Mit welchen Maßnahmen werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Jugendhilfezentrum "Don Bosco" zurück in das Leben integriert und resozialisiert?


Hausarbeit, 2018
18 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Management sozialer Einrichtung

3. Historische Entwicklung des Jugendhilfezentrums „Don Bosco“
3.1 Beschreibung und Ziele des Jugendhilfezentrums
3.2 Bewohner
3.2.1 Strafunmündigkeit
3.2.2 Verhaltensauffälligkeit
3.2.3 Gewaltbereitschaft
3.3 Schulische Ausbildung
3.3.1 Intensivpädagogische Klasse
3.3.2 Willkommensklasse
3.3.3 Das Grüne Klassenzimmer
3.3.4 Die Vari-Klasse
3.3.5 Praxis und Schule
3.4 Berufliche Bildung
3.4.1 Metalltechnik
3.4.2 Holztechnik
3.4.3 Farbtechnik
3.5 Wohnen und Betreuung
3.5.1 Außenbetreutes Wohnen
3.5.2 Intensivpädagogik

4. Maßnahmen der Integrierung und Resozialisierung im Jugendhilfezentrum
4.1 Darstellung und Auswertung der Ergebnisse

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsende die aufgrund von Straftaten, Gewalt oder kriminellem Verhalten nicht mehr zu Hause leben können und sich anderweitig pädagogische Jugendhilfeangebote als nicht geeignete Maßnahmen anbieten, wachsen auch heute noch in Kinderheimen oder Jugendhilfeeinrichtungen auf. Kinderheime und Jugendhilfeeinrichtungen sollen benachteiligte und individuell beeinträchtige Kinder und jungen Menschen wieder in die Gemeinschaft integrieren, resozialisieren und sie aktiv mit Hilfe von pädagogischen Methoden bei ihrer Entwicklung und einer eigenständigen Lebensführung unterstützen. Die Heimerziehung ist eines der ältesten Formen von sozialen Einrichtungen und heutzutage noch ein wichtiger Bestandteil in der Gesellschaft und des Sozialsystems.

Mit dieser Arbeit möchte ich das Jugendhilfezentrum „Don Bosco“ in Sannerz vorstellen, in dem männliche Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsene zwischen 10 – 21 Jahren aus verschiedenen Gründen leben und die zentrale Fragestellung klären, mit welchen Maßnahmen sie in das Leben integriert und resozialisiert werden. Zunächst werde ich kurz erläutern, was Management in sozialer Einrichtung bedeutet und was allgemein die Aufgaben von sozialen Organisationen sind. Anschließend werde ich das Jugendhilfezentrum „Don Bosco“ beschreiben und die Ziele erläutern. Die Einrichtung steht im Wesentlichen auf drei Säulen: Schule, Berufliche Bildung und Wohnen. Auf diese Punkte werde ich genauer eingehen und die Möglichkeiten aufzuzeigen, die das Jugendhilfezentrum den Kindern und jungen Menschen ermöglicht. Im letzten Teil dieser Arbeit werde ich darstellen, mit welchen Maßnahmen die in der Einrichtung lebenden Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in das Leben integriert und resozialisiert werden. In einem anschließenden Fazit werde ich die wichtigsten Inhalte nochmals zusammenfassen.

Das Ziel dieser Arbeit ist, das Jugendhilfezentrum „Don Bosco“ kennenzulernen und die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie junge Menschen die aus einem schwierigen Lebensumfeld kommen, wieder auf die Richtige Spur gebracht werden.

2. Management sozialer Einrichtung

Nach Artikel (Art.) 20 Absatz (Abs.) 1 Grundgesetz (GG) ist die Bundesrepublik Deutschland ein sozialer und demokratischer Sozialstaat und nach Art. 28 Abs. 1 GG ein sozialer und demokratischer Bundesstaat. Staatsziel ist die Herstellung sozialer Gerechtigkeit und Sicherheit. Ziel des Sozialsystems ist es, vorhandene, aber auch laufend neu entstehende soziale Benachteiligung in einem gesellschaftlich und politisch festgelegten Rahmen auszugleichen. Um solche Tätigkeitsbereiche im Sinne des Sozialsystems anzubieten, wurden in Deutschland verschiedene soziale Organisationen und Einrichtungen wie z.B. gegründet. Um diese produktiv und erfolgsversprechend führen zu können, benötigt man geeignete Fachkräfte, die den Anforderungen gerecht werden und die Zielesetzung dieser Einrichtung unterstützen. Durch genaue Anweisungen und Festsetzungen von Regelungen soll ein angemessenes Arbeiten der Fachkräfte gewährleistet sein, zudem muss die Einrichtung für eine effektive Steigerung von Qualifikationen und Motivationen ihres Personals sorgen und sich entsprechend weiterentwickeln. Sie müssen Dienstleistungen zur Verfügung stellen, die einerseits dem gesellschaftlichen Wandel gerecht werden und andererseits den Rahmenbedingungen eines modernen Managements entsprechen.[1] Diese Voraussetzungen sind erforderlich, damit die Einrichtung leistungsfähig werden und bleiben kann. Damit Einrichtungen die Ziele optimal und im vollen Umfang erreichen, werden sie durch das „Sozialmanagement“ unterstützt. Das Sozialmanagement dient in erster Linie der Aufrechterhaltung und Sicherung der Existenzgrundlage einer Einrichtung. Management fördert die Gestaltung von Organisationen und nimmt einen unmittelbaren Einfluss auf Entscheidungen, Strukturen und Abläufe in Einrichtungen. Es zielt also darauf ab, Ressourcen in einer Organisation so zu steuern, dass die Ziele der Organisation möglichst weitgehend erreicht werden. [2]

3. Historische Entwicklung des Jugendhilfezentrums „Don Bosco“

Im Jahr 1850 gründete Johann August Waldner die „katholische Erziehungs- und Rettungsanstalt für verwahrloste Knaben zu Sannerz“ mit dem Ziel, den „Knaben“ eine gute katholische Erziehung und eine Ausbildung in der Landwirtschaft zu ermöglichen. Das Jugendhilfezentrum „Don Bosco“ in Sannerz ist eine Einrichtung in der Trägerschaft der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos und wird gerne als Endstation nicht erziehbarer junger Menschen gesehen.[3]

3.1 Beschreibung und Ziele des Jugendhilfezentrums

Dabei ist das Leben der jungen Menschen im Jugendhilfezentrum „Don Bosco“ sehr vielfältig und lebendig. Rund 50 Kinder im Alter zwischen 10 - 13 Jahren, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 bis ca. 21 Jahren die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zu Hause wohnen können, leben in verschiedenen Wohngruppen auf dem Gelände, in Außenwohngruppen oder in Wohnungen der näheren Umgebung zusammen. Das Jugendhilfezentrum ist eine Einrichtung, die als Teil der Kirche die Sorgen und Herausforderungen junger Menschen ernst nimmt und gerade zu jenen steht, die eine besondere Hilfe und Unterstützung bei der Entwicklung und Förderung benötigen.[4]

Das Jugendhilfezentrum befindet sich in 36391 Sinntal-Sannerz und liegt geographisch im „Bergwinkel“, einer Mittelgebirgslandschaft zwischen der Rhön, dem Vogelsberg und dem Spessart. Die Gemeinde Sinntal-Sannerz mit über 800 Einwohnern ist ländlich strukturiert und weitestgehend landwirtschaftlich geprägt. In den Nachbarortschaften Sterbfritz ca. 2 km und Schlüchtern ca. 6 km befinden sich Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Banken sowie die Berufsschule für die Auszubildenden.

Das Jugendhilfezentrum steht im Wesentlichen auf drei Säulen: Schule, Berufliche Bildung und Wohnen. Es wird benachteiligten und individuell beeinträchtigten jungen Menschen die Möglichkeit gegeben, den qualifizierten Hauptschulabschluss an einer staatlich anerkannten Ersatzschule für Erziehungshilfe zu erwerben oder eine Ausbildung in den Berufsfeldern Holz, Metall und Farbe zu absolvieren. Weiterhin stehen den jungen Menschen, die auf besondere Hilfe zur Erziehung angewiesen sind, verschiedene Wohnformen zur Verfügung.

Im Jugendhilfezentrum geht es dabei nicht nur darum, jungen Menschen ein Dach über den Kopf zu bieten, den Schulabschluss oder eine Ausbildung zu machen. Das Ziel des Jugendhilfezentrums ist es, den jungen Menschen durch eine gezielte Begleitung und Förderung neue Wege aufzuzeigen, positive Zukunftsperspektiven zu entwickeln und sie zu einer selbstverantwortlichen Lebensführung zu befähigen. Das Jugendhilfezentrum nimmt somit die Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe wahr, strafunmündige Kinder, extrem verhaltensauffällige und gewaltbereite junge Menschen wieder stufenweise in das Leben zu resozialisieren und integrieren.[5]

3.2 Bewohner

Im Jugendhilfezentrum leben strafunmündige Kinder zwischen 10 – 13 Jahren, extrem verhaltensauffällige und gewaltbereite junge Menschen zwischen 14 – 21 Jahren in verschiedenen Wohngruppen auf dem Gelände, in Außenwohngruppen oder in Wohnungen der näheren Umgebung zusammen.

3.2.1 Strafunmündigkeit

Nach § 19 Strafgesetzbuch (StGB) sind Kinder, die zur Tatzeit das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, strafrechtlich nicht verantwortlich und somit absolut strafunmündig. Hat der Straftäter zur Tatzeit das 14., aber noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet, so ist er als Jugendlicher nach § 1 Abs. 2, § 3 Jugendgerichtsgesetz (JGG) bedingt strafmündig. Mit Vollendung des 18. Lebensjahres setzt die volle Strafmündigkeit ein; doch ist bei Tätern, die zur Tatzeit das 21. Lebensjahr (Heranwachsende) noch nicht vollendet hatten nach § 105 JGG zu entscheiden, ob Jugendstrafrecht oder das allgemeine Strafrecht anzuwenden ist.[6]

3.2.2 Verhaltensauffälligkeit

Bei Verhaltensstörungen sowie extreme Verhaltensauffälligkeiten treten bestimmte Verhaltensmuster, die untypisch für die altersgemäße Entwicklung sind, in besonders starkem Maß und über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr in mehreren Lebensbereichen bei Kindern und Jugendlichen auf. Sie sind dabei oft sehr aggressiv und halten sich nicht an bestehenden Regeln. Des Weiteren leiden sie häufig unter Wutausbüchen, Aufmerksamkeitsstörungen, Störung des Sozialverhaltens, ausgeprägtes Trotzverhalten, soziale Unsicherheit oder starke Schüchternheit bis hin zu kriminellem Verhalten.[7]

3.2.3 Gewaltbereitschaft

Unter Gewaltbereitschaft ist die körperliche Gewalt in Form von Prügeleien oder Vergewaltigungen, aber auch verbale Angriffe wie Erpressung und Sachbeschädigung oder psychische Gewalt in Form von Mobbing zu verstehen. Dabei spielen soziale Einflüsse, psychische Motive oder die im Elternhaus erlernten Umgangsformen eine erhebliche Rolle.[8]

3.3 Schulische Ausbildung

Je nach Begabung und Leistungsbereitschaft können die Schüler an der „Johann-August-Waldner“ Schule den qualifizierten Hauptschulabschluss erwerben und somit neue Perspektiven für den Übergang in Ausbildung und Beruf entwickeln. Die „Johann-August-Waldner“ Schule ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule, die sich auf dem Gelände des Jugendhilfezentrums befindet. Der Förderungsschwerpunkt liegt darin, die individuellen Stärken und Fähigkeiten von den Schülern herauszuarbeiten, diese im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit zu stellen und gezielt zu fördern. Integraler Bestandteil des Unterrichts sind Pünktlichkeit, Kontinuität im Arbeitsprozess, Verlässlichkeit und Verbindlichkeit. Im Rahmen des Schulangebots besuchen die Schüler alle Lernmodule, also neben den Kernfächern auch Praktika und erlebnispädagogische Projekte. Bei den erlebnispädagogischen Projekten werden Exkursionen und Besichtigungen organisiert und während der Freizeit durchgeführt. Die Konzeption des Unterrichts erfolgt in Kleingruppen zwischen 4 – 8 Schüler. Derzeit werden sechs Lerngruppen mit folgenden Schwerpunkten gebildet:[9]

[...]


[1] Gerd Gehrmann/ Klaus D. Müller: Management in sozialen Organisationen

[2] https://www.akademie-management.de/service/infopools/definition-sozialmanagement

[3] https://www.sannerz.donbosco.de/Wir-ueber-uns/Geschichte

[4] https://www.sannerz.donbosco.de/

[5] https://www.sannerz.donbosco.de/Wir-ueber-uns/Geschichte

[6] http://www.rechtslexikon.net/d/strafmuendigkeit/strafmuendigkeit.htm

[7] https://www.netmoms.de/magazin/kinder/kindesentwicklung/verhaltensstoerungen/

[8] https://uni.de/redaktion/gewalt-unter-jugendlichen

[9] https://www.sannerz.donbosco.de/Schule/Johann-August-Waldner-Schule

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Mit welchen Maßnahmen werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Jugendhilfezentrum "Don Bosco" zurück in das Leben integriert und resozialisiert?
Hochschule
Hochschule Fulda
Note
2,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V451765
ISBN (eBook)
9783668846906
ISBN (Buch)
9783668846913
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Management sozialer Einrichung, Don-Bosco, Jugendhilfezentrum, Eingliederung, Integrierung und Resozialisierung
Arbeit zitieren
Jessica Brückel (Autor), 2018, Mit welchen Maßnahmen werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Jugendhilfezentrum "Don Bosco" zurück in das Leben integriert und resozialisiert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451765

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