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Barbey d'Aurevilly, Baudelaire und Balzac. Zur ambivalenten Männlichkeit des Dandys im 19. Jahrhundert

Titel: Barbey d'Aurevilly, Baudelaire und Balzac. Zur ambivalenten Männlichkeit des Dandys im 19. Jahrhundert

Masterarbeit , 2018 , 81 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bruno Minniti (Autor:in)

Französische Philologie - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Unmännlich, Stutzer, Geek, Snob, Buck, Homosexueller, Spinner, Schwachsinniger, Clown, Kopie, Modenarr… Stöbert man zum Thema ‘Dandy’ in der Literatur, kommen einem die verschiedensten Begrifflichkeiten entgegen, die mehr oder weniger treffend den Dandy beschreiben sollen. Eine allgemein gültige Definition scheint es nicht zu geben und immer wieder dreht sich alles nur um fashion. Doch wer oder was ist ein Dandy?

Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen ‘Dandy’ im Allgemeinen sowie mit seiner Darstellung in der französischen Literatur- und Kulturwissenschaft und nimmt anhand der Masculinity Studies Stellung zu dessen ambivalenter Männlichkeit im 19. Jahrhundert. Dafür ist es dienlich sich mit dem Typus des Dandys sowie mit dem Dandytum zu beschäftigen, was unweigerlich an George Beau Brummell vorbeiführt.

Es stellt sich die Frage, wie ein „derart verabscheuungswürdiger Mensch zum Inbegriff des Dandytums werden [konnte], einer Ethik der Eleganz, des Adels, des guten Geschmacks und der Individualität?“.

Hiernach geht das zweite Kapitel genauer auf die Masculinity Studies ein, zeigt verschiedene Konzepte zur Männlichkeit auf und durchleuchtet die französische Literatur auf ihre verschiedenen Männlichkeitsinszenierungen vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Ebendieses Jahrhundert, das als Blütezeit des Dandyismus in die Kulturgeschichte eingehen soll. Darauffolgend werden drei verschiedene Dandys aus der französischen Literatur betrachtet. Beginnend mit Jules Amédée Barbey d’Aurevilly, der als erster Autor eine Art Theorie über das Dandytum verfasst hat, indem er über sein ‘Idol’ Beau Brummell traktiert. Im Anschluss folgt der zweite Theoretiker Charles Baudelaire mit seiner Abhandlung über den Dandy in seinem Werk Le Peintre de la vie moderne, ehe gegen Ende auf Honoré de Balzac als Schriftsteller und Dekadenzfigur eingegangen wird. Der in seiner Comédie humaine auftauchende, scheinbar formvollendete Dandy Henri de Marsay, folgt seinem Schöpfer auf dem Fuße.

Was ist also ein Dandy und gibt es den einen Prototypen, den einen Dandyismus? Wie konstruieren diese Herren ihre Performanz, ihre Individualität sowie ihre Männlichkeit(en) in einem Jahrhundert, in dem der hart arbeitende „pater familias“ ein Pars pro toto für die gesamte Männlichkeit darstellt?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Kulturgeschichte des Dandytums

1.1. Der Typus des Dandys

1.2. Leben und Macht des Urvaters aller Dandys

1.3. Brummells Modereformen: Des Mannes neue Kleider

2. Masculinity Studies - mehr als ein Geschlecht

2.1. Modelle der Männlichkeitsforschung

2.1.1. Raewyn Connells Ansatz der hegemonialen Männlichkeit

2.1.2. Pierre Bourdieus Konzept der männlichen Herrschaft

2.2. Vom Ritter zum Dandy - Männlichkeiten in der französischen Literatur

2.3. Der Dandy und die Masculinity Studies

3. Androgyn, Asket, Verführer - literarische Dandyfiguren

3.1. Jules Amédée Barbey d’Aurevilly

3.1.1. Aristokratischer Dandy, armer Literat

3.1.2. Du dandysme et de George Brummell

3.2. Charles Baudelaire

3.2.1. Dichter, Dandy, Asket

3.2.2. Le Dandy und Le Peintre de la vie moderne

3.3. Honoré de Balzac

3.3.1. Das Schöne und ein Lebemann

3.3.2. Comte Henri de Marsay - Der reinste aller Dandys

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Dandys" im 19. Jahrhundert, insbesondere seine Darstellung in der französischen Literatur, und analysiert dessen ambivalente Männlichkeit im Kontext der Masculinity Studies.

  • Historische Entwicklung des Dandytums von George Beau Brummell bis ins 19. Jahrhundert.
  • Theoretische Auseinandersetzung mit Männlichkeitskonzepten (Connell, Bourdieu).
  • Analyse literarischer Dandyfiguren bei Barbey d’Aurevilly, Charles Baudelaire und Honoré de Balzac.
  • Untersuchung des Dandys als ambivalente Sozialfigur zwischen Aristokratie und Bourgeoisie.
  • Reflektion über die performative Konstruktion von Individualität und Geschlecht.

Auszug aus dem Buch

1.2. Leben und Macht des Urvaters aller Dandys

Der Urvater aller Dandys George Bryan ‘Beau’ Brummell wurde am 7. Juni 1778 als jüngster Sohn eines Privatsekretärs in London geboren und gerade dieser bürgerliche Ursprung ließ das Stigma der Bourgeoisie in ihm nie verblassen. Er selbst wollte ein König sein, da es ihm aber an blauem Herrscherblut mangelte, erschuf er sich sein „eigenes Königreich, ein Imperium, in dem er über sich selbst bestimmte, wenn schon nicht über Untertanen“ . Da Brummell ein Freund des Prinzregenten George IV. war und dieser ihn gewähren ließ, konnte der Junge, dem sie in der Schule den Spitznamen für Stutzer ‘Buck’ gaben, in der Gunst und im Schatten des Monarchen ein Regiment der Eleganz, Exzentrik und Bonmots aufbauen.

Brummells Eltern starben 1793 und 1794, was den brillanten, aber faulen Schüler zum Vollwaisen und Erben machte. Da er zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig war, wurde sein Anteil von circa 22 Tausend Pfund Sterling bis zu seiner Volljährigkeit einem Treuhänder übergeben. Nach seinem Besuch der Eliteschule Eton, an der er durch seinen Kleidungsstil und seine tadellosen Manieren auffiel, ging er mit 15 Jahren auf das Oriel-College in Oxford. Dort suchte er so intensiv Kontakt zu Studenten aus besten Familien, dass ihm keine Zeit zum Lernen blieb, weshalb er die Hochschule nach nur einem Jahr wieder verließ und zum Militär ging. Mit nur 16 Jahren wurde der Beau der jüngste Fahnenführer und Offizier bei den Tenth Hussars, die direkt vom Prinzen von Wales kommandiert wurden. Dieser Zugehörigkeit zu diesem Hausregiment war es zu verdanken, dass er nun hier den ersehnten Kontakt zu den höchsten Gesellschaftskreisen aufbauen konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kulturgeschichte des Dandytums: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese des Dandykults nach, ausgehend von der Mode des französischen Hofes bis hin zum Aufstieg von George Beau Brummell in London.

2. Masculinity Studies - mehr als ein Geschlecht: Hier werden theoretische Grundlagen der Männlichkeitsforschung (insbesondere Connell und Bourdieu) erläutert, um den Dandy als konstruierte Sozialfigur zu begreifen.

3. Androgyn, Asket, Verführer - literarische Dandyfiguren: Dieses Kapitel analysiert anhand der Autoren Barbey d’Aurevilly, Baudelaire und Balzac, wie der Dandy in der Literatur als ambivalentes Modell von Männlichkeit inszeniert wird.

Schlüsselwörter

Dandy, Dandytum, Männlichkeit, Masculinity Studies, George Beau Brummell, Barbey d’Aurevilly, Charles Baudelaire, Honoré de Balzac, Hegemoniale Männlichkeit, Bourdieu, Connell, Mode, Performanz, Identität, Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Dandys im 19. Jahrhundert als kulturelle und literarische Figur sowie dessen ambivalente Männlichkeitskonstruktion.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die Kulturgeschichte des Dandytums, die theoretische Männlichkeitsforschung und die literarische Analyse spezifischer Autoren, die das Dandy-Modell prägten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Dandy aus der Sicht der Masculinity Studies zu beleuchten und zu verstehen, wie er sich von anderen Männlichkeitsmodellen abgrenzt und seine Identität inszeniert.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer kulturwissenschaftlichen und literaturwissenschaftlichen Analyse, die durch die Theorien hegemonialer Männlichkeit nach Raewyn Connell und männlicher Herrschaft nach Pierre Bourdieu gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Herleitung des Dandys, die theoretischen Modelle von Männlichkeit und die detaillierte Betrachtung von drei spezifischen literarischen Dandy-Vertretern.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den Kernbegriffen gehören Dandyismus, Männlichkeit, Performanz, soziale Konstruktion und die französische Literatur des 19. Jahrhunderts.

Warum spielt George Brummell eine so zentrale Rolle?

Brummell gilt als "Urvater" des modernen Dandytums, dessen Lebensstil und Kleidungsstil als Referenzpunkt für alle nachfolgenden Dandy-Entwürfe dient.

Inwiefern unterscheidet sich die Darstellung von Barbey d’Aurevilly, Baudelaire und Balzac?

Während Barbey d’Aurevilly den Dandy heilig spricht und historisch verankert, radikalisiert Baudelaire den Dandyismus zu einer Ersatzreligion der Kälte, wohingegen Balzac durch seine fiktiven Figuren eine Brücke zwischen Dandytum und der Realität des Lebens eines Schriftstellers schlägt.

Ende der Leseprobe aus 81 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Barbey d'Aurevilly, Baudelaire und Balzac. Zur ambivalenten Männlichkeit des Dandys im 19. Jahrhundert
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Romanistik)
Note
1,0
Autor
Bruno Minniti (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
81
Katalognummer
V451905
ISBN (eBook)
9783668846968
ISBN (Buch)
9783668846975
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dandy frankreich gender masculinity studies männlichkeit balzac baudelaire barbey d'aurevilly barbey brummell england high society mode kulturwissenschaft henri de marsay lagerfeld dandysme dandyismus dandytum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bruno Minniti (Autor:in), 2018, Barbey d'Aurevilly, Baudelaire und Balzac. Zur ambivalenten Männlichkeit des Dandys im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451905
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  81  Seiten
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