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"Der Golem" und die Golemlegende

Title: "Der Golem" und die Golemlegende

Seminar Paper , 2005 , 13 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Katharina Zillmer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Immer wieder begibt es sich nämlich, daß ein vollkommen fremder Mensch, bartlos, von gelber Gesichtsfarbe und mongolischem Typus, aus der Richtung der Altschulgasse her, in altmodische, verschossene Kleider gehüllt, gleichmäßigen und eigentümlich stolpernden Ganges, so, als wolle er jeden Augenblick vornüber fallen, durch die Judenstadt schreitet und plötzlich - unsichtbar wird.
Diese Begebenheit, erzählt von „Zwakh“ aus Gustav Meyrinks Ro man „Der Golem“, beschreibt das Aussehen und Auftreten eines mythischen Geschöpfes, welches durch sein merkwürdiges Erscheinungsbild einerseits Verwunderung und andererseits auch Angst erzeugt - der Golem. In den jüdischen Erzählungen tritt dieses Wesen me ist im Zusammenhang mit der Errettung des Judenvolkes auf. Die Legende des Golems ist, wie so viele, sehr vage und verändert sich im Laufe der Jahrhunderte. Zahlreiche Autoren thematisieren diese Legende in ihren Werken, so auch Isaac Bashevis Singer, Eduard Petiška und Gustav Meyrink, die in dieser Arbeit thematisiert werden.
Der Untersuchungsgegenstand meiner Seminararbeit soll die Figur des Golems in Gustav Meyrinks gleichnamigen Werk „Der Golem“ sein.
Ich gehe bei der Ausarbeitung wie folgt vor: Zuerst werde ich eine kurzen Einblick in den Mythos des Golems geben und gehe dann noch kurz vergleichend auf die dargestellten Figuren des Golems in Singers „Der Golem. Eine Legende“ und Petiškas „Der Golem. Jüdische Märchen und Legenden aus dem alten Prag“ ein, um die verschiedenen Varianten der Legende aufzuzeigen. Auf der Basis des erarbeiteten Wissens über den Golem konzentriere ich mich dann insbesondere auf die in Meyrinks Roman verwendeten Merkmale der Figur, die Darstellung der Legende im Roman und die Komponenten, die Gustav Meyrink der Legende hinzugefügt hat. Meine Untersuchungen werde ich mit einer zusammenfassenden Bemerkung abschließen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Legenden um den Golem

3 Die Golemlegende in Gegenüberstellung

4 Die Darstellung der Golemlegende in „Der Golem“

4.1 Meyrinks Golem

4.2 Die Darstellung der Legende in „Der Golem“

4.3 Meyrinks eigene Zusätze zur Legende

5 Zusammenfassung

6 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Figur des Golems im Roman „Der Golem“ von Gustav Meyrink, setzt diese in Bezug zur traditionellen Golemlegende und vergleicht sie mit den Bearbeitungen durch andere Autoren, um die Funktion des Golems als Spiegel des Selbstfindungsprozesses des Protagonisten Athanasius Pernath zu analysieren.

  • Analyse des Golem-Mythos und seiner historischen Varianten
  • Gegenüberstellung der Golem-Darstellungen bei Petiška, Singer und Meyrink
  • Untersuchung der spezifischen Merkmale des Golems in Meyrinks Roman
  • Herausarbeitung von Meyrinks Eigenheiten und Zusätzen zur klassischen Legende
  • Einfluss der Golem-Figur auf die Identitätskrise des Protagonisten

Auszug aus dem Buch

4.1 Meyrinks Golem

Beim ersten Auftreten des Golems im Roman kann man einige Merkmale erkennen, die sich aus der Legende herleiten lassen.

Ein fremder Mann bringt Athanasius Pernath das Buch „Ibbur“, damit dieser es restaurieren kann. Er klopft nicht vor dem Eintreten, stellt sich nicht vor und sagt auch nichts über das Anliegen seines Besuches. Der Mann scheint also die Regeln der Höflichkeit nicht zu kenne, sie zumindest nicht anzuwenden. Diese Verhaltensweise kann man nicht direkt aus der Legende des Golems entnehmen. Sie wird aber durch die Schlussfolgerung plausibel, dass der Golem ein zum Dienst erschaffenes Wesen ohne Sinn für menschliche Werte ist und ihm daher die erwünschten Verhaltensregeln nicht bewusst sind.

Ebenfalls scheint der Fremde stumm zu sein, weil er bei der Begegnung keinen Wortwechsel mit Pernath führt. Da dem Golem der Legende nach die Sprache nicht verliehen wurde, kann man annehmen, dass Meyrink seinem Golem dieses Merkmal ebenfalls zuschreibt.

An die Erscheinung des Mannes kann sich Pernath später nicht mehr erinnern und versucht die Begegnung zu rekonstruieren. Der Gang des Fremden ist sehr auffällig gewesen und Athanasius entsinnt sich: „Das ist der Gang eines Menschen, der beständig im Begriff ist, vornüber zu fallen, …“ Diese Art der Bewegung, der „eigentümlich stolpernde[] Gang[]“, könnte dem Golem insofern beigelegt werden, als dass er ein unfertiger Mensch ist, der aus dem rudimentären Stoff Lehm geformt wurde und dem die Koordination seiner Vorwärtsbewegungen schwer fällt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema der Golem-Figur in Meyrinks Roman vor und erläutert den methodischen Ansatz, die Figur durch einen Vergleich mit anderen literarischen Legendenfassungen zu charakterisieren.

2 Die Legenden um den Golem: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Ursprung und die unterschiedlichen Auslegungen der Golem-Sage, insbesondere in Bezug auf die Erweckung durch magische Rituale und den Schutz des Judenvolkes.

3 Die Golemlegende in Gegenüberstellung: Hier werden die verschiedenen Versionen der Golem-Erzählung von Eduard Petiška und Isaac Bashevis Singer miteinander verglichen, wobei besonders auf die unterschiedliche Behandlung der Erweckungsrituale und die Bedrohungsszenarien eingegangen wird.

4 Die Darstellung der Golemlegende in „Der Golem“: Dieses Kapitel analysiert detailliert, wie Gustav Meyrink die Golem-Figur in seinen Roman integriert, welche Merkmale er übernimmt und durch welche individuellen, teils mystischen Zusätze er die Figur für seinen Protagonisten Pernath nutzbar macht.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass Meyrink den Golem weniger als eigenständige Figur, sondern als atmosphärisches Element zur Unterstützung der Identitätsfindung seines Protagonisten Athanasius Pernath verwendet.

6 Literaturverzeichnis: Dies ist das Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Der Golem, Golemlegende, Gustav Meyrink, Athanasius Pernath, Prag, Literatur, Mythos, Lehmfigur, Identitätsfindung, Jüdische Erzählungen, Okkultismus, Ritual, Rabbi Löw, Phantastik, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Figur des Golems in Gustav Meyrinks Roman „Der Golem“ und setzt diese in den Kontext der traditionellen jüdischen Golemlegende.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die literarische Adaption von Sagenstoffen, die Figur des künstlich erschaffenen Menschen sowie die Verbindung von mythologischen Motiven mit dem psychologischen Prozess der Identitätsfindung eines Romanhelden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Meyrink die Golemlegende modifiziert und welche Funktion die Golem-Figur für die Entwicklung des Protagonisten Athanasius Pernath innerhalb des Romans erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, bei der Meyrinks Text mit anderen Legendendarstellungen von Autoren wie Singer und Petiška gegenübergestellt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Erscheinungsbild und die Rolle des Golems in Meyrinks Werk, vergleicht dies mit anderen Fassungen der Legende und untersucht spezifische Ergänzungen des Autors sowie deren Bedeutung für den Roman.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Golemlegende, Gustav Meyrink, Athanasius Pernath, Identitätsfindung, mythologische Motive und der Vergleich verschiedener literarischer Adaptionen.

Warum spielt die Figur des Golems für Pernath eine Rolle?

Der Golem dient in Meyrinks Roman als Spiegel, da Pernath sich aufgrund seiner eigenen Identitätskrise und der Auslöschung seiner Vergangenheit in dem unfertigen, suchenden Wesen des Golems wiedererkennt.

Wie erklärt die Arbeit Meyrinks „Fehler“ in Bezug auf die Synagogenglocken?

Die Arbeit interpretiert den Glocken-Fehler entweder als Ausdruck von Meyrinks mangelndem Wissen über jüdische Bräuche oder als bewusste künstlerische Entscheidung, um zu illustrieren, wie Legenden durch Hinzufügung fehlerhafter Details über Generationen hinweg angereichert werden.

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Details

Title
"Der Golem" und die Golemlegende
College
University of Rostock  (Germanistik)
Grade
2,3
Author
Katharina Zillmer (Author)
Publication Year
2005
Pages
13
Catalog Number
V45182
ISBN (eBook)
9783638426251
Language
German
Tags
Golem Golemlegende
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Zillmer (Author), 2005, "Der Golem" und die Golemlegende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45182
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