Über die Beobachtungstypen und ihre Anwendung im DaF/DaZ-Bereich


Elaboration, 2018
11 Pages, Grade: 1,3

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beobachtung: Eine Definition

3. Differenz der Beobachtungstypen
3.1 Grad der Offenheit
3.1.1. Offene Beobachtung
3.1.2. Verdeckte Beobachtung
3.2. Status der Teilnahme
3.2.1. Teilnehmende Beobachtung
3.2.1. Nichtteilnehmende Beobachtung

4. Besonderheiten von Beobachtungen im DaF/DaZ Bereich

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Beobachtung gehört zu den grundlegenden empirischen Methoden der Datenerhebung. Bei Primärerhebungen ist sie neben der Befragung und dem Experiment die wichtigste Form der Informationsgewinnung. Anders als die Befragung und das Experiment stellt die Beobachtung als wissenschaftliche Methode ein relativ aufwendiges und zeitraubendes Verfahren der Datengewinnung dar, welche insbesondere dann zum Einsatz kommt, wenn die Ersteren sich nicht dazu eignen, ein authentisches und reliables Ergebnis zu erzeugen. Als empirische Methode findet die Beobachtung auch im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ) Anwendung. Von signifikanter Bedeutung bei der wissenschaftlichen Beobachtung ist die Art, welche Position der Beobachter bzw. Forscher in Bezug auf die Beobachtung hat und wie er an die Beobachtenden herangeht. Ist der Beobachter während der Beobachtung präsent? Nimmt er aktiv am Geschehen teil oder beobachtet er die Lage von außen? Gibt er zu erkennen, dass er die Beforschten beobachtet oder verschweigt er es? Diese Fragen beziehen sich auf die unterschiedlichen Beobachtungstypen, die je nach wissenschaftlichem Bereich und Kontext zum Einsatz kommen können. In dieser Arbeit soll untersucht werden, welcher Beobachtungtyp (bzw. welche Beobachtungstypen) sich insbesondere für den DaF/DaZ-Unterricht eignen und von welchen Faktoren das abhängig ist. Dafür ist es zunächst erforderlich, die Beobachtung als empirisch-wissenschaftliche Methode zu definieren. Die wissenschaftliche Beobachtung unterscheidet sich in ihrer Systematik und Vorgehensweise von der individuellen und zufälligen Alltagsbeobachtung. Dieser Umstand mag verwirren, erschließt er sich doch nicht gleich aus dem Wortlaut. Eine Klärung des Begriffs der Beobachtung im wissenschaftlichen Sinne scheint deshalb notwendig. Im Anschluss werden die differierenden Beobachtungstypen benannt und voneinander abgegrenzt. Die Beschreibung der verschiedenen Beobachtungsformen hilft dabei, ein klares Urteil darüber zu fällen, welche der vorzustellenden Typen im DaF/DaZ Bereich Anwendung finden sollten. In einem weiteren Abschnitt werden die Besonderheiten von Beobachtungen im DaF/DaZ Bereich beleuchtet. Der DaF/DaZ Bereich unterscheidet sich von anderen Bereichen in Bezug auf einige Besonderheiten, die es zu beachten gilt, möchte man eine wissenschaftliche Beobachtung durchführen. Welche das sind und was das für den Forscher bedeutet, wird im weiteren Verlauf aufgezeigt. In Kapitel 5 werden die Ergebnisse schließlich in den Kontext von DaF/DaZ gestellt und resümiert.

2. Beobachtung: Eine Definition

Da empirische Erhebungen per definitionem jederzeit auf das Benutzen der Sinne fußen, basiert in einem allgemeineren Verständnis jegliche Datenerhebung (auch) auf Beobachtung. Im engeren Sinn werden Beobachtungen jedoch ausschließlich als solche bezeichnet, die systematisch, zielgerichtet, methodisch kontrolliert und deshalb auch notwendig intersubjektiv nachvollziehbar sind. Wenn sie diesen Anforderungen genügen, werden sie nach Brede als wissenschaftlich angesehen.1

Damit unterscheidet sich die wissenschaftliche Beobachtung also von der bloßen Alltagsbeobachtung. Sie ist dazu noch die einzige Methode, „mit deren Hilfe es gelingt, (soziales) Verhalten direkt zu erfassen, also zu jenem Zeitpunkt, zu dem es auch tatsächlich stattfindet.“2 Dabei wird zwischen dem gezielten Beobachten im Unterricht und dem wissenschaftlichen Beobachten unterschieden. Das gezielte Beobachten stellt eine bedeutende Aufgabe in der täglichen Arbeit von Lehrpersonen dar. Lehrkräfte sammeln Informationen, um die Verhaltensweisen und/oder Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler zu erfassen. Das gezielte Beobachten im Unterricht mit dem Analysieren und Interpretieren der ermittelten Daten wird mit dem Begriff der „pädagogischen Diagnostik“ ausgedrückt. Auch in der wissenschaftlichen Beobachtung müssen beobachtete Daten ausgewertet werden, um ein Ergebnis für die zuvor geplante Fragestellung zu gewinnen. Im Gegensatz zur pädagogischen Diagnostik sind die Anforderungen bei der wissenschaftlichen Beobachtung bezüglich der Systematik und Reliablität jedoch höher. Für Atteslander ist die Beobachtung als wissenschaftliche Methode „das systematische Erfassen, Festhalten und Deuten sinnlich wahrnehmbaren Verhaltens zum Zeitpunkt seines Geschehens.“3 Ziel sei es, die soziale Wirklichkeit vor dem Hintergrund einer leitenden Forschungsfrage zu beschreiben. Es handelt sich also dann eindeutig um eine Beobachtung, wenn die Reaktionen und Handlungen der Beobachteten sinnlich direkt aufgenommen werden.

3. Differenz der Beobachtungstypen

Die Beobachtungstypen, die im Bereich DaF/DaZ zum Einsatz kommen können, unterscheiden sich nicht von denen aus den Nachbarwissenschaften. In der empirischen Bildungs- und Sozialforschung werden schon seit mehreren Jahren die folgenden Klassifizierungen aufgeführt:

1. Offene bzw. verdeckte Beobachtung
2. Teilnehmende bzw. nicht-teilnehmende Beobachtung
3. Strukturierte bzw. unstrukturierte Beobachtung
4. Selbst- und Fremdbobachtung.4

Diese Beobachtungstypen unterscheiden sich voneinander entweder in ihrem Grad der Offenheit der wissenschaftlichen Beobachtung oder in dem Status der Forschenden zum Beobachtungsprozess. Wichtig ist anzumerken, dass noch vor der Wahl des richtigen Beobachtungstyps danach unterschieden wird, ob eine Beobachtung im Labor oder im Feld durchgeführt wird. Während die Feldbeobachtung an vom Forscher unveränderten und lebensweltlichen Orten stattfindet, an denen Menschen sozial (inter)agieren, finden Laborbeobachtungen in künstlich erzeugten und kontrollierten Umgebungen statt. Die Untersuchungspersonen werden vorab informiert und gefragt, um sie Objekt der Beobachtung sein möchten.5 In der Regel ist mit der Laborbeobachtung ein Ortswechsel verbunden. Im Bereich DaF/DaZ findet die Feldbeobachtung häufiger Anwendung als die Laborbeobachtung, trotzdem sind beide Beobachtungsarten möglich.

Die Wahl des Beobachtungstyps ist von der Wahl der Beobachtungsart zu unterscheiden. Sie folgt erst im Anschluss an die Frage, ob die Beobachtungen im „Feld“ oder im „Labor“ stattfinden sollen.

3.1 Grad der Offenheit

Grundsätzlich lässt sich unterscheiden, ob Beobachtungen offen oder verdeckt durchgeführt werden. Mit dem Grad der Offenheit wird festgelegt, wieweit den Untersuchungspersonen transparent ist, dass sie erstens beobachtet werden und zweitens, unter welcher Fragestellung die Beobachtung stattfindet.

[...]

1 Vgl. Brede, Ricart-Julia. Beobachtung. In: Empirische Forschungsmethoden für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Settinieri/Demirkaya; Feldmeier/Gültekin-Karaoc Riemer (Hg.). Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn. 2014. S. 137.

2 Springer, Nina; Koschel, Friederike; Fahr, Andreas; Pürer, Heinz. Empirische Methoden der Kommunikationswissenschaft. UVK Verlagsgesellschft mbH, Konstanz und München. 2015. S. 101.

3 Löschter, Hanni. Beobachtung. In: Empirisches wissenschaftliches Arbeiten: Ein Studienbuch für die Bildungswissenschaften. Hrsg.: Jürg, Aeppli; Luciano, Gasser; Eveline, Gutzwiller; Annette, Tettenborn. 4., durchgesehene Auflage. Verlag Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn. 2016. S. 192.

4 Auf die Selbst- und Fremdbeobachtung wird aus Gründen des Umfangs nicht näher eingegangen.

5 Vgl. Springer, S. 106-107.

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Details

Title
Über die Beobachtungstypen und ihre Anwendung im DaF/DaZ-Bereich
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,3
Author
Year
2018
Pages
11
Catalog Number
V451794
ISBN (eBook)
9783668848856
ISBN (Book)
9783668848863
Language
German
Tags
über, beobachtungstypen, anwendung, daf/daz-bereich
Quote paper
Ahmad Abbas (Author), 2018, Über die Beobachtungstypen und ihre Anwendung im DaF/DaZ-Bereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451794

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