Ziel dieser Seminararbeit ist es, aktuelle Tendenzen der spanischen Wortbildung in dem sozialen Netzwerk Facebook herauszuarbeiten. Zunächst sollen in den nächsten beiden Kapiteln einige fundamentale Aspekte in Bezug auf das soziale Netzwerk Facebook, dessen grundlegende Charakteristika und die dazugehörige Kommunikationskonstellation behandelt werden.
Zu diesem Zweck soll im zweiten Kapitel das soziale Netzwerk Facebook zunächst charakterisiert und in die geläufigsten Kategorien eingeordnet werden. Das dritte Kapitel beschäftigt sich im Anschluss daran mit der Kommunikationskonstellation in sozialen Netzwerken wie Facebook und greift dabei auf Überlegungen von Koch und Oesterreicher zurück, die sich 1985 mit der Sprache der Nähe und der Distanz beschäftigt haben.
Im Hauptteil dieser Hausarbeit, Kapitel 4, werde ich Facebook-Beiträge und dazugehörige Kommentare von südamerikanischen (größtenteils argentinischen) Nutzern auf Charakteristika der spanischen Wortbildung hin analysieren.
Das Aufkommen neuer Technologien seit Ende des 20. bzw. Anfang des 21. Jahrhunderts und insbesondere der alltägliche Gebrauch sozialer Netzwerke hat weltweit eine Modifizierung der kommunikativen Interaktion hervorgerufen. Die Nutzer sozialer Netzwerke teilen in schriftlicher Form ihre aktuellen Gemütszustände, ihre Erlebnisse, ihre Sorgen und vieles mehr mit anderen Mitgliedern des sozialen Netzwerkes.
Mit Computern, Mobiltelefonen, interaktiven Fernsehern und Tablets greifen wir auf Kommunikationswerkzeuge wie Blogs, Internetseiten und soziale Netzwerke zurück und empfangen und versenden auf diese Weise in Echtzeit Nachrichten, die mit Lichtgeschwindigkeit den gesamten Planeten überqueren. Aus Sicht der Fundéu BBVA geht ein solcher gesellschaftlicher Entwicklungsprozess auch immer mit Veränderungen in der Sprache der Gesellschaft einher.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Charakterisierung des sozialen Netzwerks Facebook als Beispiel für eine neue Form der Internetkommunikation
3. Charakterisierung der Kommunikationskonstellation im sozialen Netzwerk Facebook mit Koch und Oesterreicher (1985)
4. Aktuelle Tendenzen der spanischen Wortbildung in Facebook-Beiträgen südamerikanischer Nutzer
4.1 Häufigste Wortbildungsphänomene
4.2 Seltenere Worbildungsphänomene
5. Schluss
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Seminararbeit ist die Untersuchung aktueller Tendenzen der spanischen Wortbildung in Beiträgen und Kommentaren südamerikanischer Facebook-Nutzer. Dabei soll analysiert werden, inwieweit die identifizierten sprachlichen Phänomene die Einstufung der Facebook-Kommunikation als „Sprache der Nähe“ im Modell von Koch und Oesterreicher rechtfertigen.
- Charakterisierung von Facebook als asynchrone Kommunikationsplattform.
- Anwendung des theoretischen Modells nach Koch und Oesterreicher (Sprache der Nähe vs. Distanz).
- Analyse und Kategorisierung häufiger und seltener spanischer Wortbildungsphänomene in sozialen Netzwerken.
- Untersuchung des Einflusses von Spontaneität und Expressivität auf die sprachliche Gestaltung.
- Überprüfung der Kommunikationsparameter auf ihren Einfluss auf die Wortbildung.
Auszug aus dem Buch
a) Streichung von Vokalen
Das am häufigsten festgestellte Worbildungsphänomen ist die Streichung von Vokalen. Es ist in 47 Elementen mindestens einmal, oft auch mehrfach gefunden worden. Tascón (2012: 37) weist im Namen der Fundéu BBVA kritisch darauf hin, „[que] las frases se llenan de esqueletos consonánticos en las que se sacrifican las vocales“.
Ein konkretes Beispiel aus dem Korpus ist das Element 17.2: Ale Benitez streicht dort innerhalb von zwei Kommentaren gleich in sieben Fällen Vokale: “que“ → q, “te“ → t, “sos“ → ss, “tengo“ → tng und “vos“ → vs. In den Fällen “quiero“ → kiero und “que“ → k liegt zusätzlich zur Streichung der Vokale ein Austausch bzw. eine Verwechslung des Konsonantenpaares c/k vor.
Das sehr verbreitete Phänomen der Streichung von Vokalen zielt m. E. vor allem darauf ab, möglichst wenige Buchstaben zu benutzen und so die Beiträge bzw. Kommentare möglichst kurz zu halten. Dieses Phänomen spiegelt den relativ hohen Spontaneitätsgrad der Facebook-Kommunikation wieder und bestätigt die Verortung dieser Kommunikationsform in Richtung des Pols ‚gesprochen‘.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der sprachlichen Veränderungen durch soziale Netzwerke ein und definiert das Ziel der Analyse spanischer Wortbildung auf Facebook.
2. Charakterisierung des sozialen Netzwerks Facebook als Beispiel für eine neue Form der Internetkommunikation: Das Kapitel ordnet Facebook als asynchrone Boten-Technologie ein und beleuchtet die strukturellen Merkmale der Plattform.
3. Charakterisierung der Kommunikationskonstellation im sozialen Netzwerk Facebook mit Koch und Oesterreicher (1985): Hier wird Facebook mithilfe des Modells von Koch und Oesterreicher als „Sprache der Nähe“ innerhalb eines konzeptionellen Kontinuums verortet.
4. Aktuelle Tendenzen der spanischen Wortbildung in Facebook-Beiträgen südamerikanischer Nutzer: Das Kapitel analysiert den Korpus aus 106 Elementen und kategorisiert verschiedene Wortbildungsphänomene wie Vokalstreichungen und Interjektionen.
4.1 Häufigste Wortbildungsphänomene: Dieser Abschnitt beschreibt die meistfrequenten Erscheinungen, insbesondere die ökonomisch motivierte Streichung von Vokalen sowie den exzessiven Gebrauch von Interjektionen.
4.2 Seltenere Worbildungsphänomene: Hier werden weniger häufige, aber dennoch relevante Phänomene wie Diminutivsuffixe, Akronyme und Apokopen diskutiert.
5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Wortbildung die Einstufung der Facebook-Kommunikation als „Sprache der Nähe“ unterstützt.
Schlüsselwörter
Spanische Sprache, Wortbildung, Facebook, soziale Netzwerke, Koch und Oesterreicher, Sprache der Nähe, Internetkommunikation, Sprachwandel, Spontaneität, Expressivität, Korpusanalyse, Wortbildungsphänomene, Südamerika, Kommunikationstechnologien, Asynchrone Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Kommunikation über soziale Netzwerke, insbesondere Facebook, auf die spanische Wortbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die mediale Kommunikation, die linguistische Charakterisierung von Facebook als Medium sowie die empirische Analyse von Wortbildungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es herauszufinden, wie sich die Sprache in Facebook-Beiträgen südamerikanischer Nutzer verändert und ob diese Veränderungen dem Modell der „Sprache der Nähe“ entsprechen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine korpusbasierte Analyse von Facebook-Beiträgen und Kommentaren durchgeführt, wobei die Phänomene in häufige und seltene Kategorien unterteilt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkrete Wortbildungsphänomene wie die Streichung von Vokalen, Verwendung von Interjektionen, Akronyme und Neologismen innerhalb des erstellten Korpus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sprache der Nähe, Facebook, spanische Wortbildung, Spontaneität und Internetkommunikation definiert.
Warum spielt das Modell von Koch und Oesterreicher eine Rolle?
Es dient als theoretisches Gerüst, um die Facebook-Kommunikation zwischen den Polen „gesprochen“ und „geschrieben“ einzuordnen.
Welche Rolle spielen südamerikanische Nutzer in dieser Arbeit?
Sie dienen als Probanden für den untersuchten Korpus, wobei ihre Beiträge spezifische regionale und kontextuelle sprachliche Merkmale aufweisen.
Was wurde aus Datenschutzgründen im Anhang geändert?
Die Seiten I bis XII, welche die ursprünglichen Screenshots der Facebook-Kommentare enthielten, wurden entfernt, um den Personenschutz zu gewährleisten.
Was lässt sich über die Spontaneität der Sprache auf Facebook aussagen?
Die Analyse zeigt, dass der hohe Spontaneitätsgrad der Plattform zu sprachlichen Verkürzungen und einer höheren Expressivität führt, was die Zuordnung zur „Sprache der Nähe“ stützt.
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- Torben Stuhldreier (Author), 2017, Aktuelle Tendenzen der spanischen Wortbildung im sozialen Netzwerk Facebook, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452128