Instagram und YouTube. Soziale Medien als Kommunikationsinstrumente für Unternehmen, um jugendliche Nutzer anzusprechen


Bachelorarbeit, 2018

67 Seiten, Note: 1,15


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemdarstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Methodik und Vorgehensweise
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Social-Media-Nutzung von Jugendlichen

3. Untersuchungsgegenstande
3.1 Social Media
3.1.1 Social-Media-Plattform Instagram
3.1.2 Social-Media-Plattform YouTube
3.2 Social-Media-Marketing

4. Social-Media-Marketinginstrumente
4.1 Social-Media-Marketinginstrumente auf Instagram
4.2 Social-Media-Marketinginstrumente auf YouTube

5. Methodik der Forschung
5.1 Forschungsansatz
5.2 Forschungsinstrument
5.3 Herleitung der Hypothesen
5.4 Methodenkritik

6. Ergebnisse: Kommunikationsinstrumente und Unternehmensimage
6.1 Kommunikationsinstrumente auf Instagram
6.2 Unternehmensimage auf Instagram
6.3 Kommunikationsinstrumente auf YouTube
6.4 Authentizitat der Kommunikationsinstrumente
7. Handlungsempfehlungen fur Unternehmen
7.1 Relevanz von Instagram und YouTube
7.2 Chancen und Herausforderungen fur Unternehmen

8. Diskussion

9. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang .

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Instagram Screenshot Stories und Newsfeed

Abbildung 2: Instagram Screenshot Business-Profil

Abbildung 3: YouTube Screenshot Benutzeroberflache

Abbildung 4: Instagram Screenshot Sponsored Post

Abbildung 5: YouTube-Anzeigenformate

Abbildung 6: Bewertung der Instagram-Anzeigenformate

Abbildung 7: Content-Marketing auf Instagram

Abbildung 8: Potenzial von Advertising-, Content- und Influencer-Marketing auf

Instagram

Abbildung 9: Bewertung der YouTube-Anzeigenformate

Abbildung 10: Potenzial von Advertising-, Content- und Influencer-Marketing auf

YouTube

Abbildung 11: Glaubwurdigkeit der Kommunikationsmittel

Abbildung 12: Quellen der Online-Produktinformationen

Abbildung 13: Bewertung von Advertising-Marketing auf Instagram und YouTube

Abbildung 14: Bewertung von Influencer-Marketing auf Instagram und YouTube

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lesehinweis

Zur Vereinfachung der Forschungsarbeit wird eine geschlechterneutrale Personenbezeichnung bevorzugt. Zum Zwecke der Lesbarkeit wird, wenn moglich, auf die Paarform (Bsp. „Konsumenten und Konsumentinnen“) verzichtet, es sind hiermit jedoch immer beide Formen adressiert.

1. Einleitung

Mit Social Media wurde ein interaktives Internet mit zahlreichen Gestaltungs-, Informations- und Kontaktmoglichkeiten uber Zeit und Raum hinweg kreiert. Die Entwicklung der Digitalisierung veranderte mittels Smartphone, Laptop und Tablet die digitale Kommunikation vollstandig. Die Integration der neuartigen Online-Dienste fiel besonders den jungen Nutzern leicht. In der digitalen Welt aufgewachsen und an die Informations- und Kommunikationstechnologien gewohnt, rufen Jugendliche Social- Media-Plattformen taglich auf. Als Medienallrounder bildet die Mediennutzung fur Jugendliche heutzutage einen selbstverstandlichen Teil deren Alltags.

Fur Unternehmen bieten sich neue Arten von Kommunikationsinstrumenten an, um mit Hilfe von Social Media neue Zielgruppen anzusprechen. Aber wie agieren Unternehmen erfolgreich auf Social Media? Der Erfolg hangt stark von der Zielgruppe, der Ansprache der Zielgruppe und den Marketingmethoden ab. Denn die Anforderungen an Unternehmen haben sich durch Social Media grundlegend verandert. Die Forschung beschaftigt sich ausfuhrlich mit den Thematiken Social Media und Social-Media­Marketing und publiziert fortlaufend neue Studien und Ratgeber fur Unternehmen. Die Unternehmen reagieren auf die Entwicklung des Online-Markts und investieren im groBen Stil. Der Einsatz lohnt sich und die Social-Media-Werbebranche weist ein stabiles Wachstum auf. Insgesamt erwirtschaftete die Social-Media-Werbebranche im Jahr 2017 einen Umsatz von 808 Millionen Euro.1 Im Vergleich zum Vorjahr wurden damit rund 126 Millionen Euro mehr erwirtschaftet und ein Umsatzplus von rund 18 Prozent erzielt. Das Statistikportal Statista prognostiziert im „Statista Digital Market Outlook“ ein fortlaufendes Wachstum von etwa 15 Prozent fur 2018 mit 932 Millionen Euro Umsatz. Dennoch sind sich die Vielzahl von Studien und Publikationen dahingehend einig, dass Social Media langst mehr ist als nur ein Werbekanal.2 Social

Media bezeichnet einen Kommunikationskanal, der zur Steigerung der Bekanntheit und Verbesserung des Unternehmensimages beitragt und Kundennahe schafft.3

1.1 Problemdarstellung und Zielsetzung der Arbeit

Die Frage nach den Zielgruppen und die Ansprache dieser ist in diesem Zusammenhang von besonderem Interesse, da die aktuelle Social-Media-Marketing-Forschung die Nutzer uberwiegend verallgemeinert und nur bedingt in Altersklassen differenziert. Beispielsweise unterteilt der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) in einer aktuellen reprasentativen Studie „Digitale Nutzung in Deutschland 2018“ die Social- Media-Nutzer in Altersklassen von 14 bis 24 Jahren, 25 bis 34 Jahren, 35 bis 54 Jahren und 55 bis 69 Jahren.4 Allerdings unterscheiden sich die Nutzer innerhalb der Altersklassen bezuglich der Social-Media-Nutzung und der Medienbewertung enorm. Zum Vergleich: Bei der Frage der Beeinflussung durch Influencer gaben durchschnittlich 22 Prozent der Studienteilnehmer an, schon einmal ein Produkt gekauft zu haben, das ein Influencer empfohlen hat.5 In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jahrigen sind es dagegen 44 Prozent.6

Die Influencer verkorpern die Hauptakteure der Kommunikation in den Sozialen Netzwerken. Als Meinungsfuhrer stellen sie aufgrund ihres Einflusspotenzials eine bedeutsame Zielgruppe fur Unternehmen und Werbetreibende dar.7 Einige Unternehmen konnten ihre Markenbekanntheit und die Kaufbereitschaft der Konsumenten enorm steigern, indem sie auf die traditionellen MarketingmaBnahmen verzichtet und ausschlieBlich mit Influencern zusammengearbeitet haben.8

Die Jugendlichen werden innerhalb der Kinder- und Jugendforschung alleinstehend erforscht. Beispielsweise beleuchten der Medienpadagogische Forschungsverbund Sudwest (Mpfs), der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) und die Shell-Jugendstudien mittels kontinuierlicher Studien die deutsche Jugendkultur. Obwohl die Jugendforschung in Bezug auf die Social- Media-Nutzung ein viel diskutiertes Thema darstellt, wird dem Thema der Ansprache Jugendlicher auf Social Media bisher eher wenig Aufmerksamkeit geschenkt.9 Wissenschaftliche Arbeiten, die dieses spezifische Thema bearbeiten, liegen demnach nur vereinzelt vor.

Vor diesem Hintergrund besteht das Ziel der vorliegenden Arbeit darin, herauszufinden, mit welchen Chancen und Herausforderungen die Ansprache der Jugendliche mit dem Social-Media-Marketing als Kommunikationsinstrument fur Unternehmen verbunden ist. Diese Arbeit verknupft somit die erarbeiteten Erkenntnisse der Jugendforschung und adaptiert diese mit Hilfe einer Befragung auf die Praxis.

Die Social-Media-Plattformen Instagram und YouTube sind dabei von besonderer Relevanz, da laut einer Erhebung von JIM zwei Drittel der Jugendlichen YouTube als beliebtesten Online-Dienst und nachfolgend die beiden Facebook-Tochterfirmen WhatsApp und Instagram benennen. Da der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp derzeit keine Werbeformate anbietet, werden im Rahmen dieser Arbeit ausschlieBlich die Social-Media-Plattformen Instagram und YouTube in den Blick genommen.

Daraus ergeben sich folgende Fragestellungen, die im Laufe der Forschungsarbeit beantwortet werden sollen:

- Welchen Stellenwert besitzen die Social-Media-KommunikationsmaBnahmen auf Instagram und YouTube fur Jugendliche?
- Wie erhalten Unternehmen die positive Aufmerksamkeit der jungen Nutzer? Sollen die Unternehmen aktiv auf Instagram und YouTube mitwirken oder ausschlieBlich Werbung schalten?

Die soeben genannten Forschungsfragen bilden den zentralen Bestandteil dieser Forschungsarbeit und sollen im Folgenden durch die Uberprufung folgender Hypothesen beantwortet werden:

- Hypothese 1: Wenn Unternehmen mit Influencern Werbung uber Instagram schalten, dann bewerten Jugendliche das Anzeigenformat positiver als klassische Video- oder Bannerwerbungen.
- Hypothese 2: Wenn Unternehmen mit Influencern Werbung uber YouTube schalten, dann bewerten Jugendliche das Anzeigenformat positiver als klassische Video- oder Bannerwerbungen.

1.2 Methodik und Vorgehensweise

Da die Zielsetzung dieser Arbeit die adaquate Ansprache der Jugendliche mit dem Social-Media-Marketing als Kommunikationsinstrument fur Unternehmen ist, bietet sich die Verwendung einer empirischen Studie an. Die Daten werden mittels einer Online-Befragung erhoben. Fur diese Forschungsarbeit wird sowohl eine quantitative Befragung betrieben als auch eine qualitative. Somit werden die vorab formulierten Hypothesen anhand des quantitativen Anteils der Befragung uberpruft und die Antworten der Forschungsfragen werden anschlieBend durch optionale Antwort- moglichkeiten ermittelt.

Die folgenden Phasen werden in der statistischen Untersuchung durchgefuhrt: Untersuchungsplanung, Datenerhebung, Datenaufbereitung und -darstellung sowie die Datenanalyse und Interpretation.

1.3 Aufbau der Arbeit

Im ersten Teil der Arbeit wird die Social-Media-Nutzung der Jugendlichen im Allgemeinen beleuchtet. Im Fokus stehen dabei die Bedeutung von Social Media und die Nutzung der Social-Media-Plattformen Instagram und YouTube. Darauf aufbauend werden im zweiten Teil Social Media, die Untersuchungsgegenstande „Instagram“ und „YouTube“ sowie das Social-Media-Marketing untersucht. Das anschlieBende Kapitel widmet sich sodann den Social-Media-Marketing-Instrumenten auf Instagram und YouTube. Die Definitionen der fachsprachlichen Bezeichnungen liefern ein Grundverstandnis und der theoretische Teil bildet die Grundlage fur die anschlieBende empirische Untersuchung.

Im dritten Teil der Forschungsarbeit findet die empirische Untersuchung statt. Hierzu wird zunachst das verwendete Forschungsinstrument beschrieben und kritisch betrachtet. Ebenso wird die Herleitung der Hypothesen in Bezug auf die theoretischen Grundlagen der Thematik erlautert. Darauf folgen die Auswertung der Befragung sowie die Uberprufung der Hypothesen und die Forschungsfragen werden beantwortet. Die Forschungsarbeit schlieBt mit Handlungsempfehlungen fur Unternehmen und einem Fazit mit eigenen Einschatzungen ab.

2. Social-Media-Nutzung von Jugendlichen

Das folgende Kapitel untersucht die Zielgruppe „Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren“ in Bezug auf deren Social-Media-Verhalten.

Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren befinden sich in einer Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsensein. Die Pubertat, die Entwicklung des eigenen Selbst und die Identitatsfindung definieren diese Phase maBgeblich. Der Jugendforscher Claus Tully betont in diesem Zusammenhang nachdrucklich, dass die Jugend keine eindeutige Abgrenzung zu anderen Lebensphasen aufweise. Er definiert die Phase der Jugend uber die folgenden Merkmale: der Ablosung von der Familie und das Eingehen neuer Beziehungen, die Wahrnehmung von Berechtigungen, die mit bestimmten Altersstufen verbunden (z. B. Fuhrerschein, Kaufvertrag) sind, die Bewaltigung von Bildungs- und Qualifizierungsprozessen, sowie der damit verbundene Ubergang ins Arbeitsleben, und schlieBlich die korperliche Entwicklung.“10 Demnach besucht der durchschnittliche Jugendliche die Schule oder befindet sich in der Berufsausbildung, unternimmt in seiner Freizeit am liebsten etwas mit seinen Freunden, geht seinen Interessen nach und ist im Internet unterwegs.

In der digitalisierten Gesellschaft kann kaum noch zwischen der Online- und der Offline-Zeit unterschieden werden. Der „Dauer-Online-Zustand“ wird im Zuge dessen als Normalzustand der Jugendlichen bewertet.11 Im Allgemeinen nutzen Jugendliche, wie alle anderen Internetnutzer ebenfalls, das Internet fur Online-Dienste wie Soziale Netzwerke, Online-Spiele, Musikstreaming, Online-Lexika, Chats bzw. Instant­Messaging, Online-Shopping und Internetfernsehen bzw. Video-on-Demand. Dabei fungiert das Smartphone fur Jugendliche als eine Art Unterhaltungs- und Kommunikationszentrale. Die Bitkom-Research-Studie „Kinder und Jugend in der digitalen Welt“ untersuchte den Besitz von internetfahigen Geraten und fand dabei heraus, dass das Smartphone ein unverzichtbarer Teil im Leben der Jugendlichen ist. Wahrend lediglich 46 Prozent der 12- bis 13-jahrigen Teilnehmer einen eigenen Laptop oder Computer besitzen, verfugen 88 Prozent bereits uber ein eigenes Smartphone.12 Die Teilnehmer ab 14 Jahren besitzen annahernd alle (98 Prozent) ein eigenes Smartphone und etwa 70 Prozent sind im Besitz eines eigenen Laptops oder Computers.13

Der Medienpadagogische Forschungsverbund Sudwest beschaftigte sich ebenfalls mit dem Medienverhalten der Jugendlichen und veroffentlichte mit „Jugend, Information, (Multi-) Media (JIM)“ eine representative Studie. Bei der Untersuchung zur taglichen Medienbeschaftigung in der Freizeit konnte gezeigt werden, dass die Smartphone- Nutzung mit 93 Prozent dominierend ist.14 Auf die Frage nach den wichtigsten Apps nennen die 12- bis 17-Jahrigen die Social-Media-Plattformen „WhatsApp“ mit 88 Prozent, „Instagram“ mit 39 Prozent, „Snapchat“ mit 34 Prozent und „YouTube“ mit 32 Prozent.15 Als weitere bedeutende Medienbeschaftigungen in der Freizeit werden neben der App-Nutzung die Internetnutzung unabhangig vom Endgerat mit 89 Prozent und das Anschauen von Online-Videos mit 63 Prozent aufgefuhrt.16

Fur das Anschauen von privaten und kommerziellen Online-Videos wird hauptsachlich das Videoportal YouTube genutzt. Laut der Elbdudler Jugendstudie schaut uber ein Drittel der Jugendlichen kein traditionelles Fernsehen mehr, sondern konsumiert ausschlieBlich Video-Inhalte online.17 Die durchschnittliche Sehdauer von Online- Videos, u. a. auf der Videoplattform YouTube, wird von 45 Prozent der Jugendlichen taglich auf eine Spanne zwischen einer und drei Stunden geschatzt.18

Inhaltlich konsumieren die Jugendlichen eine groBe Menge verschiedener Arten von YouTube-Videos. RegelmaBig werden Musik-Videos, lustige Videos und selbst produzierte Videos angesehen.19 YouTube verweist darauf, die Urheber der selbst produzierten Videos als „YouTuber“ zu bezeichnen.20 Die meistgeschauten Videos von YouTubern sind Lifestyle-, Comedy- oder kommentierte Videospiel-Videos, so genannte „Let’s-Play-Videos.“21 Bei den Let’s-Play-Videos handelt es sich um Videos, die beim Spielen und Kommentieren von digitalen Spielen gedreht worden sind und vornehmlich von mannlichen Jugendlichen konsumiert werden. Insbesondere die weiblichen Jugendlichen empfinden die YouTuber-Videoinhalte rund um die Themen Mode und Beauty interessant.22 Zusatzlich beinhalten die YouTuber-Videoinhalte oftmals Tutorials oder Produkttests. Erklarungsvideos fur die Schule und Online-Inhalte von Sendungen aus dem Fernsehen werden von den Jugendlichen eher nachrangig angesehen.23

In der Bitkom-Research-Studie wurde festgestellt, dass die Jugendlichen hauptsachlich Musiker und Bands, Internet-Personlichkeiten bzw. YouTube-Stars, Sportler und Schauspieler auf YouTube abonnieren.24 Infolgedessen nennen 76 Prozent der 12- bis 13-Jahrigen, 69 Prozent der 14- bis 15-Jahrigen und 51 Prozent der 16- bis 17-Jahrigen YouTube als ihr favorisiertes Soziales Netzwerk.25 8 8 Prozent der Befragten gaben an, mehrmals die Woche YouTube zu besuchen und 63 Prozent besuchen die Plattform sogar taglich.26

Den gesamten Internet-Konsum der Heranwachsenden unterteilte die JIM-Studie in die folgenden vier Kategorien: Kommunikation, Unterhaltung, Spiele und Information. Mit 38 Prozent verbringen die Jugendlichen die meiste Zeit online zu Kommunikationszwecken.27 3 0 Prozent der Zeit dient zur Unterhaltung, 20 Prozent werden Spiele gespielt und die restlichen 11 Prozent dienen der Informationssuche.28 Im Wesentlichen werden Instant-Messaging-Dienste wie WhatsApp und Snapchat sowie Social-Media-Portale wie Instagram und YouTube am haufigsten genutzt. Im Durchschnitt verbringt der Jugendliche unter der Woche 221 Minuten online.29

Als gewohnlicher Bestandteil des Alltags verbringen die Heranwachsenden ebenfalls Zeit auf dem Bilder- und Videoportal Instagram. Denn nach YouTube und WhatsApp wird Instagram zur drittbeliebtesten Plattform der Heranwachsenden gewahlt. Im Gegensatz zu YouTube nimmt die Beliebtheit von Instagram mit zunehmendem Alter jedoch nicht ab. Die 12- bis 13-Jahrigen ernennen das Bilder- und Videoportal mit 37 Prozent, die 14- bis 15-Jahrigen mit 48 Prozent und die 16- bis 17 Jahren mit 41 Prozent zu ihrer Lieblingsplattform.30 In der qualitativen Studie „Wie ticken Jugendliche 2016“ erlautern Jugendliche, dass sie YouTube hauptsachlich als Konsumgut ansehen und Instagram das einzige Soziale Netzwerk darstelle, in dem eigene Beitrage regelmaBig mit anderen Usern geteilt werden.31 Die von Jugendlichen gefolgten Profile auf Instagram gleichen denen auf YouTube. Die JIM-Studie zeigt dahingehend, dass Jugendliche hauptsachlich anderen Usern folgen, die sie personlich kennen, die zu einem bestimmten Thema Inhalte teilen oder Prominente sowie Internet- Personlichkeiten sind.32

Die Internet-Personlichkeiten gleichen Meinungsfuhrern. Nach der Definition der Forschungsarbeit „Meinungsfuhrer in der interdisziplinaren Forschung“ stellen Meinungsfuhrer Personen mit einer groBen Innovationsbereitschaft und hohen sozialen Kompetenz dar und neigen zu einem ausgepragten personlichen Stil, um sich von der Masse abzuheben.33 Durch die verschiedenen Faktoren der Meinungsfuhrer haben sie Einfluss auf andere und fungieren als eine Art Bezugsperson.34 Im Fachjargon werden Online-Meinungsfuhrer auf Social Media als Influencer bezeichnet. Laut des Reports „Influencer Marketing Leitfaden“ der Digitalagentur Brandpunkt GmbH werden Influencer neben ihrer Rolle als Meinungsfuhrer uber ihre hohe Reichweite auf Social Media, eine hohe digitale Kompetenz und ihre Aktivitat auf Sozialen Medien definiert.35

Influencer fokussieren nicht auf eine Social-Media-Plattform, sondern erstellen und teilen u. a. auf Instagram, YouTube oder Snapchat unterhaltsame, attraktive, witzige und neidvolle Social-Media-Inhalte fur Jugendliche. Infolgedessen identifizieren sich die jugendlichen Konsumenten mit den Inhalten und betrachten die Influencer als Idole.36 Die Jugendlichen werden somit Teil einer Online-Gemeinschaft, einer sogenannten Community. Innerhalb der Community besprechen und kommentieren die Jugendliche die Influencer-Beitrage mit Gleichgesinnten, die ahnliche Social-Media-Inhalte konsumieren oder aktiv mitgestalten. Die Studie „Digitale Nutzung in Deutschland 2018“, herausgegeben vom BVDW e. V. und gemeinsam durchgefuhrt vom Institut DCORE GmbH, bestatigte, dass 54 Prozent der 14- bis 17-Jahrigen Teil einer oder mehrerer Communities sind.

Um das Konsumverhalten der Jugendlichen nachvollziehen zu konnen, hat die JIM- Studie die Interessen von Jungen und Madchen unabhangig voneinander untersucht. Fur Madchen besitzen Gesellschaftsthemen und Themen, die sie selbst betreffen, eine hohe Relevanz. Sie informieren sich uber die Umwelt, Ausbildung und Beruf, Ernahrung, Lokalpolitik und das aktuelle Weltgeschehen.37 Zusatzlich weisen Unterhaltungsthemen wie etwa Musik, Mode und Prominenz eine hohe Prioritat auf.38 Die Jungen wertschatzen dieselben Thematiken, besitzen aber ein hoheres Informationsbedurfnis bei Themen, die die Politik, den Sport und digitale Spiele betreffen.39

[...]


1 Siehe Statista, 2018. Umsatze mitSocial-Media-Werbung in Deutschland im Jahr 2016sowie eine Prognose bis 2022 (inMillionen Euro). Verfugbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/456177/umfrage/umsaetze-mit-social-media-werbung-in-deutschland/ [Zugriff am: 28.07.2018].

2 Vgl. Buchenau, Peter / Furtbauer, Dominik: Chefsache Social Media Marketing. Wie erfolgreiche Unternehmen schon heute den Markt der Zukunft bestimmen, Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden 2015, S.289.

3 Vgl. Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V: Social Media Kompass. 2016/2017, Dusseldorf: Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. S.5.

4 Vgl. Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.: Digitale Nutzung in Deutschland 2018. Abbildung der aktuellen digitalen Mediennutzung in Deutschland und Darstellung moglicher Trends, sowie Analyse des grundsatzlichen Verstandnisses von Digitalisierung, Dusseldorf: Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V 2018, S.31.

5 Vgl. Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V, 2018, S.43.

6 Vgl. Derselbe.

7 Vgl. Dressler, Matthias/ Telle, Gina: Meinungsfuhrer in der interdisziplinaren Forschung. Bestandsaufnahme und kritische Wurdigung, Wiesbaden: Gabler 2009, S.172.

8 Vgl. Kreutzer, Ralf T.: Social-Media-Marketing kompakt. Ausgestalten, Plattformen finden, messen, organisatorisch verankern, Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden 2018a, S.37.

9 Vgl. Tully, Claus: Jugend - Konsum - Digitalisierung. Uber das Aufwachsen in digitalen Konsumwelten, Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden 2018, S. 34ff.

10 Vgl. Tully, 2018, S. 49f.

11 Vgl. Calmbach, Marc und andere: Wie ticken Jugendliche. Lebenswelten von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren in Deutschland, Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden 2016, S.184.

12 Vgl. Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V: Kinder und Jugend in der digitalen Welt. Berlin: Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. 2017, S.1.

13 Vgl. Derselbe.

14 Vgl. Medienpadagogischer Forschungsverbund Sudwest: Jugend, Information, (Multi-) Media (JIM 2017). Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jahriger in Deutschland, Stuttgart: Medienpadagogischer Forschungsverbund Sudwest 2017, S.13.

15 Vgl. Medienpadagogischer Forschungsverbund Sudwest, 2017, S.34.

16 Vgl. Derselbe.

17 Vgl. Elbdudler GmbH: Elbdudler Jugendstudie 2018. Hamburg: Elbdudler GmbH 2018, S. 10.

18 Vgl. Medienpadagogischer Forschungsverbund Sudwest, 2017, S.45.

19 Siehe YouTube LLC: Brand Resources. Verfugbar unter: https://www.youtube.com/intl/en-GB/yt/about/brand-resources/#partners- advertisers [Zugriff am: 04.08.2018].

20 Vgl. Medienpadagogischer Forschungsverbund Sudwest, 2017, S.45.

21 Vgl. Derselbe.

22 Vgl. Derselbe.

23 Vgl. Medienpadagogischer Forschungsverbund Sudwest, 2017, S.43.

24 Vgl. Ebenda S.32.

25 Vgl. Ebenda S.43.

26 Vgl. Medienpadagogischer Forschungsverbund Sudwest, 2017, S.31.

27 Vgl. Ebenda S. 30.

28 Vgl. Ebenda S. 43.

29 Vgl. Calmbach und andere, 2016, S.197.

30 Vgl. Medienpadagogischer Forschungsverbund Sudwest, 2017, S. 37.

31 Vgl. Dressler & Telle, 2009, S.156.

32 Vgl. Brandpunkt GmbH: Influencer Marketing Leitfaden. Berlin: Brandpunkt GmbH 2018, S.6f.

33 Vgl. Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V, 2018, S.46.

34 Vgl. Medienpadagogischer Forschungsverbund Sudwest, 2017, S.16.

35 Vgl. Derselbe.

36 Vgl. Calmbach und andere, 2016, S.177f.

37 Vgl. Ebenda S.179.

38 Vgl. Tully, 2018, S.104.

39 Vgl. Calmbach und andere, 2016, S.289.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten

Details

Titel
Instagram und YouTube. Soziale Medien als Kommunikationsinstrumente für Unternehmen, um jugendliche Nutzer anzusprechen
Hochschule
Technische Hochschule Köln, ehem. Fachhochschule Köln
Note
1,15
Autor
Jahr
2018
Seiten
67
Katalognummer
V451751
ISBN (eBook)
9783668874237
ISBN (Buch)
9783668874244
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Medien, Marketingmaßnahmen, Jugendliche, Instagram, YouTube, Social Media, Marketing, Kommunikation, Studie
Arbeit zitieren
Vanessa Isabella Phalen (Autor), 2018, Instagram und YouTube. Soziale Medien als Kommunikationsinstrumente für Unternehmen, um jugendliche Nutzer anzusprechen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451751

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