Der Krieg im Kosova und die europäische Akteure


Hausarbeit, 2009
17 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung:

1. Alte Geschichte

2. Der historische Hintergrund

3. Das Einschalten der internationalen Gemeinschaft

4. Erste militärische Planungen der NATO

5. Das Holbrooke-Milosevic Abkommen

6. Nach dem Massaker von Raçak

7. Die Verhandlungen von Rambouillet

8. Die Luftangriffe der NATO

9. Bemühungen um eine Beilegung des Konflikts

10.Fazit – die Gründe warum Kosova Unabhängig sein soll!

Literaturverzeichnis

Vorbemerkung:

In diese Hausarbeit soll der Ablauf des Kosova-Konflikts dargestellt werden. Dem Verhaltender europäischen Akteure wird dabei besondere Aufmerksam-keit geschenkt, so dass ihre Aktivitäten nachverfolgt werden können.

1. Alte Geschichte

Nach den meisten bisherigen historischen Erkenntnissen sind die Albaner die Nachkommen der Illyrer. Die Illyrer und die Griechen waren die ältesten Einwohner des Balkans. Als fast der ganze Balkan mit illyrischen Stämmen bewohnt war, schloss die illyrische Halbinsel alle Gebiete vom heutigen Griechenland bis zum heutigen Slowenien ein. Die Illyrer lebten getrennt in vielen Stämmen. Einige von denen waren: Albaner (von denen später die Namen Albaner und Albanien hergeleitet wurden), Dardanier, Dalmaten, Liburner, Enkelier, Taulantier, Labeater, Ardianer u.a.. Die Dardanier (alb.: Dardanet) waren die Ureinwohner des Kosova. Der Name Dardan kommt vermutlich aus dem illyrischen Namen, der im Albanischen die Bedeutung dardhe hat. Dardhe heißt auf Deutsch Birne. Kosova hieß also Dardanien, weil es im Kosova viel Birnen gab, aber nicht nur Birnen, sondern auch viel Äpfel und allgemein viel Obst und Gemüse sowie reichlich Bodenschätze. Ungefähr von IV. bis zum I. Jahrhundert vor dem Christus begründeten zahlreiche illyrische Großstämme ihre Königreiche, wie das Königreich der Dardanen, der Enkelier, der Taulantier, der Ardianer und der Moloser. Die Illyrer zeigten sich als gute Seeleute, beschäftigten sich aber unter anderem auch mit Handel sowie mit der Verarbeitung von Eisen, Gold, Silber, Keramik etc. und erzielten so einen wirtschaftlichen Schwung. Sie wurden so aber auch ziemlich einflussreich und somit auch zum Ziel des Römischen Reiches, das durch Verstärkung der illyrischen Königreiche eine Gefahr für sich sah und deshalb sie angriff. Nach erbitterten und langen Kämpfen gerieten die Illyrer unter die römische Macht. Ungefähr von fünften bis zum siebten Jahrhundert wanderten die Slawen nach Balkan und fingen damit an, die Gebiete des Balkans zu besiedeln und illyrische Stämme zu assimilieren. So wurden illyrische Gebiete in riesigem Ausmaße geschrumpft und auf diesen Gebieten ließen sich die slawischen Völker wie Serben, Kroaten, Slowenen, und Montenegriner nieder (WWW. Kosova.de).

2. Der historische Hintergrund

Die Bombenangriffe der NATO gegen Jugoslawien und die Einsetzung einer internationalen Friedenstruppe (KFOR) markieren das Ende des lange andauernden Konflikts zwischen Serben und Albanern im Kosova. Die Auseinandersetzungen der beiden Volksgruppen, deren Eckpfeiler einerseits der Machtanspruch der Serben über das Kosova und andererseits das Unabhängigkeitsstreben der albanischen Bevölkerung sind, dauern in dieser Form seitdem 19. Jahrhundert an. Die Ansprüche beider Seiten lassen sich historisch kontingent begründen: Das Kosova ist ein typisches Beispiel einer Region auf dem Balkan, mit einer über die Jahrhunderte hinweg wechselhaften Geschichte, Wanderbewegungen von Bevölkerungen und stete Änderungen der

Herrschaftsverhältnisse. Die Albaner sind Nachkommen der Illyrer. Die Urbevölkerung Dardaniens (Kosovas)war der Stamm der Illyrer-Dardanen, dessen Nachkommen die heutigen Albaner sind. Im serbischen Geschichtsbe-wusstsein ist Kosova mit zwei Schlachten in den Jahren 1389 und 1448 verbunden. Die Schlachten ereigneten sich zwischen Serben und dem osmanischen Reich auf dem Amselfeld. Mit diesen verlorenen Schlachten ging die damalige serbische Herrschaft zu Ende und die Region wurde während fünf Jahrhunderten der osmanischen Herrschaft unterstellt. Im 12. Jh. Errichteten die Serben unter der Dynastie der Nemajiden ein Serbisches Königreich und installierten die serbisch-orthodoxe Kirche. Als erster König trat Stephan II. an. Sein Bruder Sava (Mönch) wurde erster serbischer Erzbischof der selbständigen serbischen Nationalkirche. Aus deren Sieht war Kosova „das kirchliche Zentrum des serbischen Reiches“ oder/und „die Wiege des Serbentums“. Die albanische Wissenschaft und Geschichte liefert andere Argumentationen und Fakten. In der Schlacht auf dem Amselfeld haben nicht nur die Serben, sondern alle Christen des Balkans, so auch die Albaner gekämpft. Sie bestreiten die Behauptung der Serben, dass die Kirchen in Kosova serbisch sind. Die Wissenschaftler des albanischen Klerus in Kosova stützen sich auf archäologische und historische Quellen und haben eine andere Sieht. Die serbische Kirchen seien die Kirchen der Illyrer-Albaner gewesen. Sie sind von den Serben als serbisches Kulturgut angeeignet worden. Viele Behauptungen der Serben werden vom britischen Historiker, Noel Malcolm, in seinem Buch „Kosova“ wiederlegt. Gjergj Katrioti, geboren im Jahre 1405, mobilisierte Mitte des 15. Jh. Fast alle albanische Stämme in der Region, damit diese am Krieg gegen das osmanische Reich teilnehmen. Der wiederstand der Albaner dauerte 24 Jahre. Nach dem Tod (1468) von Gjergj Kastrioti verloren die Albaner die Herrschaft über eigene Gebiete. Viele flohen nach Sizilien, Kalabrien und andere Länder. Jene, die im Lande blieben, wurden zwangsweise zum Islam bekehrt. Das osmanische Reich herrschte 500 Jahre über die Albaner. Die Zahl der Konvertierten stieg beständig bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Im 19. Jahrhundert ging mit der Schwächung des Osmanischen Reiches eine gewaltsame Serbisierung des Kosova einher, die sich nach der Eroberung durch Serbien (1912) fortsetzte(Maliqi 1999: 123f.). Der Bevölkerungsanteil der Albaner betrug vor der serbischen Eroberung geschätzte 75%, bei der ersten Volkszählung in Serbien 1921 waren es noch etwa 65%. Seitdem ist der Anteil der albanischen Bevölkerung wieder auf annähernd 90% angewachsen (Clewing 2000: 49-51).Während der Herrschaft Titos ruhte der Konflikt, ohne allerdings völlig zu verschwinden.

Dies hing einerseits mit der Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen durch das kommunistische Regime und andererseits mit Zugeständnissen gegenüber der albanischen Bevölkerung zusammen. So erhielt das Kosova den Status einer Autonomen Provinz, der zwar theoretisch dem Status der jugoslawischen Republiken nachgeordnet war, aber faktisch keinen Unterschied in der Behandlung der Bevölkerung bedeutete (Sundhaussen 2000: 80f.).Der Aufstieg von Slobodan Milosevic und mit ihm der des serbischen Nationalismus führte zu einer Revision der Zugeständnisse gegenüber der albanischen Bevölkerung. Am 22. Februar 1989 wurde der Provinzstatus aufgehoben und das Kosova zu einem Teil Serbiens. Diese Maßnahme führte zum Widerstand der Albaner, die in einem illegalen Referendum im Juli 1990 das Kosova zur siebten Republik Jugoslawiens erklärten. Milosevic errichtet im Kosova ein regelrechtes Okku-pationsregime, das jede legale politische Vertretung verbot, Fernsehen, Theater, Schulen und die Universitäten gleichschaltete und alles Albanische in einer Art Apartheid drangsalierte(Friedensgutachten 1999: 2f). Schon im September 1991sprach sich in einem weiteren geheimen Referendum die Bevölkerung geschlossen für die Unabhängigkeit aus. Da sich Albaner nicht beugen wollten, sich nicht unterwerfen ließen und keine Loyalitätserklärungen unterschreiben wollten, wurden fast alle Albanische Arbeitnehmer, Beamten und Angestellten gefeuert, Schüler und Studenten wurden aus Schulen und Universitäten mit Tränen- und Nervengasen verjagt(dafür gab es Beweise von schwedischen Ärzten), politisch tätige Leute, Journalisten, Schriftsteller, Künstler, Lehrer, Ärzte usw. wurden verfolgt, verprügelt, misshandelt, verhaftet, gefoltert und umgebracht. Das leben der Albaner wurde jeden Tag unerträglicher. 6% der Bevölkerung in Kosova machten die Serben und sie unterdrückten 90% Albaner und 4% andere auf die brutalste Art und Weise. Das offizielle serbische und das inoffizielle Kosova-albanische politische System existierten von da an parallel und führten zu einer Form der Apartheid in der Provinz. Seit dem Aufheben der Autonomie von Kosova, wählten die Albaner den weg der friedlichen Politik und des Dialogs mit Serben. Dieser gewaltfreie Widerstand der Albaner hatte selbst nach mehreren Jahren zu keiner Verbesserung ihrer Lage geführt und so bildete sich aus dem militanten Teil der Kosovaren 1997 die Kosova-Befreiungsarmee (UÇK) (Sundhaussen 2000: 83-86).

Diese stellte eine willkommene Gelegenheit für Milosevic dar, das Kosova unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung ethnisch zu säubern, in der die serbische Polizei und die Armee zur Bekämpfung der UÇK einrücken ließ (Sundhaussen 2000: 86).

3. Das Einschalten der internationalen Gemeinschaft

Der eigentliche Beginn des Kosova-Krieges wird angesetzt mit den serbischen Massakern mit mehr als achtzig Toten in den albanischen Dörfern der Region Drenica (Giersch 2000b: 447). Dieser Vorfall sensibilisierte die Öffentlichkei-ten im Westen erstmals für die Vorgänge in der Region (Dammann 2000: 49). Die wachsende Empörung in den westlichen Öffentlichkeit über die Gräueltaten auf dem Balkan, die zunehmenden Migrationsströme in die umliegenden Länder, aber auch ins europäische Ausland und die leidvollen Erfahrungen aus Bosnien beförderten die internationale Aufmerksamkeit gegenüber der Region. Hinzu kam die Befürchtung, dass Milosevic den gesamten Balkan destabilisieren könnte, wenn man ihm nicht rechtzeitig Einhalt gebieten würde (Domino-Theorie) (Bernauer/Ruloff 1999).

Als Akteure der internationalen Gemeinschaft kristallisierten sich zu Anfang die Kontaktgruppe mit den USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland und später dann die NATO unter Führung der USA heraus. Die Europäische Union und allgemein die europäischen Staaten (hier speziell Deutschland) traten in diesem Rahmen nur zu Beginn als Sanktionierer und dann erst wieder zum Ende des Konflikts als Vermittler des Friedens in Erscheinung. Der Einfluss der UNO und der OSZE blieben im Kosova-Konflikt marginal oder wurden von den maßgeblichen Akteuren genutzt, um ihre Vorstellungen durchzusetzen.

Die Kontaktgruppe verurteilte am 9. März das Vorgehen der Serben ebenso wie die militärischen Akte der Albaner (Giersch 2000b: 447). An einem schärferen Vorgehen gegen Jugoslawien wurde die Kontaktgruppe durch die Zurückhaltung Frankreichs, Russlands und Italiens gehindert. So fiel die Zehn-Punkte-Erklärung der Kontaktgruppe entsprechend vage aus und auch das weitere Vorgehen erfolgte nicht sonderlich abgestimmt. Während Russland durch die vermeintliche Gesprächsbereitschaft Milosevics die Bedingungen schon erfüllt sah und Deutschland, Frankreich und Italien der jugoslawischen Regierung noch einen Monat Frist einräumen wollten, begann die EU die Sanktionen gegen Jugoslawien schon nach zehn Tagen umzusetzen.

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Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Der Krieg im Kosova und die europäische Akteure
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V452182
ISBN (eBook)
9783668849686
ISBN (Buch)
9783668849693
Sprache
Deutsch
Schlagworte
krieg, kosova, akteure
Arbeit zitieren
Bajram Cikaqi (Autor), 2009, Der Krieg im Kosova und die europäische Akteure, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452182

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