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Freundschaft im Mittelalter in Konrad von Würzburg: "Engelhard"

Title: Freundschaft im Mittelalter in Konrad von Würzburg: "Engelhard"

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 31 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Daphne Bruland (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Freundschaften als etwas Erstrebenswertes und sehr Essentielles sind in jeder Epoche, in jeder Kultur und auch in jeder literarischen Gattung bekannt. Der Freundschaftsbegriff soll in der folgenden Arbeit genauer betrachtet werden, zum einen in Hinblick erster Belege des Wortes Freund im Mittelalter in deutschsprachigen Gebieten und zum anderen in Hinsicht auf Begriffsgeschichte und Bedeutung im Mittelalter. In dem Kurzroman Engelhard hat Konrad von Würzburg (*um 1230, †1287) das Freundschaftsmotiv zum Thema gemacht. Es geht um eine Männerfreundschaft, die über allen anderen weltlichen Dingen steht, die Berge versetzen kann und die sich sowohl im Glück als auch im Leid bewährt. Obwohl die Forschung zum Engelhard sich lange Zeit mit der Datierung, Lokalisierung und Einordnung in das Gesamtwerk Konrads aufgehalten hat, gibt es mittlerweile einen Konsens darüber, dass es ein Werk ist, mit dessen Inhalt und Thematik sich zu beschäftigen lohnt. Die Themen dieser Dichtung sind zwar überschaubar, doch ist es trotzdem kein einfach zu interpretierender Text (siehe Brandt, S. 140), zu dem es viele unterschiedliche Interpretationen gibt. Hartmut Kokott hat unter anderen (Kokott 1989) zum Beispiel die Dichtung nicht als Freundschaftserzählung, sondern als Aufsteigergeschichte um Engelhard gedeutet. Es soll hier nur daraufhingewiesen werden, dass unterschiedliche Interpretationen möglich sind, die im Rahmen dieser Arbeit nicht alle wiedergegeben werden können. Die Ursache dieser Polyvalenz, nämlich die Widersprüche und Ambivalenzen, bleiben im Text stehen, denn Konrad von Würzburg scheint nicht um eine Auflösung bemüht zu sein, wozu er mit Sicherheit imstande gewesen wäre. (siehe Brandt 2000, S. 141) Es wird sich nicht mehr klären lassen, inwieweit dies der Intention des Autors entspricht. Jedoch ist festzuhalten, dass der Text allerlei Interpretationsmöglichkeiten birgt, die ein unterschiedliches Licht auf den Engelhard werfen. Und gerade das ist es, was meiner Meinung nach ein Werk so interessant macht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Freundschaft im Mittelalter

2.1 Zur Etymologie

2.1.1 Sprachliche Belege und ihre Bedeutungen

2.1.2 Begriffsgeschichte

2.2 Freundschaften im Mittelalter

2.2.1 Die Bedeutung im Mittelalter

2.2.2 Freundschaft in der mittelalterlichen Literatur

3. Konrad von Würzburg

3.1 Biographisches

3.2 Sein Werk

4. Engelhard

4.1 Inhalt

4.2 Gattung – ein Roman mit legendenhaften Zügen

4.3 Forschung

4.4 Themen im Engelhard

4.4.1 Freundschaftliche triuwe

4.4.2 Die Minnehandlung

4.4.3 Das Gottesurteil und der Zweikampf im Mittelalter

4.4.4 Das Gottesurteil im Engelhard – eine Frage von Wahrheit und Schuld

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den mittelalterlichen Freundschaftsbegriff anhand von Konrad von Würzburgs Kurzroman „Engelhard“. Dabei liegt der Fokus auf der Rolle der „triuwe“ (Treue) als konstitutivem Element der Männerfreundschaft sowie der Einbettung dieses Motivs in den Kontext zeitgenössischer Vorstellungen von Liebe, Recht und Glauben.

  • Etymologie und Begriffsgeschichte von „Freundschaft“ im Mittelalter
  • Stellenwert und Formen der Freundschaft in der mittelalterlichen Literatur
  • Literarische Analyse des Werkes „Engelhard“ und seiner Gattungszugehörigkeit
  • Die Funktion der „triuwe“ als übergeordnete Tugend im Werk
  • Der Zusammenhang zwischen Minnehandlung, Gottesurteil und Freundschaftsbewährung

Auszug aus dem Buch

4.4.1 Freundschaftliche triuwe

Im Prolog wird der triuwe ein ganzer Katalog von wichtigen Eigenschaften zugesprochen, wohingegen die eigentliche Engelhard-Dietrich-Geschichte hauptsächlich um die triuwe zwischen Freunden kreist. (siehe Brandt 2000, S. 134) Der mhd. Begriff triuwe entspricht dem der nhd. Treue im Bedeutungsgehalt nicht ganz. Während Treue heute meist nur individualisierend-subjektiv verwendet wird, ist triuwe im Mittelalter von gesellschaftlichen und speziell rechtlichen Konnotationen geprägt. Ein triuwe-Verhältnis bindet beide Parteien und hat ein breites Spektrum an Wirksamkeit, welches sich in einer Art von alle Bereichen der Gesellschaft beeinflussendem Regelprinzip äußert. (siehe Brandt 2000, S. 111) In der höfischen Dichtung wird triuwe zum Ausdruck übergreifender Tugend und einer inneren Gesinnung des edlen Menschen. (siehe Göttert 1971, S. 122-125) In den ersten 11 Versen des Prologs beginnt Konrad von Würzburg mit einer Allegorie der triuwe und klagt über ihren Verlust, preist ihre Macht und bekundet den Wunsch nach ihrer Erneuerung. (siehe Göttert 1971, S. 127) Im weiteren formuliert er die mannigfaltigen Wirkungsbereiche der triuwe, die Frauen zur Standhaftigkeit verhilft, Männer zur Wahrheit führt, Freundschaft vor Missgunst bewahrt, die Kraft der Familienbande stärkt, vor Liebesschmerz und Kummer schützt und zu Ansehen und Ehre führt. Die Verse gewinnen ihren Sinn als elegisches bzw. hymnisches Sprechen von der Leittugend. (siehe Göttert 1971, S. 127/129) Betrachtet man die Verwendung von triuwe innerhalb der Erzählung wird deutlich, dass sie hier (nicht nur aber) hauptsächlich das Verhältnis Dietrich-Engelhard meint, deren Vertrautheit beschreibt und die Verbundenheit der beiden als Bedingung für einen glücklichen Ausgang beinhaltet. Somit verkörpert das von Konrad angekündigte mære von hôhen triuwen „die Verherrlichung der inneren Verbundenheit, wie sie in der Freundestreue zwischen Engelhard und Dietrich beispielhaft zum Ausdruck kommt.“ (Göttert 1971, S. 133) Die wiederholte Bewährung der triuwe gilt als Fundament allen Glücks und wird von Gott belohnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Freundschaftsbegriff und Vorstellung von Konrad von Würzburgs „Engelhard“ als Werk, das trotz seiner Polyvalenz als bedeutsames Zeugnis für das Motiv der Männerfreundschaft gilt.

2. Freundschaft im Mittelalter: Untersuchung der etymologischen Wurzeln und der historischen Begriffsgeschichte, ergänzt durch eine Analyse der verschiedenen Freundschaftstypen und ihrer Darstellung in der Literatur.

3. Konrad von Würzburg: Darstellung der biographischen Daten des Dichters und Einordnung seines umfangreichen und vielseitigen Werkes in den Kanon mittelalterlicher Literatur.

4. Engelhard: Detaillierte Inhaltsangabe und Analyse der Gattungsproblematik sowie der zentralen Themen, insbesondere der „triuwe“, der Minnehandlung und der Rolle des Gottesurteils.

5. Zusammenfassung: Resümee über die zentrale Bedeutung der „triuwe“ im Werk und das Festhalten an der Aktualität des Freundschaftsmotivs über die Epochen hinweg.

Schlüsselwörter

Freundschaft, Mittelalter, Konrad von Würzburg, Engelhard, triuwe, Treue, Literaturanalyse, Minne, Gottesurteil, Männerfreundschaft, Schwurfreundschaft, Rittertum, Tugend, mittelalterliche Literatur, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Motiv der Männerfreundschaft im Mittelalter, konkret anhand des Kurzromans „Engelhard“ von Konrad von Würzburg.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Bedeutung der „triuwe“ (Treue), den verschiedenen Formen der Freundschaft, der Minnehandlung und der literarischen Funktion des Gottesurteils.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Konrad von Würzburg das Ideal der bedingungslosen Männerfreundschaft in seinem Werk thematisiert und über andere weltliche Bindungen wie Ehe und Minne erhebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, gestützt auf fachspezifische Forschungsliteratur, um den Text strukturell und inhaltlich zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-theoretische Fundierung (Begriffsgeschichte, Freundschaftsformen), eine Vorstellung des Autors Konrad von Würzburg und eine tiefgehende Analyse von Aufbau, Themen und Motiven im „Engelhard“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Freundschaft, triuwe, Konrad von Würzburg, Engelhard, Gottesurteil, Minne, Rittertum und Treue.

Wie wird die Rolle der Ehefrauen im „Engelhard“ bewertet?

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Frauen primär als Demonstrationsobjekte für die Treue der Helden fungieren und im Vergleich zur Männerfreundschaft einen untergeordneten Stellenwert einnehmen.

Warum wird das Gottesurteil im „Engelhard“ als problematisch angesehen?

Das Gottesurteil im Werk ist ein „betrügerisches“, da die Helden Rollen tauschen. Die Arbeit diskutiert verschiedene Ansätze, wie Konrad von Würzburg diesen Widerspruch literarisch auflöst oder legitimiert.

Welche Bedeutung hat das Opfer der Kinder für das Werk?

Es wird als der größte Freundschaftsbeweis interpretiert, der die Priorität der Freundschaftspflicht über die familiäre Verantwortung stellt und letztlich durch ein göttliches Wunder belohnt wird.

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Details

Title
Freundschaft im Mittelalter in Konrad von Würzburg: "Engelhard"
College
University of Wuppertal
Course
Freundschaft im Mittelalter
Grade
sehr gut
Author
Daphne Bruland (Author)
Publication Year
2005
Pages
31
Catalog Number
V45184
ISBN (eBook)
9783638426275
ISBN (Book)
9783638902427
Language
German
Tags
Freundschaft Mittelalter Konrad Würzburg Engelhard Freundschaft Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daphne Bruland (Author), 2005, Freundschaft im Mittelalter in Konrad von Würzburg: "Engelhard", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45184
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