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Das bürgerliche Trauerspiel zwischen Empfindsamkeit und Sturm und Drang - 'Miß Sara Sampson', 'Emilia Galotti' und 'Kabale und Liebe'

Titel: Das bürgerliche Trauerspiel zwischen Empfindsamkeit und Sturm und Drang - 'Miß Sara Sampson', 'Emilia Galotti' und 'Kabale und Liebe'

Essay , 2004 , 11 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Eleni Stefanidou (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels im Wandel der Zeit wird nachgezeichnet. Es wird insbesondere auf die Familienkonflikte und Vater-Tochter-Konflikte in den Dramen eingegangen.

Das bürgerliche Trauerspiel ist eine um Mitte des 19. Jahrhunderts ausgestorbene Gattung, die seit mehreren Jahrzehnten Gegenstand der literaturwissenschaftlichen Forschung ist. Trotz der Fülle an Werken, die zwischen 1755 und 1844 erschienen sind und entweder von den Dichtern selbst oder von der Forschung als bürgerliches Trauerspiel bezeichnet werden, haben sich nur vier Dramen im Kanon erhalten: Lessings „Miß Sara Sampson“ (1755) und „Emilia Galotti“ (1772), Schillers „Kabale und Liebe“ (1784) und Hebbels „Maria Magdalena“ (1844). In dieser Arbeit soll auf die ersten drei dieser Werke eingegangen werden, da sich an ihnen besonders gut die Veränderung vom empfindsamen Trauerspiel zu den Spielarten des Sturm und Drang aufzeigen läßt. Darüber hinaus behandeln diese Dramen das wichtigste Thema des bürgerlichen Trauerspiels, nämlich Familienkonflikte, wobei sie sich noch auf einen besonders häufig vorkommenden Konflikt konzentrieren, den der Vater-Tochter-Problematik. Im Laufe der Entwicklung spielt dabei der Standesgegensatz zwischen Adel und Bürgertum eine wachsende Rolle.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geistesgeschichtliche Bedeutung des bürgerlichen Trauerspiels

3. Das bürgerliche Trauerspiel bei Lessing: Miß Sara Sampson

4. Das bürgerliche Trauerspiel bei Lessing: Emilia Galotti

5. Das bürgerliche Trauerspiel bei Schiller: Kabale und Liebe

6. Fazit und Interpretation

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und die thematischen Schwerpunkte des bürgerlichen Trauerspiels in Deutschland zwischen 1755 und 1784. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Vater-Tochter-Problematik sowie der Darstellung von Familienkonflikten im Kontext des gesellschaftlichen Wandels vom empfindsamen Trauerspiel hin zur Epoche des Sturm und Drang.

  • Evolution der Gattung des bürgerlichen Trauerspiels
  • Konflikt zwischen bürgerlicher Moral und adeligem Lebensstil
  • Die Rolle der Familie als Urzelle und Krisenherd
  • Individualitätsbegriff und väterliche Autorität
  • Strukturwandel von Empfindsamkeit zu Sturm und Drang

Auszug aus dem Buch

Das bürgerliche Trauerspiel

Das bürgerliche Trauerspiel ist eine um Mitte des 19. Jahrhunderts ausgestorbene Gattung, die seit mehreren Jahrzehnten Gegenstand der literaturwissenschaftlichen Forschung ist. Trotz der Fülle an Werken, die zwischen 1755 und 1844 erschienen sind und entweder von den Dichtern selbst oder von der Forschung als bürgerliches Trauerspiel bezeichnet werden, haben sich nur vier Dramen im Kanon erhalten: Lessings „Miß Sara Sampson“ (1755) und „Emilia Galotti“ (1772), Schillers „Kabale und Liebe“ (1784) und Hebbels „Maria Magdalena“ (1844).

In dieser Arbeit soll auf die ersten drei dieser Werke eingegangen werden, da sich an ihnen besonders gut die Veränderung vom empfindsamen Trauerspiel zu den Spielarten des Sturm und Drang aufzeigen läßt. Darüber hinaus behandeln diese Dramen das wichtigste Thema des bürgerlichen Trauerspiels, nämlich Familienkonflikte, wobei sie sich noch auf einen besonders häufig vorkommenden Konflikt konzentrieren, den der Vater-Tochter-Problematik. Im Laufe der Entwicklung spielt dabei der Standesgegensatz zwischen Adel und Bürgertum eine wachsende Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den zeitlichen und inhaltlichen Rahmen der Untersuchung unter Einbeziehung der zentralen literarischen Werke.

2. Geistesgeschichtliche Bedeutung des bürgerlichen Trauerspiels: Dieses Kapitel erörtert den Entstehungskontext der Gattung, insbesondere den Wandel des Familienbildes und der gesellschaftlichen Normen in der Mitte des 18. Jahrhunderts.

3. Das bürgerliche Trauerspiel bei Lessing: Miß Sara Sampson: Hier wird die Rolle der Familie als Urzelle der Gesellschaft analysiert, wobei der Fokus auf der väterlichen Vergebung und dem Einfluss äußerer Verführer liegt.

4. Das bürgerliche Trauerspiel bei Lessing: Emilia Galotti: Das Kapitel untersucht den starren Tugendbegriff Odoardo Galottis und dessen fatale Konsequenzen für das Individuum in der Konfrontation mit der höfischen Welt.

5. Das bürgerliche Trauerspiel bei Schiller: Kabale und Liebe: Die Analyse zeigt auf, wie die moderne Auffassung von Liebe und Autonomie innerhalb der bürgerlichen Familie zu deren Zerstörung von innen heraus führt.

6. Fazit und Interpretation: Abschließend wird die Entwicklung der Gattung im Hinblick auf den Perspektivwechsel vom Schutz der Gemeinschaft zur Selbstverwirklichung des Individuums zusammengefasst.

Schlüsselwörter

Bürgerliches Trauerspiel, Empfindsamkeit, Sturm und Drang, Lessing, Schiller, Familienkonflikt, Vater-Tochter-Problematik, Individualität, Tugendbegriff, Standesgegensatz, Aufklärung, Dramentheorie, Literaturwissenschaft, Familienordnung, Moral

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels anhand dreier kanonischer Dramen von Lessing und Schiller und untersucht dabei insbesondere die Transformation des Familienbildes.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind der Wandel von der Empfindsamkeit zum Sturm und Drang, die Darstellung familiärer Konflikte und die Auseinandersetzung zwischen bürgerlichem Selbstverständnis und adeligem Lebensstil.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, an den ausgewählten Werken aufzuzeigen, wie sich die Konzepte von Liebe, väterlicher Autorität und individueller Selbstverwirklichung im Verlauf des 18. Jahrhunderts verändert haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die geistesgeschichtliche Aspekte mit einer werkimmanenten Interpretation der Dramentexte verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich einer detaillierten Analyse von „Miß Sara Sampson“, „Emilia Galotti“ und „Kabale und Liebe“ unter besonderer Berücksichtigung ihrer jeweiligen Vater-Tochter-Konstellationen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind das bürgerliche Trauerspiel, der Familienkonflikt, die Epochen der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang sowie die Begriffe Tugend und Autonomie.

Inwiefern unterscheidet sich das Vater-Tochter-Verhältnis in den untersuchten Stücken?

Während in „Miß Sara Sampson“ Vergebung dominiert, zeigt sich in „Emilia Galotti“ ein starrer Tugendbegriff, der in den Selbstmord bzw. Mord führt, während bei Schiller die Autonomieansprüche der Jugend die Familie von innen zerstören.

Welche Rolle spielt der Adel in diesen Dramen?

Der Adel wird meist als Sphäre der Willkür und Unmoral dargestellt, der als Gegenpol zur bürgerlichen Tugend fungiert, wobei die Dramen zunehmend auch die bürgerliche Moral selbst kritisch hinterfragen.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das bürgerliche Trauerspiel zwischen Empfindsamkeit und Sturm und Drang - 'Miß Sara Sampson', 'Emilia Galotti' und 'Kabale und Liebe'
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Philosophische Fakultät)
Note
1,3
Autor
Eleni Stefanidou (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V45216
ISBN (eBook)
9783638426541
ISBN (Buch)
9783640459537
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trauerspiel Empfindsamkeit Sturm Drang Sara Sampson Emilia Galotti Kabale Liebe Miss Schiller Lessing bürgerliches
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eleni Stefanidou (Autor:in), 2004, Das bürgerliche Trauerspiel zwischen Empfindsamkeit und Sturm und Drang - 'Miß Sara Sampson', 'Emilia Galotti' und 'Kabale und Liebe', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45216
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Leseprobe aus  11  Seiten
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