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Die Gerechtigkeitskonzeption in der Philosophie des Aristoteles

Eine theoretische Abhandlung zur Hinführung auf die Vergabe der politischen Ämter innerhalb der Polis

Title: Die Gerechtigkeitskonzeption in der Philosophie des Aristoteles

Bachelor Thesis , 2016 , 44 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Ahmad Abbas (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Summary Excerpt Details

Im Fokus dieser Arbeit steht die Auseinandersetzung mit dem Gerechtigkeitsbegriff in der Zeit der griechischen Antike – genauer, mit dem aristotelischen Gerechtigkeitsverständnis. Zwar befasste man sich bereits – wie aus überlieferten Schriften hervorgeht – vor Platon und Aristoteles mit dem Gerechtigkeitsbegriff und seinem umfassenden Einfluss auf die Gesellschaft, doch hatte dieser nur einen mythisch-religiösen Charakter. Er ist deshalb nicht zu vergleichen mit der philosophisch-argumentativen Beschaffenheit des Gerechtigkeitsbegriffs bei Platon und Aristoteles, die in seiner Umsetzung eine Notwendigkeit zur Erreichung des individuellen Glücks verstanden.

Daher ist im Vorfeld auch der Rahmen zu beachten, unter dem Platon und Aristoteles die Gerechtigkeit beschreiben. Sie fungiert bei beiden Philosophen als wichtigste moralische Tugend auf sozialer Ebene. Aristoteles erweitert jedoch ihren Anwendungsraum und spricht in seiner Ethik von einem staatlichen-gerechten Ordnungsprinzip, das in seiner Umsetzung das Glück des einzelnen Bürgers ermögliche.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anwendungsbereich des Gerechtigkeitsbegriffs

2.1 Formen der Gerechtigkeit

2.1.1 Subjektive Verwendungsform

2.1.2 Institutionelle Verwendungsform

2.1.3 Theoretische Verwendungsform

2.1.4 Resultative Verwendungsform

2.1.5 Kosmische Dimension

3. Gerechtigkeit als ethische Tugend

3.1 Partikulare Gerechtigkeit

3.1.1 Ausgleichende Gerechtigkeit

3.1.2 Distributive Gerechtigkeit

4. Billigkeit als Sonderform der aristotelischen Gerechtigkeit

5. Die Bedeutung des Gerechten in der Polis

5.1 Grundlegende Prinzipien einer Polis

5.2 Verteilung der Ämter

5.3 Das Gleichheitsprinzip

6. Kritische Beurteilung

6.1 Die Problematik des Tugendbegriffs

6.2 Die Gesetze

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, das aristotelische Gerechtigkeitsverständnis zu analysieren und aufzuzeigen, wie dieses als ethische Legitimation für die Verteilung politischer Ämter innerhalb der Polis dient. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwieweit Aristoteles' theoretische Gerechtigkeitskonzeption eine gerechte Ämtervergabe begründet und welche Rolle das Gleichheitsprinzip sowie die Tugendhaftigkeit dabei einnehmen.

  • Systematische Differenzierung der Gerechtigkeitsformen nach Aristoteles
  • Analyse der Rolle der Gerechtigkeit als ethische und politische Tugend
  • Untersuchung der Billigkeit als Korrekturinstrument der Gesetzesgerechtigkeit
  • Erläuterung der Verfassungsstruktur und Ämterverteilung innerhalb der Polis
  • Kritische Reflexion der aristotelischen Tugendethik und Gesetzesauffassung

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Ausgleichende Gerechtigkeit

Für den Philosophen besteht die Hauptfunktion der beiden Gerechtigkeitsformen in der Wiederherstellung gerechter Verhältnisse. Sowohl die ausgleichende als auch die distributive Gerechtigkeit arbeiten nach diesem höchsten Prinzip. Außerdem setzen sie eine Unrechtmäßigkeit voraus und können daher nur an Orten Anwendung finden, an denen bereits geklärt wurde, welche Handlung als gerecht und ungerecht definiert wird. Die Bestimmung des Ungerechten bzw. Unrechtmäßigen wird aus Gründen des vorgegebenen, geringen Umfangs nicht näher thematisiert, vielmehr wird das Wissen um das Unrechtmäßige im aristotelischen Sinne vorausgesetzt.

Die ausgleichende Gerechtigkeit ist zudem zweierlei: Sie findet sowohl Anwendung in der freiwilligen Transaktion der Bürger als auch in der unfreiwilligen. Dennoch handelt es sich bei beiden Anwendungen um einen Verkehr zwischen Bürgern einer Rechtsgemeinschaft. Sie sind im aristotelischen Sprachgebrauch als gleichwertig zu betrachten. Mit Blick auf die Ausübung eines Unrechts stellt sich weiterhin die Frage, wie eine gerechte Entschädigung aussehen könnte und darüber hinaus jene, welche Strafe für das begangene Unrecht angemessen wäre. Das Wiedervergeltungsrecht greift diese Fragen auf und kommt zur Anwendung, wenn die Gleichheit verletzt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz des Gerechtigkeitsbegriffs ein und verortet das aristotelische Gerechtigkeitsverständnis als Schwerpunkt der Untersuchung.

2. Anwendungsbereich des Gerechtigkeitsbegriffs: Dieses Kapitel kategorisiert die vielfältigen Verwendungsformen des Gerechtigkeitsbegriffs, um eine systematische Grundlage für die weitere Analyse zu schaffen.

3. Gerechtigkeit als ethische Tugend: Hier wird die Gerechtigkeit als zentrale moralische Tugend definiert und die Differenzierung in allgemeine sowie partikulare Formen erörtert.

4. Billigkeit als Sonderform der aristotelischen Gerechtigkeit: Dieses Kapitel erläutert die Billigkeit als notwendiges Korrektiv, um allgemeine Gesetze bei besonderen Einzelfällen gerecht anzuwenden.

5. Die Bedeutung des Gerechten in der Polis: Die Untersuchung zeigt die enge Verflechtung von Gerechtigkeit, Verfassungsform und der Verteilung von Ämtern innerhalb der antiken Polis auf.

6. Kritische Beurteilung: Das Kapitel reflektiert kritisch über die Grenzen des aristotelischen Tugendbegriffs sowie die problematischen Aspekte der Gesetzesfunktion im aristotelischen System.

7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und diskutiert die Anwendbarkeit der aristotelischen Prinzipien auf moderne politische Herausforderungen.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Gerechtigkeit, Polis, Tugend, Billigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Politische Ämter, Gleichheit, Nikomachische Ethik, Staatsform, Gemeinwohl, Gesetz, Ausgleichende Gerechtigkeit, Distributive Gerechtigkeit, Tugendethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Gerechtigkeitskonzeption des Aristoteles und untersucht deren theoretische Fundamente sowie deren Anwendung bei der Vergabe politischer Ämter in einer Polis.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Systematisierung des Gerechtigkeitsbegriffs, die Bedeutung der Tugendethik, das Korrektiv der Billigkeit und der Zusammenhang zwischen Verfassung und Machtverteilung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die aristotelische Theorie der Gerechtigkeit als ethische Legitimation für die Ämtervergabe in der Polis theoretisch aufzubereiten und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine theoretische Abhandlung, die auf der Analyse von Originalschriften (insbesondere der Nikomachischen Ethik und der Politik) sowie der Auseinandersetzung mit der Fachliteratur basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Gerechtigkeitsformen, die Rolle der Tugend, die Funktion der Billigkeit und die detaillierte Analyse der Ämtervergabe innerhalb der Polisstruktur.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie aristotelische Ethik, Verteilungsgerechtigkeit, Tugendhaftigkeit, politische Ordnung und Staatsverfassung charakterisiert.

Warum ist laut Aristoteles eine "Mitte" für die Tugend entscheidend?

Die Mitte definiert die Substanz der Tugend als Ausgleich zwischen Extremen, wie etwa Übermaß und Mangel, wobei die praktische Vernunft bestimmt, wo diese Mitte im Einzelfall liegt.

Inwiefern ist das Gesetz bei Aristoteles problematisch?

Aristoteles setzt das Gesetzliche mit dem Gerechten gleich, was bei Anwendung auf unterschiedliche Staatsformen – etwa eine Tyrannis – zu moralischen Problemen führt, da das Gesetz prinzipiell als gerecht deklariert wird.

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Details

Title
Die Gerechtigkeitskonzeption in der Philosophie des Aristoteles
Subtitle
Eine theoretische Abhandlung zur Hinführung auf die Vergabe der politischen Ämter innerhalb der Polis
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,5
Author
Ahmad Abbas (Author)
Publication Year
2016
Pages
44
Catalog Number
V451795
ISBN (eBook)
9783668846920
ISBN (Book)
9783668846937
Language
German
Tags
gerechtigkeitskonzeption philosophie aristoteles eine abhandlung hinführung vergabe ämter polis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ahmad Abbas (Author), 2016, Die Gerechtigkeitskonzeption in der Philosophie des Aristoteles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451795
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