschland
1.1 Die 3 Säulen der Altersvorsorge
1.2 Problemfall gesetzliches Rentensystem
1.3 Die Notwendigkeit zur privaten Vorsorge
2. Private Altersvorsorge
2.1 Instrumente der privaten Altersvorsorge
2.1.1 Versicherungsprodukte
2.1.2 Sparprodukte der Banken
2.2 Aktienfonds als ausgewähltes Anlageinstrument
2.2.2 Sicherheit der Anlage
2.2.3 Anlageerfolg
2.2.4 Flexibilität
2.2.5 Steuerliche Vorteile
3. Zukunft nach Plan – Der Aktienfondssparplan
3.1 Erläuterung des Sparplans
3.2. Cost-Average-Effekt
3.3 Staatliche Fördermaßnahmen
4. Verlauf einer Sparplans
4.1. Die Ansparphase
4.2. Der Altersruhestand
5. Fazit
Zielsetzung & Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge in Deutschland angesichts der Schwächen des gesetzlichen Rentensystems und bewertet Aktienfonds als geeignete, renditestarke Anlageform für den langfristigen Vermögensaufbau.
- Analyse der Funktionsweise und Probleme des gesetzlichen Rentensystems.
- Vergleich verschiedener Instrumente der privaten Altersvorsorge.
- Detaillierte Untersuchung von Aktienfonds hinsichtlich Sicherheit, Rendite und Flexibilität.
- Erläuterung des Aktienfondssparplans und des Cost-Average-Effekts.
- Strategische Gestaltung von Ansparphase und Auszahlphase im Altersruhestand.
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Sicherheit der Anlage
Alle deutschen Fondsgesellschaften müssen sich sehr restriktiven rechtlichen Bestimmungen unterwerfen: Sie unterstehen der Kontrolle des BAFin, müssen den strengen Vorschriften des KWG entsprechen und unterliegen den Bestimmungen des KAAG.
Diese Vorschriften schützen die Gelder der Anleger vor „schwarzen Schafen“, da sie in Kombination eine Veruntreuung gänzlich unmöglich machen.
Natürlich unterliegt der Kurs von Fondsanteilen ständigen Kursschwankungen, die je nach Fondskategorie stärker oder schwächer ausfallen können.
Daher sollte, wie zuvor bereits beschrieben, eine Anlage in Aktienfonds, welche tendenziell eine hohe Volatilität aufweisen, ausschließlich als Langfristanlage getätigt werden. Steht nur noch wenig Zeit zur Verfügung, sind gemischte Fonds, Renten- oder Immobilienfonds auf Grund der geringen Volatilität besser geeignet.
Ausgehend davon, dass eine Altervorsorge bereits in „jungen Jahren“ begonnen wird, können die größeren Schwankungen der Aktienfonds jedoch getrost „ausgesessen“ werden. Bedingt durch die breite Risikostreuung durch Anlage in viele verschiedene Einzelwerte verteilt über die Anlagekategorie des Fonds kann ein Totalverlust für den Anleger gänzlich ausgeschlossen werden, auch wird die Volatilität i.d.R. deutlich geringer sein als bei einer Direktinvestition in Einzelaktien.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Rentensystem in Deutschland: Das Kapitel erläutert das Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge und analysiert die demografischen sowie finanziellen Herausforderungen des gesetzlichen Umlagesystems.
2. Private Altersvorsorge: Hier werden verschiedene Vorsorgeinstrumente wie Versicherungen und Bankprodukte vorgestellt und Aktienfonds als besonders leistungsfähige Anlageklasse für den langfristigen Vermögensaufbau hervorgehoben.
3. Zukunft nach Plan – Der Aktienfondssparplan: Dieses Kapitel erklärt die Vorteile von Fondssparplänen, insbesondere den Cost-Average-Effekt, und geht kurz auf staatliche Förderungen ein.
4. Verlauf einer Sparplans: Die Phasen des langfristigen Aufbaus (Ansparphase) sowie die notwendige Umschichtung vor Beginn der Auszahlungsphase (Altersruhestand) werden hier praxisnah erläutert.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Aktienfonds aufgrund ihrer Renditechancen und Risikominimierung durch breite Streuung unverzichtbar für eine zeitgemäße private Altersvorsorge sind.
Schlüsselwörter
Altersvorsorge, Rentensystem, Aktienfonds, Sparplan, Cost-Average-Effekt, Generationenvertrag, Investmentfonds, Rendite, Volatilität, Ansparphase, Altersruhestand, Risikostreuung, BAFin, KAAG, private Vorsorge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der privaten Altersvorsorge in Deutschland und analysiert, warum Aktienfonds eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zum gesetzlichen Rentensystem darstellen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind das deutsche Rentensystem, verschiedene private Anlageinstrumente, die Struktur von Aktienfonds sowie die strategische Planung eines Aktienfondssparplans.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass aufgrund der abnehmenden Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung eine frühzeitige private Vorsorge mittels renditestarker Aktienfonds die beste Option für einen gesicherten Altersruhestand darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Praxisbericht basiert auf einer Literatur- und Analysearbeit, die aktuelle ökonomische Daten, rechtliche Rahmenbedingungen und historische Performance-Vergleiche von Anlageformen kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Betrachtung des Rentensystems, einen Vergleich der Anlagemöglichkeiten und eine detaillierte technische sowie strategische Analyse des Aktienfondssparens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie private Altersvorsorge, Aktienfonds, Sparplan, Rendite, Volatilität und demografischer Wandel definiert.
Warum ist der "Cost-Average-Effekt" für den Sparer vorteilhaft?
Durch die Investition gleichbleibender Summen werden bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile erworben als bei hohen Kursen, was den durchschnittlichen Einstiegspreis über die Laufzeit senkt.
Was empfiehlt der Autor für die Phase kurz vor Rentenbeginn?
Um kurzfristige Kursrückgänge nicht zu riskieren, empfiehlt der Autor, das Kapital stufenweise aus den volatilen Aktienfonds in weniger schwankungsanfällige, liquide Anlageformen umzuschichten.
- Quote paper
- Alexander Schwaier (Author), 2004, Private Altervorsorge in Deutschland. Aktienfonds als Grundstein für den gesicherten Altersruhestand?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45161