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Auswirkungen der MiFID 2 auf die Vergütung der Anlageberatung zu Kapitalanlagen und die Folgen eines möglichen Provisionsverbots in Deutschland

Title: Auswirkungen der MiFID 2 auf die Vergütung der Anlageberatung zu Kapitalanlagen und die Folgen eines möglichen Provisionsverbots in Deutschland

Bachelor Thesis , 2018 , 58 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Bachelor of Arts Robin Maass (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Um die Folgen der Finanzmarktkrise 2007/2008 abzufedern, wurden Finanzunternehmen und Großkonzerne, die zu wichtig waren, verstaatlicht oder aber mit Milliardenhilfen gerettet – ihre Minderheit ging insolvent. Anleger wurden größtenteils mit ihren Verlusten im Stich gelassen. Aus diesem Grund waren viele Anleger verschreckt und verloren das Vertrauen in Banken, Wertpapierdienstleistungsunternehmen und Anlageberater. Sie investierten ihr Geld nicht mehr in Aktien, Fonds oder andere Finanzprodukte. Um das Vertrauen wieder aufzubauen und die Finanzmärkte stärker, sicherer und anlegerfreundlicher zu gestalten, wurde von der Europäischen Union der Entschluss gefasst, die Finanzmarktrichtline (engl. Markets in Financial Instruments Directive (MiFID)) neu aufzulegen. Daraus folgte die MiFID II, die am 12. Juni 2014 im europäischen Amtsblatt veröffentlicht wurde.

Die neue Richtlinie soll zwar dem Anlegerschutz dienen, bringt aber einen hohen rechtlichen Mehraufwand für die Wertpapierdienstleistungsunternehmen mit sich. Diese sind dazu verpflichtet unter anderem alle Kosten, die für den Anleger entstehen, detailliert aufzuzeigen. Durch die Offenlegung aller Kosten und den zeitlichen, bürokratischen und rechtlichen Mehraufwand stellen sich folgende Fragen: Welche Auswirkungen hat die MiFID II auf die Vergütung der Anlageberatung? Und besteht die Möglichkeit, dass aufgrund der Verschärfung des Anlegerschutzes ein Provisionsverbot in Deutschland eingeführt werden könnte? Verbraucherschützer fordern dies schon länger, da durch hohe Provisionen ein Fehlanreiz für Anlageberater entstehen würde.

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die eben dargestellte Fragestellung zu beantworten. Außerdem soll sie dem Leser ein Grundverständnis über die Anlageberatung, deren Vergütung sowie die neuen Richtlinien in Deutschland vermitteln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Grundlegung

1.1. Forschungsfrage

1.2. Gang der Untersuchung

2. Anlageberatung

2.1. Einführung und Begriff der Anlageberatung

2.2. Aufsichtsrechtliche Grundlagen und inhaltliche Anforderungen

2.3. Zivilrechtliche Grundlagen und inhaltliche Anforderungen

2.3.1. Anlegergerechte Beratung

2.3.2. Objektgerechte Beratung

2.4. Merkmale einer qualitativ hochwertigen Beratung

2.5. Abgrenzung der Anlageberatung zu anderen Wertpapierdienstleistungen

2.5.1. Anlagevermittlung

2.5.2. Finanzportfolioverwaltung

2.5.3. Reines Ausführungsgeschäft

3. Interessen der beteiligten Parteien bei der Anlageberatung

3.1. Einführung

3.2. Anleger

3.3. Anlageberater

3.4. Emittent

3.5. Phasen der Anlageberatung

3.6. Vergütungsmodelle für Anlageberatung in Deutschland

3.6.1. Provisionsbasierte Beratung

3.6.2. Honorar-Anlageberatung

4. Auswirkung der MiFID II auf die Vergütung der Anlageberatung

4.1. Einführung

4.2. Zweck und Inhalt der MIFID II

4.2.1. Aufzeichnungspflicht

4.2.2. Interessenkonflikt

4.2.3. Product Governance

4.2.4. Beratung

4.3. Auswirkungen auf die Vergütung der Anlageberatung

4.4. Mögliches Provisionsverbot in Deutschland

5. Fazit

5.1. Ergebniszusammenfassung

5.2. Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der europäischen Finanzmarktrichtlinie MiFID II auf die Vergütungsmodelle der Anlageberatung in Deutschland. Dabei wird insbesondere die Forschungsfrage beleuchtet, ob durch die Verschärfung des Anlegerschutzes ein Provisionsverbot für Anlageberater in Deutschland sinnvoll und wahrscheinlich ist.

  • Grundlagen der Anlageberatung und Abgrenzung zu anderen Wertpapierdienstleistungen
  • Analyse der Interessenkonflikte zwischen Anlegern, Beratern und Emittenten
  • Struktur und Konsequenzen der MiFID II für die Vergütungsregulierung
  • Vergleich der Provisionsberatung mit der Honorar-Anlageberatung
  • Diskussion eines möglichen Provisionsverbots unter Einbeziehung britischer Erfahrungen

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Anlegergerechte Beratung

In der Anlageberatung erteilt der Anlageberater nur Vorschläge und Empfehlungen, die endgültige Entscheidung liegt beim Anleger. In der anlegergerechten Beratung soll der Anleger darauf vorbereitet werden, seine Entscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Dazu muss er seine Entscheidungen richtig einschätzen und tragen können. Daher ist die Aufklärung über Chancen und Risiken essentiell. Eine Beratung kann demnach nicht formelhaft erfolgen, sondern richtet sich nach den Kenntnissen und Erfahrungen, Anlagezielen, finanziellen und persönlichen Verhältnissen sowie den Risikopräferenzen des Anlegers. Diese zivilrechtliche Exploration des Anlegers lässt sich mit dem § 64 Abs. 3 WpHG gleichsetzen.

Die genannten Anlegerangaben sind gem. § 83 WpHG ordnungsgemäß zu dokumentieren und mindestens fünf Jahre aufzubewahren (vgl. § 83 Abs. 8 WpHG). Die Dokumentation kann bspw. durch die Geeignetheitserklärung, bei persönlichen Gesprächen oder bei telefonischer Beratung durch die zusätzliche Aufzeichnung des Gesprächs nach § 83 Abs. 3 und 6 WpHG erfolgen.

Die Geeignetheitserklärung ist zwar von aufsichtsrechtlicher Natur, gehört aber durch die anlegergerechte Beratung auch zum Zivilrecht. Die Dokumentation bzw. Aufzeichnung hat folgende Angaben gem. § 83 Abs. 3 WpHG zu enthalten: Anlass der Beratung, Dauer des Beratungsgesprächs, alle Informationen und Angaben des Anlegers, die Grundlage für die Beratung waren (Kenntnisse und Erfahrungen, Anlageziel etc.), Finanzprodukte und Wertpapierdienstleistungen, die in der Beratung angesprochen wurden, die wesentlichen Anliegen und deren Gewichtungen sowie die vom Anlageberater ausgesprochenen Empfehlungen und deren wesentlichen Gründe.

Sobald alle Angaben dokumentiert wurden, ist die Geeignetheitserklärung dem Anleger unverzüglich, nach Abschluss der Anlageberatung und vor Abschluss eines Anlagegeschäfts, auszuhändigen. Falls der Anleger bspw. telefonisch beraten wurde und ihm die Geeignetheitserklärung nicht unverzüglich zur Verfügung gestellt werden kann, muss sie ihm per Post zugestellt werden. Zudem muss ihm ein Rücktrittsrecht eingeräumt werden, da die Erklärung ggf. nicht richtig oder nicht vollständig sein könnte. Der Anleger muss auf das Rücktrittsrecht und die Frist hingewiesen werden (vgl. § 64 Abs. 4 WpHG).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlegung: Einführung in die Problematik der Finanzmarktkrise 2007/2008 und Ableitung der Forschungsfrage zur MiFID II und einem möglichen Provisionsverbot.

2. Anlageberatung: Definition der Anlageberatung sowie Erläuterung der aufsichts- und zivilrechtlichen Anforderungen inklusive der Abgrenzung zu anderen Wertpapierdienstleistungen.

3. Interessen der beteiligten Parteien bei der Anlageberatung: Untersuchung der Rollen und Interessen von Anleger, Berater und Emittent sowie eine detaillierte Betrachtung der Vergütungsmodelle in Deutschland.

4. Auswirkung der MiFID II auf die Vergütung der Anlageberatung: Analyse der neuen regulatorischen Pflichten durch die MiFID II und deren direkte Auswirkungen auf die Kostenstruktur und Vergütung der Anlageberatung.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Anlageberatung, unter anderem unter Berücksichtigung von Robo-Advisor-Angeboten.

Schlüsselwörter

Anlageberatung, MiFID II, Provisionsverbot, Anlegerschutz, Honorarberatung, Vergütungsmodell, Wertpapierhandelsgesetz, Interessenkonflikt, Geeignetheitserklärung, Finanzdienstleistung, Produktgenehmigungsprozess, Transparenz, Anlegergerechte Beratung, Regulatorische Auswirkungen, Kapitalanlagen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die EU-Richtlinie MiFID II die Vergütung in der Anlageberatung in Deutschland verändert und diskutiert, ob ein gesetzliches Provisionsverbot eine geeignete Maßnahme wäre.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Anlageberatung, die unterschiedlichen Vergütungsmodelle sowie die regulatorischen Neuerungen durch die MiFID II, insbesondere im Hinblick auf Transparenz und Anlegerschutz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Auswirkungen der neuen Finanzmarktregulierung auf die Vergütung zu schaffen und die Sinnhaftigkeit eines generellen Provisionsverbots kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, ergänzt durch eigene Annahmen und die Auswertung von Erkenntnissen aus dem britischen Markt als Referenzmodell.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich intensiv den Neuerungen durch die MiFID II (Aufzeichnungspflichten, Interessenkonflikte, Product Governance) und deren Konsequenzen für die Geschäftsmodelle von Wertpapierdienstleistungsunternehmen.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Begriffe wie Anlageberatung, MiFID II, Provisionsverbot, Anlegerschutz, Interessenkonflikt und Honorarberatung bilden das Fundament der wissenschaftlichen Untersuchung.

Wie unterscheidet sich die provisionsbasierte Beratung von der Honorar-Anlageberatung?

Während bei der provisionsbasierten Beratung der Emittent den Berater vergütet, erhält der Berater in der Honorar-Anlageberatung ein direktes Honorar vom Anleger, was zu einer größeren Unabhängigkeit führt.

Warum wird ein Provisionsverbot in Deutschland kontrovers diskutiert?

Es besteht die Sorge, dass ein Verbot zu einer Beratungslücke für Kleinanleger führen könnte, da diese für eine unabhängige Beratung womöglich nicht bereit sind, direkte Gebühren zu zahlen.

Was bedeutet der Begriff "Product Governance" im Kontext der MiFID II?

Es bezeichnet einen internen Genehmigungsprozess für Finanzprodukte, bei dem der Emittent sicherstellen muss, dass ein Produkt für einen bestimmten Zielmarkt geeignet ist, um Fehlberatungen zu minimieren.

Welche Rolle spielen Robo-Advisor laut der Arbeit in der Zukunft?

Robo-Advisor könnten als kostengünstige, automatisierte Alternative dienen, um die durch Regulierungen entstehende Beratungslücke für Kunden zu schließen, die klassische Honorarberatung nicht in Anspruch nehmen möchten.

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Details

Title
Auswirkungen der MiFID 2 auf die Vergütung der Anlageberatung zu Kapitalanlagen und die Folgen eines möglichen Provisionsverbots in Deutschland
College
University of Applied Sciences Ludwigshafen
Grade
2,0
Author
Bachelor of Arts Robin Maass (Author)
Publication Year
2018
Pages
58
Catalog Number
V452054
ISBN (eBook)
9783668849471
ISBN (Book)
9783668849488
Language
German
Tags
Mifid 2 Provision Anlageberatung Kapitalanlage Vergütung Wertpapier Honorar Vergütungsmodelle taping Finanzen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Robin Maass (Author), 2018, Auswirkungen der MiFID 2 auf die Vergütung der Anlageberatung zu Kapitalanlagen und die Folgen eines möglichen Provisionsverbots in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452054
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