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Über die "buoze" in "Gregorius". Der Erzähler als Vermittler zwischen Autor, Gegenstand und Rezipient

Title: Über die "buoze" in "Gregorius". Der Erzähler als Vermittler zwischen Autor, Gegenstand und Rezipient

Term Paper , 2017 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ahmad Abbas (Author)

Literature - Medieval Literature
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Der „Gregorius“ gehört heute zu den meistrezipierten mittelhochdeutschen Verslegenden und bildet innerhalb der Hartmannschen Werkchronologie sein zweites großes Hauptwerk. Neben „Erec“, „Iwein“ und dem „Armen Heinrich“ zählt er zu den bekanntesten Werken von Hartmann von Aue und hat, wie die ersten zwei genannten Erzählungen, seinen schriftlichen Ursprung im Altfranzösischen. Datiert um 1186 bis 1190, kombiniert Hartmann im Gregorius Weltlich-Ritterliches mit Geistlichem und Legendhaften und verleiht der Erzählung somit einen anderen besonderen Charakter, der sie von den anderen Hauptwerken abgrenzt. Ein besonderes Element des „Gregorius“ bildet die buoze. Sie wird neben der Schuldthematik breit diskutiert und führte in der Forschung zu sehr unterschiedlichen Ansichten. Belebt und gestaltet wird sie vom Hartmannschen Erzähler, der in den Bußszenen eine Art Vermittlerrolle zwischen dem Autor und dem Leser einerseits sowie dem Gegenstand und dem Leser andererseits einzunehmen versucht. Die folgende Arbeit legt den Schwerpunkt auf diesen Erzähler: Sie geht der Frage auf den Grund, wie die Erzählerfigur (und damit auch das Erzähler-Ich) im Kontext der Bußszenen dargestellt wird.

Zunächst erfolgt eine Einführung, die den Stellenwert der buoze im historischen Kontext der Verslegende anspricht. Im weiteren Verlauf wird die Bedeutungsdimension derselben zusammenfassend skizziert. Hartmann von Aue macht den Leser bereits im Prolog seines Werkes darauf aufmerksam, welchen Platz die buoze in seinem Werk einnimmt. Neben den bekannten Hauptfiguren lässt er auch einige Nebenfiguren Buße leisten, deren Intensität von der hierarchischen Ordnung der Figuren abzuhängen scheint. Diesem Zusammenhang widmet sich ein weiterer Abschnitt. Das anschließende vierte Kapitel richtet den Blick auf die Erzählerfigur: Es wird verdeutlicht, wie die buoze ihn formt, bevor die Beziehung zwischen dem Erzähler und dem Erzählten erhellt wird. Schließlich wird im Schlussteil der Fokus auf die Rezipientenwirkung gelegt.

Welchen Eindruck macht der Erzähler auf den Leser? Welche Rolle spielt dabei die buoze? Das sind Fragen, die in diesem Abschnitt beantwortet werden. Das letzte Kapitel erweitert den Rahmen und beleuchtet die Funktion der Erzählerfigur im Gesamtkontext des „Gregorius“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung der buoze im historischen Kontext

3. Schult und bouze in „Gregorius“

3.1. Bedeutungsdimension

3.2. Hierarchisierung der Figuren

4. Die Erzählerfigur und die Bußszenen

4.1. Darstellung des fiktiven Erzählers

4.2. Verhältnis des Erzählers zum Erzählten (Erzählhaltung)

4.3. Rezipientenwirkung

5. Funktion der Erzählerfigur im Gesamtkontext des „Gregorius“

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle der "buoze" (Buße) im "Gregorius" von Hartmann von Aue mit einem besonderen Fokus auf die Erzählerfigur. Es wird analysiert, wie der Erzähler als Vermittler zwischen Autor, erzählter Welt und Leser fungiert und wie er die Bußszenen nutzt, um didaktisch-moralische Belehrungen zu vermitteln und seine eigene Autorität zu festigen.

  • Die Bedeutung der Buße im historisch-theologischen Kontext des 12. Jahrhunderts.
  • Die Darstellung und Hierarchisierung der büßenden Figuren im Roman.
  • Die Konstruktion des fiktiven Erzählers und dessen Verhältnis zum Geschehen.
  • Die Wirkung der Bußszenen auf den Rezipienten.
  • Die Funktion der Erzählerfigur als Spiegel für den Gesamtkontext des Werkes.

Auszug aus dem Buch

4. Die Erzählerfigur und die Bußszenen

Die darlegte Hierarchisierung der Haupt- und Nebenfiguren im Gregorius und ihr Bezug zum Bußemotiv erlauben uns im Folgenden, den Fokus auf den Erzähler zu richten. Dem Erzähler kommt im Gregorius und in den Bußszenen eine besondere Rolle zu. Er begleitet seine Leser vom Beginn bis zum Ende des Romans und übernimmt damit direkt wie indirekt eine wichtige Vermittlerfunktion – nicht nur an den Stellen, an denen er durch Selbstbezug hervortritt, sondern ebenso im Zuge der Lenkung von Handlungen und Protagonisten. Er führt seinen Rezipienten bis in die kleinsten Geheimnisse und rückt damit in den Mittelpunkt. Wir wollen uns im Folgenden der Erzählerfigur annähern, ohne ihn reflexionslos mit dem Autor gleichzusetzen. Die Ergebnisse der letzten Kapitel hinsichtlich der Bedeutungskenntnis der buoze im Gregorius dienten in Kombination mit der anschließenden Analyse der büßenden Figuren als unterstützendes Mittel, um 1. die Frage nach dem Verhältnis zwischen der Erzählerfigur und der erzählten Welt in den Bußszenen genauer zu bestimmen. 2. darzulegen, welche Wirkung jene Stellen durch das Konstruieren eines Erzählers auf den Leser haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk "Gregorius" ein, skizziert die Bedeutung des Bußemotivs und legt die Zielsetzung der Arbeit sowie den methodischen Aufbau dar.

2. Bedeutung der buoze im historischen Kontext: Hier wird der historische Stellenwert der christlichen Bußpraxis im 12. Jahrhundert erläutert und mit der Darstellung im "Gregorius" in Bezug gesetzt.

3. Schult und bouze in „Gregorius“: Dieses Kapitel analysiert die Verknüpfung von Schuld, Reue und Buße im Roman und untersucht die unterschiedlichen Bußwege der handelnden Figuren.

3.1. Bedeutungsdimension: Dieser Abschnitt beleuchtet die theologische Tragweite des Bußemotivs für den Aufstieg und die spirituelle Entwicklung der Protagonisten.

3.2. Hierarchisierung der Figuren: Hier wird untersucht, wie die Qualität der Buße mit dem sozialen Status und der Schwere der Schuld der jeweiligen Figur korreliert.

4. Die Erzählerfigur und die Bußszenen: Dieses Hauptkapitel fokussiert auf die Rolle des Erzählers, dessen Vermittlungsfunktion und dessen moralische Kommentare im Kontext der Buße.

4.1. Darstellung des fiktiven Erzählers: Hier wird analysiert, wie der Erzähler sich selbst in der Erzählung positioniert und welche Informationen er über seine eigene Person preisgibt.

4.2. Verhältnis des Erzählers zum Erzählten (Erzählhaltung): Dieser Teil untersucht die Dreieckssituation zwischen Erzähler, Geschehen und Publikum sowie die zeitlichen Ebenen der Narration.

4.3. Rezipientenwirkung: Hier wird die beabsichtigte Wirkung der Erzählerinterventionen und der emotionalen Gestaltung der Bußszenen auf den Leser reflektiert.

5. Funktion der Erzählerfigur im Gesamtkontext des „Gregorius“: Das Abschlusskapitel synthetisiert die Ergebnisse und bestimmt die Erzählerfigur als Spiegel des Gesamtwerkes, das sich zwischen Fiktionalität und Autorenbewusstsein bewegt.

Schlüsselwörter

Gregorius, Hartmann von Aue, Buße, buoze, Schuld, Erzählerfigur, Vermittlerrolle, Mittelalter, Reue, riuwe, Literaturwissenschaft, Verslegende, Heilsgeschichte, Erzählhaltung, Rezipientenwirkung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung des Bußemotivs (buoze) im "Gregorius" von Hartmann von Aue und analysiert die spezifische Rolle der Erzählerfigur als Vermittler zwischen Autor, Romaninhalt und Rezipient.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das mittelalterliche Bußverständnis, die soziale Hierarchisierung von Schuld sowie die narratologische Untersuchung der Erzählerfigur in ihrer moralischen und didaktischen Funktion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu ergründen, wie die Erzählerfigur im Kontext der Bußszenen konstruiert ist, welche Vermittlerrolle sie einnimmt und wie sie durch direkte Ansprache des Lesers eine didaktische Wirkung erzielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die den Text des "Gregorius" unter Berücksichtigung zeithistorischer Kontexte und erzähltheoretischer Ansätze (z.B. auktoriale Erzählsituation) interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Bußszenen des Romans, die Hierarchie der handelnden Figuren, das Verhältnis des Erzählers zum Erzählten sowie die Wirkung, die dieser Erzähler auf das fiktive Publikum ausübt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Gregorius, Buße (buoze), Reue (riuwe), Schuld, Erzählerfigur, Vermittlerrolle, Mittelalter und Heilsgeschichte.

Wie unterscheidet sich die Buße des Gregorius von der der anderen Figuren?

Gregorius vollbringt die radikalste und zeitlich längste Buße, was seine besondere Rolle als Hauptfigur und die Schwere seiner "zweiten" Schuld (Inzest mit der Mutter) widerspiegelt.

Welche Rolle spielt das "fiktive Publikum" in den Ausführungen des Erzählers?

Das fiktive Publikum dient dem Erzähler als Adressat für seine didaktischen und moralischen Belehrungen, wodurch er eine direkte Verbindung zum Leser schafft und die Wahrhaftigkeit seiner Erzählung betont.

Warum betont der Autor so stark die "Wahrheit" seiner Erzählung?

Der Erzähler nutzt Wahrheitsbeteuerungen, um das Wunderbare der Heilsgeschichte glaubhaft zu machen und die religiöse Didaktik des Werkes vor dem Hintergrund mittelalterlicher Theologie zu legitimieren.

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Details

Title
Über die "buoze" in "Gregorius". Der Erzähler als Vermittler zwischen Autor, Gegenstand und Rezipient
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,7
Author
Ahmad Abbas (Author)
Publication Year
2017
Pages
27
Catalog Number
V451798
ISBN (eBook)
9783668850767
ISBN (Book)
9783668850774
Language
German
Tags
über gregorius erzähler vermittler autor gegenstand rezipient
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ahmad Abbas (Author), 2017, Über die "buoze" in "Gregorius". Der Erzähler als Vermittler zwischen Autor, Gegenstand und Rezipient, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451798
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