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Bedeutung psychologischer Theorien des Vergessens für die Praxis

Titre: Bedeutung psychologischer Theorien des Vergessens für die Praxis

Dossier / Travail de Séminaire , 2018 , 32 Pages , Note: 2,0

Autor:in: M.A. Carolyn Sendler (Auteur)

Psychologie - Intelligence et Psychologie de l'apprentissage
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Vergessen funktioniert in diesem Fall mehr wie eine Konstruktion statt eine Rekonstruktion der Vergangenheit. Menschen erleben in ihrem Leben also Dinge, an die sie sich sowohl gern als auch ungern zurückerinnern oder, wie in dem eben angeführten Fall, falsch erinnern. Im besten Fall vergessen wir Alltägliches, Emotionales oder peinliche Situationen. Im schlimmsten Fall geht es um traumatische Erfahrungen, die unser Gedächtnis aus Selbstschutz abkoppelt und zu denen es uns den Zugriff verweigert (Pritzel & Markowitsch, 2017). In der Wissenschaftsdisziplin der Psychologie gehört die Thematik rund um das Vergessen zum Bereich Lernen und Gedächtnis und lässt sich in der allgemeinen Psychologie verorten (Becker-Carus & Wendt, 2017). Das soeben angeführte Beispiel soll andeuten, wie nah sich hier die Theorie zum Bereich des Vergessens an der Praxis bewegt.
Des Weiteren wird es in der vorliegenden Hausarbeit darum gehen, die Theorien des Vergessens kurz vorzustellen, zu vergleichen und zu bewerten sowie insbesondere deren praktischen Nutzen (zum Beispiel für die Gestaltung des Lernprozesses) darzustellen. Hierbei werden die einzelnen Abschnitte der Arbeit nicht wie isolierte Blöcke nebeneinanderstehen, sondern inhaltlich eng aufeinander bezogen sein. Die gängigen Vergessenstheorien in der Psychologie sind unter anderem der Spurenzerfall, die Interferenztheorie, der Verlust der Speicheradresse sowie das motivierte Vergessen. Interessant für diese Arbeit ist zudem die Vergessenskurve nach Ebbinghaus (1885), um ins Thema zu finden und einen ersten Überblick über die Vergessenstheorien zu gewinnen. Kapitel drei wird dezidiert auf die Bedeutung psychologischer Theorien des Vergessens für die Praxis eingehen, dabei einen soziologischen Zugriff bemühen und versuchen, einen stärkeren Bezug zum sozialen bzw. zum Jugendamtkontext herzustellen. Abschließend werden die Ergebnisse dieser Hausarbeit im vierten Kapitel konkludierend präsentiert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Psychologische Theorien des Vergessens

2.1 Vergessenskurve nach Ebbinghaus

2.2 Spurenzerfallstheorie bzw. Speicherzerfall

2.3 Interferenztheorie

2.3.1 Transfer of Training

2.3.2 Zwei-Faktoren-Theorie

2.3.3 Zwischenfazit

2.4 Motiviertes bzw. motivationales Vergessen durch emotionale und andere Faktoren

2.5 Kontextabhängiges Vergessen

3. Bedeutung psychologischer Theorien des Vergessens für die Praxis

3.1 Forensische Psychologie und Psychotherapie

3.2 Soziologischer Zugriff

3.2.1 Web Memorials

3.2.2 Erinnerung und Vergessen im Kontext des Sozialen Gedächtnisses

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die verschiedenen psychologischen Theorien des Vergessens fundiert vorzustellen, zu vergleichen und deren praktischen Nutzen für unterschiedliche Anwendungsbereiche zu bewerten. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie theoretische Erkenntnisse über Gedächtnisprozesse konkret in Praxiskontexten, etwa im Bereich des Lernmanagements oder soziologischer Phänomene, angewendet werden können.

  • Grundlegende psychologische Theorien des Vergessens (Spurenzerfall, Interferenz, motiviertes Vergessen).
  • Die Bedeutung von Gedächtnis und Vergessen in der forensischen Psychologie und Psychotherapie.
  • Der soziologische Blickwinkel auf Erinnerungskultur und Web Memorials.
  • Die Analyse von Gedächtnisprozessen als Spannungsfeld zwischen Konstruktivität und Selektivität.

Auszug aus dem Buch

3.1 Forensische Psychologie und Psychotherapie

Einleitend wurde bereits ein Beispiel erwähnt, welches aus forensischer Sicht das Problem der falschen Erinnerung tangiert: die Validität von Augenzeugenaussagen. Bereits Loftus und Palmer (1974) wiesen den Einfluss der Befragung von Augenzeugen auf die Gedächtnisleistung nach. Dazu zeigten sie ihren Probanden Bilder oder auch einen kurzen Film zu einem Verkehrsunfall. Dieser Unfall zeigt zwei Autos, die zusammenstoßen. Die Probanden mussten dann die Geschwindigkeit der beiden ineinander prallenden Autos im Moment des Zusammenfahrens schätzen. Die Fragen wurden dabei verschiedentlich formuliert. Einmal beinhalteten sie das Wort zusammenstießen und das andere Mal die Wortkombination ineinander krachten. Wurde das zuerst genannte Wort bei der Fragestellung genutzt, war die geschätzte Geschwindigkeit signifikant niedriger als bei der Nutzung der zweiten Wortkombination.

Ähnlich verhält es sich auch bei der Identifikation von Tatverdächtigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob den Befragten ein Foto gezeigt wird oder sie an einer Gegenüberstellung teilnehmen. Das konstatieren zumindest Wells, Small, Penrod, Malpass, Fulero und Brimacombe (1998) in ihrer Literaturreview. Hierin formulierten sie überdies folgende Empfehlungen:

- Weder die Präsentation eines Fotos von Tatverdächtigen noch die Gegenüberstellung sollte durch den Beamten der Polizei erfolgen, der mit dem Fall und dessen Aufklärung betraut ist. Dadurch soll der Einfluss auf die Zeugen vermindert werden.

- Vor einem Identifikationsversuch durch die Augenzeugen sollen diese auf drei Umstände aufmerksam gemacht werden:

1. Der Verdächtige erscheint eventuell gar nicht.

2. Tritt erstens ein, dann ist der Augenzeuge auch nicht verpflichtet, eine Identifikation vorzunehmen.

3. Der Beschuldigte ist den die Untersuchung durchführenden Polizeibeamten nicht bekannt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt anhand eines Fallbeispiels in die Thematik ein und verdeutlicht die Relevanz des Vergessens als psychologischen Konstruktionsprozess für die Praxis.

2. Psychologische Theorien des Vergessens: In diesem Kapitel werden zentrale wissenschaftliche Erklärungsmodelle wie der Spurenzerfall, die Interferenztheorie und das motivierte Vergessen vorgestellt und kritisch diskutiert.

3. Bedeutung psychologischer Theorien des Vergessens für die Praxis: Hier wird der Transfer der theoretischen Grundlagen in konkrete Anwendungsfelder wie die Forensik, Psychotherapie und Soziologie vollzogen.

4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit und unterstreicht die funktionale Bedeutung des Vergessens für die Anpassungsfähigkeit des Menschen.

Schlüsselwörter

Gedächtnis, Vergessen, Spurenzerfall, Interferenztheorie, motiviertes Vergessen, falsche Erinnerung, forensische Psychologie, Psychotherapie, Web Memorials, soziales Gedächtnis, Lernprozesse, Trauma, Verdrängung, Konstruktivität, Selektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die wissenschaftlichen Theorien zum menschlichen Vergessen und untersucht, wie diese Erkenntnisse in der Praxis, etwa in der Forensik oder bei der Gestaltung von Lernprozessen, Anwendung finden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Erforschung von Gedächtnisfehlern, dem Einfluss von Emotionen auf das Erinnern sowie der soziologischen Betrachtung des Gedenkens im digitalen Zeitalter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, einen fundierten Überblick über psychologische Vergessenstheorien zu geben und deren praktische Relevanz durch eine Brücke zwischen Theorie und Anwendung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse psychologischer und soziologischer Fachliteratur, wobei bestehende Experimente (z.B. Ebbinghaus, Loftus & Palmer) zur Veranschaulichung der Theorien herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Vergessensmodelle und die anschließende Analyse ihrer Bedeutung in forensischen, therapeutischen und soziologischen Kontexten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den prägenden Begriffen gehören Gedächtnis, Vergessen, Interferenz, Verdrängung, falsche Erinnerung und die soziale Konstruktion von Identität.

Warum ist das Thema des "motivierten Vergessens" so komplex?

Motiviertes Vergessen, oft mit dem Konzept der Verdrängung verknüpft, ist experimentell schwer nachweisbar, da es tief in emotionalen und unbewussten Prozessen verankert ist.

Welche Rolle spielen Web Memorials im Kontext des Vergessens?

Web Memorials dienen als Beispiel für eine "Vergessenspraxis", in der Hinterbliebene selektiv Erinnerungen konstruieren, um Identitäten von Verstorbenen im digitalen Raum zu erhalten oder zu steuern.

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Résumé des informations

Titre
Bedeutung psychologischer Theorien des Vergessens für die Praxis
Université
http://www.uni-jena.de/  (Bildung und Kultur)
Note
2,0
Auteur
M.A. Carolyn Sendler (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
32
N° de catalogue
V452172
ISBN (ebook)
9783668849556
ISBN (Livre)
9783668849563
Langue
allemand
mots-clé
bedeutung theorien vergessens praxis
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Citation du texte
M.A. Carolyn Sendler (Auteur), 2018, Bedeutung psychologischer Theorien des Vergessens für die Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452172
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Extrait de  32  pages
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